Ein letztes HOLA aus Toledo
Trip Start
Aug 25, 2006
1
18
Trip End
Feb 05, 2007
Hola chicos,
nach zwei Wochen in Marokko bin ich wieder gesund und munter nach Toledo zurückgekehrt um mich von meinen neu gewonnen Freunden und meinen Mitbewohnern zu verabschieden.
Aber zuerst mal noch kurz etwas über Marokko...
Von Marrakech aus ging ich immer noch mit einem verrücktspielenden Magen auf einen dreitägigen Trip in die Sahara. (Die Fotos von diesem Trip habe ich ja bereits heraufgeladen.) Ich muss sagen, es war die beste Zeit, die ich in Marokko verbrachte, jedoch auch die kälteste. Wir fuhren mit einem Minibus über den hohen Atlas durch viele wunderschöne Täler und Schluchten bis wir nach zwei Tagen die Sanddünen Erg Chebbi erreichten, wo wir mit Kamelen in den Sonnenuntergang ritten und mitten in der Wüste in Nomadenzelten unter unvorstellbar klarem Sternenhimmel übernachteten. Am nächsten Morgen ging es mit den Kamelen zurück und nach einem reichhaltigen Frühstück ging ich mit einem Teil der Gruppe weiter Richtung Fés, während die anderen nach Marrakech zurück kehrten.
Die Reise war atemberaubend. Die landschaftliche Vielfalt dieses Landes ist einfach unglaublich. Innerhalb von wenigen Stunden fährt man durch Wüste, Schneebergen und dichte Wälder mit kleinen Seen. Marokko bietet einem wirklich alles.
Die Reise war jedoch auch besonders schön, weil ich drei Tagen den Städten und Touristenorten entfliehen konnte. Ich will damit nicht sagen, dass diese nicht auch schön sind, doch sie sind einfach extrem anstrengend. Bzw. die Leute dieser Orte sind extrem ermüdend, denn es will dir jeder etwas verkaufen, dich in der Stadt herumführen oder auf sonst eine Art an dein Geld kommen. Und einfach nur "NEIN danke" bzw. "la shukran" sagen nützt auch nichts. Es sind alle extrem penetrant und lassen einfach nicht locker. Klar muss man in Betracht ziehen, dass Marokko ein Entwicklungsland mit über 20% Arbeitslosen ist und alle ein Stück vom Tourismuskuchen abhaben wollen, doch ich reiste auch schon in anderen Länder, wo die Situation noch viel prekärer ist und die Leute sich einiges angenehmer verhalten. Doch wie gesagt, man muss sie verstehen und dem ganzen mit guter Laune und einem ständigen Lächeln entgegengehen. Nach einiger Zeit ist dies jedoch brutal strapazierend und man ist froh, wenn man dem ganzen entfliehen kann.
In Fés war das genau dasselbe. Fés ist bis jetzt noch viel weniger touristisch als Marrakech, doch hat auch einiges zu bieten. Vor allem die riesige Medina (Altstadt) mit ihren über 1000 Gässchen ist sehenswert. Ich dachte Toledo sei bereits ein Labyrinth, doch Fés übertrifft dies noch bei weitem und wenn man nicht mit einem Guide unterwegs ist, verläuft man sich 100 prozentig. Deshalb besichtigte ich die Stadt zuerst drei Stunden lang mit einem einheimischen Studenten, der mir viele Plätze zeigte, die ich sonst nie gefunden habe und machte mich danach alleine auf den Weg und verlief mich natürllich auch ein paar mal.
Die letzten paar Tage entspannte ich mich noch in Chefchaouen, einem kleinen Bergdorf in den Rif Bergen. Chefchaouen hat eine super schöne Altstadt die ganz in blau gestrichen ist. Nach 10 Tagen Sonnenschein, schlug das Wetter dann doch noch um und ich machte sogar eine kleine Wanderung im grössten Schneesturm.
Abschliessend muss ich sagen, dass Marokko ein extrem schönes und vielfältiges Land ist und ich noch lange nicht alles gesehen habe. Doch es ist extrem schwer einheimische bzw. authentische Leute kennenzulernen, mit denen man normal reden kann, ohne dass sie dir am Schluss etwas verkaufen wollen. Es war wirklich schwer, ja fast fahrlässig überhaupt jemandem zu trauen, der auf dich zu kam. Dies wird wohl auch der Grund sein, wieso ich nicht so schnell wieder nach Marokko zurückkehren werde.
Jetzt verbringe ich noch meine letzten Tage in Toledo, bevor mich das Schweizerländle am 5. Februar endgültig zurück hat. Für viele ist Aufbruchstimmung hier und man muss sich jeden Tag von jemandem neuen verabschieden, bis man dann plötzlich selber dran ist. Es ist wirklich ein komische Gefühl all das erlebte zu verdauen und einfach adios zu sagen. Ich habe hier wirklich tolle Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen und nun heisst es Abschied nehmen. Wirklich nicht einfach, aber da muss man durch. Meine Sachen habe ich bereits gepackt, da ich ab heute mein Zimmer weitervermietet habe und die restlichen Nächte noch auf dem Sofa schlafen werde.
Um die Zeit hier noch ein bisschen zu geniessen, verabschiede ich mich jetzt und geh noch eins trinken.
Bis bald...
Don Kusi
nach zwei Wochen in Marokko bin ich wieder gesund und munter nach Toledo zurückgekehrt um mich von meinen neu gewonnen Freunden und meinen Mitbewohnern zu verabschieden.
Aber zuerst mal noch kurz etwas über Marokko...
Von Marrakech aus ging ich immer noch mit einem verrücktspielenden Magen auf einen dreitägigen Trip in die Sahara. (Die Fotos von diesem Trip habe ich ja bereits heraufgeladen.) Ich muss sagen, es war die beste Zeit, die ich in Marokko verbrachte, jedoch auch die kälteste. Wir fuhren mit einem Minibus über den hohen Atlas durch viele wunderschöne Täler und Schluchten bis wir nach zwei Tagen die Sanddünen Erg Chebbi erreichten, wo wir mit Kamelen in den Sonnenuntergang ritten und mitten in der Wüste in Nomadenzelten unter unvorstellbar klarem Sternenhimmel übernachteten. Am nächsten Morgen ging es mit den Kamelen zurück und nach einem reichhaltigen Frühstück ging ich mit einem Teil der Gruppe weiter Richtung Fés, während die anderen nach Marrakech zurück kehrten.
Die Reise war atemberaubend. Die landschaftliche Vielfalt dieses Landes ist einfach unglaublich. Innerhalb von wenigen Stunden fährt man durch Wüste, Schneebergen und dichte Wälder mit kleinen Seen. Marokko bietet einem wirklich alles.
Die Reise war jedoch auch besonders schön, weil ich drei Tagen den Städten und Touristenorten entfliehen konnte. Ich will damit nicht sagen, dass diese nicht auch schön sind, doch sie sind einfach extrem anstrengend. Bzw. die Leute dieser Orte sind extrem ermüdend, denn es will dir jeder etwas verkaufen, dich in der Stadt herumführen oder auf sonst eine Art an dein Geld kommen. Und einfach nur "NEIN danke" bzw. "la shukran" sagen nützt auch nichts. Es sind alle extrem penetrant und lassen einfach nicht locker. Klar muss man in Betracht ziehen, dass Marokko ein Entwicklungsland mit über 20% Arbeitslosen ist und alle ein Stück vom Tourismuskuchen abhaben wollen, doch ich reiste auch schon in anderen Länder, wo die Situation noch viel prekärer ist und die Leute sich einiges angenehmer verhalten. Doch wie gesagt, man muss sie verstehen und dem ganzen mit guter Laune und einem ständigen Lächeln entgegengehen. Nach einiger Zeit ist dies jedoch brutal strapazierend und man ist froh, wenn man dem ganzen entfliehen kann.
In Fés war das genau dasselbe. Fés ist bis jetzt noch viel weniger touristisch als Marrakech, doch hat auch einiges zu bieten. Vor allem die riesige Medina (Altstadt) mit ihren über 1000 Gässchen ist sehenswert. Ich dachte Toledo sei bereits ein Labyrinth, doch Fés übertrifft dies noch bei weitem und wenn man nicht mit einem Guide unterwegs ist, verläuft man sich 100 prozentig. Deshalb besichtigte ich die Stadt zuerst drei Stunden lang mit einem einheimischen Studenten, der mir viele Plätze zeigte, die ich sonst nie gefunden habe und machte mich danach alleine auf den Weg und verlief mich natürllich auch ein paar mal.
Die letzten paar Tage entspannte ich mich noch in Chefchaouen, einem kleinen Bergdorf in den Rif Bergen. Chefchaouen hat eine super schöne Altstadt die ganz in blau gestrichen ist. Nach 10 Tagen Sonnenschein, schlug das Wetter dann doch noch um und ich machte sogar eine kleine Wanderung im grössten Schneesturm.
Abschliessend muss ich sagen, dass Marokko ein extrem schönes und vielfältiges Land ist und ich noch lange nicht alles gesehen habe. Doch es ist extrem schwer einheimische bzw. authentische Leute kennenzulernen, mit denen man normal reden kann, ohne dass sie dir am Schluss etwas verkaufen wollen. Es war wirklich schwer, ja fast fahrlässig überhaupt jemandem zu trauen, der auf dich zu kam. Dies wird wohl auch der Grund sein, wieso ich nicht so schnell wieder nach Marokko zurückkehren werde.
Jetzt verbringe ich noch meine letzten Tage in Toledo, bevor mich das Schweizerländle am 5. Februar endgültig zurück hat. Für viele ist Aufbruchstimmung hier und man muss sich jeden Tag von jemandem neuen verabschieden, bis man dann plötzlich selber dran ist. Es ist wirklich ein komische Gefühl all das erlebte zu verdauen und einfach adios zu sagen. Ich habe hier wirklich tolle Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen und nun heisst es Abschied nehmen. Wirklich nicht einfach, aber da muss man durch. Meine Sachen habe ich bereits gepackt, da ich ab heute mein Zimmer weitervermietet habe und die restlichen Nächte noch auf dem Sofa schlafen werde.
Um die Zeit hier noch ein bisschen zu geniessen, verabschiede ich mich jetzt und geh noch eins trinken.
Bis bald...
Don Kusi



