Überlebt

Trip Start Jan 29, 2010
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11
19
Trip End Feb 14, 2010


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Where I stayed

Flag of India  , Kashmir,
Saturday, February 6, 2010

Heute sind Waldabfahrten angesagt. Wegen dem dichten Schneefall ist die Gondel gesperrt und es bleibt eigentlich nur die Moeglichkeit von Gulmarg ca. 500 Hoehenmeter nach Babareshi durch den Wald abzufahren. Das Problem ist allerdings, dass es unter dem Pulver keine Grundlage gibt. Oder besser gesagt: Steine und Felsen gibt es schon!
Es knirscht, kracht und quitscht ganz bedenklich - und vor allem ziemlich unvorhersehbar.
Wir werden auf einer Waldstrasse abgeholt und wieder raufgefahren. Die zweite Abfahrt ist dann wirklich grenzwertig. Es geht total steil los und jeder Schwung loest so eine Mini-Lawine aus. Dabei ist das Hauptproblem, dass fuer die Nachkommenden kein Schnee mehr da ist. Andreas macht einen ziemlich unkontrollierten Ausritt, bei dem Chris alle Zustaende bekommt. Peter koepfelt schliesslich einen Hang runter und haut sich die Rippen bei einem Baumstamm an: "des brauch i nimmer!"
Es ist keine Ueberraschung mehr (siehe Titel) - es haben alle ueberlebt. Wir fahren zum Mittagessen nach Tangmarg wo wir letztens schon gut gegessen haben. Herwig, dem es heute nicht so gut geht (Magengrummeln) und Peter fahren direkt zum Hotel zurueck.

Wir ueberlegen, ob es angesichts des dauernden Schneefalls nicht Sinn machen wuerde einen Tag frueher nach Delhi zu fliegen, aber bis auf Kingfisher, der recht teuer ist sind alle Flieger ausgebucht. Die Fluege von Delhi rauf sind heute wegem Wetter gecanceled worden.

Norbert:
es schneit jetzt schon 3 Tage - und ich schätze es hat mehr als einen halben Meter hergeworfen. Das Schneeproblem fuer Gulmarg ist damit gelöst.
Fuer uns heisst das, dass die Obere Sektion der Gondel bis zu unserer Abreise nicht mehr in Betrieb geht - dazu muss es nämlich zu schneien aufhören, dann rueckt die Ski-Patrol aus, sprengt die lawinengefaehreten Stellen und öffnet erst am nächsten Tag wieder Lift und Hänge.

Samstag: Und wenn wir gewusst haetten, was da kommt, waeren wir schoen brav zuhause, also im Hotel geblieben.
Das Skifahren bei Schechtwetter schaut so aus: Der Jeep bringt dich zur Abfahrtsstelle gleich hinter Gulmarg. Von dort gibt es unzaehlige Moeglichkeiten bis nach Barbareshi, einem Dorf ca. 500 m darunter abzufahren.
Von dort holt dich der Jeep wieder und nach 15 - 30 Minuten stehst du wieder vor der naechsten Abfahrt.
Erste Abfahrt: wir fahren in ein Tal, direkt neben einem Ruinen-Rohbau ein. Es ist brutal steil, durch den Tiefschnee aber kein Problem - aber weiter unten hat es nicht so viele Schnee. Wir krachen ueber Aeste und Steine - dann wirds flacher und wir sind bald an der Strasse wo uns der Jeep abholt. So weit noch kein Grund zuhause zu bleiben - danach wieder hoch- Mushtag schaut wo's gehen koennte - wir schauen auch - und wir suchen die Challenge - wir suchen sie viel zu viel und wir kriegen sie dann auch - viel zu viel.
Man kann hier hinunter - nachdem man 2 m ueber eine Mauer gesprungen ist - das wollen wir eigentlich nicht. Franz findet eine Stelle ueber die man zahmer einfahren kann und faehrt los. Jeder Schwung loest eine kleine Lawine aus - es ist aber pulvrig daher kaum ein Problem - eigentlich doch, weil Lawine untern heisst kein Schnee mehr oben. Also muss sich jeder seien eigene Stelle suchen. Mir geht es aehnlich wie Franz - als ich ober 2 Baeumen zum Stehen komme, rauscht der von mir geloeste Schnee ueber mich weg wie eine kalte Dusche.
Der Hang wird weiter unten aber nicht flacher - und auch noch felsiger - Franz hat in der Zwischenzeit einen Weg nach unten ins Flache gefunden. Den letzten Teil der Strecke hat er dabei mit wenig Bodenkontakt aber ohne Sturz zurueckgelegt.
Chris empfiehlt mit emotionalem Unterton zu traversieren. Also traversiere ich - mitten in die Felsen.
Vorsichtig Schritt fuer Schritt steige ich mit den Skiern ab. Nach ca. 5m gibt's eine Stelle von der ich senkrecht nach unten abfahren kann - und damit bin auch ich aus dem Schneider.
Peter hat leider nicht so viel Glueck - er rutscht beim Absteigen aus und überwindet den Hoehenunterschied mit 3 Ueberschlaegen und einigen harten Bodenberuehrungen. Peter und wir haben grosses Glueck - nichts ernsthaftes. Die Rippen tum ihm beim Schnaufen einen halben Tag weh und sein Sprunggelenk meldet sich - wie so oft bei diesen Sachen - erst am naechsten Tag.
Die Skier schaun wild aus - aber keine Kanten beschaedigt.
Also gut - wir haben genug: Herwig und Peter zum Hotel - Peter weil Sturz, Herwig weil er als erster dem indischen Essen Tribut zollt - Magenweh.
Der Rest geht nach Thungmarg essen.

Andreas faehrt morgen nachhause - also heut Skier zurueck - und dazu muss ich noch was erzaehlen.
Ihr koennt euch ja noch erinnern: Zweiter Skitag unberuehrte Haenge, Extase....
Als Andreas damals am zweiten Hang grad seinen zweiten Schwung ansetzte wurde er aus dieser seiner Extase durch einen unsichtbaren Felsen im Schee jaeh herausgerissen. Dieser Felsen brachte ihn zu Sturz und verbog seien Kante.
- Ski damit hin und Verleiher jetzt nicht sehr erfreut er will 800 Dollar - hatte gar nicht gewusst, dass die Dinger unter unseren Skischuhen so teuer sind. Grosses Palaver bis zum Abendessen ist alles geloest - er bezahlt keine 800, alle zufrieden. Wir aber haben ein bisschen Bauchweh bekommen - und nicht vom indischen Essen. Weil wenn auch wir im Wald ueber Felsen und Kante verbiegt sich - das kostet.
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