Wie tief kann man sinken?

Trip Start Jan 11, 2010
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Trip End Mar 05, 2010


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Flag of Canada  , Ontario,
Monday, January 18, 2010

Es ist quasi als meine zweite Ankunft zu sehen, zumal ich mich wieder am Flughafen wiederfand. Heute konnte ich meinen Mietwagen abholen und mich von den Öffentlichlichen lösen. Dafür mussten allerdings noch zwei Probleme beseitigt werden. Zuerst war ein kleines Gespräch mit Air Canada fällig, da die meinen Rückflug verschoben haben und ich musste erstmal zum Flughafen kommen. Letzteres war auf dem Plan her einfach: Grüne U-Bahn bis zum Ende und dann einen Bus nehmen. Allerdings musste ich erst mal die U-Bahn finden. Klar, ich hätte die selbe Station wie immer nehmen können, jedoch wollte ich erst zu einer Scotiabank (später mehr) gehen, welche direkt an der grünen U-Bahn lag. Große blaue, beleuchtete (!) Schilder wie in Deutschland sucht man vergebens. Erst ein Obdachloser zeigte mir (für 10 Cent) den Eingang. Das Gespräch mit Air Canada hätt ich mir auch einfacher gestalten können, hätt ich nicht meine Unterlagen vergessen. Nichts vergessen hatte ich zum Glück von meinen Mietwagenunterlagen und begab mich in freudiger Erwartung zu Alamo. Ich hatte sogar an die Überführungsgebühr gedacht, die ich eigentlich bei Abhohlung bezahlen sollte, bar! Das ist auch der Grund, warum ich zu besagter Scotiabank getingelt bin und das Geld geholt habe. Nun, aus irgendeinem Grund spucken mir die Automaten immer nur 20 Dollar Scheine aus... die Überführungsgebühr beträgt 740 Dollar. Jeder der des rechnens mächtig ist, kann sich meinen Gesichtsausdruck am Automaten vorstellen. Es ist erstaunlich wie unwohl man sich auf einmal in der sichersten Stadt Nordamerikas fühlen kann. Ende der Geschichte, die Überführungsgebühr muss in Vancouver bezahlt werden. Na Toll! Am Schalter in Toronto sties ich unterdessen nur auf ungläubiges Staunen und Hilflosigkeit. Offenbar hat noch nie einer von den Vermietern jemanden mit diesem Grad an Beklopptheit getroffen wie mich. Das Problem ist, dass ich mit meinen Trip den Wagen praktisch Wertlos mache und daher einen mit sehr niedriger Kilometerstand brauchte. Der einzig verfügbare (meine leise Hoffnung in eine höhere Klasse zu rutschen wurde damit nicht erfüllt) und damit mein neues Auto für die nächsten 6 Wochen ist nicht ein Chevy sondern ein Suzuki. Tagesziel heute war Mississauga mit Stops in Port Credit und Square One. Port Credit war der Ortsteil, an dem ich anno '04 gewohnt habe und Square One ist das größte (zumindest nach meinen Wissenstand) Einkaufszentrum Ontarios. Mississauga ist perfektes Beispiel um die Größenverhältnisse in Toronto zu erklären. Mississauga ist ein Vorort von Toronto mit 650000 Einwohner. Das ist  mehr als Frankfurt.
Erster Fahreindruck im Suzuki: Katastrophal. Reagiert spät aufs Gas geben und haut sofort die Motorbremse rein so das man fast steht, sobald man das Gas loslässt. Damit gings also auf die Highways von Toronto. Am Flughafen wurde dafür auch gleich mal ein Geschenk für alle fremden Autofahrer gebaut. Ein Autobahnkreuz an dem sich drei Highways und 2 Bundesstraßen auf was weiß ich denn für wie vielen Ebenen kreuzen. Dennoch hab ichs zum Ben McCree Drive (Adresse der alten Wohnung) geschafft und bin in freudiger Erwartung direkt zum Ontariosee gegangen. Einer der Gründe, warum ich wieder hier her wollte war um die Wildgänse und Eichhörnchen zu füttern. Das letzte mal haben beide aus den Händen gefressen. Diesmal nicht, haben wohl einschneidende Erlebnisse in der vergangenen Zeit gehabt. Ebenfalls enttäuscht wurde ich von der Aussicht am See. Bei klarer Sicht hat mein einen herrlichen Blick auf die Skyline von Toronto. Leider herrscht keine klare Sicht und TO ist weiterhin in Wolken verhüllt. Nächster Stop war der Loblaws (ein Einkaufsmarkt) in Port Credit mit seinem Second Cup, an dem ich mich beim letzten Trip immer abgefüllt habe. Enttäuschung Nummer 2: Der Second Cup ist nicht mehr da. Immerhin wusste ich jetzt, warum mein Suzuki so unfahrbar war. Nach 15 Kilometern bekam ich doch glatt eine Meldung, dass ich die Handbremse noch angezogen hatte.... Herzlichen Glückwunsch Herr Rehfeld, Sie haben sich mal wieder selbst übertroffen! Das Loch im Boden suchend und nicht findend löste ich die Handbremse und fuhr nun völlig entspannt zum Square One. Ich würde gerne sagen, wie riesig der Laden ist, allerdings bekommt man erst eine Ahnung, wenn man da durch läuft. Er ist nicht hoch, besitzt zwei Etagen und ist teilweiße unterirdisch. So wirkt er auch von außen nicht besonders beeindruckend. Auch ist er relativ gut angeordnet, sodass man ziemlich schnell durchlaufen kann. Eine Ahnung erhascht man erst, wenn man sich die Ladenverzeichnistafel anschaut und wenn man beim Verlassen auf die Uhr schaut und merkt, man hat geschmeidige zwei Stunden nur mit rumlaufen verbracht. Ich habe versucht die Läden zu zählen, ich bin regelmäßig gescheitert. Was ich sagen kann ist, dass er alleine 31 Essensläden besitzt. Letzter Plan der Reise war sich zurück auf den Lakeshore Blvd zu begeben und gemütlich mit Blick auf Lake Ontario nach Toronto zu fahren. Das einzige Problem: Ich hab die Straße nicht gefunden. Irgendwann fand ich mich wieder auf dem Weg zum Square One wieder, nachdem ich eine Riesenrunde durch Toronto gedreht bin. Ich habe keine Ahnung wo ich lang gefahren bin, nicht mal Google Maps kann mir helfen. Irgendwann war ich dann endlich auf dem richtigen Weg und hatte endlich mal Gelegenheit die kanadische Fahrweise zu studieren. Erkenntnisse: 1. Der Kanadier schneidet wie bekloppt. Passt ein Auto gerade so zwischen zwei andere, wird die Spur gewechselt. 2. Der Kanadier fährt Ultradicht auf. 3. Gebremst wird abrupt. Ein langsames ranrollen gibt es nicht, da fressen die Automatikkarren am meissten Sprit. Deswegen wird an den stehenden Vordermann rangerauscht und erst im letzten Moment in die Eisen gegangen. Trotz alledem wird sehr relaxt gefahren.
Es gibt weitere Besonderheiten auf die man sich einstellen muss. Zum Beispiel kann man an fast jeder roten Ampel rechts abbiegen. Auch gibt es bei vielen Autos keinen richtigen Blinker, da blinkt lediglich das Rücklicht. Mein Auto an sich fährt sich doch relativ locker (ich möcht immer noch im Boden versinken) ist aber ein ziemlicher Säufer. 10l obwohl ich einen großen Teil Highway gefahren bin und sehr auf den Verbrauch geachtet habe. Doch der Punkt, der mich am meisten stört: Ich habe keinen Tempomat.
Auf dem Rückweg habe ich auch endlich mal die nächtliche Skyline von TO in voller Pracht erlebt, jedoch hatte ich keine Zeit für Fotos, denn: Die Leafs spielen heute Abend! In diesem Sinne: Go Leafs Go

Song des Tages: Beck - Loser, warum kann sich wohl jeder denken
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