Kathedralen am Wegrand
Trip Start
Jan 11, 2010
1
30
57
Trip End
Mar 05, 2010
Where I stayed
Es ist Halbzeit auf dem Trip durch Kanada, zumindest entfernungstechnisch, zeitlich geht er noch ein bisschen länger. Es ist daher mal ein guter Zeitpunkt sich bei allen zu bedanken, die hier täglich meine Einträge verfolgen. Auf diese Weise macht es auch Spass den Abend vorm Laptop zu verbringen.
Ein neuer Tag, eine neue Woche und ein neuer Monat bricht an. Zeit für mich das bitterkalte Winnipeg (oder auch Winterpeg, wie es in Kanada genannt wird) zu verlassen und mich ins nicht wirklich wärmere Regina zu begeben. Die Strecke war gänzlich anders als die bisherigen Fahrten. Zum einen war es ein Rual Highway, im Prinzip eine Autobahn wo die Spuren 50m auseinanderliegen und dazwischen Erde ist. Warum es so groß gebaut werden musste, weiß ich nicht, ich habe heute meinen Rekord im überholen überboten: Ich musste in 300km nicht einmal überholen. Die andere Besonderheit ist die Landschaft. Vorbei ist es mit den endlosen Wäldern und Seen, hier ist Prärie. Das bedeutet Felder und sonst nichts. Man kann endlos weit schauen ohne irgendwas besonderes zu entdecken. Ab und zu durchziehen mal Straßen die Landschaft und man kann ein paar Farmgebäude sehen aber ansonsten ist hier nichts los, abgesehen von dem Highway und einer Eisenbahnlinie. Hält man etwas abseits des Highways an klingeln einen schon fast die Ohren, so still ist es. Dennoch haben sich hier Menschen niedergelassen, glaub ich zumindest, gesehen hab ich keine, und kleinere Ortschaften gegründet, die sich entlang der Eisenbahnstrecke sammeln. Die Eisenbahn versorgte die Leute mit dem Überlebenswichtigen und sie versorgten dafür den Rest Kanadas mit dem was hier angebaut wird, Getreide. Das Getreide wurde in großen Holzsilos gesammelt und von dort auf die Eisenbahn verladen. Die Silos haben wegen ihrer markanten Form und weil sie die einzig hohen Gebäude in der Gegend sind auch den Spitznamen Kathedralen der Prärie. Heute sind diese Silos verwaist, sie wurden durch neue, moderne Silos aus Stahl oder Beton ersetzt. Die Menschen versorgen sich selbst, lediglich der Transport von Getreide erfolgt noch über die Eisenbahn.
Ansonsten verlief die Reise fast schon erschreckend unspektakulär, keine Benzinprobleme, kein schlechtes Wetter, keine Sichtprobleme. Einfach nur relaxtes fahren durch die Endlosigkeit von zwei kanadischen Provinzen. Von dem einzigen Stop in zivilen Gebiet (Brandon) kann ich auch nicht viel sagen, im Prinzip eine Versorgungsstadt für das umliegende Gebiet. So kam ich zur Abwechslung auch mal pünktlich an und konnte mich auf die Suche nach einer Unterkunft begeben. Das heutige Hostel sieht von aussen recht nett aus und ist von innen eine Jugendherberge. Klar was soll es auch anders sein, ich bin halt immer noch ein bisschen verwöhnt von dem Hostel in Ottawa. Laut einen anderen hat es zudem erst heute wieder aufgemacht, ich hab also mal wieder Glück gehabt. Sobald ich eingecheckt war konnte ich mich damit wieder in Richtung Stadt begeben. Man merkt, dass ich schon wieder nah an eine Zeitzonengrenze komm, gegen 5 war es noch Taghell, wo es in Winnipeg hingegen schon zuappenduster war. Das erste was auffällt, sind die Unmengen von Schnee. Saskatchewan muss wohl vor zwei Wochen in einen ziemlich derben Blizzard geraten sein, der die Gegeng komplett lahmgelegt hat. Die Räumfahrzeuge haben den Schnee einfach nur in die Mitte der Straße geschoben, es gibt also nur eineinhalb Spuren. Von der Stadt hab ich leider auch nicht viel gesehen. Zum einen war es bitterkalt. Im Gegensatz zu Winnipeg weht hier ein ordentliches Lüftchen, womit es bitterkalt wird. Verlässt man ein Geschäft und begibt sich ins freie, schneidet es einen die Luft ab. Zum anderen konnte ich nicht viel sehen, weil hier ab sechs die Bürgersteige hochgeklappt werden. Im Ernst, selbst die Mall schloss um Sechs und ich konnte nicht mal bei Second Cup einrücken. Dass gibt'n Abzug in der B-Note. Als die Läden noch offen waren konnte ich immerhin in ein Laden namens Jersey Store einrücken. An sich ein Eldora für mich, wäre da nicht der Verkäufer mit seinen Mapleleafs Witzen gewesen. Aber immerhin konnte man mal etwas über Eishockey reden. Apropo. Gestern ist ein Blockbuster-Trade über die Bühne gegangen, es wurde insgesamt 7 Spieler zwischen Toronto und Calgary getauscht. Es gibt seitdem kein anderes Thema mehr in Kanada. Jede Zeitung, jeder Fernsehsender, jedes Radioprogramm hat diesen Deal als Hauptthema. Egal wo man in den Straßen mal kurz zuhöhrt, überall wird darüber gesprochen. Eishockeytechnisch haben die Kanadier einen ordentlichen Knacks weg, ich mag mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn die Kanadier nicht Gold im Eishockey gewinnen (was sie auch nicht werden, leider). Regina ist wie Winnipeg die Hauptstadt der Provinz, es finden sich also auch hier Regierungsgebäude wieder. Vor dem Kapitol liegt ein Park, welchen ich mal kurz besuchen wollte, jedoch haben hier die Räumungskräfte kapituliert, es liegt einfach zuviel Schnee. Es gibt hier einen See, der nur daran zu erkennen ist, dass ein Schild vor dem betreten selbigens warnt, weil das Eis zu dünn ist. Der Schnee hat den Unterschied zwischen Eis und Ufer komplett verwischt. Zudem fielen mir die Ohren ab, ich konnte mich einfach nicht länger hier draussen aufhalten. Auch gut, ich muss mir noch eine Unterkunft für morgen raussuchen, ich hab diesen Hostelquatsch satt, ich will einfach mal wieder meine Privatsphäre beim schlafen haben.
Song des Tages: Rascall Flats - Life is a Highway
Ein neuer Tag, eine neue Woche und ein neuer Monat bricht an. Zeit für mich das bitterkalte Winnipeg (oder auch Winterpeg, wie es in Kanada genannt wird) zu verlassen und mich ins nicht wirklich wärmere Regina zu begeben. Die Strecke war gänzlich anders als die bisherigen Fahrten. Zum einen war es ein Rual Highway, im Prinzip eine Autobahn wo die Spuren 50m auseinanderliegen und dazwischen Erde ist. Warum es so groß gebaut werden musste, weiß ich nicht, ich habe heute meinen Rekord im überholen überboten: Ich musste in 300km nicht einmal überholen. Die andere Besonderheit ist die Landschaft. Vorbei ist es mit den endlosen Wäldern und Seen, hier ist Prärie. Das bedeutet Felder und sonst nichts. Man kann endlos weit schauen ohne irgendwas besonderes zu entdecken. Ab und zu durchziehen mal Straßen die Landschaft und man kann ein paar Farmgebäude sehen aber ansonsten ist hier nichts los, abgesehen von dem Highway und einer Eisenbahnlinie. Hält man etwas abseits des Highways an klingeln einen schon fast die Ohren, so still ist es. Dennoch haben sich hier Menschen niedergelassen, glaub ich zumindest, gesehen hab ich keine, und kleinere Ortschaften gegründet, die sich entlang der Eisenbahnstrecke sammeln. Die Eisenbahn versorgte die Leute mit dem Überlebenswichtigen und sie versorgten dafür den Rest Kanadas mit dem was hier angebaut wird, Getreide. Das Getreide wurde in großen Holzsilos gesammelt und von dort auf die Eisenbahn verladen. Die Silos haben wegen ihrer markanten Form und weil sie die einzig hohen Gebäude in der Gegend sind auch den Spitznamen Kathedralen der Prärie. Heute sind diese Silos verwaist, sie wurden durch neue, moderne Silos aus Stahl oder Beton ersetzt. Die Menschen versorgen sich selbst, lediglich der Transport von Getreide erfolgt noch über die Eisenbahn.
Ansonsten verlief die Reise fast schon erschreckend unspektakulär, keine Benzinprobleme, kein schlechtes Wetter, keine Sichtprobleme. Einfach nur relaxtes fahren durch die Endlosigkeit von zwei kanadischen Provinzen. Von dem einzigen Stop in zivilen Gebiet (Brandon) kann ich auch nicht viel sagen, im Prinzip eine Versorgungsstadt für das umliegende Gebiet. So kam ich zur Abwechslung auch mal pünktlich an und konnte mich auf die Suche nach einer Unterkunft begeben. Das heutige Hostel sieht von aussen recht nett aus und ist von innen eine Jugendherberge. Klar was soll es auch anders sein, ich bin halt immer noch ein bisschen verwöhnt von dem Hostel in Ottawa. Laut einen anderen hat es zudem erst heute wieder aufgemacht, ich hab also mal wieder Glück gehabt. Sobald ich eingecheckt war konnte ich mich damit wieder in Richtung Stadt begeben. Man merkt, dass ich schon wieder nah an eine Zeitzonengrenze komm, gegen 5 war es noch Taghell, wo es in Winnipeg hingegen schon zuappenduster war. Das erste was auffällt, sind die Unmengen von Schnee. Saskatchewan muss wohl vor zwei Wochen in einen ziemlich derben Blizzard geraten sein, der die Gegeng komplett lahmgelegt hat. Die Räumfahrzeuge haben den Schnee einfach nur in die Mitte der Straße geschoben, es gibt also nur eineinhalb Spuren. Von der Stadt hab ich leider auch nicht viel gesehen. Zum einen war es bitterkalt. Im Gegensatz zu Winnipeg weht hier ein ordentliches Lüftchen, womit es bitterkalt wird. Verlässt man ein Geschäft und begibt sich ins freie, schneidet es einen die Luft ab. Zum anderen konnte ich nicht viel sehen, weil hier ab sechs die Bürgersteige hochgeklappt werden. Im Ernst, selbst die Mall schloss um Sechs und ich konnte nicht mal bei Second Cup einrücken. Dass gibt'n Abzug in der B-Note. Als die Läden noch offen waren konnte ich immerhin in ein Laden namens Jersey Store einrücken. An sich ein Eldora für mich, wäre da nicht der Verkäufer mit seinen Mapleleafs Witzen gewesen. Aber immerhin konnte man mal etwas über Eishockey reden. Apropo. Gestern ist ein Blockbuster-Trade über die Bühne gegangen, es wurde insgesamt 7 Spieler zwischen Toronto und Calgary getauscht. Es gibt seitdem kein anderes Thema mehr in Kanada. Jede Zeitung, jeder Fernsehsender, jedes Radioprogramm hat diesen Deal als Hauptthema. Egal wo man in den Straßen mal kurz zuhöhrt, überall wird darüber gesprochen. Eishockeytechnisch haben die Kanadier einen ordentlichen Knacks weg, ich mag mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn die Kanadier nicht Gold im Eishockey gewinnen (was sie auch nicht werden, leider). Regina ist wie Winnipeg die Hauptstadt der Provinz, es finden sich also auch hier Regierungsgebäude wieder. Vor dem Kapitol liegt ein Park, welchen ich mal kurz besuchen wollte, jedoch haben hier die Räumungskräfte kapituliert, es liegt einfach zuviel Schnee. Es gibt hier einen See, der nur daran zu erkennen ist, dass ein Schild vor dem betreten selbigens warnt, weil das Eis zu dünn ist. Der Schnee hat den Unterschied zwischen Eis und Ufer komplett verwischt. Zudem fielen mir die Ohren ab, ich konnte mich einfach nicht länger hier draussen aufhalten. Auch gut, ich muss mir noch eine Unterkunft für morgen raussuchen, ich hab diesen Hostelquatsch satt, ich will einfach mal wieder meine Privatsphäre beim schlafen haben.
Song des Tages: Rascall Flats - Life is a Highway


