Jinmen - verruecktes Volksfest auf Taiwan

Trip Start Aug 23, 2011
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Trip End Ongoing


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Flag of Taiwan  , Fukien,
Sunday, May 6, 2012

Die VR China beansprucht ja Taiwan fuer sich, waehrend sich Taiwan als eigenstaendigen Staat betrachtet, was Anlass fuer die bis heute schwierigen und widerspruechlichen chinesisch-taiwanesischen Beziehungen ist.

Deswegen brauchte ich auch ein Visa um die Faehre von Xiamen nach Jingmen zu nehmen. Diese kleine Insel ist per Seeweg nur eine Stunde vom Festland entfernt, wird aber von Taiwan regiert.
Hier tobten in den 60ern die schwersten Gefechte der Kommunisten auf dem Festland und der Faschisten auf Taiwan, weshalb es im Gewaesser angeblich zum Teil noch vergessene Unterwasserminen gibt und auch due Insel selbst zum Teil noch vermint ist, Warnschilder weisen darauf hin.
Nur 30.000 Menschen wohnen auf dieser kleinen, aber sehr idyllischen Insel. Oft wird Taiwan als das 'wahre' China bezeichnet, da Taiwan keine Kulturrevolution erlebt hat und daher Kultur und Tradition besser weitergegeben und teils bis heute noch praktiziert werden.
Mir fiel sofort auf, dass die Menschen mindestens einen guten Tick hoeflicher waren und man oefter mal traditionelle Kleidung erblickte.

Spaetestens nach Besichtigung der viel alteren und bunteren Tempel wurde mir der Unterschied jedoch sehr deutlich, auch wenn ich nur einen guten Tag auf der Insel verbrachte.
Was ich nicht wusste war, dass ich einen sehr guten Tag erwischt hatte. Es war der Hoehepunkt einen mehrere Rage dauernden, nur auf der Insel stattfindenden Volksfestes.
An jenem Tag war der Geburtstag des hiesigen Gottes, der die Insel beschuetzt. Angeblich die laengste Parade der Welt, wurde ueberall Musik gespielt, Knaller gezuendet, getanzt, gesungen und getrunken; Tausende waren hergepilgert um am Feiertag teilzunehmen.
In einer Saenfte wurde dann die Gottheit rumgetragen und sehr wild hin-und hergeschwungen, um die Gottheit symbolisch aufzuwecken. Ich lernte die Haelfte der insgesamt nur 14 Auslaender auf der Insel kennen, mit denen ich dann ein wenig rumtourte. Als ich nach einer Bar fragte, wurde mir zaghafy verklickert, dass sie allesamt laut Vertrag nicht trinken duerften, da sie in Grundschulen arbeiteten.

Der Besitzer der einzigen lokalen Pubs, einem superwinzigen aber sehr gemuetlichen Pub, erzaehlte mir dann die ganze Geschichte: die jungen Leute waren allesamt Baptisten, die sowieso keinen Alkohol anruehrten, sodass er eigentlich nie auslaendische Kunden hat.
ALs dann doch einer reinkam, mit einem SEHR eindeutigen T-shirt (siehe Fotos), lachte er nur und erklaerte mir, dass der nur wegen der Pommes Frittes kaeme.
Gemeinsam tranken wir mehr als nur ein Bier, ich unterhielt mich mit mehreren Einheimischen und rief auch noch leicht beschwipst per W-lan und Smartphone meine Familie - sogar mit Videotelefonie- meine Familie in Deutschland an, woraufhin mehrere Chinesen Lilly gleich heiraten wollten.

Am nachsten Tag besichtigte ich noch einen Berg samt Soldatenfriedhof und tuckerte dann schweren Herzens wieder aufs Festland zurueck ...
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