Auf Sonnenschein folgt Dreck
Trip Start
Mar 23, 2010
1
26
40
Trip End
Ongoing
So, da bin ich auch schon wieder.
Diesmal melde ich mich aus Bundaberg, wo ich zum Arbeiten hergekommen bin. Aber vorher moechte ich noch von meinen letzten Tagen in Agnes Water berichten, die echt geil waren!
Am Samstag (16.10.) hat die eh schon guenstigste Surfschule der Ostkueste auch noch kostenlose Surfstunden angeboten. Das konnt ich mir natuerlich nicht entgehen lassen! War nicht all zu lange, dafuer aber umso deprimierender! Irgendwie werd ich schlechter als besser! :( Man sollte doch meinen, dass ein Fortschritt erkennbar ist, nachdem ich nun schon so oft mit Board durchs Wasser geplantscht bin, aber nein - bei mir irgendwie nich...
Den Sonntag (17.10.) haben wir dann in einer echt grossen und lustigen Gruppe am Strand verbracht und total viel Scheiss gemacht. Sowas wie Pools graben, die dann natuerlich von den Wellen weggespuelt werden, Lenny einbuddeln und zu ner Riesenkrake umgestalten, Sandboarden und und und.. Abends haben wir auch noch zusammen gegrillt - lecker und lustig! War echt ein gelungener Tag! Die Leute waren cool (einziges Manko: alle Deutsch!)! Also von solchen Tagen haette ich echt gerne mehr!
Am Montag (18.10.) hat sich unsere Gruppe etwas aufgespallten - war jetzt aber auch nicht so schlimm. Wir sind wieder zu dem kleinen Strand mit dem natuerlichen Pool runter und haben die Seele baumeln lassen. Am Abend ging es zum Sonnenuntergang gucken noch mal zum Kap von 1770. Mal wieder ein Erlebnis! Und abends wurde ein kostenloses BBQ vom Hostel veranstalltet. Danach hiess es Tasche packen und sich fuer die Abreise am naechsten Tag vorbereiten. Ja nach ueber zwei Wochen musste auch ich Agnes Water schliesslich den Ruecken kehren, weil die Reisekasse aufgestockt werden muss. So traurig! Doch der letzte Abend sollte noch zelebriert werden und das richtig! Sind alle runter zum Strand und haben ganze zwei Feuer entfacht, weil wir einfach zu viele (um die 30) Leute waren. Haben also da noch etwas gequatscht und das Meeresrauschen sowie den klaren Sternenhimmel genossen.
Dienstag (19.10) Morgen sollte es dann los gehen. Ich hatte mir mal wieder eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Diesmal auch ein ganz lustige! All die Leute mit denen ich die vorhergehenden Tage so unterwegs war, wollten auch abreisen. Alle in die gleiche Richtung. Und irgendwie haben wir es geschafft, die 12 (!!!) Leute in 2 Autos zu packen. Und das Gepaeck der 12 (!!!) natuerlich auch! Voll geil! Also bei uns ging das ja noch, wir hatten ein breites Auto, aber da andere war hoffnungslos ueberladen! Tiefergelegt... Fotos gucken.
Von Agnes Water Abschied nehmen ging ja noch, aber von meinen Mitreisenden Abschied nehmen war schon schwieriger! Die haben mich naemlich nur in Bundaberg rausgeworfen und sind weiter nach Sueden, und inzwischen wohl schon gemeinsam auf Fraser Island. Das fand ich ja so traurig! Ich fand die alle so toll! Und die sich auch, weshalb sie beschlossen haben den Fraser Trip gemeinsam zu machen. Da waer ich ja soooo gerne mit! Konnt nur leider nicht! Ebbe in der Kasse... :o( Zumindest haben sie mich noch an meinem Hostel abgesetzt und sich umgeguckt, um sicher zu gehen, ob sie mich auch wirklich hier zuruecklassen koennen (voll suess!). Und dann hiess es abermals Abschied nehmen...
Auf den Abschied folgte ein "Hallo", denn im Hostel hab ich einen alten Bekannten (okay nicht ganz zufaellig) wiedergetroffen: Joerg, der auch schon mit mir zusammen in Sydney und den Blue Mountains war. Das hats etwas leichter gemacht...
Er hat mich mal eben in das Leben in einem Workinghostel eingefuehrt und mir eine Schauergeschichte nach der anderen erzaehlt. Quintesenz: man wird fuer harte Arbeit zu schlecht bezahlt. Meckert man oder beght man auch nur den kleinesten "Fehler", wird man gefeuert und kriegt mindestens einen Tag keinen neuen Job. Hier mal eine Zusammenfassung aller Kuendigungsgruende, die mir bislang zu Ohren gekommen sind: Fragen, ob man mal auf Klo darf; sich beim Picken hinknien anstatt zu stehen; fragen, warum man beim picken stehen muss; fragen nach nem freien Tag; Fragen nach der Uhrzeit oder der naechsten Pause; weil man Junge oder Maedel ist; weil man deutsch ist; weil man rechts- bzw linkshaender ist; weil man krank ist oder den Heuschnupfen hat und deswegen nicht mehr ganz so produktiv arbeiten kann; wenn man Schmerzen hat und nicht mehr Laufen kann; wenn man zu viel mit seinen Mitleidenden spricht; wenn man MP3-Player hoert; wenn man nach ner Pause fragt und natuerlich auch bei Gruenden wie zu spaet kommen oder weil man zu langsam oder ungenau ist. Manchmal fliegt man aber auch einfach schon, weil sie einen nicht moegen. Die Leute hier werden regelmaessig gefeuert. Joerg ist jetzt schon seit 2 Wochen hier und hatte schon 5 Jobs. Und so gehts hie jeden!
Verlangt man nach nem anderen Job, steht man mindestens 3 Tage auf der Warteliste. Aber was wuerdet ihr machen, wenn ihr nur pro Eimer bezahlt werdet und gerade so wenig Fruechte an den Straeuchern sind, dass ihr kaum die Eimer voll bekommt und mit weniger Geld nach Hause geht, als ihr im Hostel fuer die Unterkunft zahlen muesst (nach 8-10 Stunden Arbeit)? Dank dem ganzen Prozedere und den ganzen unfreiwilligen Tagen "frei" verdient man gerade mal genug fuers Ueberleben, sparen tuen die wenigsten was.
Bei Medels laeuft das angeblich etwas besser, aber davon werd ich mich wohl selbst ueberzeugen muessen. Ich hatte jedenfalls vorgestern (Mittwoch, 20.10) noch keinen Job und hab meine Zeit dafuer genutzt mit ein richtiges Arbeitsoutfit aus Secondhandshop zuzulegen. Gestern (Donnerstag, 21.10) hiess es dann um 5 aufstehen und auf meine erste Farm fahren: Suesskartoffeln ernten, die Pflanzen beschneiden und einpflanzen. Schon anstrengend, aber geht schon. Doof is nur, dass man die ganze Zeit geistig unterfordert ist (Gespraeche waehrend der Arbeit sind unerwuenscht und koennen auch mal dazu fuehren, das man am Abend wieder arbeitslos ist) und sich ausrechnet, wie viel man gerade verdient und was man davon sparen kann. In meinem Fall sind dass gerade maximal 200$ die Woche, was ich fuer so ne Arbeit echt nicht viel finde. Aber mal gucken. Der Farmer war gestern eh nicht so zufrieden mit mir. Ich war dummerweise etwas langsamer als die drei anderen Maedels, die das auch schon 3 Monate machen...oh Wunder.. Heute war ich ueberraschenderweise noch mal da und da hat die naechste staendig wegen irgendwelchen Lapalien mit mir rumgemeckert - nich selten hat sie mir was unter die Nase gehalten, was sie falsch gemacht hat und es mir als meinen Fehler verkauft. Rebellieren darf man aber nich, sonst is man wieder arbeitslos. Hab also immer fleissig in mich reingegrinst und gute Miene zu boesen Spiel gemacht. Also vielleicht bin ich morgen schon wieder arbeitslos...das erfahr ich dann spaeter...Die Arbeitsatmosphaere is auch nich so dolle. Die Maedels sind komisch (kein Wunder, die arbeiten ja auch schon 3 Monate hier!). Zumindest ist die Arbeit recht abwechslungsreich, weil wir picken, Pflanzen beschneiden, neue pflanzen und packen. Aber hab viel zu viel Zeit aufn Feld, die ich damit verbbringe mir zu ueberlegen, wo ich mich sonst bewerben koennte bzw. was ich sonst fuer Alternativen habe bzw. hab mich erneut darueber geaergert, dass ich jetzt nicht mit auf Fraser Island bin. Aber was solls, was muss, dass muss. Werd mir die Sache hier jetzt noch ein paar Tage angucken und dann entscheiden, wies weiter geht... Richtig lohnen tut sichs bisslang jedenfalls nich...
Achso, das Hostel! Hehe... aehnlich wie auch schon in den Blue Mountains. Nicht wirklich sauber, kein Luxus, nicht vergleichbar mit meinen letzten Hostels, dafuer umso teurer.
Joerg fragt gerade, obs nicht noch irgendwas positives gibt (der guckt mir gerade ueber die Schultern und liest mit)...aehhm...hab nette Gesellschaft...Leidensgenossen.. :o)
Hauptsache den Humor nicht verlieren...hehe
Ich meld mich wieder! Dann auch mit Bildern.
LG DieMicha
Diesmal melde ich mich aus Bundaberg, wo ich zum Arbeiten hergekommen bin. Aber vorher moechte ich noch von meinen letzten Tagen in Agnes Water berichten, die echt geil waren!
Am Samstag (16.10.) hat die eh schon guenstigste Surfschule der Ostkueste auch noch kostenlose Surfstunden angeboten. Das konnt ich mir natuerlich nicht entgehen lassen! War nicht all zu lange, dafuer aber umso deprimierender! Irgendwie werd ich schlechter als besser! :( Man sollte doch meinen, dass ein Fortschritt erkennbar ist, nachdem ich nun schon so oft mit Board durchs Wasser geplantscht bin, aber nein - bei mir irgendwie nich...
Den Sonntag (17.10.) haben wir dann in einer echt grossen und lustigen Gruppe am Strand verbracht und total viel Scheiss gemacht. Sowas wie Pools graben, die dann natuerlich von den Wellen weggespuelt werden, Lenny einbuddeln und zu ner Riesenkrake umgestalten, Sandboarden und und und.. Abends haben wir auch noch zusammen gegrillt - lecker und lustig! War echt ein gelungener Tag! Die Leute waren cool (einziges Manko: alle Deutsch!)! Also von solchen Tagen haette ich echt gerne mehr!
Am Montag (18.10.) hat sich unsere Gruppe etwas aufgespallten - war jetzt aber auch nicht so schlimm. Wir sind wieder zu dem kleinen Strand mit dem natuerlichen Pool runter und haben die Seele baumeln lassen. Am Abend ging es zum Sonnenuntergang gucken noch mal zum Kap von 1770. Mal wieder ein Erlebnis! Und abends wurde ein kostenloses BBQ vom Hostel veranstalltet. Danach hiess es Tasche packen und sich fuer die Abreise am naechsten Tag vorbereiten. Ja nach ueber zwei Wochen musste auch ich Agnes Water schliesslich den Ruecken kehren, weil die Reisekasse aufgestockt werden muss. So traurig! Doch der letzte Abend sollte noch zelebriert werden und das richtig! Sind alle runter zum Strand und haben ganze zwei Feuer entfacht, weil wir einfach zu viele (um die 30) Leute waren. Haben also da noch etwas gequatscht und das Meeresrauschen sowie den klaren Sternenhimmel genossen.
Dienstag (19.10) Morgen sollte es dann los gehen. Ich hatte mir mal wieder eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Diesmal auch ein ganz lustige! All die Leute mit denen ich die vorhergehenden Tage so unterwegs war, wollten auch abreisen. Alle in die gleiche Richtung. Und irgendwie haben wir es geschafft, die 12 (!!!) Leute in 2 Autos zu packen. Und das Gepaeck der 12 (!!!) natuerlich auch! Voll geil! Also bei uns ging das ja noch, wir hatten ein breites Auto, aber da andere war hoffnungslos ueberladen! Tiefergelegt... Fotos gucken.
Von Agnes Water Abschied nehmen ging ja noch, aber von meinen Mitreisenden Abschied nehmen war schon schwieriger! Die haben mich naemlich nur in Bundaberg rausgeworfen und sind weiter nach Sueden, und inzwischen wohl schon gemeinsam auf Fraser Island. Das fand ich ja so traurig! Ich fand die alle so toll! Und die sich auch, weshalb sie beschlossen haben den Fraser Trip gemeinsam zu machen. Da waer ich ja soooo gerne mit! Konnt nur leider nicht! Ebbe in der Kasse... :o( Zumindest haben sie mich noch an meinem Hostel abgesetzt und sich umgeguckt, um sicher zu gehen, ob sie mich auch wirklich hier zuruecklassen koennen (voll suess!). Und dann hiess es abermals Abschied nehmen...
Auf den Abschied folgte ein "Hallo", denn im Hostel hab ich einen alten Bekannten (okay nicht ganz zufaellig) wiedergetroffen: Joerg, der auch schon mit mir zusammen in Sydney und den Blue Mountains war. Das hats etwas leichter gemacht...
Er hat mich mal eben in das Leben in einem Workinghostel eingefuehrt und mir eine Schauergeschichte nach der anderen erzaehlt. Quintesenz: man wird fuer harte Arbeit zu schlecht bezahlt. Meckert man oder beght man auch nur den kleinesten "Fehler", wird man gefeuert und kriegt mindestens einen Tag keinen neuen Job. Hier mal eine Zusammenfassung aller Kuendigungsgruende, die mir bislang zu Ohren gekommen sind: Fragen, ob man mal auf Klo darf; sich beim Picken hinknien anstatt zu stehen; fragen, warum man beim picken stehen muss; fragen nach nem freien Tag; Fragen nach der Uhrzeit oder der naechsten Pause; weil man Junge oder Maedel ist; weil man deutsch ist; weil man rechts- bzw linkshaender ist; weil man krank ist oder den Heuschnupfen hat und deswegen nicht mehr ganz so produktiv arbeiten kann; wenn man Schmerzen hat und nicht mehr Laufen kann; wenn man zu viel mit seinen Mitleidenden spricht; wenn man MP3-Player hoert; wenn man nach ner Pause fragt und natuerlich auch bei Gruenden wie zu spaet kommen oder weil man zu langsam oder ungenau ist. Manchmal fliegt man aber auch einfach schon, weil sie einen nicht moegen. Die Leute hier werden regelmaessig gefeuert. Joerg ist jetzt schon seit 2 Wochen hier und hatte schon 5 Jobs. Und so gehts hie jeden!
Verlangt man nach nem anderen Job, steht man mindestens 3 Tage auf der Warteliste. Aber was wuerdet ihr machen, wenn ihr nur pro Eimer bezahlt werdet und gerade so wenig Fruechte an den Straeuchern sind, dass ihr kaum die Eimer voll bekommt und mit weniger Geld nach Hause geht, als ihr im Hostel fuer die Unterkunft zahlen muesst (nach 8-10 Stunden Arbeit)? Dank dem ganzen Prozedere und den ganzen unfreiwilligen Tagen "frei" verdient man gerade mal genug fuers Ueberleben, sparen tuen die wenigsten was.
Bei Medels laeuft das angeblich etwas besser, aber davon werd ich mich wohl selbst ueberzeugen muessen. Ich hatte jedenfalls vorgestern (Mittwoch, 20.10) noch keinen Job und hab meine Zeit dafuer genutzt mit ein richtiges Arbeitsoutfit aus Secondhandshop zuzulegen. Gestern (Donnerstag, 21.10) hiess es dann um 5 aufstehen und auf meine erste Farm fahren: Suesskartoffeln ernten, die Pflanzen beschneiden und einpflanzen. Schon anstrengend, aber geht schon. Doof is nur, dass man die ganze Zeit geistig unterfordert ist (Gespraeche waehrend der Arbeit sind unerwuenscht und koennen auch mal dazu fuehren, das man am Abend wieder arbeitslos ist) und sich ausrechnet, wie viel man gerade verdient und was man davon sparen kann. In meinem Fall sind dass gerade maximal 200$ die Woche, was ich fuer so ne Arbeit echt nicht viel finde. Aber mal gucken. Der Farmer war gestern eh nicht so zufrieden mit mir. Ich war dummerweise etwas langsamer als die drei anderen Maedels, die das auch schon 3 Monate machen...oh Wunder.. Heute war ich ueberraschenderweise noch mal da und da hat die naechste staendig wegen irgendwelchen Lapalien mit mir rumgemeckert - nich selten hat sie mir was unter die Nase gehalten, was sie falsch gemacht hat und es mir als meinen Fehler verkauft. Rebellieren darf man aber nich, sonst is man wieder arbeitslos. Hab also immer fleissig in mich reingegrinst und gute Miene zu boesen Spiel gemacht. Also vielleicht bin ich morgen schon wieder arbeitslos...das erfahr ich dann spaeter...Die Arbeitsatmosphaere is auch nich so dolle. Die Maedels sind komisch (kein Wunder, die arbeiten ja auch schon 3 Monate hier!). Zumindest ist die Arbeit recht abwechslungsreich, weil wir picken, Pflanzen beschneiden, neue pflanzen und packen. Aber hab viel zu viel Zeit aufn Feld, die ich damit verbbringe mir zu ueberlegen, wo ich mich sonst bewerben koennte bzw. was ich sonst fuer Alternativen habe bzw. hab mich erneut darueber geaergert, dass ich jetzt nicht mit auf Fraser Island bin. Aber was solls, was muss, dass muss. Werd mir die Sache hier jetzt noch ein paar Tage angucken und dann entscheiden, wies weiter geht... Richtig lohnen tut sichs bisslang jedenfalls nich...
Achso, das Hostel! Hehe... aehnlich wie auch schon in den Blue Mountains. Nicht wirklich sauber, kein Luxus, nicht vergleichbar mit meinen letzten Hostels, dafuer umso teurer.
Joerg fragt gerade, obs nicht noch irgendwas positives gibt (der guckt mir gerade ueber die Schultern und liest mit)...aehhm...hab nette Gesellschaft...Leidensgenossen.. :o)
Hauptsache den Humor nicht verlieren...hehe
Ich meld mich wieder! Dann auch mit Bildern.
LG DieMicha



