Sommerherbstwintersommer (in INDIEN)

Trip Start Jul 26, 2007
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Trip End Ongoing


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Flag of India  ,
Wednesday, October 10, 2007

Ich schlage ein neues Kapitel meiner Reise auf. Naemlich Seite 106 im Lonely Planet (Delhi: Dangers and Annoyances) waehrend des Fluges nach, naja Delhi. Simon sitzt auch im Flugzeug, allerdings nicht neben, sondern ein paar tausend Kilometer entfernt von mir und wird bald seine versammelte Familie und Geliebte umarmen, waehrend ich mir ueberlege wie ich mich nicht von Betruegern umgarnen lasse.

Sommer

Ankunft 2 Uhr Frueh, es ist heisz. Ich treffe eine Deutsche und wir teilen uns ein Taxi, das akribisch genau der Dramaturgie der Betrugswarnungen im Lonely Planet folgt: Fahrt in den Bazaar, der Fahrer sagt er kennt das Hotel nicht in das wir wollen, wir bleiben an einer Travel Agency stehen um nach dem Weg zu fragen, sie sagen uns das Hotel hat keinen Platz mehr (voelliger Bloedsinn), man empfiehlt uns ein anderes viel zu teures Hotel mit Kommission fuer den "Reisebueroleiter". Klatsch-Klatsch fuer die hervorragende Auffuehrung.
Es folgen zwei Stunden Hotelsuche, ein kleiner Zwischenfall der nicht weiter erwaehnenswert ist und dann, um fuenf Uhr frueh, Tot-umfallen endlich.

Am naechsten Tag der selbe Zirkus: Ich brauche fuenf Rikshaws um zum Busbahnhof zu kommen, weil mich vier Rikshaws (weil sie den Weg nicht kennen und ich fragen soll) wieder bei einer Travel Agency abstellen, wo mir erzahlt wird, dass ich tatsaechlich sterbe, wenn ich den nur von Gangstern und Moerdern gefuellten, oeffentlich Bus nach Rishikesch nehme, und a propos da faellt ihm ein, sie haetten da: "very nice private bus, very air condition and good seat" um naja den vierfachen Preis, aber dafuer hat er bald was gutes zum Essen auf dem Tisch.

Nach sieben Stunden Fahrt (in Busen die zwar olfaktorisch wesentlich angenehmer sind als die chinesischen aber orthopaedisch weniger zu empfehlen (enger, voller, schwitziger als in China)) bin ich in Rishikesh und erlebe zum ersten Mal das schoene, gemuetliche, wohlschmeckende Indien. Ich treffe einen Osterreicher, einen Schweizer und eine Hollaenderin und wir verbringen die naechsten zwei Tage mit herumfahren und alles gemuetlich machen.

Darauf folgen wieder zwei Tage Busfahrt (ich bin erstaunt, wie sich meine Toleranz fuer Schmerz durch Gliedmaszenstillstand erhoeht hat. In Oesterreich bin ich sauer wenn ich fuer viereinhalb Stunden nach Innsbruck kein leeres Abteil finde und hier nehme ich mir fuer acht eingequetschte Stunden nicht einmal mehr etwas zum lesen mit) auf der ich Alberto (36, maennliche Krankenschwester (wie heiszt das) aus Norditalien) der die naechsten fuenf Tage mein Reiseabschnittspartner wird.

Herbst

Die Blaetter werden Gelb. Wir machen uns auf den 20 Kilometer langen Weg vom 3100m hoch gelegen Ort Gangotri zur Quelle des Ganges, Gaumukh 3950m, einem der heiligsten Orte Indiens. Demjenigen, der sich hier oben in den Waessern die aus dem Gletschertor kommen waescht, werden alle Suenden vergeben und er hat den Zweck seiner Existenz erfuellt. So einfach geht das (ich bin 19, wasche mir das Gesicht und kann jetzt an Urlaub machen).

Die Nacht verbringen wir in einem Ashram (einem hinduistischen Tempel) und am naechsten Tag gehe ich alleine weiter nach Tapovan auf 4400m am Fusze des Shivling, Alberto hat die Nacht gebrochen und muss absteigen.

Winter

Die Lufttemperatur ist unter dem Gefrierpunkt, der Wind ist kalt. Hier oben wohnt seit fuenf Jahren ein Einsiedler in einer Hoehle, und kommt mir weniger weise als interessiert an meinen Rupees vor. Er kocht mir Tee und zeigt mir seinen Schrein. Drauszen verdunkeln Wolken den Blick auf Shivling und die Barinath-Gipfel, es beginnt zu schneien. In einem Ausbruch der latenten Gewaltbereitschaft meinen Fueszen gegenueber beschliesze ich in einem Stueck nach Gangotri abzusteigen, was eine Tagesetappe von 34 Kilometer ergibt.

Herbst

Es wird schon frueh dunkel, ich brauche meine Stirnlampe. Auf dem Weg nach unten kommen mir Gruppen von indischen Pilgern entgegen, schleichend und schnaufend, die so aussehenen als ob sie Shiva verfluchen wuerden, dass sie sich ihre Residenz nicht am Meer ausgesucht hat, mit Straszenanbindung und Chipsstand.

Dann falle ich wieder einmal tot um.

Am naechsten Tag fahre ich hinunter nach Uttarkashi und darauf nach Haridwar, wo mein Zug nach Varanasi abfaehrt.

Sommer

Schweisz und Rucksack aum Ruecken.

Die Bilder gibts auf: http://picasaweb.google.com/laurin.janes/Indien
Rishikesh hotels

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