Bagan-Eines der grössten Kulturdenkmäler der Erde

Trip Start Apr 10, 2011
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Trip End Oct 09, 2011


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Wednesday, September 14, 2011

In der einstigen Hauptstadt des mittelalterlichen Burmas befinden sich auf 42km2 noch mehr als 3000 Tempel. Ist doch wahnsinnig... Warum gibt es an diesem Ort so viele Tempel? Wer hat sie gebaut? Und wozu? Während 230 Jahren wurden von Königen über 4400 Tempel erbaut, jeweils ca. 20 pro Jahr, wovon einige Erdbeben und Erosionen nicht überlebt haben. Wieviele es exakt sind resp. waren, weiss niemand so genau. Die höchste Anzahl im 13 Jh. lag bei 4446. Viele reiche Buddhisten bauten noch anfang dieses Jahrhunderts neue Stupas, um ihrer Erlösung näher zu kommen und einen upgrade im nächsten Leben zu erlangen. Die Erlösung finden die Buddhisten, wenn sie nicht mehr wiedergeboren werden. So zum Beispiel beten die Nonnen, dass sie im nächsten Leben nicht mehr als Frau geboren werden, sondern als Mann, was der nächsten Stufe entspricht. Sie kommen so der Erleuchtung näher. Der Glauben hat diese Menschen bewegt, diese Tempel zu erbauen und damit einen riesen Schritt Richtung Nirvana zu tun. Bagan war der Platz, an dem Himmel und Erde zusammenstiessen. Die Buddhisten erwarten hier die Erscheinung des nächsten Buddha. Die Stadt war so etwas wie ein buddhistisches Jerusalem.

In Alt-Bagan befinden sich die meisten Tempel. Die Leute, die früher hier zwischen den alten Bauwerken gelebt haben, wurden in den 90er Jahren von der Regierung vertrieben und in Neu-Bagan angesiedelt, um das Gebiet für Ausgrabungen zu nutzen. Bis heute wurde damit nicht begonnen, was die Bevölkerung teils sehr verärgert.

Am besten und günstigsten kann das Gebiet mit dem Fahrrad (Kyat 1500 pro d/Pers. was ca. USD 2.20 entspricht) oder dem Pferdewagen, welcher etwas teurer ist (Kyat 15'000 pro Tag, ca. USD 23.-) erkunden. Zuerst versuchten wir es mit dem gemütlichen Pferdewagen, was in dieser Hitze sehr angenehm ist. So werden uns auch die wichtigsten Tempel erklärt und gezeigt. Das ganze ist hier schon etwas touristischer und wir müssen uns bei den Tempeleingängen durch die Verkaufsstände quälen und die religiösen Bauten in Begleitung von Verkäuferinnen anschauen. Was anfangs teilweise sehr interessant ist, da sie uns vieles erklären und gute Gespräche entstehen. Sie sind auch bereit uns ihre Souvenirs im Tausch gegen Maskara oder Lippenstifte, Schweizer Taschenmesser und T-Shirts anzubieten. Leider haben wir nichts entsprechendes dabei und können aufgrund des Bargeldmangels keine Souvenirs shoppen.

Der Eintritt für jeden Tourist, welcher nach Bagan kommt, beträgt USD 10.-. Wir wurden dazu aus dem Bus gerufen und mussten direkt bezahlen ohne zu wissen, was uns erwartet. Im Hotel wurden wir dann nochmals gefragt, ob wir das Ticket bereits gelöst hätten. Um diesen Preis auch auszunutzen machten wir uns am zweiten Tag mit dem Velo auf. Was jedoch bei dieser Hitze, wir befinden uns in Bagan in einer Trockensteppe, wirklich anstrengend ist. Aber dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. So treffen wir wieder auf interessierte lachende Kinder und freundliche, gesprächige Einheimische, immer winkende Menschen auf hoffnungslos überbeladenen Transporter und die fantastische Stimmung in Alt-Bagan bei Sonnenuntergang. Die Tempel haben wir nach diesem Tag aber wirklich langsam gesehen und genug von den unzerschiedlichsten und schönen Buddhas, welche in jedem der Bauten, ohne Ausnahme zu finden  sind.

In Neu-Bagan besuchen wir eine der für diese Region berühmte Lackwaren-Fabrik und sehen wie Souvenirs aller Art aus Bambus und dem aus den Bäumen gewonnenen Lack handgefertigt werden. Im Souvenirshop treffen wir als einzige Touristen auf eine kleine Gruppe burmesischer Frauen, die mit ihrem deutschen Englischlehrer unterwegs sind und die Aufgabe haben, englisch zu üben. So verbringen wir wieder mehr als eine Stunde mit den anfangs sehr schüchternen Ladies und reden über Gott und die Welt. Diese arbeitenden Frauen bekommen durch eine deutsche Organisation die Möglichkeit ein paar Stunden die Woche englisch zu lernen. Für die einen ist es kostenlos, für die anderen gegen ein kleines Entgeld, jeweils abhängig von der finanziellen Situation ihrer Arbeitgeber, möglich.

So geht unser Besuch in Bagan langsam dem Ende zu. Nach einem leckeren burmesischen Dinner, begleitet von einem traditionellen Puppentheater, freuen wir uns bei einem burmesischen Curry schon auf den nächsten Ort. Er wird auch als die "Perle Myanmars" bezeichnet, der Inle Lake.

Wir sind einfach nur zu tiefst beeindruckt von diesem Land und seinen Menschen. Das Reisen hier ist so einfach, angenehm und spannend. Jeder Ort fasziniert uns aufs Neue und das soll es noch lange nicht gewesen sein...

Liebe Grüsse
Eure Globusbummler
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