Western Style!

Trip Start Apr 12, 2010
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Trip End Aug 31, 2010


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Where I stayed
Kroombit Cattle Station

Flag of Australia  , Queensland,
Saturday, June 26, 2010

Nach Town Of 1770 sollte noch immer keine größere Stadt kommen, sondern es sollte noch kleiner werden. Auf unserm Weg entlang der Küste, machten wir nämlich einen Abstecher ins Outback, einige hundert Kilometer ins Landesinnere. Ähnlich wie schon bei Spot X handelte es sich hierbei um einen Pflichtstop, den der Bus machen musste, sodass wir für einige Tag mit den gleichen Leuten im Bus sitzen würden, was natürlich eine sehr gute Gelegenheit ist, neue Leute kennen zulernen. Doch nun zur Cattle Station: Nach ca. fünf Stunden Fahrt, die sehr von Captain Cook geprägt wurden (scheinbar scheint ganz Australien völlig verrückt nach ihm zu sein) erreichten wir also den kleinen Hof mitten in der Steppe des Outbacks. Einige Wellblechhütten, eine Feuerstelle und viele Pferde waren der erste Eindruck. Um kurz auf die Begrifflichkeit zu kommen: „Cattle" bedeutet so viel wie Vieh und bestand in diesem Falle ausschließlich aus Ziegen. Nachdem wir von einem waschechten Cowboy eingewiesen wurden und unsere Lederhüte gekauft und ordnungsgemäß angebracht hatten, konnte es losgehen. Da ich der einzige von uns dreien war, der Manns genug für das Cowboyleben schien, war ich auch der einzige, der wenig später sein Pferd bestieg und sich auf die Weite des Outbacks zu machen, um die Herden einzutreiben, bevor sie von blutrünstigen Dingos gerissen werden. Nach zwei Stunden intensiven Reitens und Schreien, waren die Ziegen endlich an Ort und Stelle und unsere Aufgabe damit getan. Doch wer denkt, dass jetzt eine Pause bevorstand, der hat weit gefehlt, denn sofort ging es weiter zum Lassowerfen (absolute Top-Disziplin) und Tontaubenschießen. Als auch damit abgeschlossen wurde, bereiteten wir uns auf die Königsdisziplin vor: Catch, Brand, Release. Was das beinhaltet, sollte eigentlich schon aus dem Namen hervorgehen: Fangen, Brandmarken und Freilassen. Wie das in der Praxis aussieht kommt jetzt: Der Fänger (Ich) muss zu den 200 zusammengepferchten Ziegen und sich ein Männchen schnappen. Leider gibt es auch kastrierte Männchen, sodass das identifizieren nicht ganz einfach ist, denn von oben sehen alle gleich aus! Wenn ein Männlein gefunden wurde, muss man es noch zu packen bekommen und an den Hörnern aus dem Pferch ziehen. Die Ziege leistet dabei Widerstand...Wenn eine andere Ziege mitentflieht gibt es Minuspunkte. Ist man mit der Ziege bei der Teamarea angekommen, wird sie von einem weiteren Member umgedreht, also auf den Rücken, ein weiterer Mitspieler läuft los und holt die heißen Eisen (am besten nicht am roten Ende anfassen) und branded die Zeige auf den Arsch. Nun muss der Letzte die Ziege, die gefangen, gezogen, auf den Rücken gedreht und mit einem heißen Eisen gebrandmarkt wurde noch releasen, das heißt sie erneut an den Hörnern packen und aus dem Gatter ziehen. Ist die Ziege draußen und das Tor wieder zu, wird die Zeit gestoppt. Welches Team letztlich gewonnen hat, weiß ich nicht mehr, aber alle hatten eine Menge Spaß und ich betrachte mich nach dem heutigen Tag als kompetenten Cowboy. Nach dem gemeinsamen Essen am Feuer wurden unsere Cowboyfähigkeiten noch bis zur Perfektion geschliffen und uns wurde das Knallen mit einer Peitsche beigebracht, was übrigens nichts damit zu tun hat, wie die Peitsche den Boden trifft, sondern damit, dass das Ende so schnell sein muss, dass es die Schallmauer durchbricht. Das Knallen resultiert also aus der Geschwindigkeit der Peitsche. Nach einigem Probieren und einigen Striemen auf den Armen waren wir jedoch soweit und unsere Peitschen knallten nur so dahin. Den Abend dieses ereignisreichen Tages ließen wir dann am Lagerfeuer mit einigen Trinkspielen und Cowboygeschichten ausklingen. So ging also der Tag im Outback zu Ende, wie schon gesagt, ein sehr Ereignisreicher. Wer aufgepasst hat, der wird auch verstehen, warum nur so wenige Fotos von dem Tag existieren, denn leider war ja gestern meine Camera kaputt gegangen. Der bevorstehende Tag sah leider nicht besonders viel versprechend aus, denn vor uns lagen etwas mehr als elf Stunden Busfahrt bis nach Airlie Beach.

Bis dahin alles Gute nach Deutschland,

Euer Lo
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