Guter Rutsch zur Wasserfall - Tour

Trip Start Jul 13, 2010
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Trip End Sep 28, 2010


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Where I stayed
Treetop Ecolodge

Flag of Cambodia  , Khétt Rôtânăh Kiri,
Saturday, September 4, 2010

Der Busfahrer lässt uns nach der Fahrt über eine Straße, die mehr einem Flussbett als unserer Definition einer Straße gleicht, in Ban Lung aussteigen. Entsprechend durchgerüttelt sind wir froh, auf den Komfort eines Mopeds umsteigen zu können. Es ist bereits dunkel, aber auch ohne Blick auf die Stadt unterscheidet sich Ban Lung sofort von allen bisherigen Stops: Es ist kalt.
Mit Pullover, kurzer Hose und Flip-Flops sitzen wir frierend beim Abendessen und starren in einen dichten Nebel, der sogar die nur wenige Meter entfernte Laterne verschluckt.

Am nächsten Morgen sorgt die Sonne für erträglichere Temperaturen, was uns zu einem Ausflug durch die Wälder um Ban Lung bewegt. Dort verstecken sich neben drei Wasserfällen auch ein gewaltiger Kratersee, dem sein klares blaues Wasser und die perfekte Kreisform zu Ruhm verholfen hat. Glücklicherweise entschließen wir uns gegen ein eigenes Moped und engagieren zwei Fahrer. Das macht sich schon am Weg zum ersten Wasserfall bezahlt, denn der Regen hat aus den ohnehin schwer zu befahrenden Wegen eine Rutschbahn gemacht. Selbst unseren erfahrenen Führern rutscht das Fahrzeug ein dutzend mal unter den Füßen weg und oft retten wir uns gerade noch so auf die Zehenspitzen. Wir sind für jede heile Ankunft dankbar und erkuden die Wasserfälle auf wackeligen Beinen. Schön sind sie alle drei, der Letzte stellt die ersten beiden aber bei weitem in den Schatten. Über einen Felsvorsprung schießt das Wasser hier 30 Meter in die Tiefe - toll anzusehen und sehr erfrischend als Dusche zu genießen.

Als krönenden Abschluss werden wir beim Kratersee abgesetzt. Die Herzen der japanischen Pauschaltouristen setzen einen Schlag lang aus, als wir ohne Schwimmweste ins kühle Nass tauchen und mehrere wollen uns retten, bis sie sehen, dass wir mit magischen Kräften auch ohne Weste auf dem Wasser treiben.
Das tun wir, bis schwere Wolken den täglichen Regenguss ankündigen. Bereits nass stören wir uns nicht weiter an den großen Tropfen und maschieren zurück in die Stadt. Dort suchen wir fast eine Stunde nach etwas Essbarem, bis wir in einer kleinen Konditorei einen Kokoskuchen finden, der uns mit neuer Energie versorgt.

Den restlichen Tag verbringen wir mit der Suche nach einem Minivan-, Bus- und Bootticket - unser nächstes Ziel liegt bereits in Laos.

Sogar der Sonne ist es noch zu früh, als wir 12 Stunden später aus dem Bett steigen, um dann zwei Stunden auf das Eintreffen des Minibus zu warten. Der bringt uns dann aber doch bis nach Stung Treng, wo wir bei einem kleinen Reisebüro auf den Anschlussbus warten sollen. Der Besitzer will uns noch bei der Begrüßung seinen "Express-Visa Service" anbieten, damit wir nicht "stundenlang" an der Grenze auf ein Visum warten müssen, womit er uns kaum mehr als ein müdes Lachen abringt. Als er dann aber auch noch verkündet, dass der versprochene Anschlussbus entweder zu spät fährt, um an der Grenze noch ein Visum zu bekommen, oder 10 Dollar extra kostet, ist unser Humor erschöpft. Wir versichern ihm, dass wir keinen Cent extra bezahlen und er besser dafür sorgt, dass wir noch rechtzeitig an der Grenze sind. Stinksauer verschwindet er für einige Stunden, bis sich seine Drohung als Bluff entpuppt: Es gab nie einen Minibus, der zu spät fahren würde. Geplant war, dass wir viel zu viel für den früheren Bus bezahlen - so muss er nun von seinem eigenen Geld ein privates Taxi kommen lassen, dass uns tatsächlich rechtzeitig bis zur Grenze bringt.

Nach den üblichen Bestechungsgelder auf kambodschanischer wie laotischer Seite, sind wir dann endlich in unserem dritten Reiseland angekommen.
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Comments

gawe-ella
gawe-ella on

Ihr müsst schon eine gute Menge an stoischer Gelassenheit entwickelt haben, um die Autobusfahrten und die Warterei auf dieselben unbeschadet zu überstehen. Vielleicht wäre das ein gutes Trainingsprogramm für Eltern und Jugendliche VOR der ärgsten Pubertät? Übliche Bestechungsgelder? Vor allem rund um das Grenztheater oder auch sonst im Land?

lisalaurin
lisalaurin on

Nein, ist nicht immer einfach, aber es ist so schön und wenn man in einer
Stadt ankommt empfängt einen eigentlich immer eine solche Freundlichkeit,
dass man jeden Grant sofort vergisst.
Nur die Beamten an den Grenzen verlangen immer ein paar Dollar für ihren
Aufwand, den Namen auf dem Visum einzutragen und den Stempel
draufzudrücken. Der liegt halt in ihrem Ermessen und richtet sich nach
Laune und Uhrzeit. Wenn man gaaaanz freundlich ist, sind das dann auch
nur so 1-2$. In Österreich bekommen sie bestimmt noch mehr...

gawe-ella
gawe-ella on

hm, bin über den link eures guest houses noch zu anderen kommentaren von travellern gekommen, die von kratie dorthin gefahren seid. ihr seid echt schon ziemlich abgebrüht!

gawe-ella
gawe-ella on

bei der passage mit den japanern musste ich aber auch herzhaft lachen und den kollegin im büro vorlesen, weil sie wissen wollte, was mich dermaßen erheitert.

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