Sprachrundreise durch Peru

Trip Start Jul 30, 2006
1
9
21
Trip End Jul 28, 2007


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of Peru  ,
Friday, January 5, 2007

04.01.07 Lima,
Nach einem Marathonflug erreichen wir nach dem kalten Canada das sommerliche Peru. Wenn doch nur das Wetter die einzige Veraenderung waere, aber die ersten Stunden nach der Ankunft sind ein kompletter Kulturschock. Zum Glueck wurden wir am Flughafen von einer Sprachschulmitarbeiterin abgeholt, sonst haetten wir es nie ins Hotel geschafft. Wir wurden bereits kraeftig von ihr und dem Taxifahrer vor der Stadt gewarnt. Ausserdem hiess es Tueren verriegeln, Taschen aus Sichtfeld und Blickkontakt meiden. Mmmhh in Canada haben sie noch nicht einmal die Haustueren abgeschlossen - was fuer ein Willkommensgruss.
Da wir die naechsten 3 Tage erst einmal noch in Lima sind, bevor der Sprachkurs beginnt, haben wir uns doch irgendwann vor die Tuer gewagt. Ist gar nicht so schlimm und wir kamen uns nie bedroht vor. Manche Gassen sollte man besser meiden, aber in welcher Millionenstadt ist das nicht so. Ein klaren Pluspunkt bekommt Peru aber fuer das niedrige Preisniveau. Man hat fast ein schlechtes Gewissen Essen zu gehen (Menue inkl. Getraenk fuer 2 Personen ca. 4 Euro).
Unser groesstes Abenteuer war die Fahrt mit dem Minibus. Dies sind hupende, bunte, nicht-TUV-taugliche Gefaehrte, die versuchen sich mit 70km/h durch den dichten Stadtverkehr zu kaempfen und dabei noch Passagiere Ein-und Aussteigen zu lassen. Unser Ziel war  Miraflores, der wohlhabende Touristenstadtteil. Ist zwar ganz entspannt dort, aber in der Altstadt (wo unser Hostel liegt) ist es doch authentischer. Gewoehnungsbeduerftig ist fuer uns nur die hohe Militaerpraesenz. Eine Sache die uns zusaetzlich ueber Lima in Erinnerung bleiben wird sind die hupenden Verkehrsteilnehmer. Hier wird zu allen Gelegenheiten gehupt egal ob es einen Grund dazu gibt oder nicht. Nur ein armer Taxifahrer tat Johannes leid, da dessen Hupe trotz sichtlicher Anstrengung nicht mehr als ein leises Kraechzen von sich gab.

Arequipa 07.01.07:
 
Mal wieder steigen wir ins Flugzeug und auf geht's nach Arequipa. Bei unserer Gastfamilie angekommen werden wir direkt sehr herzlich von Nancy und Jesus aufgenommen. Das antike Haus mit einem sehr schoenen quadratischen Innenhof liegt praktischerweise im Stadtzentrum. Am Abend gehen wir mit zwei Irlaenderinnen die ebenfalls dort wohnen in die Stadt, aber nicht zu lange, denn Morgen um Punkt acht geht die Sprachschule los. Mit unseren beiden Lehrern (Carlos und Elvira) haben wir sehr viel Glueck und so gehen die 5 Stunden Einzelunterricht wie im Fluge vorbei. Nachmittags erkunden wir meistens die sehr schoene Stadt. Besonders hat uns das Museo de Santa Maria gefallen. Dort lernt man einiges ueber die Inca-Kultur und kann Eis-Mumien von geopferten Kindern besichtigen. Abends gehen wir meist mit unseren Sprachschulkollegen die guenstigen Happy Hour Preise ausnutzen ( 3 Cuba Libre fuer 10 Sol, was weniger als 3 Euro sind). Mittwoch Nachmittag gab es dann einen peruanischen Kochkurs: Ceviche (roher, in Zitroensaft marinierter Fisch), Causa (eine mit Fisch gefuellte Kartoffelbreitorte) und Chicha Morada mit Apfel (Wie Rote Gruetze aus schwarzem Mais, Aepfeln und Trockenfruechten). Haben alles ueberlebt und es war sogar sehr lecker. Aber das groesste Highlight ist natuerlich Maria hier zu treffen, die zur Zeit Freiwilligenarbeit in einem Kindergarten macht. War schoen in Suedamerika eine Freundin aus der Heimat zu treffen. Zur Feier des Tages gab es dann direkt ein typisch peruanisches (teilweise gefaehrliches) Feuerwerk.
Am Donnerstag begeben wir uns dann auf einen zweitaegigen Ausflug in das nahgelegene Colca Tal. Dies ist eines der tiefsten Taeler der Welt. Neben wunderschoener und abwechslungsreicher Natur (Hochebenen von ueber 4500 Metern wechseln sich mit sehr gruenen Landwirtschaftsregionen ab ...und ueberall sind Alpacas und Lamas) kann man hier auch noch sehr viel ueber die Inca-Kultur lernen und deren Ueberbleibsel betrachten.
Leider ist die Tour sehr touristisch, weshalb wir Abends auf die "Typisch peruanische peņa" verzichten und lieber Pizza Essen gehen.
Am naechsten Tag begeben wir uns auf den langen Rueckweg ueber fast nie befestigte Strassen. Zusaetzlich hat es auch noch angefangen zu schneien (merke: wir haben hier eigentlich Hochsommer), was unsere sowieso schon sehr abenteuerliche Busfahrt noch interessanter macht. Angekommen gibt es noch ein letztes Abendessen mit unserer Gastfamilie, bevor wir uns Abends noch von Maria und unseren Freunden aus der Sprachschule verabschieden.
Und schon wieder heisst es Koffer packen.....

14.01.07, Puno

Nach 5-stuendiger Busfahrt erreichen wir das 3.800m hoch gelegene Puno am Titicacasee. Der erste Eindruck ist nicht so berauschend, da die Stadt schon viel aermlicher und runtergekommener ist, als unsere zuvorigen Ziele. Dafuer werden wir direkt ganz herzlich von der 5-koepfigen Gastfamilie aufgenommen.
Montag 6.50 Uhr klingelt schon wieder der Wecker (von wegen Erholungsurlaub), denn um 8 Uhr beginnt die Sprachschule. Jedoch heute nur fuer Marie, denn Johannes liegt mit erhoehter Temperatur und Uebelkeit im Bett. Aber kein Grund zur Sorge, denn Gastmama Luz (ehemalige Krankenschwester) versorgt den Patienten Literweise mit Tee und Huehnersuppe. So geht es Johannes am naechsten Tag auch schon wieder besser und es kann wieder gemeinsam ans Spanisch Lernen gehen.  Leider ist der Unterricht nicht sonderlich gut und wir sind ziemlich enttaeuscht nach der super Sprachschule in Arequipa. Dafuer gefaellt uns die Stadt mittlerweile viel besser. Wenn man erst einmal die interessanten Ecken von Puno entdeckt hat, kann man es hier super aushalten. Besonders die Maerkte mit den vielen Staendchen, bei denen man wirklich alles kaufen kann, haben es uns angetan. Aber auch das Umland ist schoen und alles ist gruen, da wir in der Regenzeit unterwegs sind. Wir haben aber jede Menge Sonne als wir die Inka-Grabtuerme in Sillustani besuchen. Diese sind auf einem Huegel gelegen und fast von einem See umschlossen. In die riesigen Grabtuerme haben die Inkas frueher ihre Mumien beigesetzt. Nach der Tour gibt es erst einmal einen Kaffee in unserem Stammcafe. Ist naemlich gar nicht so einfach guten Kaffee in Peru zu finden. Ja, ja von wegen peruanischer Hochlandkaffee. Das ist alles nur Instanbruehe. Dafuer ist der Tee hier um so besser. Besonder in unserer Gastfamilie, da die Kraueter direkt aus dem Garten kommen. Das Essen (Fruehtsueck, Mittagessen und Abendessen) sind auch super lecker und bei den Portionen muessen wir wirklich keine Angst haben zu verhungern. Aber um Punkt 20 Uhr wird schlagartig das Besteck fallen gelassen, denn dann laueft die taegliche Novella. Also schnell ins Wohnzimmer und der Kitsch-Story von der blinden Esmeralda folgen. Am Freitag verpassen wir aber "leider" die Folge, da wir schon frueh morgens zu einem 2-taegigen Ausflug auf den Titicacsee aufbrechen. Mit dem Boot und ca. 20 anderen Reisenden geht es erst mal zu den Uros, die traditionell auf Inseln, schwimmenden Inseln aus Schilf wohnen. Nach einer ziemlich touristischen Tour dort geht es bei strahlendem Sonnenschein mit dem Boot weiter nach Amantani - dieses Mal eine richtige Insel. Kurz vor dem Ziel werden wir noch von dem Militaer ausgebremst. Was auch immer die gemacht haben - nach einer halben Stunde durften wir weiter fahren. Juchuuh. Auf der Insel hat auch schon unser Begruessungskomitte (die einheimischen Frauen) gewartet und uns zu verschiedenen Familien gefuehrt. Diese wohnen oben auf dem Berg *schnauf, aechz* in traditionellen Huetten. Das Zimmer ist einfach und sauber, das Plumsklo funktioniert und in der (sehr) rustikalen Huette mit Feuerofen wartet schon leckeres Essen auf uns (und unser Lieblingstee: Munia). Schon eine ganz andere Welt, aber wir sind froh 1 Tag mit der Familie hier verbringen zu duerfen. Gestaerkt treffen wir uns mit den anderem am Dorf (Fussbal-/Basketball-/Tanz-) Platz, um einen der 2 Berge zu erklimmmen (Pacha Pata). Zuvor wird aber spontan noch ein Fussball-Match gestartet: Team Dorf : Team Touristen (5 Brasilianer + Johannes). Starfotografin Marie hatte mit den einheimischen Fans (das halbe Dorf war versammelt) kraeftig angefeuert. Das Ergebnis: 6:4. Keine schlechte Niederlage, wenn man bedenkt, dass die japsenden Touristen einfach nicht gewohnt sind auf 3.800 m Sport zu machen.
Danach ging es zu der Erklimmung des klenen Berges. Die Insel ist einfach traumhaft und der Ausblick grandios. Oben am Gipfel weht es ziemlich, aber man ist so gefesselt von der Natur, dass man gar nicht mehr runter moechte. Das ist wirklich das schoenste Fleckchen Erde, das wir bis jetzt in Peru besucht haben. Abends war dann noch in traditioneller Kleidung ein Fest fuer alle angesetzt. Bei der Kleiderwahl hatten wir keine Chance, denn alle Touristen wurden einfach in Roecke und Ponchos gepackt. War zwar fuer Touristen ausgelegt, war aber trotzdem lustig, da alle gemeinsam kraftig getanzt und gefeiert haben.
Am naechsten Tag ging es frueh morgens zu der Nachbarinsel Taquile. Diese war auch super schoen und nach dem Menu Turistico ging es schon zurueck Richtung Puno. War eine klasse Tour mit vielen netten Leuten. Bei unserer Gastfamilie angekommen, faellt uns ein Stein vom Herzen, denn die aus Deutschland bestellten Flugtickets sind endlich angekommen. Nach dieser guten Nachricht, folgte direkt das naechste Highlight: wir sind jetzt Pateneltern. Freunde vom Land haben die Familie besucht und nach einem traditionellen Essen (Kartoffeln, Mais, Getreideprodukte werden gemeinsam von einem Tuch gegessen) bekam die 4-jaehrige Tochter eine neue Frisur verpasst. In Peru werd naemlich den Kindern von Bekannten die Haare zum "Patenfest" abgeschnitten und dafuer spenden die zukuenftigen Paten Geld fuer die Ausbildung des Kindes. Da haben wir doch direkt mitgemacht.
Am naechsten Tag hiess es dann Abschied nehmen von unserer absolut liebenswerten Familie. Das ist uns dieses Mal wirklich schwer gefallen.

21.01.07  Cuzco,

Nach 8 Stunden mit dem Touri-Bus und einer Horde Amerikaner erreichen wir Cuzco. Zwischendurch gab es noch jede Menge Stopps bei Sehenswuerdigkeiten und so haben wir schon einen ersten Eindruck von der Inkakultur bekommen.
Das Haus und vor allem die Matratze unserer Gastfamilie sind fuer peruanische Verhaeltnisse einfach super. Dier Sprachschule ist um Laengen besser als das was uns in Puno geboten wurde und so geht es auch wieder voran mit dem Spanisch. Am ersten Tag gibt es auch direkt eine Stadtfuehrung von der Sprachschule. Cuzco ist wirklich schoen und hat unglaublich viele (fuer 1 Woche Besuch viel zu viele) Mussen und Kirchen. Allerdings ist es sehr auf Touristen fokussiert und es ist Abends fast unmoeglich durch die Innenstadt zu gehen, ohne von uebermotivierten Pizzabaeckern in die Restaurants gezogen zu werden. 
Unsere Lehrer Laura und Edwin sind klasse und wir erfahren auch eine Menge ueber die Kultur und  Politik Perus. Teilweise schon sehr erschreckend - besonders was Kinder, Schule und Gesundheitssystem betrifft. Auf jeden Fall scheinen die Peruaner auch nicht mit allem einverstanden zu sein und so gibt es jeden Tag mindestens 2 Protestmaersche.
Nach dem Hoehentraining am Titicasee gab es jetzt auch ein Fussball-Match der Sprachschule welches fuer Johannes fast ein Klacks war, denn Cuzco liegt "nur" auf  ca. 2.800m.
Zum Abschluss unserers Aufenthaltes in Peru besuchen wir noch DAS Highlight eines jeden Peruaufenthaltes "Machu Picchu", die wiederentdeckte Inkastadt im Hochland. Mit dem Zug tuckern wir frueh morgens zu "Kilometer 104". Ab hier geht es zu Fuss auf einem Teil des Camino Inca weiter (die alte Verbindung der Incas zwischen Cusco und Machu Picchu). Dazu trafen wir uns an besagtem Kilometer mit unerem Guide, zwei Argentieniern und einer Hollaenderin. Zu fuenft machten wir uns auf den anstrengenden Aufstieg, der aber wirklich jeden einzelnen Schritt wert war. Unterwegs sehen wir schon einige Inka-Bauten, von denen wir sehr beeindruckt sind. Sehr beeindruckend ist auch die Natur, die mehrfach ihre Erscheinung aendert. Nach 8 Stunden erreichen wir das "Sonnentor", von dem man das erste Mal einen Blick auf Machu Picchu werfen kann. Trotz den vielen Bildern die wir zuvor davon gesehen haben, ist es unglaublich selber dort zu sein. Da wir relativ spaet die Inkastadt erreichen, sind die meisten Besucher schon weg und so geniessen wir die ruhige Athmosphaere mit den letzten Sonnenstrahlen. Im nahegelegenen Aguas Caliente fallen wir muede ins Bett, aber am naechsten Tag muessen wir schon wieder frueh raus, da wir heute Machu Picchu ausfuehrlicher besichtigen. Nach der gefuehrten Tour mit unserem Guide tigert Marie noch mit der Hollaenderin durch die Inkabauwerke, waehrend Johannes den nahegelegenen "Wayna Picchu" erklimmt (unbedingt machen - ein Highlight!). Abends sind wir dann schon wieder in Cuzco, wo noch bis spaet in die Nacht die Koffer gepackt werden, da es am naechsten Morgen sehr frueh mit dem Flieger nach Lima geht.

Montag 29.01., Lima

Es ist 8 Uhr als wir den Flughafen in Lima erreichen und unser naechster Flug nach Santiago geht erst um 21 Uhr. Was also machen? Nach 1 Stunde Kaffee trinken stellen wir also fest, dass wir die Zrit so nicht rum kriegen. Wir handeln also mit dem Taxi einen Spezial-Preis aus und bekommen einen Sonderpreis fuers Hostel. Total uebermuedet schlafen wir erst einmal. Johannes nutzt die freien Stunden direkt einmal zum Surfen. Noch kurz ins Einkaufszentrum, kurz noch einmal geschlafen und geduscht, bevor uns das Taxi wieder an den Flughafen bringt.

Im nachhinein koennen wir sagen, dass Peru zwar manchmal richtig anstrengend sein kann, aber wir die Zeit dort genossen haben und gerne wieder zurueck kommen. Das liegt vor allem an den sehr netten Menschen und der wunderschoenen Landschaft.
Slideshow Report as Spam

Post your own travel photos for friends and family More Pictures

Use this image in your site

Copy and paste this html: