In der Metropole: Santiago de Chile

Trip Start Dec 05, 2011
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Trip End Oct 17, 2012


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Flag of Chile  , Región Metropolitana,
Friday, March 30, 2012

Nachdem wir uns in San Martin de los Andes die Bäuche voll geschlagen hatten und die Annehmlichkeiten eines touristischen Ortes genossen hatten, waren unsere Kraftreserven wieder voll geladen.
Beladen mit exquisiter Zwischenverpflegung (z.B. Schokoladen-Alfajores, einer Tüte Süssgebäck und Schwarzbrot) waren wir für die nächste Etappe gewappnet.

Nachdem wir auf die überteuerte Grenzüberschreitung mit dem Katamaran von Petrohue nach Bariloche verzichtet hatten, wollten wir doch noch einmal mit einem (preiswerten) Schiff über die Grenze nach Chile tuckern. Also machten wir uns Richtung Paso Hua-Hum auf und erreichten nach einer exakten Personalprüfung (Schuepbach /= Schüpbach), einer oberflächlichen Gepäckprüfung (es dürfen keine frischen Lebensmittel nach Chile eingeführt werden) pünktlich den Fähranleger am Lago Pirehueico und schipperten nach Puerto Fuy.

Ein ergiebiger Regenschauer bewog uns dann sogleich ein trockenes Plätzchen für die Nacht zu suchen und erst am nächsten Morgen (bei strahlendem Sonnenschein) weiterzufahren.

Durch schweizerisch anmutende Landschaft mit sanften Hügeln, saftigen Wiesen und weidenden Kühen kamen wir zügig voran.
Erst als wir uns dem mächtigen Vulkan Villarica entlang des Lagos Calafquen näherten, mussten wir nach langer Zeit wieder einmal "beissen".
Hitze, Schotter und bissige Anstiege (bis zu 16%) verlangten uns noch einmal alles ab und als wir am Abend in Coñaripe eintrafen, gönnten wir uns ein erfrischendes Bad im See und ein deftiges Abendessen:
  • Aperitiv: je 1 Liter Fanta und je 1 Completo italiano (chilenischer Hotdog mit Würstchen, Tomaten, Avocado und viel Majonnaise)  
  • Vorspeise: Salatteller  
  • Hauptgericht: Lomo a la pobre (gegrilltes Fleisch mit Zwiebeln, Spiegelei und Pommes) mit einem "kühlen Blonden" 
  • Nachspeise: Pfirsichkuchen  
genau das Richtige nach einem harten Radlertag!!!

Während in Europa wohl schon fast der Frühling einzug hält, begrüsste uns der chilenische Herbst mit kühlem Nebelwetter, der sich meist am Nachmittag auflöste und die Temperaturen auf angenehme 25C klettern liess. Die touristischen Orte am Lago Calafquen waren demnach wie ausgestorben. Einzig in den unzähligen Möbelfabriken und Eukalyptusplantagen auf dem Weg nach Villarica wurde emsig gewerkelt. Als wir schon kurz nach Mittag im beschaulichen Städtchen Villarica eintrafen und uns im Torre Suiza einquartierten, witterte ich meine grosse Chance:
Ab zum Coiffeur!!!
Nach 3.5 Monaten wurde es auch mal wieder Zeit :-)
Schnell war ein passendes Lokal gefunden und ich wurde freundlich auf einen freien Stuhl gesetzt. Um meine Haarpracht auf eine ansprechende Länge gekürzt zu kriegen, musste ich jedoch mein bestes Spanisch herausholen:
Die Coiffeuse fand es viel zu schade meine blonde Haarpracht einfach so abzuschneiden... In einem Land mit 99% schwarzhaarigen Bürgern durchaus nachvollziehbar.

Nachdem wir uns vom Hostal Torre Suiza mit seinem netten Hund (namens "Röschti") verabschiedet hatten, wollten wir den Parque Conguillio mit seinem Vulkan Llaima durchqueren. Auf der Suche nach einer Panaderia wurden wir von einer handvoll anschaulicher Chicas angesprochen, welche gerade bei einem Essensstand frühstückten.
Daniela (die kommunikativste der Gruppe), empfahl uns Sopaipillas con queso (mit Käse gefüllte, frittierte Brötchen), welche "muy rico" seien.
Frisch motoviert mit einem Abschiedsküsschen von Daniela und einem schmackhaften Mittagessen machten wir uns schliesslich doch noch auf den Weg Richtung Llaima...

Aufgrund erhöhter Aktivitäten im Innern des Vulkanes wurde der Park jedoch für Touristen geschlossen. Frohen Mutes machten wir uns trotzdem auf den Weg zum Parkeingang. Schliesslich hatten wir von verschiedenen Quellen gehört, dass der Park für Tagestouristen offen sei.
Als wir schliesslich am Eingang des Parque Conguillio standen, liess uns der Ranger nach einigen Abklärungen trotzdem in den Park, mit der Bedingung, dass wir spätestens um 18.00 am Nordende des Parkes sein müssen.
Da es bereits Mittag war, blieb uns leider nicht viel Zeit die überwältigende Landschaft in vollen Zügen zu geniessen. Doch wir waren froh, durch den Park fahren zu dürfen und keinen weiten Umweg fahren zu müssen. Durch alte Lavafelder, märchenhafte Aurakienwälder, knackige Anstiege und zum Teil sehr sandige Piste, kämpften wir uns bis auf eine Höhe von 1300m hinauf.
Oft mit einem umwerfenden Blick auf den Vulkan Llaima und mit der Kenntniss, dass sich dieser schlafende Riese innert kürzester Zeit zu einem asche- und lavaspeisenden Monster verwandeln könnte...
Als wir pünktlich am Nordende des Parkes eintrafen und uns in der Rangerstation meldeten, waren wir sehr erleichtert die sehr kräftezehrende Strecke pünktlich hinter uns gebracht zu haben - andererseits waren wir auch ein wenig traurig nicht in dieser einzigartigen Umgebung campieren zu dürfen.
So fuhren wir notgedrungen in die nächste grössere Ortschaft Curacautin und quartierten uns sogleich für zwei Nächte ein. Im nahegelegenen Thermalbad von Manzanar gönnten wir unseren Beinen wieder einmal einen ruhigen Tag und unseren Mägen ein wunderbares Mittagessen, bevor wir die Ostseite des Vulkanes Llaima Richtung Temuco unter die Räder nahmen.
Wiederum mit zauberhafte Aurakienwälder und eine üble Steinpiste, welche uns öfters zum Schieben zwang... Als wir am Abend müde, hungrig und verschwitzt in Vilcun ankamen, wurde uns im einzigen Hospedaje ein eigenes kleines Häuschen angeboten, da das Hospedaje voll besetzt sei.
Frohen Mutes folgten wir einem alten Peugeot in ein Reihenhausquartier und erhielten den Schlüssel für unser "Häuschen"...
Froh wieder weiterfahren zu dürfen (siehe Fotos) rollten wir schliesslich unsere letzten gemeinsamen Kilometer bis nach Temuco - feierten mit Pisco Sour, einer Flasche chilenischem Rotwein und einer riesigen Pizza unsere ereignisreiche Radtour und liessen noch einmal unsere besten und lustigsten Erlebnisse revue passieren.
Als wir nach einer 9 stündigen Busfahrt in der 5 Millionen Metropole Santiago eintrafen, mussten wir uns erst einmal wieder zurechtfinden: schon seit langen befanden wir uns nicht mehr in einer Grossstadt und als wir uns in der Jugi einquartieren wollten wurde uns mitgeteilt, dass leider bereits alle Zimmer ausgebucht seien... Da es Samstag vor Palmsonntag war und zugleich ein grosses Musikfestival stattfand, waren sämtliche günstigeren Unterkünfte ausgebucht...
Glücklicherweise durften wir zusammen mit Rob (einem australischen Tourenfahrer, den wir in der Jugi kennengelernt hatten und ebenfalls auf Bettsuche war) in einem gepflegten Innenhof eines B&B zelten. Das hätten wir uns auch nicht gedacht, dass wir in der Weltstadt Santiago campieren würden...
Zusammen mit der netten B&B Besitzerin, einer hübschen Telenovela-Schauspielerin, einer argentinischen Filmcrew und einer kolumbianischen Studentin verbrachten wir einen tollen Abend im Innenhof des B&B.
Pünktlich auf die Minute traf ich anderntags im Hotel Fundador ein, wo meine Eltern zusammen mit "Pröbschtles" gerade am Einchecken waren.

Mein Fahrrad kann sich nun für fast drei Wochen erholen, genauso wie meine "Wadli" - mit einem Mietauto geht's via Mendoza in die Atacamawüste und wieder zurück nach Santiago.
Hasta luego!


 
 
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