Morgens um halb Elf in Nicaragua

Trip Start Jul 03, 2012
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Trip End Dec 20, 2012


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Flag of Nicaragua  ,
Thursday, September 27, 2012

Auf dem Weg nach Honduras haben wir noch einen kurzen Stop in Esteli eingelegt. Gerade mal eine Nacht waren wir hier. Aber die Städte in Nicaragua sind doch alle recht ähnlich. Strassenanordnung nach einem Schachbrettmuster, mindestens drei Kirchen und eine bunte Ansammlung von Häusern. Esteli hat zudem noch den Vorzug, dass es an der Interamericana liegt. Der Strasse, die durchgehend von Mexico bis Panama alle Länder miteinander verbindet. Das heißt viel Verkehr.
 
Aber vielleicht hat es bei dem einen oder anderen Zigarrenraucher schon geklingelt. Aus Esteli kommen die besten Zigarren Nicaraguas. Selber stellen sie ihre Zigarren auf das gleiche Niveau wie die Cubanischen. Eine gute Gelegenheit sich mal anzuschauen, wie die eigentlich so hergestellt werden. Also wir ab in eine Zigarrenmanufaktur. 
 
Das Lager stinkt. Geerntet wird nur einmal im Jahr, aber gedreht das ganze Jahr. Also müssen die Tabakblätter in ein Lager. In großen Haufen liegen sie da und trocknen und stinken so langsam vor sich hin. Das Atmen fällt einem hier schwer und es kommt mir so vor als würde ich Lungenkrebs bekommen, wenn ich hier zu lange bleibe...
 
Als nächste werden die Blätter leicht befeuchtet und danach sortiert. Nach Farbe, Größe und Qualität. Und dann geht es schon an das Drehen. Überraschenderweise ist es keine reine Handarbeit, sondern sie benutzen eine große Drehmaschine, ähnlich wie die, die man zum Zigarettendrehen benutzt. Ein Mann legt ein großes Tabakblatt auf die Maschine, nimmt noch drei weitere unterschiedlichster Qualität, ein Paar kleine Reste aus der Produktion und stopft diese obendrauf. Kräftig am Hebel ziehen und fertig ist das erste Runde. Um diese aber wirklich schön in Form zu bringen, werden die rohen Zigarren gepresst. Dazu kommen sie für 20 Minuten in Holzschablonen und unter eine Presse. Jetzt, schön in Form gebracht, kommt ein Tabakblatt von höchster Qualität (und alle der gleichen Farbe) drumherum, damit das gute Stück auch schön aussieht. Hergestellt werden so Zigarren unterschiedlichster Dicke, Länge, Farbe und wahrscheinlich auch Geschmack.
 
Der Rest ist Zierde und Verpackung. Eine Banderole hier, ein bisschen Zelofan dort. Oder eine schöne Holzbox.
 
Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen auch mal eine Zigarre zu drehen. Als Ex-Zigarettendreher gar nicht so schwierig. Und als Abschluss durften wir noch Zigarren probieren. Somit: morgens um halb elf in Nicaragua erstmal eine Zigarre. Auch wenn sie toll und von hoher Qualität sein sollen, Zigarren schmecken einfach nicht!
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