Uzbek Cultur

Trip Start Oct 01, 2008
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Trip End Nov 04, 2011


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Flag of Uzbekistan  ,
Wednesday, March 11, 2009

Auf nach Usbekistan, auf nach Taschkent. Nachdem mir die Botschaft die Vorfreude auf die Reise nach Usbekistan fast schon verdorben hatte, hat mir das Wetter die Freude an Almaty verdorben. 10 bis 20 Centimeter Neuschnee und -12 Grad Celsuis am Morgen des Abflugs, da kann's doch eigentlich nur besser werden. Die erste Herausforderung war der Flug mit "Air Company Scat". Ja, hab ich auch noch nie gehoert. Bis auf die Geschichte, die mir jeder erzaehlt hat als ich sagte ich flieg mit Scat; das ist doch die Airline, von der jahrelang ein abgestuerztes und ausgebranntes Flugzeug auf dem Flughafen in Astana lag. Richtig, die muss das dann wohl sein. Geflogen wurde mit einer Antonow An-24, alles in allem ein sehr uebersichtliches Flugzeug.

Im Gegensatz zu Almaty waren's in Taschkent gleich +12 Grad, die Baeume fangen schon an zu bluehen, insgesamt ist alles ziemlich mediterran, man kann draussen sitzen. Die Stadt ist ueberwaeltigend, muslemischer gepraegt als Almaty, sauberer, der Verkehr ist entspannter, waehrend in Almaty der Toyota Prado das meistgefahrene Auto ist, ist es in Taschkent der Daewoo Matiz. Mit unserem lokalen Bueroleiter hatte ich einen extrem hilfsbereiten Betreuer, der mich nicht nur unseren Banken, Grosshaendlern, Kollegen und Kunden vorstellte, sondern mir auch ein bisschen die usbekische Kultur vorstellte. Die Dinge, die mir am wichtigsten vorkamen sein hier kurz zusammengefasst.
1. Plov Party
2. Weltempfinden
3. Humor

1. Plov ist das usbekische Nationalgereicht. Ein Reisgericht, sehr oelig, mit gelben Karotten, Rosinen und Kichererbsen. Das spannende war, dass man sich wirklich stundenlang darueber unterhalten kann, wie der Plov in den Regionen Usbekistans variiert, im Ferghana Tal macht man's so, in Buchara anders, in Taschkent besser und in Kasachstan ganz falsch. Und das Schoenste daran: Wenn man das alles erzaehlt bekommt kommt es einem wirklich so vor als ob es ein wirklich wichtiges Thema waere, bei Plov wird kein Spass verstanden. Und zu allem Ueberfluss gibt es in Usbekistan zu jedem Anlass Plov Parties. Die sind teilweise frueh um 6, teilweise abends um 10, bei Nachbarn, Freunden, Verwandten, mindestens ein oder zweimal die Woche, zu Stosszeiten aber auch fuenf oder sechsmal die Woche. Wie man das Zeug staendig essen kann ist mir nicht ganz klar, aber ich bin ja auch kein Usbeke. Auf jeden Fall hat sich mir der so ernste Term Plov Party extrem in die Erinnerung gefressen.

2. Besonders zu Denken gegeben hat mir eine Geschichte unseres Bueroleiters: Er, der aus Taschkent kommt, hier im Mittelpunkt der Welt lebt, Doerfer und Taeler in Usbekistan bereist um Medikamente an die Frau zu bringen. Er erzaehlte mir, dass er auch mal am AdW war, da gab es noch nicht mal Schilder auf Englisch, ringsherum nur Wald, weit und breit nichts was man haette tun koennen, keine Stadt, keine Einkaufsmoeglichkeit, keine Leute, die ihn verstanden haetten. Um genau zu sein war er auf einem Seminar zusammen mit ein paar Aerzten, im brandenburgischen Bad Saarow. So unterschielich kann doch die persoenliche Wahrnehmung sein.

3. Nachdem ich schonmal geschrieben hatte, dass der Humor in Kasachstan fuer mich doch eher schwierig zu verstehen ist, ist das in Taschkent wieder anders. Man spasst ueber die Nachbarlaender, sich selbst und ueber alles und jeden. Aus Freude endlich mal wieder ein paar Witze zu hoeren, ueber die ich auch wirklich lachen konnte, sein hier stellvertretend einer aufgefuehrt.
Putin, Bush und Karimov (Praesident Usbekistans) stuerzen mit dem Flugzeug ab, sterben und landen in der Hoelle. Sie sind alle der Meinung, dass sie da nicht hingehoeren. Putin will Medwedew anrufen um ihm zu sagen, dass er ihn da rausholen soll. Schweren Herzens stimmt er zu pro Minute 1 Millionen Dollar zu zahlen. Bush ruf aus gleichem Grund Obama an, auch wenn er dafuer 10 Millionen Dollar pro Minute bezahlen muss. Karimov ruf einen seiner Minister an, telefoniert ganz entspannt eine Stunde und braucht dafuer nichts zu bezahlen. Entruesstet fragen Bush und Putin nach, wieso das der Fall ist, worauf Gott antwortet, dass aus der Hoelle nach Usbekistan nur ein Stadtgespraech sei.
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