Dschungel im Bako Nationalpark

Trip Start Jan 08, 2013
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Trip End Apr 22, 2013


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What I did
Bako Nationalpark

Flag of Malaysia  , Sarawak,
Monday, January 21, 2013

Unsere dritte Borneowoche verbrachten wir in Kuching, von wo aus wir Ausflüge unternahmen in die Umgebung.

Mit Bus und kleinem Boot fuhren wir in den Bako Nationalpark, der uns als einer der tollsten Borneoerfahrungen im Lonely Planet gepriesen wurde. Das Meer war recht stürmisch, unser „Kapitän" steuerte jedoch gekonnt unser kleines Boot durch die Wellen, an der von Regenwald bewachsenen Steilküste entlang; er fuhr langsamer, wenn wir die Kamera zückten, um einsame Strandbuchten zu fotografieren und freute sich, als wir seine Fahrkünste lobten. An Mangrovenbäumen vorbei legten wir am Steg an. Auf dem Weg zu den Headquarters, wo unser (sehr simples) Hostel lag, erspähten wir schon die ersten Affen, Makaken, mit denen wir später noch so besondere Erfahrungen machen durften…

Wildschweine lagen faul in der Sonne, doch wir starteten gleich unseren „trail“ durch den Dschungel. Wir kletterten über mächtige Wurzeln, die sich schlangenförmig durch die Erde gruben, hielten uns an Lianenschlingen fest, neben unseren Füßen wuselte, summte und brummte: Riesenameisen, Käfern, Spinnen, Echsen, Fröschen; über uns „sägte“ ein undefinierbares Tier.. und Affen sprangen durch die Baumgipfel (s. Video vom baby macaque unten). Schon nach einigen Metern waren unsere T-Shirts klitschnass. Am Ende des „trails“ erwartete uns eine schöne Strandbucht, in der man sogar hätte baden können. Da jedoch an anderen Buchten vor Krokodilen gewarnt wurde mit furchtbaren Bilder von halbverschluckten Menschen, die auf diese Weise ums Leben gekommen waren… reichte es uns, mit den Füßen im warmen Wasser herumzuplantschen. Vorsichtig holten wir die mitgebrachten Kekse hervor, die wir vor den „cheeky macaques“ retten mussten…

Später passierte es uns, auf der Veranda des Hostels, dass vom Dach plötzlich ein Kopf hervorlugte, und zack, kam ein Makake auf uns zugerast, ich riss die Kekspackung weg und befürchtete schon den Aufprall, doch auf unerklärbare Weise bremste er ab und war so schnell wieder weg wie er hergekommen war.

Die zweite, für alle intensive Begegnung mit den „cheeky macaques“  fand am nächsten Morgen stand. Ein lauter Türknall zusammen mit einem „uuhhgggggg“ weckte Jojo und mich grob aus dem Schlaf: Jenni, unsere Frühaufsteherin, war schon wach, wollte draußen auf der Veranda ihre Kontaktlinsen reintun. Der Affe sah das Döschen, dachte sich wohl, dass da was essbares drinsei, sie konnte nur noch ihren Kulturbeutel schnappen und sich hinter unserer Zimmertür verbarrikadieren….. nun gut, jetzt waren auch wir Schlafmützen wach.

Insgesamt war das Hostel sehr simpel, Jojo, Expertin in Mosquitonetz aufspannen, hatte nicht nur tolle Tipps, wie man den Haken wo am besten in die Wand reindreht, sondern auch ein ganzes Set (an Haken-, Druck-, Saug-, Reißzwecknägel), das die Münchner Jungs ihr dagelassen hatten.. für alle Eventualitäten, man weiß ja nie, ob man in einem Badezimmer übernachten muss ;-).

Auch wenns diesmal noch nicht so weit war, waren wir doch froh, nur eine Nacht im Bako Nationalpark zu übernachten. Unterkunft war zwar ok, aber doch sehr sporadisch mit 3 Betten im Raum und Gemeinschaftsbad, in dem wir jedoch nicht unbedingt duschen wollten. Außerdem waren natürlich einiges an Insekten unterwegs, wir waren ja auch im Regenwald. Dazu fällt mir ein, dass wir seitdem wir auf Borneo sind, jeden Tag zumindest kurz Regen hatten. „But without rain, it wouldn't be a rainforest“… allerdings hatten wir mit Januar den nassesten Monat erwischt, nämlich im Monsun! Ganz großer Vorteil: so gut wie keine Touristen unterwegs, die tollen Naturschauplätze hatten wir für uns, so auch auf den Wegen durch den Dschungel. Nachteil: oft heftige Regengüsse!

Viel konnte man abends dort nicht machen, dafür holten wir mein kleines „Heckmeck“-Spiel raus… da geht’s drum, möglichst viele „bratwürmer“ zu erwürfeln, mit denen Stapel gebildet werden können. Dann darf man sich gegenseitig Karten klauen oder muss sie selbst abgeben, wenn man Würfelpech hat… … wir hatten ne Menge Spaß, der eigentlich aber überwiegend darauf beruhte, dass wir nie einen Stapel hinbekommen haben, jeder nur Karten abgeben musste… bis wir am Ende soweit waren wie vor 1 ½ Stunden am Anfang.. na ja, also entweder waren wir im Urlaubsmodus oder das Spiel ist einfach seltsam konzipiert ;-)

Am zweiten Tag im Nationalpark warteten wir noch den Regenguss am Morgen ab und bahnten uns dann nochmal durch den Dschungel, diesmal zu einem näher gelegeneren Strand. Von dort aus kamen uns andere sehr schnell schon entgegen, was uns sehr wunderte…. Als wir am Strand waren, wussten wir warum: eine eigentlich sehr malerische Bucht war vollkommen zugemüllt mit Plastik, Dosen, Tüten, die angeschwemmt wurden… es war traurig, das anzusehen und unverständlich, wie soetwas an einem der Hauptwege des Nationalparks liegen bleiben kann. Wir blieben trotzdem eine Weile dort und trauten uns (inspiriert von den Affen), in einer von Lianen bestehenden Schlinge überm Wasser zu schaukeln. Es hielt!
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