Maries Besuch bei Gabi

Trip Start Jul 30, 2006
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Trip End Jul 28, 2007


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Flag of Canada  , British Columbia,
Sunday, October 1, 2006

Victoria

Nun geht es alleine weiter. An der Busstation in Vancouver trennen sich Johannes und meine Wege. Nach 2 Monaten 24-Stunden am Tag sehen schon ein merkwuerdiges Gefuehl.
Fuer mich geht es auf die Faehre und dann mit dem Bus weiter zu Gabi und ihrer Familie nach Victoria.
Die erste Nacht in Canada in einem richtigen Bett mit einer Bettdecke (statt Schlafsack). Ich habe soooo gut geschlafen. Da es Wochenende war ging es mit Neil und Kenny zum Golfplatz. Wir hatten viel Spass - nur dem Rasen hat meine Anfaengerbehandlung nicht so gut getan. Ansonsten habe ich auch jegliche "Hindernisse" (Gebuesch, Wasserlauf, Sandgrube...) mitgenommen.
Jetzt aber genug mit Vergnuegen. Mit dem Start der neuen Woche war Jobsuche angesagt. Downtown Victoria habe ich mich umgeschaut und einige Cafes mit "help wanted" gefunden. So, dann kann es los gehen. Schnell noch einen Schluck Wasser trinken und.... hmmm, was ist das - Plastik im Wasser? ...mmmh.. komisch... ooooooh nein!!! Es war ein Stueck von meinem oberen Schneidezahn (der Teil wurde repariert als ich in jungen Jahren beim Spielen gegen eine Wand gerannt bin). Ich bin also schnell zu einer oeffentlichen Toilette und habe dann ganz schnell entschieden, dass meine Chancen bei Vorstellungsgespraeche rapide gesunken sind. Also ab in den Bus und zum erst besten Zahnarzt. Zum Glueck habe ich eine ganz tolle Praxis mit einem super lieben Team gefunden, die sich direkt um mich gekuemmert haben. Das Ergebnis sieht jetzt sogar besser als vorher aus. *griiiiins*
Mit neuem Laecheln wird die Jobsuche am naechsten Tag fortgesetzt. Resultat: 2 Cafes die interessiert waren; 0 Cafes die noch interessiert waren nachdem ich gesagt habe, dass ich nur fuer 4 Wochen arbeiten koennte. Der naechste Tag bringt die gleiche Ausbeute. Tja, werde mich jetzt wohl doch noch nach anderern Jobbing-Moeglichkeiten umschauenen oder meine Plaene sonstwie aendern. Die Ueberlegungen haben jetzt aber sowieso erst einmal Zeit, da es morgen mit Gabi und Neil und Hund Cassy nach Lasqueti geht (Insel auf der sie ein Grundstueck mit Ferienwohnung haben).

Lasqueti
Zur kurzen Erklaerung: auf Lasqueti leben ca. 350 Personen. Strom gibt es nicht und das Wasser kommt aus Seen. Die Faehre faehrt im Sommer 6 Tage pro Woche und im Winter 5 Tage. Es gibt ein Hotel/Restaurant/Bar, einen kleines Geschaeft, ein solarbetriebenes Telefon, eine Baeckerei, eine Grundschule, einen kleinen Laden, eine Feuerwehr, einen Free-Store (dort gibt man Sachen hin und jeder kann sie sich kostenlos nehmen), eine Galerie, eine Post, eine Baeckerei und 2 kleine Gemuesestaende. Die ganze Insel sprueht einen fast unwiderstehlichen Charme aus - genauso wie ihre Bewohner. Diese sind unglaublich freundlich und offen.

Die Faehre erreicht die Insel und wir verladen das viele Gepaeck in ein Kanu, da wir wegen dem Hochwasser den Strandweg nicht benutzen koennen. Der Grund fuer das viele Gepaeck ist unter anderem Thanksgiving - da darf natuerlich ein grosser Truthahn nicht fehlen. So sind Gabi und ich hauptsaechlich die naechsten beiden Tage mit Kochvorbereitungen beschaeftigt. Ich freue mich schon sehr auf Sonntag - ist schliesslich mein erstes Thanksgiving. Kenny und seine Freundin Liane kommen auch vorbei und so wird es ein richtig gemuetlicher Nachmittag. Es fanegt an mit Suppe am Lagerfeuer und geht dann ueber das Riesentruthanessen bis zum Nachtisch (natuerlich Pumpkin-Pie) bis in den spaeten Abend rein. Danach waren wir nur noch in der Lage Karten zu spielen, denn Bewegung war nach so viel Essen kaum noch moeglich. Es war aber sehr lecker!!
Mit der letzten Faehre am Montag verlasssen uns Neil, Kenny und Liane wieder - aber die naechsten Gaeste kommen schon mit der gleichen Faehre an. Gabi gibt ein Reiki-Retreatment fuer 2 Tage. Hierzu sind Jody (aus Victoria), Cathrin (USA) und Nathaly (ihre Tochter, USA) angereist. Wir haben dann zu fuenft erst noch einmal das schoene Abendwetter mit Tee an der Inselspitze sitztend verbracht. Am naechsten Tag kam noch Morgan (Inselbewohnerin dazu). Die 2 Tage waren sehr spannend und aufschlussreich. Sie waren so eine Art "Schnupper- und Auffrischungskurs" fuer Reiki. Wir haben ueber verschiedene Dinge geredet, Behandlungen gegeben, uns entspannt, meditiert...
Nathaly hat direkt Kontakt zu den Inselbewohnern geknuepft und so waren wir am 2. Tag bei Towlen in der Sauna eingeladen, die er selber gebaut hat. Mit 10 Leute darin war es dann richtig kuschlig, aber wir hatten viel Spass. Auf dem Rueckweg zu Gabis Haus durch den Wald konnten wir dann einen fantastischen Sternenhimmel geniessen. Was fuer ein schoener Abend. Danach sind wir aber alle totmuede ins Bett gefallen.
Am naechsten Tag hiess es dann Abschied nehmen. Das war gar nicht so einfach, denn man hat sich in der kurzen Zeit doch recht gut kennengelernt.
Jetzt waren Gabi und ich nur noch zu zweit und wir haben die Zeit zum entspannen, fuer Spaziergaenge und lesen genutzt. Ein wenig gerabeitet haben wir auch und so wurde ein Zimmer neu gestrichen, geputzt und Gas ausgetauscht. Als Belohnung sind wir bei Joy einkaufen gegangen. Sie hat einen kleinen Laden mit den verschiedensten Dingen von Schmuck, ueber Bilder, Kristalle, Kleider, Schals, Raeucherstaebchen bis zu einem kleinen Videoverleih.
Freitag Abend sollte eigentlich Neil wieder mit der letzten Faehre kommen, aber er hat es nicht frueh genug von der Arbeit zur Faehre geschafft. Als wir auf ihn am Dock gewartet haben, steigt eine ganze Band mit Instrumenten aus der Faehre. Nach kurzer Nachfrage ist geklaert, dass sie heute in Pub um 22 Uhr spielen. Nach dem Abendessen mache ich mich also mit Taschenlampen bewaffnet auf den Weg. Ich bin zuvor noch nie alleine in eine Bar gegangen, aber in Lasqueti ist alles etwas anders. Es war auch gar kein Problem. Obwohl ich die einzige nichtinsulanerin war (selbst die Band kommt von der Insel), habe ich ganz schnell die anderen kennengelernt. Es war jedes Alter und jeder Stil (von Zottelhaaren bis Jackett) vertreten, so dass man sich direkt wohlfuehlt, da hier jeder willkommen ist.
Am naechsten Tag kam Neil und leider mit ihm schlechteres Wetter. So haben wir 2 gemuetliche Tage im Haus am Kamin verbracht (lesen, spielen, schlafen, essen).
Sonntag Abend ging es bei schwereren Seegang zurueck nach Vancouver Island. Zum Glueck bin ich nach dem Segeltoern nicht mehr so empfindlich.

Nun sind wir wieder zurueck in Victoria. Dort ist erst einmal "shoppen" angesagt, da Johannes und ich unsere Campingausruestung noch erweitern muessen. Nach einem erfolgreichen Tag und tatkraeftiger Unterstuetzung von Gabi ist der Grosseinkauf abgeschlossen. Jetzt muss ich nur noch schauen wie ich das ganze Zeug nach Vancouver bekomme. Meine Tasche/Rucksack war schon auf dem Hinweg sehr schwer und das wird sich mit den zusaetlichen Sachen jetzt nicht bessern.
Ansonsten nutzen wir noch das schoene Wetter und machen Spaziergaenge mit Cassy.
Am Freitag haben wir 2 Freundinnen von Gabi besucht. Dort hat sie uns dann einen Malkurs gegeben. Die Zeit ist dabei wie im Flug vergangen und am Ende hatten wir doch alle ganz nette Bilder zustande gebracht (dafuer, dass wir seit der Schule nicht mehr wirklich gemalt haben). Ansonsten habe ich noch Geoff (kenne ich noch von dem letzten Canada-Besuch) auf einen Kaffee getroffen, mit Gabi Yoga gemacht, Filme geschaut, meine gesammelten Muscheln verarbeitet.. Also langweilig war mir bestimmt nicht.

Am Wochenende ging es nach Tofino. Das ist ein kleines Surfer-Staedtchen an der Westkueste von Vancouver Island. Im Bus habe ich direkt Gant und Bianca aus Australien kennengelernt und bin in das gleiche Hostel wie die beiden. Das habe ich auch nicht bereut, da die Unterkunft einfach super war. Nach der Stadterkundung bin ich abends mit Gant und 3 Mexikanerinen zu einem Konzert in Tofino gegangen. Die Band aus Vancouver war klasse (eine Mischung aus Rock, Ska und was auch immer) und wir hatten einen netten Abend.
Am naechsten Tag bin ich dann frueh aufgestanden und wollte mit Bianca den Bus nehmen um die Straende zu erkunden. Leider faehrt jedoch in dieser Jahreszeit kein Bus mehr. So haben Gant und ich dann beschlossen per Anhalter die Kueste zu erkunden. Das ging auch relativ gut und so kamen wir zu allen Plaetzen die wir sehen wollte. Die Straende sind traumhaft und selbst bei dem kuehlen Wetter immer noch von vielen Surfern besiedelt. Habe richtig Lust bekommen mir auch ein Bord auszuleihen - habe das dann aber doch auf unsere waermeren Reiseziele verschoben. So hatten wir dann Zeit auch kleine Wanderrouten durch den Regenwald zu erkunden. Die Gegend ist bekannt fuer riesige Baeume, die teilweise ueber 800 Jahre alt sind. Nach so viel frischer Luft waren wir natuerlich hungrig. In der grossen Kueche des Hostels war Abends immer High-Life, da jeder sein Essen zubereitet - somit der beste Platz um neue Leute kennenzulernen. An dem Abend waren besonders viele Deutsche da, so dass sich der einzige Franzose schon beschwert hat, dass er nichts mehr versteht. Dabei sind es doch gerade die Franzosen die ansonsten so ungern englisch sprechen ;-) Den Englaender hat es aber nicht gestoert, da er so in den Genuss seines ersten Wiener Schitzels kam.
Haben dann noch Billiard und Tischfussball gespielt, wobei in Sachen Fussball die Deutschen klar ueberlegen waren.
Am naechsten morgen bin ich noch einmal zu einem nahegelegenen Strand, bevor es dann mit dem Bus wieder zurueck ging. Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt und ich hatte eine tolle Zeit mit ganz vielen netten Leuten.
Zurueck in Victoria war ich dann erst einmal hundemuede. Wieder alleine in "meinem" Zimmer (ohne schnarchende Mitbewohner etc.) konnte ich dann aber ganz viel Schlaf nachholen.
Zu dieser Zeit des Jahres ist in Canada Halloween angesagt. Mein Wochen-Programm schliesst daher natuerlich entsprechende Aktivitaeten ein. So war ich mit Kenny und seiner Freundin Liane und noch anderern Freunden in einem "Haunted House". Das war eine Art Geisterbahn durch 2 Scheunen mit Stellwaenden, Schauspielern, Lichteffekten... Ich bin mit 2 Freundinnen von Kenny und Liane durch das Haus, die definitiv noch schreckhafter waren als ich. Der Vorteil war, dass es mir nicht so peinlich war, wenn ich mich vor jedem hinter der Wand hervorspringenden Schauspieler zu Tode erschreckt habe. Der Nachteil war, dass niemand von uns dreien vorgehen wollte. Tatsaechlich haben wir aber doch irgendwann wieder lebend heraus gefunden. Nach so viel Schreck war Donnerstag Abend zum Ausgleich gemuetliches Pumkin schauen angesagt. Hunderte von geschnitzten Kuerbissen waren in einem Park ausgestellt, welche bis Halloween bewundert werden koennen. Ideale Umgebung fuer einen naechtlichen Spaziergagng.
Donnerstag und Freitag hat Gabi auch tagsueber einen Reiki-Kurs gegeben an dem ich teilgenommen habe. Mit 3 anderen Teilnehmern haben wir 2 schoene Tage verbracht. Tja, da wird Johannes wohl demnaechst mein Opfer werden um alles Gelernte zu Trainieren.
Tja, dies ist nun schon mein letzter Tag in Victoria. Neben packen und aufraeumen geht es aber noch Mittags in die Stadt, wo ich unter anderem mein erstes Rugby Spiel sehe. Geoff spielt dort fuer James Bay. Die haben zwar an dem Tag bitter verloren, es hat aber trotzdem Spass gemacht sich das Spiel anzuschauen. Ist eine interessante Mischung die in Teilen sogar an Kunstturnen, Wrestling und Schlammcatchen erinnern.
Abends war dann die Halloween-Party bei Geoff. Aus einem "ich wollte nur mal kurz vorbei schauen" ist dann ein "wir feiern durch die ganze Nacht..." geworden. Ich hatte also viel Spass und jede Menge netter Leute kennengelernt. War nur nicht so einfach am naechsten Morgen nach 2 stunden Schlaf um 6 Uhr aufzustehen. Dafuer ging es dann direkt auf die Faehre um Johannes in Vancouver zu treffen, um dann mit ihm nach Penticton zu fahren.
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Comments

stiller
stiller on

Zahn
Das war keine Wand sondern eine Säule!!!
Deine Mutter

marcusp
marcusp on

Hi
Hey Marie,
wollt mich auch mal für deine stories bedanken, war die letzten 2 monate immer wieder schön herrliche Bilder von eurem Trip zu sehen, noch ein Monat dann geht es bei uns nach australien los, wünsch dir viel glück bei der Jobsuche und weiterhin viel spass.
Gruß Marcus

juliak
juliak on

Ich will auch
Hallo Marie, eigentlich wollte ich ja gerade ins Bett gehen als mir eure Page mal wieder in die Hände viel!! Ich verfolge wie angekündigt regelmäßig eure Schritte und bin zu tiefst beeindruckt!! Eure Berichte und Bilder sind wirklich klasse und auch mein Papa (der neulich zufällig in mein Zimmer in Mainz kam als ich mir eure Fotos angeschaut habe)war völlig begeistert!!! Also weiter so, es macht riesig Freude und Lust auf mehr....
Liebe Grüße aus dem trüben Trier
Julia

miriam.vogler
miriam.vogler on

Zahn...
Ja, wir hatten schon ein gefährliches Leben in der Gruppenstunde.... Mit verbundenen Augen kann man die Säule ja auch nicht sehen....

Macht super Spaß Eurer Tagebuch / Bilder im Internet zu verfolgen!!!

Alles Liebe
Miriam u Sonia aus Kastel....

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