Gekrächzt wird später
Trip Start
Jan 11, 2010
1
45
57
Trip End
Mar 05, 2010
Ich muss lange zurückdenken, wann ich denn das letzte mal um 6 in einem Urlaub aufgestanden bin. Obwohl, eigentlich ist das gar nicht so lange her. Toronto, dank der Sirene. Heute hingegen war es mal Absicht, Biathlon war wieder an der Reihe und das hieß ab in die Berge.
Einige britische Medien versuchen zur Zeit diese Spiele in der Luft zu zerreisen und ganz ehrlich, sie haben durchaus Ansatz zur Kritik, auch wenn diese nicht immer was mit der Organisation zu tun haben. Das der Georgier starb ist mehr als tragisch, das die Eröffnungsfeier trotzdem am selben Tag stattfand ist dennoch logisch. Für das Wetter kann keiner was, im November sollen hier Meter an Schnee gelegen haben. Das hier gerade mal eher Frühling ist kann überall passieren, ich habe in München in vier Jahren nicht einmal richtig Winter gehabt. Die damit verbundenen Absagen und Verschiebungen würden bei jeden Spielen stattfinden. Doch es gibt auch Sachen die selber verschuldet sind. Aus der Eröffnungsfeier sind sie mit Ach und Krach rausgekommen. Drei von Vier Athleten konnten das Feuer gerade noch so entzünden, nach Berichten hatten die Fackeln noch Gas für 20 Sekunden. Mit dem Buskonzept werd ich mich wohl auch nicht mehr anfreunden und das das Eis beim Eisschnelllauf bricht und nicht mehr repariert werden kann ist nun mal peinlich.
Passend zu den Kritiken begann der Tag mies. Das relativ gnädige Wetter war weg, es hatte Früh schon 7° und es goss in Strömen. Auf der Fahrt nach Whistler war die Sicht gleich Null, purer Nebel. Kurz vor dem Olympic Park meinten es die Wettergötter aber gut, nicht nur konnte man was sehen, die Temperaturen fielen und es, jetzt aufpassen, SCHNEITE. Ich hatte den Glauben daran schon aufgegeben aber es viel tatsächlich eine weiße Pracht vom Himmel und das nicht mal zu knapp. Pünktlich zum Start des Biathlon hörte es auch noch auf zu schneien, womit einem ordentlichen Event nichts mehr im Wege stand. Heute auf dem Programm stand die Einzelverfolgung, sowohl der Frauen als auch der Männer. Da ich mal vermute dass keiner der Lesenden Kanadier ist und damit Null Ahnung hat was da eigentlich von statten geht gibts nur eine kurze Einführung. Es ist ein Massenstartrennen, dass gestaffelt gestartet wird. Die Startreihenfolge basiert auf den Ergebnissen des Sprints, der Erste startet also auch zuerst, der zweite folgt mit dem Rückstand, den er im Sprint hatte usw. Im Gegensatz zu den Männer wo mehr oder weniger alle vier einen schlechten Tag hatten konnte wenigstens eine Frau sich auf dem Podest plazieren, womit durchaus reelle Medaillienchanchen bestanden.
Wer es noch nicht wusste, Biahtlon ist ein europäischer Sport, hier hat Kanada absolut kein Heimspiel. Deutsche Flaggen dominieren, mit etwas Abstand folgen die Norweger und Franzosen. Im kanadischen Fernsehen wird sich täglich über die hohen Einschaltquoten in Europa gewundert, aber das gilt auf europäischer Seite auch für die Kanadischen Quoten beim Curling. Das Damenrennen war an sich ziemlich unspektakulär, an die beiden Führenden kam während des gesamten Rennes keine andere heran. Da aber eine davon die Neuner war, mussten meine Stimmbänder ziemlich leiden. Wer die Wiederhohlung im ZDF sieht, sollte mich bei Kommentaren von Sven Fischer irgendwo im Hintergrund rumspringen sehen können. Ach ja, wer es noch nicht weiss: GOLD.
Danch waren die Herren der Schöpfung an der Reihe. Da man sich hier jeweils fast 2 Minuten Rückstand aufgebrummt hatte, sollte dies eigentlich eine entspannte Veranstaltung werden. Denkste! Im Gegensatz zu den Damen, wo die ersten Drei auch als die ersten Drei im Ziel ankamen, lediglich die Plätze vertauscht, wechselten hier die Platzierungen ständig, sehr zum Leidwesen der Franzosen auch an der Spitze. Ebenfalls keine ruhige Kugel schob der Herr Greis, womit sich meine Stimmbänder wieder nicht entspannen konnten. Während vorne munter in der Gegend rumgeballert wurde, schoss er dreimal fehlerfrei und hatte vorm letzten Schiessen urplötzlich die Chance auf Bronze. Wenn er dann nicht gleich den ersten in die Landschaft gesetzt hätte, wärs auch Bronze geworden, der Baguettegeniesser kroch nämlich auf dem Zahnfleisch. Pünktlich mit der Bronzeentscheidung setzte sich dann wieder eine Stampede in Bewegung, was diesmal auch gar nicht so ungefährlich war. Der Weg zu den Bussen ist nicht nur relativ lang, durch den frischen Schnee und den Menschenmassen verwandelte sich dieser nämlich in eine einzige Schlammlage. Das ist nicht nur eine prima Gelegenheit sich komplett einzusauen, der Untergrund war auch noch verdammt glatt.
Auf der Rückfahrt wollte ich mir dann das Genick brechen, damit ich nicht mehr leiden musste. Es lag nicht am Platznachbarn, auch wenn es auch diesmal nicht das erwünschte Resultat war, sondern an der Landschaft. Zum allerersten Mal war diese komplett Nebelfrei und man hätte sie in Ruhe geniesen können, wäre man nur mit dem Auto unterwegs gewesen. So schoss eine Jahrhundertaussicht nach der anderen an einem vorbei. Das im Bus ein netter Film (Könige der Wellen) lief, den ich noch nie gesehen hatte war da nur ein schwacher Trost. Ich hätte mich lieber auf die Motorhaube gehockt und stundenlang in die Bucht gestart, verdammt warum gibt es sowas nicht in Deutschland? Wenigstens konnte man in Vancouver noch etwas von dem Wetter geniesen, womit sich auch diese Stadt etwas wandelte. Es stimmt vollkommen, was man über diese Stadt sagt. Vancouver ist schüchtern und gibt seine tollen Seiten nur langsam Preis. Im Gegensatz zu Toronto brauchte ich fast eine Woche um Gefallen an der Stadt zu finden, für die Perle am Pazifik braucht man definitiv Geduld.
Noch mal zum Thema Auto, mein treuer Begleiter hat seit Calgary eine kleine Macke. Auf der Windschutzscheibe prang ein ordentlicher Riss, der sich leider weiten zu scheint. Bei der Autovermietung beantwortete man mir die Frage, ob ich die Scheibe auswechseln lassen soll mit einem Nein, stattdessen wird der Wagen ausgetauscht. Autsch! Ich bin zwar nicht soweit gegangen meinem Auto einem Namen zu geben, dennoch wird dies wohl ein leicht trauriger Moment werden. Immerhin hat dieses mich doch im Winter quer durch Kanada, durch Schneestürme und über vereiste Straßen und Bergpässe gebracht. Da hätte Es es schon verdient auch noch die letzten Touren zu absolvieren. Da ich im Moment aber eh keine Zeit habe, wird es zumindest noch den Rest der Winterspiele miterleben.
Song des Tages: Spandau Ballet - Gold
Einige britische Medien versuchen zur Zeit diese Spiele in der Luft zu zerreisen und ganz ehrlich, sie haben durchaus Ansatz zur Kritik, auch wenn diese nicht immer was mit der Organisation zu tun haben. Das der Georgier starb ist mehr als tragisch, das die Eröffnungsfeier trotzdem am selben Tag stattfand ist dennoch logisch. Für das Wetter kann keiner was, im November sollen hier Meter an Schnee gelegen haben. Das hier gerade mal eher Frühling ist kann überall passieren, ich habe in München in vier Jahren nicht einmal richtig Winter gehabt. Die damit verbundenen Absagen und Verschiebungen würden bei jeden Spielen stattfinden. Doch es gibt auch Sachen die selber verschuldet sind. Aus der Eröffnungsfeier sind sie mit Ach und Krach rausgekommen. Drei von Vier Athleten konnten das Feuer gerade noch so entzünden, nach Berichten hatten die Fackeln noch Gas für 20 Sekunden. Mit dem Buskonzept werd ich mich wohl auch nicht mehr anfreunden und das das Eis beim Eisschnelllauf bricht und nicht mehr repariert werden kann ist nun mal peinlich.
Passend zu den Kritiken begann der Tag mies. Das relativ gnädige Wetter war weg, es hatte Früh schon 7° und es goss in Strömen. Auf der Fahrt nach Whistler war die Sicht gleich Null, purer Nebel. Kurz vor dem Olympic Park meinten es die Wettergötter aber gut, nicht nur konnte man was sehen, die Temperaturen fielen und es, jetzt aufpassen, SCHNEITE. Ich hatte den Glauben daran schon aufgegeben aber es viel tatsächlich eine weiße Pracht vom Himmel und das nicht mal zu knapp. Pünktlich zum Start des Biathlon hörte es auch noch auf zu schneien, womit einem ordentlichen Event nichts mehr im Wege stand. Heute auf dem Programm stand die Einzelverfolgung, sowohl der Frauen als auch der Männer. Da ich mal vermute dass keiner der Lesenden Kanadier ist und damit Null Ahnung hat was da eigentlich von statten geht gibts nur eine kurze Einführung. Es ist ein Massenstartrennen, dass gestaffelt gestartet wird. Die Startreihenfolge basiert auf den Ergebnissen des Sprints, der Erste startet also auch zuerst, der zweite folgt mit dem Rückstand, den er im Sprint hatte usw. Im Gegensatz zu den Männer wo mehr oder weniger alle vier einen schlechten Tag hatten konnte wenigstens eine Frau sich auf dem Podest plazieren, womit durchaus reelle Medaillienchanchen bestanden.
Wer es noch nicht wusste, Biahtlon ist ein europäischer Sport, hier hat Kanada absolut kein Heimspiel. Deutsche Flaggen dominieren, mit etwas Abstand folgen die Norweger und Franzosen. Im kanadischen Fernsehen wird sich täglich über die hohen Einschaltquoten in Europa gewundert, aber das gilt auf europäischer Seite auch für die Kanadischen Quoten beim Curling. Das Damenrennen war an sich ziemlich unspektakulär, an die beiden Führenden kam während des gesamten Rennes keine andere heran. Da aber eine davon die Neuner war, mussten meine Stimmbänder ziemlich leiden. Wer die Wiederhohlung im ZDF sieht, sollte mich bei Kommentaren von Sven Fischer irgendwo im Hintergrund rumspringen sehen können. Ach ja, wer es noch nicht weiss: GOLD.
Danch waren die Herren der Schöpfung an der Reihe. Da man sich hier jeweils fast 2 Minuten Rückstand aufgebrummt hatte, sollte dies eigentlich eine entspannte Veranstaltung werden. Denkste! Im Gegensatz zu den Damen, wo die ersten Drei auch als die ersten Drei im Ziel ankamen, lediglich die Plätze vertauscht, wechselten hier die Platzierungen ständig, sehr zum Leidwesen der Franzosen auch an der Spitze. Ebenfalls keine ruhige Kugel schob der Herr Greis, womit sich meine Stimmbänder wieder nicht entspannen konnten. Während vorne munter in der Gegend rumgeballert wurde, schoss er dreimal fehlerfrei und hatte vorm letzten Schiessen urplötzlich die Chance auf Bronze. Wenn er dann nicht gleich den ersten in die Landschaft gesetzt hätte, wärs auch Bronze geworden, der Baguettegeniesser kroch nämlich auf dem Zahnfleisch. Pünktlich mit der Bronzeentscheidung setzte sich dann wieder eine Stampede in Bewegung, was diesmal auch gar nicht so ungefährlich war. Der Weg zu den Bussen ist nicht nur relativ lang, durch den frischen Schnee und den Menschenmassen verwandelte sich dieser nämlich in eine einzige Schlammlage. Das ist nicht nur eine prima Gelegenheit sich komplett einzusauen, der Untergrund war auch noch verdammt glatt.
Auf der Rückfahrt wollte ich mir dann das Genick brechen, damit ich nicht mehr leiden musste. Es lag nicht am Platznachbarn, auch wenn es auch diesmal nicht das erwünschte Resultat war, sondern an der Landschaft. Zum allerersten Mal war diese komplett Nebelfrei und man hätte sie in Ruhe geniesen können, wäre man nur mit dem Auto unterwegs gewesen. So schoss eine Jahrhundertaussicht nach der anderen an einem vorbei. Das im Bus ein netter Film (Könige der Wellen) lief, den ich noch nie gesehen hatte war da nur ein schwacher Trost. Ich hätte mich lieber auf die Motorhaube gehockt und stundenlang in die Bucht gestart, verdammt warum gibt es sowas nicht in Deutschland? Wenigstens konnte man in Vancouver noch etwas von dem Wetter geniesen, womit sich auch diese Stadt etwas wandelte. Es stimmt vollkommen, was man über diese Stadt sagt. Vancouver ist schüchtern und gibt seine tollen Seiten nur langsam Preis. Im Gegensatz zu Toronto brauchte ich fast eine Woche um Gefallen an der Stadt zu finden, für die Perle am Pazifik braucht man definitiv Geduld.
Noch mal zum Thema Auto, mein treuer Begleiter hat seit Calgary eine kleine Macke. Auf der Windschutzscheibe prang ein ordentlicher Riss, der sich leider weiten zu scheint. Bei der Autovermietung beantwortete man mir die Frage, ob ich die Scheibe auswechseln lassen soll mit einem Nein, stattdessen wird der Wagen ausgetauscht. Autsch! Ich bin zwar nicht soweit gegangen meinem Auto einem Namen zu geben, dennoch wird dies wohl ein leicht trauriger Moment werden. Immerhin hat dieses mich doch im Winter quer durch Kanada, durch Schneestürme und über vereiste Straßen und Bergpässe gebracht. Da hätte Es es schon verdient auch noch die letzten Touren zu absolvieren. Da ich im Moment aber eh keine Zeit habe, wird es zumindest noch den Rest der Winterspiele miterleben.
Song des Tages: Spandau Ballet - Gold


