Can Tho im Mekongdelta

Trip Start Jan 10, 2011
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Trip End Ongoing


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Flag of Vietnam  ,
Sunday, May 1, 2011

Am Samstagmorgen (30.04.) ging es 8:30 Uhr mit der Faehre nach Ha Tien zurueck. Von da aus wurden wir knappe 2h spaeter mit dem Minivan erstmal nach Chau Doc gebracht. Eigentlich dachten wir, eine direkte Fahrt nach Can Tho gebucht zu haben. Aber so kann man sich taeuschen.
In dem Minivan nach Can Tho waren wir zu 19. !!! Ihr erinnert euch an die Hoeckerchen ? Gottseidank mussten wir nicht auf einem der kleinen Dinger oder unseren Rucksaecken im Kofferraum sitzen. Die Fahrt kam einem endlos vor. Der Ausblick nach draussen war immer der Gleiche. Wenn nicht mal ein paar Reisfelder kamen, war das Land dicht besiedelt. Die Staedte schienen regelrecht ineinander ueberzugehen und alles sah gleich aus. Dennoch konnte man trotzt Monotonie kein Auge zutun, da der Fahrstil unseres Chauffeurs den Adrenalinspiegel konstant auf Maximum gehalten hat. Man konnte meinen, er woellte alle von der Strasse kicken und die unvermeidlichen Brocken im Slalom umfahren. Ein paar Angstseufzer aus unseren Reihen brachte die Locals nur zum Lachen. Also haben wir gebetet. ;o)
Erst nach Sonnenuntergang kamen wir in Can Tho an. Ein ganzer Tag war weg fuer nichteinmal 250km. Sofort wurden unsere Rucksaecke und wir auf ein Mototaxi verfrachtet. Es besteht Helmpflicht, also gab es auch einen fuer uns. Und rein gings in Getuemmel – die Stadt hat etwa 340.000 Einwohner. Unser Adrenalinspiegel hatte keine Chance, sich zu akklimatisieren. Die Strasse war eine Blechlawine aus Mopeds und Autos und ohne Hupe ist man hier wirklich verloren. Die Fahrt zum ersten GH war wie auf der Achterbahn. Und wir dachten schon, die Kambodschaner seien regeluntreue Raser. Es geht besser (oder schlechter?). Willkommen in Vietnam.
Die Vietnamesen feiern vom 30.04. bis 4.05. den Liberation Day, den International Worker's Day (erinnert ihr euch noch an die Nelken ? ;o)) und noch Weitere. Ausserdem ist in Can Tho gerade die Mekong Expo. Es war jedes einzelne Hotel im Stadtkern ausgebucht. Wir ahnten Schlimmes, setzten die Helme wieder auf und machten uns auf den naechsten Adrenalinschub gefasst. Irgendwann findet man jedoch Gefallen daran. Auch wenn es wirklich keine Regeln zu geben scheint und selbst die Ampel hier reine Geldverschwendung ist, scheint das Gewusel auf mysterioese Art und Weise irgendwie zu funktionieren. Ebenso beim Ueberqueren der Strasse, wie wir spaeter feststellten.
Dank der engagierten Motottaxifahrer fanden wir ganz in der Naehe unseres Ausgangspunktes ein Einzelzimmer (mit 140cm Bett) in einem Hotel fuer 9 Dollar die Nacht. Keine Freude, aber ausreichend fuer 2 Naechte.
Am nachsten Morgen klingelte der Wecker um 4:45 Uhr. Wir hatten eine Bootstour auf den Wasserarmen des Mekongdelta gebucht und wollten unbedingt zum Floating Market, der in den fruehen Morgenstunden beginnt. 5:30 Uhr starteten wir unsere 7 stuendige Bootsfahrt und tuckerten mit dem Sonnenaufgang im Ruecken Richtung Getuemmel.
Die Wasserstrassen sind gut befahren und auf dem Floating Market verliert man schnell den Ueberblick. Mehrere Reihen grosser und kleiner Boote stapeln ihre Waren um und bringen sie unter die Leute. Es ist unglaublich, wie schwer manche Boote beladen sind.
Welche Waren auf dem jeweiligen Boot verkauft werden, erkennt man an der langen Stange - aufrecht am Boot befestigt und behangen mit dem jeweiligen Angebot.
Wie schon im Sueden von Kambodscha ab und zu mal zu sehen war, sind die konischen Huete (meist von Frauen getragen) hier allgegenwaertig. Auch sind es sehr viele Frauen, die auf den Booten zu sehen sind. Verkauf ist eben Frauensache.
In der Tour inbegriffen war ein Besuch in einer Reisnudelfabrik. Es ist wirklich spannend, was man aus Reis alles so herstellen kann.
Ausserdem machten wir in einem Doerfchen inmitten der kleinsten Wasserstrassen Halt und spazierten entlang herrlich gruener Reisfelder. Manche Haeuser waren im Gegensatz zum Rest der am Wasser stehenden Huetten regelrecht modern. Jedoch wurde bei der Planung wohl das Klo vergessen. Dieses war statt im/am Haus inmitten der Gaerten ueber einem Wassertuempel fuer die Allgemeinheit gebaut. Es gab 2 Balken und eine huefthohe Plane um eine 50x50cm grosse Box. Wahrlich kein Oertchen zum Entspannen, wenn das Ganze in einen Balanceakt ausartet, unter einem die Wuerste im Wasser schwimmen und der Duft eine Ohnmacht heraufbeschwoert. Wir konnten noch ein Weilchen aushalten. ;o)
Ekelhaft – wie das Klo – empfanden wir auch den Rest des Mekongs. Hier schwamm alles drin, was man sich nur vorstellen kann. Das Wasser war Abfalleimer, Badewanne, Toilette und Waschmaschine zugleich. Die Menschen leben mit und in dem Fluss. Einfach unvorstellbar.
Unser Bootsfahrer musste mindestens 5 Mal das Rotorblatt von Muell befreien, um ueberhaupt weiterfahren zu koennen. Freilich flog der Rest wieder ins Wasser, damit sich die Anderen genauso daran erfreuen koennen. Eine willkommene Erfrischung zum Abschluss der Fahrt waren Ananas und Pomelo vom Floating Market, die der Bootsfahrer fuer uns erstanden hatte.
Den Rest des Tages schlurften wir bei grosser Hitze durch die Stadt und machten zur Abkuehlung viele Paeuschen in den kleinen Cafès/Garkuechen. Hier spricht kaum einer English und unser Koennen in Pantomime war mal wieder gefragt. Einen Eiskaffee mit Milch konnten wir mit einer noch in Krissis Tasche vorhandenen Kaffeebohne, einem Fingerzeig auf Eis und dem Nachahmen der Kuhgeraeusche und Melkbewegungen erklaeren. Gelaechter bei den Locals, aber wir bekamen unser Wunschgetraenk. ;o)
Im Supermarkt vor unserem Hotel holten wir uns noch grosse Augen. Was hier alles angeboten wird, ist eine Wonne. Wenn man nur wuesste, was es ist. Vielleicht finden wir es im Laufe der Zeit heraus. Kostproben haben wir schon genommen. Ausserdem haben wir die ersten Suppen der gefuehlten 100 verschiedenen Arten auch schon probiert.

Da uns nur noch 23 Tage in Vietnam bleiben und es soooooviel zu sehen gibt, werden wir Ben Tre im Mekongdelta auslassen und morgen direkt nach Saigon durchfahren.

Wir melden uns aus der 5,4-Millionen-Metropole.
Viele liebe Gruesse,
Krissi und Kiki
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Comments

Mami on

Mutti on May 1, 2011
Ich habe wieder einmal Tränen gelacht. Dass Ihr noch so einen Humor haben könnt angesichts der Widrigkeiten (Klo, Pantomine)? Herrlich, aber es wird eben unvergesslich bleiben, wie man am Ende der Welt zu seinem Wunschgetränk kommt. Viel Spaß bei allem was vor Euch liegt.

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