Das ist ja wie Olympia

Trip Start Jan 11, 2010
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Trip End Mar 05, 2010


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Flag of Canada  , British Columbia,
Friday, February 26, 2010

Der vorletzte Tag meiner olympischen Spiele geht zu Ende und bloody Hell, was sagt man dazu, es wird sogar noch mal Winter. Nicht in Vancouver, ich weiß nicht ob hier überhaupt mal Schnee fällt, aber oben in den Bergen, da haut es ordentlich was runter. Meine Prognose über das Wetter zu der alten Dame neben mir im Bus sollte sich absolut bewahrheiten, im wegnicken hab ich ihr noch versprochen, dass sich der Vancouver-Regen in Schnee umwandeln wird.
Biathlon stand zum allerletzten mal auf dem Programm, die Staffel sollte schon noch einmal mitgenommen werden. Eine Goldrichtige Entscheidung wie ich finde, Staffel war das spektakulärste. Passend dazu auch der Kommentar einer Kanadierin zu einem Amerikaner: "This was awesome, it was like real Olympics...". Wenn ich das jetzt für mich interpretiere, behaupte ich einfach mal das sie zum ersten mal aus Vancouver rausgekommen ist und damit auch das erste mal über den Tellerrand hinaus geschaut hat. Was sie hier erlebt hat, war ein reiner Kessel Buntes, mit 10000 schreienden Leuten, davon vermutlich die Hälfte fahnenschwenkend. Ein Großteil kostümiert, der Wettkampf um die genialste Verkleidung war im vollen Gange. So stellt man sich das ganze dann doch vor. Durch das Wetter und die damit verbundene miserable Sicht für die Athleten bedingt, war der Wettkampf bis zur dritten Runde relativ spannend. Nach dem zweiten Schiessen verabschiedete siche Deutschland in Führung liegend von allen Medaillienambitionen, nach der dritte Staffelrunde war das Podium bereits festgelegt. Lediglich die Reihenfolge war dabei noch nicht ganz so klar. Immerhin hat der Greiss noch die Franzosen abgefangen, was die Deutsche Presse wohl trotzdem nicht daran hindern wird irgendeine Gülle über historisch schlechte Leistung zu schreiben. Ich kanns kaum erwarten endlich wieder eine deutsche Zeitung in der Hand zu haben (Ironiemodus). Das Wetter war im übrigen nicht nur für die Athleten ein gewisser Faktor. Es war zwar eine einzige weiße Suppe, jedoch eher Schneeregen anstatt was richtig griffigem. Die Folge daraus war, dass man am Ende des Rennens komplett durchgeweicht war. Ich hoffe nur meine Sachen trocken bis morgen, nach knapp 10 Stunden sind sie es nämlich noch nicht. Der Schnee hatte aber nicht nur negative Eigenschaften. Das es nun endlich nach einer Winterolympiade aussieht ist nur eine der schönen Effekte. Mitunter leisten die Volunteers an den Stätten mehr als nur pure Orientierungshilfe, stellenweise schaffen sie es die Massen auch von ganz alleine zu unterhalten, ähnlich wie am Whistler Creek. Hier haben vermutlich in den früheren Stunden welche angefangen kleine Schneemänner zu bauen und diese an den Weg zu stellen. Am Ende baute so gut wie jeder Besucher seinen eigenen Schneeman, womit man dann eine ganze Allee von Schneemänner hatte. Selbst die Polizei nutzte die Gelegenheit zum Schneemannbauen.
Das es sich hier um das vorletzte Event handelt ist zwar verdammt schade, die vermutlich einzige positive Seite daran ist lediglich, dass ich nicht mehr Bus fahren muss. Die Busfahrten können zwar unterhaltsam sein, man erlebt fast jedes mal was neues, es sind jedoch selten positiv Sachen. Der Sea-to-Sky Highway nach Vancouver ist teilweise mit temporären Begrenzungen aus Plastik ausgestattet, welche ein dritte Fahrspur in der Mitte erzeugen, die dann je nach Bedarf für eine Richtung freigegeben werden kann. Heute schafften es die Busfahrer jeweils auf Hin- und Rückfahrt diese Begrenzungen zu rasieren. Zwar nur für ein kurzes Stück, aber wenn diese Plastedinger gegen den Bus krachen erzeugt das ein Geräusch, als würde man Steine gegen einen Gong schmeißen. Kurz, der gesamte Bus ist schlagartig munter. Auch schaffte es einer der Busfahrer von der Polizei angehalten zu werden und sich einen Strafzettel abzuholen. Es passiert also nicht nur mir.
All das wird die Kanadier aber herzlich wenig interessieren, genauso wie alle ab heute noch gewonnen Medaillien. Das das Curlingfinale verloren ging wird wohl auch keinen mehr jucken, denn sie haben ihr Traumfinale im Eishockey. Bis Sonntag wird es kein anderes Thema mehr als das Eishockeyfinale geben. Ich selbe durfte das schon miterleben. Im Auto sitzend verfolgte ich die letzten Sekunden des Spiels im Radio. Direkt beim Schlusspfiff stand ich an der Endhaltestelle des Skytrains und hupte die dort stehende kleinere Menschenmenge an und rief ihnen das Ergebnis zu. Ergebnis: Alle Menschen unterbrachen ihre Gespräche, rannten auf die Straße und fingen an zu tanzen. Meine Weiterfahrt konnte ich für die nächsten 5 Minuten vergessen. Na dann mal bis Sonntag. Morgen geht es erst mal wieder nach Whistler, der Viererbob steht an. Herr Lange, bitte anstrengen! Ich wünsche mir einen goldenen Abschluss, auch wenn es danach im Moment nicht wirklich aussieht.

Song des Tages: JJ72 - Snow
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