Emsige Buddelei

Trip Start Dec 11, 2009
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Trip End Jun 19, 2010


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Flag of Lao Peoples Dem Rep  ,
Monday, February 8, 2010

Der VIP Bus von Vang Vieng nach Vientiane stellte sich als überteuerte Localbusvariante heraus - ein Seelenverkäufer von vor vierzig Jahren, keine Aircon und mit bemerkbarer Bremsschwäche. Die Fahrt dauert zum Glück nur drei Stunden und durch kleine Schiebefenster habe ich warmen Fahrtwind zum Atmen. (Neben mir sitzt leider so ein Wiedehopfbackpackerfalang, der nach ausgiebigem Alkoholgenuss auch bis 10:00 nicht in der Lage zur grundlegenden Körperhygiene war)
Vom nördlichen Busbahnhof geht es mit dem SammelTukTuk direkt weiter ans Mekongufer und dann ins Gasthaus. Dort findet man zuerst meine Buchung nicht und lässt mich meinen Computer auspacken, um die Bestätigungsnummer nachzuschauen, dann aber findet man mich doch noch, nicht im Computer, aber bei den ausgedruckten Faxen. "Sorry the computer is not always working"
Der Reiseführer hat recht, die Zimmer sind recht klein, aber auch nach Tasche abstellen ist noch genügend Platz um zwischen Bad und Bett zu zirkulieren, was will man mehr? WLAN reicht natürlich nicht bis in den zweiten Stock, so muss ich ins Foyer um Online zu gehen.

Am Mekong wird emsig gebuddelt - es scheint, es wird eine Uferpromenade gebaut. Vielleicht auch etwas Anderes, mir fällt jedenfalls ein chinesischer Torbogen auf, der vor zwei Jahren noch nicht dort stand - ein chinesisches Bauprojekt? Passend zur Freundschaftsbrücke nach Thailand die Freundschaftspromenade aus China?

Ich zapfe mir noch etwas Bares aus einem Geldautomaten und speise meinen Laosreiseführer sowie zwei Romane in den Bücherkreislauf ein; in einem Secondhandbuchladen, der laut zwei Deutschen, die ihn verlassen keiner sei. Wenigstens sagten sie, sie hätten bisher keinen entdeckt. Die gute Frau an der Kasse schaute mich etwas konsterniert und dann belustigt an, als ich nach einem Secondhandbuchladen fragte: Ob ich mich vielleicht einmal umschauen möge???
Ich nehme einen chinesischen Roman: Die Frauen des Hauses Wu mit und lasse mir den Restbetrag auszahlen, etwas später sitze ich für das Geld bei einem hervorragenden Redcurry im Full Moon Cafe, ich hatte der Versuchung auf ein Western Food Pita Curry Chicken widerstanden. In einem anderen Restaurant direkt am Ufer schien man es nicht nötig zu haben, zu bedienen, da bin ich nach ein paar Minuten halt wieder gegangen - zum Glück!

Über- versus Unterversorgung

Den einen Moment hat man Hunderttausende in der Tasche und denkt sich, was soll ich jetzt nur mit dem Geld anfangen und wenige Augenblicke später ist es regelrecht verdampft. Aber Essen muss ich, Zahnpasta und Shampoo sind kein Luxus und auch zu einer traditionellen Laomassage zum Abschluss meines Laosaufenthaltes fühlte ich mich genötigt...
Wieviel der TukTukTransfer zum Flughafen morgen kosten wird, hat sich mir nicht erschlossen - als ich vorhin einen Fahrer nach dem Preis fragte erhielt ich sieben verschiedene zwischen 10 und 50Tausend - ein vom Gasthaus organisiertes Taxi kostet 60Tausend.
Werde wohl nicht drum herum kommen, um einen guten Preis zu feilschen -  Authentic Asia: Fährst Du schon, oder debattierst Du noch?
Vorhin sah ich in einer Straße ein umgebautes Darmstädter Feuerwehrauto stehen, mit Webadresse drauf: www.project-asia.com - es ist immer wieder interessant, welche Menschen, aus welchen Gründen längere Zeit verreisen...
Meine Reise ist anders, ich bilde mich fort - nicht nur sprachentechnisch, sondern habe heute Vormittag etliche podcasts zum Thema Softwarearchitektur heruntergeladen - in einem entspannten Augenblick versuche ich diesen zu lauschen.

Nach einer notdürftigen Reparatur eines Antennenkabels war ich gestern in der Lage, aus 200 Kanälen Schnee Deutsche Welle TV in rauschhafter Pracht hervorzuzaubern und der Diskussion bei Anne Will zu folgen, ob unser Staat denn nun ein niederträchtiger Hehler ist, wenn er die DatenCDs mit den Steuerverbrechern kauft oder nicht. Über staatlich geförderten Datendiebstahl ereiferten sich Anlage- und Managmentberater, stillschweigend wurde versucht Ursache und Wirkung zu verdrehen, denn die "entwendeten" Daten gehören den Steuerbehörden, wurden ihnen vorenthalten. Es ist ärgerlich, dass der Staat Millionen an eine dubiose Person zahlen muss, um die Daten zu erhalten, und hoffentlich werden diese Kosten mit fettem Aufschlag von den dadurch geschnappten Steuerbetrügern eingezogen. Die betrogene Bank möge sich am hinterlistigen Datenverkäufer schadlos halten. Aber wer weiß, womöglich wurden auch reale, unverfälschte "Test-"Daten einem externen Dienstleister zur Verfügung gestellt. Damit haben ja auch Deutsche Unternehmen in der letzten Zeit Erfahrungen mit breitem Medienecho gemacht...
Wenn zeitgleich ein Liechtensteiner Gericht, wegen Steuerhinterziehung verknackten Deutschen eine Entschädigung in Millionenhöhe zuspricht, weil die Bank nicht davor gewarnt hat, dass ihr illegales Treiben aufgrund von Datendiebstahl auffliegen könnte, dann entbehrt dies nicht gerade einer gewissen Ironie...Irgendeiner der Diskussionsteilnehmer bei Anne Will forderte die straffreie Selbstanzeigeregelung und somit das Nullsummenspiel bei Steuerhinterziehung abzuschaffen. Wenn alternativ in Zukunft Schweizer oder Liechtensteiner Banken die Strafbescheide begleichen - soll man da nun lachen oder weinen?
Heute ist das zentrale Thema, dass Deutschland nun offiziell nicht mehr Exportweltmeister ist, sondern China, mein emerging target market.
Zu fliegen bedeutet für mich auch immer Taschen umpacken, insbesondere wenn man, wie ich (gewichtstechnisch) am Limit reist. Taschenmesser, Insektenspray und Sonnencreme raus aus dem Handgepäck und schwere Reiseführer und alle Technik rein. Schwere Wanderschuhe an die Füße, Jeanshose an - Moment was sagt der Wetterbericht? Uhoh 31 Grad in Hanoi? - ok dann Jeanshose doch nicht an. Wieviel Kilogramm zuviel werden es wohl diesmal sein?
Momentanes Wetter in Qingdao: exakt wie daheim, knapp unter Null Grad
und Schnee, jedoch gefühlte minus Dreizehn - brrr! Aber es sind ja noch
knapp drei Wochen, in denen Kälteschock auf weniger als Fünfzig Grad
absinken kann...


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Comments

B-Engelchen on

Hallo Rolf, ich verfolge deinen Blog so alle 14 Tage und habe mit Genuss deine letzten Einträge gelesen. Mach bitte weiter so !!! Bin gespannt auf deine Berichte über Hanoi / Vietnam.
Wir werden die nächsten Tage hier bei Frost Karneval feiern - oder auch nicht. Allaaf !!!

jolali on

Hallo Rolf, ja unbedingt weiter schreiben, wir verfolgen gespannt deine Berichte.
Danke für die tollen Fotos.
Grüße

Claudia K. on

Jaaa, weiterschreiben! :-)

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