Vulkane: Wir kommen!

Trip Start Dec 05, 2011
1
7
18
Trip End Oct 17, 2012


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of Argentina  , Patagonia,
Saturday, March 17, 2012

Vor genau drei Monaten habe ich mich in Ushuaia am suedlichen Ende von Suedamerika auf meinen Fahrradsattel geschwungen und seither so manche Hochs und Tiefs erlebt, wobei die Hochs natuerlich ueberwiegen - sonst haette ich mein Rad schon laengst gegen mehr Pferdestaerken eingetauscht :-)
Drei Monate und 3031km - hoert sich nach einer verd... langen Zeit an, vergeht als Radreisender jedoch sehr schnell! Manchmal auch ein wenig zu schnell...

Nachdem wir Coyhaique verlassen hatten, hiess es erst einmal einige Strassenblokaden der protestierenden Landbevoelkerung zu passieren. Als Fahrradfahrer (meist) kein Problem, als Autofahrer eine Geduldsangelegenheit. Zum einen weil die meisten Tankstellen keinen Kraftstoff mehr verkaufen konnten und zum anderen weil manche Blokaden nur alle zwei Stunden (oder auch mehr) passiert werden durften...

Vorbei an qualmenden Autoreifen, Stacheldraht und anderen Gegenstaenden durften wir die meisten Blokaden vor den neidischen Augen der wartenden Autofahrer umfahren. In Manihuales fanden wir eine Unterkunft in der Casa de Ciclistas. Da sich zwischenzeitlich so viele Radfahrer dort einquartiert hatten, durften wir zusammen mit drei lustigen Suedtirolern in der angrenzenden Kirche uebernachten, mussten jedoch zuerst die Kirchenbaenke beiseiteschieben, damit wir unsere Schlafmatten ausrollen konnten :-)

Kurz nach Villa Amengual durfen wir unsere Zelte bei einem einsamen Foerster und seinem Hund aufschlagen. Nach einer gigantischen Portion Tortelloni wurden wir sogar in seine beheizte und stockdunkle Wohnstube eingeladen (ohne Stomanschluss) und lauschten bei schlechtestem Empfang das Wunschprogramm von Radio Coyhaique - unvergessliche Momente, die man wohl nur als Radtourist so erleben kann...

Nachdem wir bei fantastischen Wetter den Quelluatpass mit artenreichem Regenwald erklommen hatten, freuten wir uns auf den Besuch des Haengegletschers von Colgante.
Zwischenzeitlich wurde jedoch auch der Zugang zum Park und dessen Campingplatz blokiert und wir quartierten uns stattdessen im Casa Ludwig (mit deutschen Wurzeln) in Puyuhuapi ein.
Die kommenden Tage wurden ziemlich nass und grau. Selbst brennende Traktorenreifen etc. konnten uns nicht wirklich erwaermen: Regen - Regen - Regen...
Nachdem wir einen Tag in Puyuhuapi vergeblich auf besseres Wetter gewartet hatten, machten wir uns trotz dem schei.. Wetter auf den Weg.
Da kamen uns die Termas del Amarillo gerade gelegen. Bei 41C Wassertemperatur und einem schoenen Aussenbecken wurden wir so richtig weichgekocht und die anschliessenden Kilometer nach Chaiten auf astreinem Asphalt kamen uns auch entgegen.

Nachdem der Vulkan Chaiten vor einigen Jahren die halbe Stadt Chaiten in Schutt un Asche gelegt hatte, sind die Aufraeumarbeiten noch immer nicht abeschlossen.
Nachdem wir den Kraterrand des immer noch aktiven Vulkanes besichtigt hatten, uebernachteten wir zusammen mit vielen befluegelten Blutsaugern auf dem Campingplatz Los Volcanos im Pumalinpark.

Von nun an hatte uns das Regenwetter wieder... Es regnete von oben, unten, links und rechts: Je nach Windrichtung.
Cesar, ein junger chilenischer Pickupfahrer, der ein Mietauto nach Puerto Montt zurueckstellen musste fragte uns, obe wir unsere Raeder fuer die beiden anstehenden Faehrpassagen auf seine Ladeflaeche packon wollen - was wir hocherfreut und erleichtert (da wir keine Fahrkarten hatten) annahmen.
Erst als wir unsere letzte Faehrpassage auf der Caretera Austral hinter uns hatten und uns in Hornopiren von Cesar verabschiedeten, besserte sich das Wetter.
Vorbei an unzaehligen Lachsfarmen, Obstbaeumen, Brombeeren und Bauernhoefen kamen wir arg ins Schwitzen. Zum einen waren wir uns Temperaturen um die 25C schon seit langem nicht mehr gewoehnt, zum anderen fanden wir kaum ebene Strecken vor und der Schotterbelag war auch nicht immer einfach zu befahren.

Nach Cochamo erreichten wir das Ende (oder den Anfang - je nach Sichtweise) der Schotterstrasse und wir rollten auf feinstem Asphalt in Ensanada - am Fusse des Vulkanes Osorno - ein.
Den eigentlichen Plan mit dem Schiff uber die Grenze nach Bariloche ueberzusetzen (drei Schiffsfahrten, mit einer Passueberquerung) strichen wir angesichts der astronomischen Transportkosten...

Stattdessen fuhren wir am Fusse des Vulkanes Osorno auf der chilenischen Seite nach Entre Lagos (nicht zu verwechseln mit Interlaken im berner Oberland :-).
Von hier aus starteten wir unseren zweiten Versuch etwas kostenguenstiger ueber die Grenze nach Argentinien zu radeln. Doch als wir gegen Abend im Camp Anticura im Parque Nacional Puheyue ankamen, wurden uns spektakulaere Fotos praesentiert, die unsere Fotografenherzen hoeher schlagen liessen: Seit ewa einem halben Jahr ist in dieser Gegen ein Vulkan aktiv und beeinflusst regelmaessig die internationalen Flugverbindungen. Die Eruptionen sind in letzter Zeit etwas zurueckgegangen, so dass man je nach Windverhaeltnissen bis 4km an den aktiven Kraterrand gelangen kann. So wurde aus unserem geplanten Zwischenhalt ein laengerer Aufenthalt und wir machten uns zusammen mit Gonzalo (unserem Fuehrer) und Diege (einem Parkangestellten) und ausgeruestet fuer drei Tage, auf den Weg.

Der steile zweitaegige Aufstieg mit schwerem Rucksack inkl. Trinkwasservorrat war sehr kraerftezehrend, doch als wir in die mondartige Aschelandschaft eintauchten und hinter dem letzten Huegelzug die rauchende Säule des Vulkanes auftauchte, wussten wir, dass sich die Muehe gelohnt hatte.
Wir naechtigten 4km vom aktiven Kraterrand auf einem gegenueberliegenden Huegel und bestaunten den rauchenden Kegel.
Ab und zu war ein Zischen zu hoeren, worauf meist eine groessere Explosion folgte: Einfach gigantisch in dieser einzigartigen Kraterlandschaft die Nacht verbringen zu duerfen!!!
Fuer den Fall, dass der Wind ploetzlich gegen uns gedreht haette, waeren wir sogar mit Schutzbrillen und Schutmasken (die "light" Ausfuehrung der SCHUMA der schweizer Armee) ausgeruestet gewesen.

Erschoepft aber voller einzigartiger Eindruecke machten wir uns dann doch noch nach Argentinien auf und erreichten San Martin de los Andes ueber die abwechslungsreiche Ruta de los 7 lagos, wo wir uns gleich fuer zwei Naechte einquartierten und (beinahe) alle "Tenedor libres" Restaurants (= all you can eat) ausprobierten.
Slideshow Report as Spam

Comments

Ma y Pa on

Hola Mich
IMPRESIONANTE ! Deine Bilder sind wiederum wunderschön und auch der Bericht ist spannend zu lesen... Wir freuen uns auf unser Wiedersehen in Sanitago Ende Monat und die bevorstehende gemeinsame Reise mit dir und den Pröbstlis...
Que te vayas bien!
Ma y Pa

Götti Bänu on

Hallo Michu
Schön, dass du einen Kollegen gefunden hast, mit dem du die betreffend
Wetter oft tristen aber natürlich auch die schönen Tage meistern und
geniessen kannst. An Herausforderungen wächst man ja bekanntlich ;-)
Dein Kollege schreibt übrigens sehr unterhaltsam und du wirst auch von
ihm als Konkurrenz mit guten Fotos gelobt, was ich bestätigen kann.

Gruss aus Alba im Piemont

Bernardo

Lou on

Hallo Michi, sehr interessant deine Berichte und die Fotos sind wie aus einem Bildband. Hoffe, du bist gut in Santiago angekommen und dein Besuch aus der Schweiz ist auch da.
Wünschen euch allen ein schönes Osterfest. Herzliche Grüsse Pfeifers

Monica Probst on

Lieber Mich
Es ist immer wieder sehr spannend was du zu berichten hast.Wenn Res und ich verschiedene Wohlklingende Namen hören, wo auch wir gemeinsam mit dir waren ist für uns auch die Vorstellung da. Wir können uns die WEITE ,LAENGE , und die BREITE vorstellen. Auch die Farben ,das Licht und wie es riecht in den Dörfern und Städten können wir uns vorstellen. Es war sehr ,sehr schön in Chile und Argentinien. Geniesse deine Freiheit noch. Es ist schön, dass du dir für 1 Jahr eine Auszeit genommen hast.Wir denken viel an dich. Moni und Res

Add Comment

Use this image in your site

Copy and paste this html: