Ciudad Perdida - Flussdurchquerungen für Anfänger
Trip Start
Nov 26, 2011
1
18
42
Trip End
Jan 06, 2012
Mit der Dämmerung bin ich aufgewacht, das ist hier so um halb sechs. Auch nachts bin ich öfter mal wach gewesen, entweder vom heftigen Regen, Blitz oder Donner geweckt, oder weil mit das Genick weh getan hat. Das Schlafen in der Hängematte hat sich aber als viel bequemer als gedacht herausgestellt: man kann sich sogar auf die Seite drehen ohne rauszufallen! Lediglich der Kopf ist mir immer zur Seite weggeknickt - mit Kissen wäre das kein Problem... naja, beim nächsten Mal dann!
Nach dem üppigen Frühstück, bestehend aus Rührei, geröstetem Brot, Marmelade, jeder Menge Früchten und Kaffee, hieß es leider wieder rein in die noch nassen Klamotten und Schuhe - bäh! Naja, wenn das Zeug erstmal warm wird auf der Haut gehts schon...
Bei noch leicht diesigem Wetter haben wir uns auf den Weg gemacht, der heute nicht allzu lang sein würde. Und nach ca. einer Stunde kam dann endlich mal die Sonne raus - und puh! - sofort wird es gut warm. Wo man nachts noch gefröstelt hat, kommt man sodann ganz gut ins Schwitzen! Aber ursprünglich hatte ich mir die Hitze wesentlich schlimmer vorgestellt. So heiß war es gar nicht, ich schätze etwa maximal 28 bis 30°C, es ist eher die hohe Luftfeuchigkeit von 87% und mehr, die einem zu schaffen macht.
Und kaum scheint die Sonne wird es lebhaft im Wald: Grillenzirpen ohne Ende, Vogelgekreische, Schmetterlinge in allen erdenklichen Farben und Größen und Blattschneiderameisen überall! Die beißen übrigens nicht (das sind die anderen!) und essen im Übrigen auch nicht die Blätter die sie durch die Gegend tragen, sondern zerkauen sie nur und benutzen sie als Substrat, auf dem sie wiederum einen Pilz züchten, von dem sie sich schließlich ernähren.
Sonnencreme braucht man aber trotzdem nicht, da man überwiegend auf schattigen Urwaldpfaden wandelt... Das wäre auch echt zu viel des Guten, denn man ist eh die ganze Zeit am sich einschmieren und -sprühen, damit einen die lästigen Moskitos nicht auffressen. Zum Glück ist das hier eine Gegend, in der es weder Malaria noch Denguefieber gibt, aber mega-juckende Moskito- und Sandflohstiche sind auch allein schon die Pest!
Und immer wenn die Klamotten einigermaßen trocken waren, oder besser gesagt: sich trocken angefühlt haben, denn wirklich trocken wird hier nie etwas, stand mal wieder eine Flussdurchquerung auf dem Programm, so dass zumindest die Hose wieder klatschnass war.
Bis dann alle durch den Fluss gestackst waren hatte man wenigstens genug Zeit, gleich wieder eine neue Schicht NoPikex-Seife aufzutragen, denn den Fluss hält sie leider nicht aus... aber dieses toxische Zeug, das sie hierzulande verkaufen wirkt (Dank 23% Diethyltoluamid-Anteil!) wenigstens!
Als Verschnaufpause gab es zwischendurch mal einen Stop zum Baden in einem der zahlreichen Ríos, dazu wurde dann Ananas gereicht...
Auf dem Weg kamen einem auch immer mal wieder einzelne Kogi entgegen, die traditionell eine Art weiße Tunika tragen. In dem Matsch macht das zwar nicht wirklich Sinn, da ihr Gewand sich spätestens nach ein paar Stunden in schlammfarben verwandelt, aber das ist halt so... Diese Nachfahren der Tyrona leben noch sehr traditionell, ihre Häuser sind aus einem mit Lehm beklatschten Geflecht gebaut und haben allesamt Dächer aus Palmblättern.
Je weiter wir an diesem Tag kamen, desto 'urwaldiger' wurde es schließlich, man konnte sich förmlich Tarzan an einer der Lianen vorbeischwingend vorstellen! Nach nur etwa viereinhalb Stunden haben wir bereits unser Campo No. 2 erreicht und es hat immer noch die Sonne geschienen!
Also nichts wie raus aus den nassen Klamotten, eine kalte Dusche genossen uns die ollen Klamotten und Schuhe zum Trocknen aufgehängt! Und schon gab es wieder Futter: diesmal eine leckere Suppe mit Kochbananen, Kartoffeln, Kürbis und Koriander, dazu ein paar Salzkräcker - yummi!
Die anderen drei aus meiner Gruppe sind danach noch zum Baden an den Fluss, ich für meinen Teil hatte heute schon genug vom Nass und so endlich mal in Ruhe Zeit (die andere, ca. 20köpfige Gruppe war wieder ein Camp etwa 20 Minuten weiter untergebracht) mein extra mitgeschlepptes Buch ein wenig weiterzulesen. Leider hat es keine halbe Stunde gedauert und es ging wieder los: Regen von jetzt auf gleich, als hätte einer den Schalter umgelegt. Ich hatte gerade noch Zeit, alles fallen zu lassen und schnellstmöglich die Wäsche von der Leine zu retten.... Danach ging es richtig zur Sache: Blitz und Donner und ein Regen wie aus einem voll aufgedrehten Duschkopf.
In dieser Heftigkeit habe ich das bisher nur einmal in Puerto Maldonado im peruanischen Amazonasgebiet erlebt - aber da weiß man wenigstens warum der Regenwald Regenwald heißt! Momentan ist ja sogar Trockenzeit, da will man sich gar nicht vorstellen, wie das in der Regenzeit erst abgeht!
Den weiteren Regen haben wir dann lesend und uns unterhaltend verbracht. Anstrengend aber ganz gut für mich ist, dass alle Spanisch sprechen, nur Facundo spricht so lala ein bisschen Englisch und unseren Guía Miguel verstehe ich nie, wenn er versucht Englisch zu reden, weil seine Aussprache so schlecht ist. So komme ich wenigstens zum Üben!
Eleonora und Rosi, übrigens Mutter und Tochter, aus Bogotá und Facundo, genannt Fucu, aus Argentinien haben sich auch alle Mühe gegeben, einigermaßen langsam zu reden, nur die Argentinier haben eine echt dumme Angewohnheit: alle Wörter, die mit 'll' oder 'y' geschrieben und eigentlich wie 'j' gesprochen werden, sprechen sie wie 'sch' aus. Aus playa zum Beispiel (gesprochen 'plaja') wird dann 'plaischa' - echt gewöhnungsbedürftig! Ich hab ewig gebraucht, bis ich kapiert habe was er sagen wollte als er immer von den 'maischa' gesprochen hat - erst als die Inka ins Spiel kamen war klar: die Maya waren gemeint!
Mittlerweile war es schon dunkel geworden und ich habe noch in wenig mit Stirnlampe meinen Roman weitergelesen während unser Koch schon in der Küche gewerkelt hat. Um halb acht wurde schon wieder Essen serviert, diesmal gab es Reis mit Linsen, Rindfleisch, Kartoffeln und Salat dazu pappsüßen Saft.
Mit Zucker haben sie es hierzulande eh: alles ist völlig übersüßt und selbst in den größten Supermärkten gibt es nicht mal ein Naturjoghurt ohne Zucker zu kaufen.
Zur Krönung hat Miguel als Nachtisch noch einen Rührkuchen ausgepackt (wieder Zucker!)! Nach dem Trek habe ich bestimmt drei Kilo mehr wenn das so weiter geht...
Diese Nacht hatten wir das Glück in 'richtigen' Betten schlafen zu können, d.h. dabei handelt es sich um aus Brettern zusammengenagelte Stockbetten mit einer dünnen Matratze, darüber ein Moskitonetz, wenn man Glück hat bekommt man auch ein Kissen und eine Decke und das Netz hat keine Löcher. Dafür riechen die Betten immer noch etwas muffiger als die Hängematten, klar, hier wird ja auch nie irgendwas richtig trocken, aber wenn man erstmal eingeschlafen ist, merkt man davon eh nichts mehr.
Nach dem üppigen Frühstück, bestehend aus Rührei, geröstetem Brot, Marmelade, jeder Menge Früchten und Kaffee, hieß es leider wieder rein in die noch nassen Klamotten und Schuhe - bäh! Naja, wenn das Zeug erstmal warm wird auf der Haut gehts schon...
Bei noch leicht diesigem Wetter haben wir uns auf den Weg gemacht, der heute nicht allzu lang sein würde. Und nach ca. einer Stunde kam dann endlich mal die Sonne raus - und puh! - sofort wird es gut warm. Wo man nachts noch gefröstelt hat, kommt man sodann ganz gut ins Schwitzen! Aber ursprünglich hatte ich mir die Hitze wesentlich schlimmer vorgestellt. So heiß war es gar nicht, ich schätze etwa maximal 28 bis 30°C, es ist eher die hohe Luftfeuchigkeit von 87% und mehr, die einem zu schaffen macht.
Und kaum scheint die Sonne wird es lebhaft im Wald: Grillenzirpen ohne Ende, Vogelgekreische, Schmetterlinge in allen erdenklichen Farben und Größen und Blattschneiderameisen überall! Die beißen übrigens nicht (das sind die anderen!) und essen im Übrigen auch nicht die Blätter die sie durch die Gegend tragen, sondern zerkauen sie nur und benutzen sie als Substrat, auf dem sie wiederum einen Pilz züchten, von dem sie sich schließlich ernähren.
Sonnencreme braucht man aber trotzdem nicht, da man überwiegend auf schattigen Urwaldpfaden wandelt... Das wäre auch echt zu viel des Guten, denn man ist eh die ganze Zeit am sich einschmieren und -sprühen, damit einen die lästigen Moskitos nicht auffressen. Zum Glück ist das hier eine Gegend, in der es weder Malaria noch Denguefieber gibt, aber mega-juckende Moskito- und Sandflohstiche sind auch allein schon die Pest!
Und immer wenn die Klamotten einigermaßen trocken waren, oder besser gesagt: sich trocken angefühlt haben, denn wirklich trocken wird hier nie etwas, stand mal wieder eine Flussdurchquerung auf dem Programm, so dass zumindest die Hose wieder klatschnass war.
Bis dann alle durch den Fluss gestackst waren hatte man wenigstens genug Zeit, gleich wieder eine neue Schicht NoPikex-Seife aufzutragen, denn den Fluss hält sie leider nicht aus... aber dieses toxische Zeug, das sie hierzulande verkaufen wirkt (Dank 23% Diethyltoluamid-Anteil!) wenigstens!
Als Verschnaufpause gab es zwischendurch mal einen Stop zum Baden in einem der zahlreichen Ríos, dazu wurde dann Ananas gereicht...
Auf dem Weg kamen einem auch immer mal wieder einzelne Kogi entgegen, die traditionell eine Art weiße Tunika tragen. In dem Matsch macht das zwar nicht wirklich Sinn, da ihr Gewand sich spätestens nach ein paar Stunden in schlammfarben verwandelt, aber das ist halt so... Diese Nachfahren der Tyrona leben noch sehr traditionell, ihre Häuser sind aus einem mit Lehm beklatschten Geflecht gebaut und haben allesamt Dächer aus Palmblättern.
Je weiter wir an diesem Tag kamen, desto 'urwaldiger' wurde es schließlich, man konnte sich förmlich Tarzan an einer der Lianen vorbeischwingend vorstellen! Nach nur etwa viereinhalb Stunden haben wir bereits unser Campo No. 2 erreicht und es hat immer noch die Sonne geschienen!
Also nichts wie raus aus den nassen Klamotten, eine kalte Dusche genossen uns die ollen Klamotten und Schuhe zum Trocknen aufgehängt! Und schon gab es wieder Futter: diesmal eine leckere Suppe mit Kochbananen, Kartoffeln, Kürbis und Koriander, dazu ein paar Salzkräcker - yummi!
Die anderen drei aus meiner Gruppe sind danach noch zum Baden an den Fluss, ich für meinen Teil hatte heute schon genug vom Nass und so endlich mal in Ruhe Zeit (die andere, ca. 20köpfige Gruppe war wieder ein Camp etwa 20 Minuten weiter untergebracht) mein extra mitgeschlepptes Buch ein wenig weiterzulesen. Leider hat es keine halbe Stunde gedauert und es ging wieder los: Regen von jetzt auf gleich, als hätte einer den Schalter umgelegt. Ich hatte gerade noch Zeit, alles fallen zu lassen und schnellstmöglich die Wäsche von der Leine zu retten.... Danach ging es richtig zur Sache: Blitz und Donner und ein Regen wie aus einem voll aufgedrehten Duschkopf.
In dieser Heftigkeit habe ich das bisher nur einmal in Puerto Maldonado im peruanischen Amazonasgebiet erlebt - aber da weiß man wenigstens warum der Regenwald Regenwald heißt! Momentan ist ja sogar Trockenzeit, da will man sich gar nicht vorstellen, wie das in der Regenzeit erst abgeht!
Den weiteren Regen haben wir dann lesend und uns unterhaltend verbracht. Anstrengend aber ganz gut für mich ist, dass alle Spanisch sprechen, nur Facundo spricht so lala ein bisschen Englisch und unseren Guía Miguel verstehe ich nie, wenn er versucht Englisch zu reden, weil seine Aussprache so schlecht ist. So komme ich wenigstens zum Üben!
Eleonora und Rosi, übrigens Mutter und Tochter, aus Bogotá und Facundo, genannt Fucu, aus Argentinien haben sich auch alle Mühe gegeben, einigermaßen langsam zu reden, nur die Argentinier haben eine echt dumme Angewohnheit: alle Wörter, die mit 'll' oder 'y' geschrieben und eigentlich wie 'j' gesprochen werden, sprechen sie wie 'sch' aus. Aus playa zum Beispiel (gesprochen 'plaja') wird dann 'plaischa' - echt gewöhnungsbedürftig! Ich hab ewig gebraucht, bis ich kapiert habe was er sagen wollte als er immer von den 'maischa' gesprochen hat - erst als die Inka ins Spiel kamen war klar: die Maya waren gemeint!
Mittlerweile war es schon dunkel geworden und ich habe noch in wenig mit Stirnlampe meinen Roman weitergelesen während unser Koch schon in der Küche gewerkelt hat. Um halb acht wurde schon wieder Essen serviert, diesmal gab es Reis mit Linsen, Rindfleisch, Kartoffeln und Salat dazu pappsüßen Saft.
Mit Zucker haben sie es hierzulande eh: alles ist völlig übersüßt und selbst in den größten Supermärkten gibt es nicht mal ein Naturjoghurt ohne Zucker zu kaufen.
Zur Krönung hat Miguel als Nachtisch noch einen Rührkuchen ausgepackt (wieder Zucker!)! Nach dem Trek habe ich bestimmt drei Kilo mehr wenn das so weiter geht...
Diese Nacht hatten wir das Glück in 'richtigen' Betten schlafen zu können, d.h. dabei handelt es sich um aus Brettern zusammengenagelte Stockbetten mit einer dünnen Matratze, darüber ein Moskitonetz, wenn man Glück hat bekommt man auch ein Kissen und eine Decke und das Netz hat keine Löcher. Dafür riechen die Betten immer noch etwas muffiger als die Hängematten, klar, hier wird ja auch nie irgendwas richtig trocken, aber wenn man erstmal eingeschlafen ist, merkt man davon eh nichts mehr.


Comments
Hallo Tanja,
rain forest soviel Regen, Regen, Regen!
Warum denn die kurzen Hosen?
Sind lange Hosen nicht besser gegen Mückenstiche?
Ich geh jetzt schwitzen - in der Sauna.
Danach auf ein kühles Bier.
cervesa - salute
matis