Idylle mit Hängematte

Trip Start Jul 13, 2010
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Trip End Sep 28, 2010


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Flag of Cambodia  ,
Monday, August 30, 2010

Beim Entspannen in Sihanoukville auf den Geschmack gekommen steuern wir nun Kep an, das perfekte Gegenstück zum großen Touristenort. Hotelanlagen gibt es keine und auch die einfachen Guesthouses sind dünn gesäät. Statt langen weißen Sandstränden gibt es schmale, schwarze Sandbänke und der Fokus liegt (im wahrsten Sinne des Wortes) mehr auf Hängematten.

Der wichtigste Teil von Kep liegt einen Kilometer abseits des Zentrums: In einem dutzend Holzütten werden fangfrische Krabben phänomenal gut zubereitet. Nach Wunsch kann man sich das Abendessen noch lebend in der Reuse aussuchen und bekommt es, gewürzt mit der zweiten lokalen Spezialität, Pfeffer, frisch auf den Teller.
Die Krabbe wird ihrem Ruf gerecht und schmeckt hervorragend - was in den Erzählungen allerdings verschwiegen wird, ist wie schwierig sie zu essen ist. Das Aufbrechen, Kletzeln und Zutzeln dauert so lange, dass man einen guten Teil bereits wieder verdaut haut, bis der Teller leer ist.

Trotz des guten Essens bietet Kep an sich nur wenig. Deshalb sind wir auch nicht wegen der Stadt gekommen, sondern einer kleinen Insel, nur wenige Kilometer vom Strand im Zentrum entfernt: Ko Tonsay, oder Rabbit Island.

Sie ist sogar so nahe, dass wir die sanften Hügeln und riesigen Palmen schon vom Hafen aus erkennen können. Entsprechend bald legen wir an (bedeutet: wie fahren so lange, bis das Boot im Sand feststeckt - einen Steg oder gar einen kleinen Hafen gibt es nicht) und werden von den wenigen Besitzern der einfachen Bungalows begrüßt. Jede der kleinen Hütten, nur einen Steinwurf vom Meer entfernt, gleicht der nächsten: Auf einer schmalen Terasse baumelt eine Hängematte, dahinter führt eine Türe zu einem kleinen Raum mit Matratze auf dem Rattanboden. Manche bieten sogar noch ein kleines Badezimmer. Zum Schlafen ist das mehr als genug Komfort, und den Rest des Tages verbringt man so oder so in einer der Hängematten, die direkt am Wasser zwischen den schattenspendenen Bäumen aufgespannt sind.

Nach wenigen Minuten sieht man dort auch uns baumeln und die Ruhe genießen. Bis mir ein schwerer Fehler unterläuft: Ich wähle als Lektüre den Laos Reiseführer und ein Überfliegen der "must-see" Liste, kombiniert mit einem Blick auf den Kalender lässt alle Gedanken an Ausspannen vergessen und die Unternehmungslust zurückkehren.

Mit Faulenzen ist es jetzt vorbei und wir machen uns auf, die Insel zu umrunden. Nachdem wir unseren Strand hinter uns gelassen haben dauert es eine halbe Stunde bis wir am anderen Ende der Insel ankommen und wieder Zivilisation erblicken. Hinter einer kleinen Bucht stehen drei Holzhütten, vor denen sich Schweine, Hühner und Hunde sonnen lassen, ein Fischer sein Netz entwirrt und das Hämmern vom Entstehungsprozess eines kleinen Bootes zu hören ist. Man betrachtet uns mit schiefen Köpfen und vorsichtigem Lächeln - offensichtlich verirrt sich nur selten ein Tourist hierher. Wir wandern weiter, um dem Rest der Inselbevölkerung zu begegnen (offizielle Einwohnerzahl: 25 Familien). Der Weg führt durch dichten Dschungel, weite Strände, seichte Flutebenen und noch zwei mal an einer kleinen Siedlung vorbei, die nie aus mehr als fünf Hütten bestehen.

Ko Tonsay ist ein wunderschöner Fleck mit tollen Ausblicken auf viele kleine Inseln in der Nähe und das kambodschanische Festland mit hohen Bergen in weiter Ferne - aber vor allem die Insel selbst ist eine Idylle, unberührt und nur auf schmalen Trampelpfaden zu erkunden, ohne Anbindung ans Stromnetz und nur mit dem Essentiellen ausgestattet: lecker Essen, Sand und Meer, wilde Vegetation, freundliche Einwohner und natürlich Hängematten.

Mit neuer Motivation im Gepäck machen wir uns, über Umwegen, auf nach Laos.
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Comments

gawe-ella
gawe-ella on

geniest die zeit gaaanz intensiv. der herbst ist mit unglaublicher brutalität eingefallen und blieb. das merkt man am speîseplan: parasole und zwetschkenknödel. der liebe willi onkel, damals verkannt als ^hakliger° esser, dabei war er als vegetarier nur seiner zeit voraus, hätt seine freude. manchmal stimmt uns das schne herbstlicht milde und lässt die niedrigen temperaturen vergessen. vor allem gib es STURM!!!
die parkplätze sind wieder seltener, die schule hat begonnen. für Qu gleich doppelt, er besucht jetzt auch und gerne eine tanzschule. ja, jetzt kommen auch wieder berichte über uni und studien... hoffe, ihr kommt auch blog-technisch bald in laos an und freu mich drauf

lisalaurin
lisalaurin on

Und ich dachte schon Reisinger's spielen aufs Wetter an - jetzt schon Sturm? Vor einer Woche wäre ich ja noch neidisch gewesen auf euer Essen, aber inzwischen haben wir die laotische Küche für uns entdeckt - bestimmt die tollste in ganz Südostasien. Die ist endlich einmal was ganz neues, sehr sinnlich (man isst mit den Fingern) und soooooo gut!! Gestern hatte ich eines der besten Essen meines Lebens und beflügelt von so vielen Delikatessen haben wir uns heute für einen Kochkurs angemeldet. Also kauft schon mal Sticky Rice ein!

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