Yellowstone am Tripelpunkt

Trip Start May 27, 2011
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Trip End Jun 24, 2011


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Flag of United States  , Wyoming
Tuesday, May 31, 2011

Eine lange Warteschlange an Autos hat sich bereits am östlichen Eingangstor des Yellowstone Nationalparks gebildet. Seelenruhig grast sich ein Bison die kümmerlichen Spuren Grün zwischen all den Fotografen ab. "Don't approach bisons - they are wild and dangerous" - wissen die Viecher denn auch, dass sie gefährlich sind? Wahrscheinlich, drauf geschissen.
Die Zufahrtstraße ist tagsüber aufgrund der Wetterverhältnisse gesperrt, und das gesamte Memorial Day Wochenende über sogar komplett. Es liegen stellenweise noch mehr als zwei Meter hoch Schnee und die Juni-Sonne ist bereits sehr stark - höchste Lawinengefahr!
Um viertel vor Neun geht es endlich los, knapp nach Sonnenuntergang. Warum nur muss der Vordermann an den gefährlichsten Stellen trödeln? Steilhänge links und rechts, meterhoch türmt sich der Schnee auf, wehe wenn er sich in Bewegung setzt, und dann genau an solchen Stellen trödeln? Lebensmüde, oder senil? Sehe ich da nicht eine gehäkelte Klorolle im Heckfenster???
Im Park sind es noch 45km bis zum Campingplatz, Ankunft gegen 10Uhr,von Tageslicht mittlerweile keine Spur mehr. Den zugewiesenen Stellplatz müsste ich erst aus dem Schnee ausgraben...wie lange braucht es wohl für einen Meter überfrorene Schneedecke? Zu lange,  das Zelt lässt sich im Scheinwerferlicht auch auf dem schneegeräumten Asphalt aufstellen.
War der 20°F Komfortbereich Schlafsack im Arches NP vor zwei Jahren deutlich zu warm, erweist er sich nun als goldrichtig, denn die Nacht wird eisig kalt. Bleibt dadurch aber komfortabel. Sich morgens mit Wasser um den Gefrierpunkt inklusive Haare zu waschen, riecht schon etwas nach Masochismus, da werden Erinnerungen an eine schmerzhaft eisige Dusche auf dem Inkatrail wach...
Es ist immerhin ein sonniger Morgen, den ich mit frisch gekochtem Kaffee und selbstimportiertem Luxusmüsli angemessen beginnen kann. Und auch der Tag hält, was der Morgen verspricht - es bleibt sonnig und es wird sogar recht warm. Wenn denn nicht noch überall Schneeberge herumliegen würden, oder Schmelzwasserüberflutungen die Regel wären, ließe es sich bestimmt toll auch abseits der Parkattraktionen wandern. Doch die Jahreszeit hinkt noch drei Wochen hinterher und für den nächsten Tag ist wieder Neuschnee und stürmiges Wetter angesagt...
Und den gibt es dann auch, wenngleich eher als Graupel - ergibt eine interessante Kombination bei der Besichtigung von Geysiren und dampfenden Quellen: Von der Seite der Dampf, der im eisigen Wind an Jacke, Haaren und Kamera kondensiert; von vorne blasen die Graupelkörner schmerzhaft ins Gesicht; oder anders herum, oder alles zusammen. Es ist kalt, kalt, kalt!

Sehr viele Chinesen übrigens hierzulande unterwegs, und längst nicht nur mit pauschalen Bustouren. Gefühlsmäßig fast gleichauf mit einheimischen Amerikanern die zweitstärkste Besuchergruppe - das hat sich definitiv in den letzten vierzehn Jahren verändert. Und ich verstehe nicht ein einziges Wort von dem, was sie sich lautstark entgegenschnattern :-(
Naja zwei Worte "Gibt es nicht" und "Danke" - viel ist das nicht gerade...
Sehr lustig ist es auch eine junge Mutter auf einem Gehweg zu sehen, linker Hand bewaffnet mit einem Kleinkind und rechter Hand mit einer Riesenflasche Bärenpfefferspray, sprühbereit, mit schreiend gelber Aufschrift: "Fight back!" - so sind sie halt die Amerikaner, von einem Extrem ins Andere.
Mal abgesehen, dass ich in der zweiten Nacht den Eindruck hatte, ein Bär würde um mein Zelt herumschleichen, habe ich während dieser Reise noch keinen gesehen - Freß- und Reibspuren finden sich im Wald jedoch häufiger. Man hat's halt nicht leicht als Bär heutzutage, wenn man aus dem Winterschlaf aufgewacht ist, aber fast noch alles dick mit Schnee bedeckt ist...

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