Ein Tag voller Vielfalt

Trip Start Jan 15, 2012
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Trip End Apr 15, 2012


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Flag of United States  , California
Wednesday, March 14, 2012

Der gestrige Tag kam zweigeteilt daher. Am Morgen brach ich zusammen mit dem Kanadier Francois zum Getty-Museum auf. Die Fahrt dahin war jedoch nicht gerade kurz, da wir mit unterschiedlichen Buslinien gute 75 Minuten unterwegs waren. Am Fuße eines Berges besteigt man dann eine futuristisch anmutende Monorailbahn, die einen hoch zum Museumskomplex befördert. Die schwerreiche Getty-Foundation (Stiftungsvermögen rund 5 Milliarden Dollar) hat inzwischen so viele Austellungsstücke angesammelt, dass ca. nur 3 % der Gesamtmenge zur Ausstellung kommt. Doch diese hat es wirklich in sich. Die Gemälde, Skulpturen, Schriften, Möbel etc. aus unterschiedlichen Epochen, sind in einem architektonisch aufwändigen Gebäudekomplex beherbergt. Unter den ausgestellten Künstlern sind u.a. Namen wie Rembrandt, Degas, Monet, Poussin oder auch deutsche Künstler wie C.D. Friedrich und Arnold Böcklin zu finden. Alles in allem einige fantastische Exponate, die mich noch länger hätten fesseln können. Aber das ging leider nicht, da mich am Abend eine etwas andere Art der Unterhaltung erwarten sollte.

Doch zuvor musste ich mich einmal mehr über die öffentlichen Verkehrsmitteln aufregen. Der Start des Rückweges begann verheißungsvoll: Ich wurde von einer Busfahrerin, die mich durch ihr Äußeres und ihr Gebaren stark an ein hässliches Nilpferd erinnerte, erstmal ordentlich angemault. Mit einer Stimme, die man auch einem 150 kg schweren, stark rauchenden Mexikaner hätte zuordnen können, wurde mir "freundlichst" erklärt, dass mein Tagesticket nicht gültig sei. Ich habe darauf verwiesen, dass sie dabei einer Fehleinschätzung unterliege, denn schließlich ist das ordnungsgemäß erworbene Ticket bei allen anderen Buskutschern durchgegangen. Whatever, die Busfahrt durfte ich fortsetzen. Die Fahrt zurück in die Downtown wurde mir auch noch musikalisch versüßt. Ein John Malkovich-Verschnitt (ca. 45, Glatze) gab gute dreißig Minuten ein Medley berühmter Frank Sinatra Songs zum besten. Dass diese keiner hören wollte, störte den guten Mann aber kaum. Seine Gesangseinlagen untermalte er mit merkwürdigen Verrenkungen und fiesen Grimassen. Als er dann völlig unerwartet den Klassiker "Downtown" (Petula Clark) voller Inbrunst schmetterte, konnte ich mich vor Lachen nicht mehr halten. Auch wenn es eigentlich traurig ist, dass der Geisteszustand einiger Bewohner Los Angeles' sehr zu wünschen übrig lässt. Der Kamerad gehörte noch zu den unterhaltsamen Busgenossen...
Nach kurzer Mittagspause ging es mal wieder los mit dem "Public Transport". Dieses Mal sollte die Fahrtzeit auf mäßig angenehme 90 Minuten gesteigert werden. Dass das Fußballstadion der Stadt ausgerechnet am hinterletzten Ort liegt, lässt vllt. Rückschlüsse auf das Verhältnis des Amerikaners zum Weltsport Nr. 1 zu. Aber na ja...
Irgendwann erreichte ich dann jedoch das "Home Depot Center", Heimspielstätte der LA Galaxy. Diese Truppe sollte am Abend das Rückspiel des Viertelfinales der Concacaf-Champions League vor eigener Kulisse austragen. Der Gegner reiste extra aus Toronto an. Mit dabei war natürlich kein geringerer als der ehemalige deutsche Nationalspieler Torsten "Lutscher" Frings. Das Team der Galaxy ist allerdings noch weitaus prominenter besetzt. Ein gewisser Herr David Beckham stand gemeinsam mit dem Ex-Buli-Profi Landon Donovan sowie Robbie Keane auf dem Grün.
Das Stadion konnte mich voll und ganz überzeugen. Ich hätte es aber lieber vollbesetzt erlebt, als vor halbleeren Rängen. Da fragt man sich doch, wie der FC Toronto 45.000 Zuschauer im Hinspiel zusammentrommeln konnte.

Ich verfolgte das recht kurzweilige Spiel zunächst im Fanlager der Kanadier. Zur zweiten Halbzeit wechselte ich kurzerhand den Fanblock, und begab mich zum Stimmungsepizentrum. Die temperamentvollen Fans der LA Galaxy haben jedenfalls gut Alarm gemacht. Endstand übrigens: 2:1 für Toronto, die damit ins Halbfinale einzogen.

Wer jetzt denkt, dass ich mich in weiteren 90 Minuten wieder zu meinem Hostel begeben konnte, liegt falsch. Nachdem meine ursprünglich geplante Buslinie anscheinend nicht mehr fuhr, musste ich eine andere Route wählen. Diese wurde zum echten Abenteuer.Ich düste mit insgesamt vier unterschiedlichen Buslinien durch die Gegend. Dank eines dämlichen Busfahrers, den ich für eine falsche Auskunft am liebsten vertrimmt hätte, stand ich irgendwann an einer einsamen Busstation. Schon blöd, wenn er selber nicht weiß, in welche Richtung er sein Gefährt bewegt. Aber unbescholtene Touristen gegen 23 Uhr in die Irre zu führen, muss dann doch nicht sein. Gute 45 Minuten später ließ sich dann doch noch ein Bus blicken, der mich zum Zielort führen sollte. Ich brauchte somit die volle Zeit von 20.45 bis 24 Uhr. Restlos bedient fiel ich dann ins unbequeme Bett (man spürt jede Feder einzeln).
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