Leben und Lernen in Montevideo

Trip Start Nov 07, 2010
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Trip End Apr 21, 2011


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Where I stayed
Centro de Enseñanza de Español "La Herradura"

Flag of Uruguay  ,
Wednesday, December 1, 2010

So, heute war ein guter Tag.

Von vorne: Seit Montag habe ich ja hier meinen Intensiv-Kurs und ein Zimmer direkt in der Sprachschule. Mit dem Unterricht und der Schule bin ich sehr zufrieden und überlege nun, noch 2 Wochen dranzuhängen - das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Mein Tag hier sieht in etwa so aus: um 8 stehe ich auf, dusche und frühstücke. Um 9 (manchmal auch erst um 10) geht der Unterricht los, ich habe zwei verschiedene Kurse (Grammatik und Konversation) plus zusätzliche Privatstunden, da ich einen Intensivkurs gebucht habe. Insgesamt sind das 5-6 Stunden á 60 Minuten am Tag, also bin ich meist so gegen 1 oder auch mal erst um 3 fertig und habe den Nachmittag frei, was sehr angenehm ist. Und da ich ja "nur" Spanisch lerne, sind 5 Stunden auch recht intensiv und es ist ein komisches Gefühl, wieder zurück in der Schule zu sein, inklusive Pausenklingeln, Hausarbeiten usw.
Ich komme gut vorwärts, glaube ich, obwohl es schon äußerst deprimierend ist, plötzlich nicht mehr normal reden zu können. Und da ich es wie die Pest hasse, etwas nicht zu wissen/können, bin ich teilweise etwas verzweifelt, versuche aber (nach 3 Tagen Unterricht) die Perspektive zu wahren und mir meine Fortschritte bewusst zu machen ;)
Die Gruppenstunden habe ich mit zwei anderen Sprachschülern, einem sehr lustigen Australier und - leider - einer ziemlich naiven und nervigen Deutschen, die nicht mal die einfachsten Sachen hinbekommt, den Unterricht dadurch verlangsamt und auch nach drei Tagen noch ständig versucht, auf Deutsch oder Englisch mit dem Lehrer zu reden. Ihr seht - einmal Streber, immer Streber, ich falle wieder in alte Muster zurück ;)
Das Ganze wird natürlich von Tag zu Tag schlimmer, da ich schneller vorankomme, mehr mit Leuten außerhalb des Unterrichts mein kümmerliches Spanisch übe und zusätzlich noch meine Privatstunden habe - für die Intermediate Gruppe wird es dagegen so schnell nicht reichen, denke ich, also werde ich mich mit der guten Madeleine wohl oder übel anfreunden müssen.

Zum Ausgleich gibt es dann noch die andere Madeleine, aus Brasilien (siehe Fotos vom Strand). Die ist lustig, kann gut genug Englisch um mir Wörter zu erklären und gibt sich Mühe mit mir langsam zu sprechen.
Der Rest der Sprachschüler ist komplett gemischt, besonders gut kenne ich die meisten noch nicht, habe aber schon einige nette Gespräche (dann noch auf Englisch) geführt.

Die Nachmittage sind unterschiedlich gefüllt; einerseits bietet die Schule Aktivitäten an, für die man sich am Anfang der Woche eintragen kann, anderseits mache ich nun fünf mal die Woche fest Sport (3x Tennistraining, 2x Laufen mit dem Nike Running Team) und bin auch mal froh, einen Nachmittag komplett frei zu haben, um an den Strand zu gehen, einzukaufen, eMails zu schreiben oder den stetig wachsenden Vokabelberg anzugehen.
Die Aktivitäten reichen vom gemeinsamen Essengehen über einen uruguayischen Wein-Test-Abend und Salsa-Grundkurs bis hin zu Sightseeing-Exkursionen (siehe Bilder von heute) und Wochenend-Trips.

Das Tennis-Training ist ebenfalls super, gestern hatte ich meine erste Stunde, morgen folgt die nächste. Der Trainer ist ein alter Hase, braungebrannt, 70er Jahre Pornosonnenbrille und kein Wort Englisch, aber sehr freundlich, geduldig und teils sogar witzig.
Dazu hat er so einen Gehilfen, der nur dafür da ist, mir Bälle zuzuspielen, selbige wieder vom Netz (meist auf meiner Seite ;-) einzusammeln und andere Hilfsaufgaben zu erledigen. Ich komme mir zwar etwas bonzig dabei vor, aber das passt ja zu meinen Zehlendorfer Wurzeln ganz wunderbar.

Und auch das Lauftraining mit der Nike Promo-Truppe hat heute seine Fortsetzung gefunden; diesmal sind wir (nach dem Aufwärmen und Stretching) 7km gelaufen und ich habe schon sehr viel mehr geredet als beim letzten Mal. Die Leute sind alle wahnsinnig geduldig, freundlich und nett, helfen mir bei fehlenden Wörtern, freuen sich wenn ich etwas richtig sage und ich freue mich schon sehr auf das nächste Training am Samstag. Die Strecke ist perfekt und führt direkt an der Küste entlang; dort verläuft die Rambla, überall sitzen Leute rum, trinken Mate, spielen Fußball, hören Musik oder treiben Sport. Die Stimmung war wahnsinnig toll - Abendsonne, perfekte Lauftemperaturen, der Sonnenuntergang über dem Meer vor der Skyline Montevideos (siehe Bilder). Traumhaft!

Um die Sache zu krönen habe ich heute erfahren, dass das Ziel der Geschichte, der Nike City Run (10km), am 18. Dezember abends stattfindet. Den selben Lauf bin ich letztes Jahr mit Henni in Berlin gelaufen und so wie es aussieht, werde ich diesmal in Montevideo mitmachen können!
Das ist ein Samstag, an dem rein zufällig auch Henriette im Hafen einläuft (was ein weiterer Grund für meine unglaublich gute Laune ist, denn es sind nun nur noch 3 Wochen hin!). Sie kommt allerdings schon morgens an und ist nachmittags wieder weg, also steht meiner Teilnahme am Lauf nichts im Wege, nun muss ich nur noch die Anmeldung im Internet auf Spanisch schaffen.

Tja, was noch? Meine erste Tiefkühlpizza in Uruguay war ein mittleres Desaster; bisher bin ich ja recht gesund durch die Tage gekommen, heute nach dem Lauftraining war mir aber nach möglichst einfach und schnell. Leider hat der Gasofen der sowieso schon höchstens mittelmäßigen Pizza (und wie einige von euch wissen, bin ich Experte auf diesem Gebiet) eine ziemlich karzinogene Kruste verpasst, ich habe mich trotzdem tapfer durchgebissen - sterben müssen wir schließlich alle irgendwann.

Ach, und dann habe ich mir ein Fahrrad organisiert! Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne selbiges (hier übrigens Bicicleta) nur ein halber Mensch bin. Es hat zwar (Achtung Mama, weghören!) nur eine gut funktionierende Bremse (immerhin hinten!), kein Licht, keine Schutzbleche, keinen Ständer und kein Schloß, aber dafür zwei ganz famose Räder. Und ich zahle nur 4 USD pro Tag, da es von der Sekretärin meiner Sprachschule ist.
Damit heute zum Lauftraining zu fahren war eine wahre Freude, und nun steht es brav in meinem Zimmer und blickt mich aus treuen Katzenaugen (ach nee, hat keine) an und möchte mit mir die Stadt erkunden. Hach!

Damit beende ich diesen ellenlangen Eintrag dann auch mal und gehe demnächst schlafen, damit ich morgen wieder neue Wörter und Regeln in meinen Kopf bekomme.

Hasta pronto & buenas noches!
Un beso - Konradin



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