Shakereien in Luang Prabang

Trip Start Dec 11, 2009
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Trip End Jun 19, 2010


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Flag of Lao Peoples Dem Rep  ,
Friday, January 22, 2010

16:00 Ankunft am Luang Prabang Flughafen. Arrival und Departure Card habe ich bereits im Flieger ausgefüllt, zusätzlich folgt nun anstehen für den On Arrival Visaantrag mit Passfoto und 30 US Dollar in bar für Deutsche. Deutschsein ist hier billiger, andere Europäer müssen 5 Dollar mehr zahlen, nur die Schweden kommen mit 31 Dollar beinahe gleichgünstig ins Land.
Einige Minuten später ist wieder eine Seite im Pass beklebt und bestempelt, ich zapfe aus einem Geldautomaten den Maximalbetrag von 700.000 Kip, knapp 60 Euro und verlasse mit all meinem Gepäck das Flughafengebäude. Ein Taxiticket kostet 50.000 Kip, laut Reiseführer sollen dafür bis zu sechs Personen mitgenommen werden können, die Realität sieht aber so aus, dass zwei Einzelreisende zweimal zahlen und sich dafür eine Sitzbank teilen dürfen.
Wenige Minuten später erreiche ich mein Gasthaus, highly recommended ließ sich travelfish.org darüber aus. Kurz nach meiner Ankunft dort fängt s an zu regnen und der Strom fällt in de gesamten Stadt aus. Laos ist halt doch eine andere Nummer als Thailand. Ein Amerikaner kommt ein wenig entrüstet an die Rezeption und stellt fest, dass das Internet gone ist. Tja, kein Strom kein Funk :-)

Ich mache mich dann mit meinem Schirm auf einen ersten Streifzug am Mekongufer auf, ohne ihn allerdings zu benötigen.
Auf einer der ersten Bambusterassen auf dem Weg gönne ich mir in guter Tradition mixed vegetables und ein Sodawater.
Etwas weiter gönne ich mir einen Pineapple Joghurtshake. Die Karte sagt 6000Kip für einen Joghurtshake, 5000Kip für einen Pineappleshake, macht für meinen Shake an der Kasse 10000Kip. Gut nachvollziehbare Laotische Touristenmathematik und ich fange beim Gehen an zu fluchen. Im selben Augenblick rutsche ich aus und lande beinahe in der Gosse. Wenn dass mal nicht ein Zeichen ist, sich nicht durch Nepp in böse Schwingungen versetzen zu lassen, was dann? Da ich mich noch fange, kann ich unbefleckt schmunzeln und mich bemühen, wie der Meditationslehrer nun sagen würde, good housekeeping of the mind zu machen und finstere Gedanken möglichst auszusperren. Du kommst hier nicht rein, Du nicht!
Meine Shakepenunzen werde ich zukünftig woanders ausgeben!

Ich lerne abends, dass historical wooden building nur in Ausnahmefällen (wie in Ayuthaya!) ein hübsches heimeliges Holzhaus darstellt, sondern historisch sich auf einen einstmals guten Zustand bezieht. Hört sich jetzt schlimmer an, als es war, aber entäuschte Erwartungen wiegen schwerer, als überkommene Befürchtungen. Kann das Gasthaus ja auch nichts für, das nebenan eine Küche steht, mit einem Riesenkühlschrank, oder einer anderen Monumentalapparatur, die Vierundzwanzig Stunden täglich läuft und selbst mit Ohrenstopfen kaum Schlaf finden lässt.
Da helfen mir auch nicht meine bescheidenen Fertigkeiten der Liegemeditation - ich werde grantig und will am Morgen das Zimmer wechseln. Meine Toilette stimmt mir sprotzend und gurgelnd zu. Super, denke ich, falls meine Obermieter Durchfall haben sollten, könnte es sein, dass ich in der Nacht im Bett ertrinke...
Der Zimmertausch klappt nach einem tröstenden Frühstück und ich werde Bewohner eines Riesenzimmers mit drei Betten im Zementhaus mit Stille und WLAN-Restaktivität. Und Fünf Dollar Zuschlag, die mir aber gut investiert scheinen. Eine gute nächste Nacht gibt mir recht.

Morgens erforsche ich den lokalen Mobilfunk. Für 40000Kip erstehe ich eine ETL Prepaid SIMcard. Die funktioniert auch, und ist durch einen Anruf auch schnell aktiviert mit 20000Kip Gepsrächsguthaben - eine SMS nach daheim kostet 860Kip also etwa 7 Cent.
Mit meiner Frage nach GPRS Aktivierung meiner neuen Rufnummer überfordere ich das Personal des Telefongeschäftes aber nicht nur sprachlich (postoffice!) sondern auch intellektuell. Ich will ja gerne das Callcenter (nicht postoffice) anrufen und meine Nummer für GPRS freischalten lassen, aber die Anzahl der englischsprachigen Serviceleute liegt bei unter Eins und please hold the line geht nur für 45 Sekunden, dann wird die "Leitung" gekappt. Für mich das laotisch sprechende Callcenter anzurufen ist unter der Würde der Angestellten, denn immerhin hat sie einen enormen Stapel Geldscheine zu zählen, es müssen Zig Millionen an Kip sein. Die Geschäfte mit Handys scheinen gut zu laufen in Luang Prabang...

Den Tag über laufe ich durch die Stadt, probiere die Erzeugnisse einer Garküche (Gebratener Reis mit Huhn und Basilikum, lecker) und lande in Utopia: Eine Bar/Restaurant auf Terassen mit Nam Kha Flussblick. Shake it baby, denke ich mir und ordere zwei Shakes während ich der Verschwörung der Illuminati folge. BananaCoffeeshake wird zu einem meiner Favoriten, allein das Wechselspiel im Glas zu betrachten macht Spaß. Um mich für meinen verlängerten Laosaufenthalt zu orientieren, erwerbe ich im L'etranger Gebrauchtbuchladen ein aktuelles EinsamerPlanet Laos Exemplar in Deutsch. Dazu noch einen schmuddeligen Frank Schätzing und nach einer Tagestourbuchung ist meine Barschaft bereits aufgebraucht. Es reicht noch für ein Chickenbaguette mit Leichtcola auf dem Nachtmarkt, bevor ein Geldautomat dann doch noch gnädig ist und Geld ausspuckt. Bisher dachte ich, dass die Automaten maximal zwanzig Scheine ausspucken können, doch dieses Exemplar hat eine große Klappe und bietet einen Packen von 35 Scheinen an. Verschluckt sich allerdings um Haaresbreite daran und ich muss sie aus ihm herauszerren..

Den nächsten Tag war Trekking angesagt: eine mehrstündige Wanderung von einem Hmongdorf aus zum KuangSi Wasserfall. Faitrek nennt sich das Konzept, bei dem die Gemeinschaft vor Ort zu einem großen Teil vom Tourismus profitieren soll. Slippery when wet ist es häufig auf dem Weg, während der Regenzeit dürfte die Tour annähernd unmöglich sein, zumindestens eine Schlammschlacht.
Am Wasserfall herrscht natürlich einiger Betrieb und dann gibt es noch ein Bärenrettungscenter, woraufhin eine Australierin enttäuscht ist, dass we see bear, not beer :-) Sie reisen morgen nach Viang Vieng weiter, da ergibt sich noch genügend Gelegenheit Bier statt Bär zu sehen.

Shaken to the Bone...


Ein Teil der Trekkinggruppe verabredete sich zum Abendessen. Es gab auch ein Wiedersehen: Eine ehemalige Mitreisende der Birmarundreise gesellte sich hinzu: Dank "lokaler" SIM Karte im Wählknochen konnten wir uns günstig kurzschließen und eine Treffpunkt verabreden.

Wir wählten ein Terassenrestaurant am Mekong, bestellten mehrere Gerichte und eröffneten nach asiatischer Sitte daraus unser perönliches Tischbuffet, Wahrscheinlich hätte ich den Dragonshake mit Joghurt nicht trinken sollen - er schmeckte gut, aber gegen Zwei in der Nacht wachte ich mit Fieber, Übelkeit und übel geblähtem Bauch auf. UhUh, das ist nicht gut - schloß sich mein Verstand meinem Körper an.
Die Versuche, mich durch einen Finger im Hals von der schlechten Verpflegung zu befreien gelangen mir nicht: Lautstarkes Würgen ja, aber mehr nicht. Es dauerte noch eine dreiviertel Stunde, in denen sich alle Körperschleusen öffneten und ich mir sogar einen Stuhl vor meine Schüssel stellte. Gegen Morgen war ich gefühlte Zwanzig Kilo leichter...
Zwischendurch befürchtete ich bereits an Dehydration einzugehen, wie eine vergessene Topfpflanze, war doch meine Mineralwasserflasche leer und um vier Uhr morgens wollte ich nicht an den Getränkekühlschrank der Rezeption schleichen, denn es brannte kein Licht und ich wollte das in der Raumecke schlafende Hausmütterchen nicht aufwecken. Überlegte, ob ich nicht doch etwa etwas Leitungswasser nehmen und mit Wasserentkeimungsmittel versetzen sollte, beschloss dann aber (zu Recht, wie man diesem Beitrag entnehmen kann), dass ich auch ohne, den Morgen erleben werde. Ich besorgte mir dann frühmorgens eine Jumboflasche Wasser und zwei Dosen Cola an der Rezeption. Die Cola kam zusammen mit meiner von daheim mitgebrachten Packung Salzstangen zum Einsatz und wirkten Wunder. Den Tag über verbrachte ich im Zimmer und auf Toilette, um mich zu erholen. Ich habe viel gelesen, meinen sechsundertseitigen Dan Brown Schmöker konnte ich dadurch am Nachmittag beenden und zuklappen.
Für den Spätnachmittag war ich zum Sonnenuntergangsaufstieg auf den PhuSi Tempelberg verabredet, dort schlich ich hin, fühlte mich allerdings zu schlapp um Hunderte Treppenstufen zu erklimmen und wartete am Fuße des Hügels, immer wieder belagert von "You buy something" Verkaufskindern.
Mehr als ein Süppchen und einen schwarzen Tee am Abend konnte ich mir nicht zumuten, selbst das brachte meinen Magen an seine Grenze - Salzstangen mit Colaleicht vertrug ich dagegen wunderbar.
Für die nächste Zeit bin ich erstmal vorsichtiger mit dem Essen, insbesondere Joghurt...

Momentan scheint im Tempel um die Ecke ein großes Marathon Tempelfest zu sein. Gestern war bereits die zweite Nacht, durch die hindurch musiziert und lamentiert wurde. Beinahe nonstop und natürlich durch etliche scheußlich klingende Megaphone verstärkt, damit auch die Nachbarn von den Segnungen profitieren. Von "indianischem" Gejaule bis spacig-esoterischen Klanglandschaften wird so ziemlich alles verstärkt und zur Beschallung eingesetzt.


 Der Tag endet mit lang anhaltendem Regen. (Welcher dem finalen Tag des Tempelfestes ein schnelleres Ende setzt, wahrscheinlich sind die Megaphone nicht wasserfest verdrahtet gewesen...)
Meine morgige Weiterreise in den Norden nach Nhong Kiaw per Minivan ist organisiert, Ich frage mich natürlich, wie es auf den Straßen in den Bergen aussieht, wenn die Trockenzeit - wie im Moment gerade - nicht so trocken sein sollte... und was ich bei Regen in einem Kaff in den Bergen mache... Statt wandern, Einheimische belästigen, Lesen? Habe Dan Brown gegen ein etwas ramponiertes, deutschsprachiges Exemplar von Yu Hua, Zwei Brüder, 750 Seiten, 1kg eingetauscht und dan hätte ich auch noch einen lautlosen Frank Schätzing und natürlich Meditation, Internet und und und...
Nachdem ich es geschafft habe, über GPRS im ETL Mobilfunknetz im Web zu surfen (natürlich nicht über das eingebaue UMTS-Modem, sondern per Anschluß des Wählknochens per USB Kabel und passender Browserproxyeinstellung, dann aber auch NUR Browser, nix E-Mail Programm oder dergleichen, denn der Zugang zum Netz ist nur im Handy simpel, denn auf die Idee zu kommen einen Proxyserver für einen Mobilfunkanbieter konfigurieren zu können, bzw. zu müssen ist bei Acers 3G Connection Manager niemand gekommen, da läuft es dann so ab, SIM rein, Verbindung versuchen und endlose Festplattenaktivitätslämpchenbeleuchtung genießen - es zeigt sich jedenfalls, dass man manchmal NUR dann eine Chance hat, wenn man konfigurieren KANN, je vollintegrierter, aus einem Guß bestend, die Software zu sein vorgibt, desto wahrscheinlicher, dass es voll in die Hose geht) nachdem ich es also geschafft habe, besorgte ich mir eine ETL P-Phone Refill Rubbelkarte (expired 31/12/2008 aber das machte tatsächlich nix, wie die Verkäuferin nach telefonischer Rückfrage behauptete) um mir zusätzliche SMSe und Megabytes zu verschaffen - Dschungelfunk is ready.

Habe mich gerade nochmals online über die Gibbonexperience im Norden informiert: Baumhäuser, Ziplines: ja, aber Schlamm,Schlamm, Blutegel, Baumratten, Monsterspinnen, unverständliche oder unverstandene Guides, Stunden durch Schlamm und viel Schweiß: Ich weiß nicht, denke aber eher nööö, muß ja nicht jede Verrücktheit mitmachen und Dschungelgeräusche kann ich auch einfacher haben...

Heute bin ich dann doch über den Phou Si gekraxelt, mir geht es wieder gut, gut genug für zwei utopische Shakes, viel Bewegung und ein letztes gemeinsames Abendessen, bis sich unsere Wege erneut trennten.
Die Moskitos hier sind übrigens extrem tückisch, dreist und dabei kaum auszumachen und bedürfen der absoluten Vermeidung von unbedeckter oder unvergifteter Haut, ansonsten: zackzackzack! Ich hasse diese Viecher und kann ihre Vorliebe für mich keinesfalls erwidern.



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