Ein Tag im Zug

Trip Start Jan 12, 2012
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Trip End Feb 06, 2012


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Monday, January 16, 2012

Die Tickets für den Nachtzug nach Margao in Goa waren ausverkauft, deshalb reisten wir tagsüber von Mumbai nach Goa.

Morgens um 4.50 ging der Wecker los. Nach einer halben Stunde merkten wir, dass das eine Stunde zu früh war. Mist. Also nochmals kurzes Dösen, dann mit dem Taxi an den Bahnhof. Dieser hatte bei unserer Ankunft gerade den Betrieb aufgenommen, will heissen, dass Hunderte Penner auf dem Boden verteilt aufwachten und gemächlich ihr wenig Hab und Gut packten. Ein kurioses Bild.

Wir bezogen unseren Schlafwagen in der zweiten (von drei) Klassen. Für Bett und Klimaanlage zahlten wir etwas mehr, war aber nicht von Vorteil. Ein Bett ist tagsüber unnötig und wegen der Klimanalage frierten wir trotz Faserpelz und Decke. Ganz mühsam waren aber unsere Abteilgenossen, zwei pensionierte Franzosen.
Er, ein extrovertierter Klugscheisser, erklärte uns theatralisch Gott und die Welt oder wie die Franzosen sie sehen (Araber=Scheisse), während seine Madame Tüssi die Klappe nur aufmachte um zu mekern und ansonsten elend aus dem Fenster starrte. Irgendwie unterschätzen die unser Französisch, weshalb er ihr alles übersetzte, worauf sie schwieg, worauf er uns dann wieder mit miserablem Franzosen Englisch plagte. 12 Stunden lang.

Irgendwann merkten wir, dass die Hunderschaft Zugbegleiter zwar fleissig Tee und Curry verkauften, aber die Zugtüren während der Fahrt manchmal offen liessen. Es fühlt sich ziemlich echt an, sich dort hinauszulehnen. Zudem kam da warmer Wind rein und man konnte die Landschaft besser sehen. Durchaus nette Dörflein, Sträucher und Felder zogen an unsvorbei, einfach etwas braun, da es im Januar und Februar kaum regnet.

Mit einer Stunde Verspätung kamen wir um acht Uhr an. Dann ist hier bereits stockfinster, ein Hotel war gefragt. Laut Lonely Planet sind die Budgetunterkünfte in Margao aber grusig, weshalb wir kurzer Hand entschlossen, mit dem Taxi eine Stunde nach Palolem an der Kueste Sued-Goas zu fahren. Der Taxifahrer brachte uns zur Unterkunft seines Vertrauens (oder der besten Provision), dem The Place Sea View. 

Eigentlich erwarteten wir ein typisches Kleinstadthotel. The Place Sea View besteht aber aus einem Dutzend Strandhuetten unter Palmen, direkt am Meer. Und Palolem ist keine Kleinstadt, sondern ein Paradies!
Stellt es Euch so vor:
Nach einer Stunde verliess das Taxi die Haupstrasse und rumpelte zwischen Palmen durch die Nacht. Neben ein paar primitiven Huetten stoppen wir. Der Weg zur Unterkunft fuehrt ueber feinen Sand, in der Naehe rauscht das Meer. Von unserer Huette aus gehen wir ein paar Schritte, da oeffnet sich der Himmel vor uns, links und rechts strecken sich Palmen zu den Sternen, vor uns die See. Kuehl, dunkel und ruhig schaeumt sie vor sich hin. 

Kleine, romantische Restaurants liegen am Strand. In einem solchen goennten wir uns bei Kerzenlicht Curry, Masala und Nan-Fladen zu hiesigem Bier. Spaeter lullte uns dann das Rauschen der Wellen in den Schlaf. 
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