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Trip Start Jul 10, 2010
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Trip End Jul 03, 2012


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Flag of New Zealand  , South Island,
Thursday, May 5, 2011

(English below)

Wir hatten einige interessante Begegnungen mit Kiwis (nicht mit den Früchten und nicht mit den Vögeln, sondern den Neuseeländern, die sich selbst gerne so benennen nach ihrem Nationalvogel). Insbesondere die Begegnung mit jungen Neuseeländern war eindrücklich.

Da war einmal die Begegnung mit dem 19jährigen Mädchen, die uns beim Puzzeln in der Puzzle-World kleine Hilfen gab. Sie kam auf uns in einer so ungezwungenen, charmanten, lockeren Art zu, dass ich ganz perplex war. Im Kontakt mit uns fand sie mühelos die perfekte Mischung zwischen der Professionalität einer Angestellten und der offenen, direkten Art eines Menschen, wie Du und Ich, jenseits aller Rollen. Ich dachte mir: So eine soziale Kompetenz entwickeln die meisten Menschen ein ganzes Leben lang nicht, und diese Frau ist schon mit 19 Jahren so authentisch und unaufgesetzt selbstsicher unterwegs in ihrem Leben. Einfach nur toll! 

Die andere Begegnung war mit einem jungen Mann (um die 20 Jahre alt), den wir beim Wandern trafen. Er sprach uns mit derselben unaufdringlichen, zutiefst authentischen Art an wie die junge Frau in der Puzzle-World. Zu allem, was wir im Gespräch teilten, hatte er eine ehrliche und wertschätzende Reaktion. Und alles, was er von sich selbst erzählte, hatte diesen natürlichen, unkomplizierten, locker-selbstsicheren Charakter.

Beide hatten im besten Sinne etwas „Ich-Freies" oder „Egoloses“ an sich, das nicht hart erarbeitet war, sondern ganz natürlich verkörpert wurde. Sie brauchten sich nicht als irgendetwas oder jemanden darzustellen. Sie standen sich selbst nicht im Weg. Sie waren einfach nur sie selbst. Wie kleine Zen-Meister, die noch nie etwas von Zen gehört haben und das auch nicht brauchen. Vielleicht wird man einfach mühelos ein gutes Stück natürlicher, wenn man umgeben von dieser zauberhaften Natur aufwächst, fernab von Großstadtdschungel und modernen Zerstreuungen/Verirrungen? War vor den Zeiten unserer modernen „Zivilisation“ etwa sogar ein Großteil der Menschen so mit sich, dem eigenen Leben und den Mitmenschen im Einklang?

Dass ein Land wie Neuseeland Menschen hervorbringt, die harmonischer und natürlicher sind als anderswo auf der Welt, scheint durchaus vorstellbar. Eigentlich ist Neuseeland fast zu gut, um wahr zu sein. Große Landesteile genießen als Nationalparks besonderen Schutz. Und wo das Land keinen Nationalparkstatus hat, stehen weder Atomkraftwerke noch Chemiefabriken, sondern Kühe und Schafe auf grünen Weiden. Ja, Neuseeland kommt ganz ohne Nuklearenergie aus. Im ganzen Land gibt es nur einige wenige Ballungszentren. Der Großteil des Landes bleibt dünn besiedelt und hat einen ausgesprochen ländlichen, landwirtschaftlichen Charakter.

Die Liebe für dieses zauberhafte Land unter den Bewohnern, kommt in Gesprächen immer wieder durch. Diese Liebe wirkt sich auch auf ein erhöhtes Umweltbewusstsein aus. Der Ort Kaikoura schlug dabei alle Rekorde. An öffentlichen Orten gibt es anstatt von Papierkörben oder Mülltonnen kleine Recycling Center. Wo immer man sich dort seines Abfalls entledigt, kann man den Müll trennen in Plastik, Glas, Aluminium, Papier und Restmüll. Das ambitionierte Ziel von Kaikoura ist es, im Jahr 2015 bereits völlig müllfrei zu wirtschaften („Zero Garbage Program“). Und zur Bewusstwerdung steht beim Hausmüll mancherorts nicht „Hausmüll“ drauf, sondern „Landfill“ (das englische Wort für „Mülldeponie“, das wortwörtlich „Landfüller“ meint). Auf uns hatte das eine starke Wirkung.

Neuseeland ist eine Ecke auf dem Globus, wo „trampen“ auch dieser Tage noch sicher ist, sowohl für Tramper wie für Fahrer. Und deshalb sieht man hier auch viele Tramper entlang der Straßen. Allein das Gefühl des gegenseitigen Vertrauens, das hinter dem Trampen als Reiseart steht, spricht Bände über die Atmosphäre, die die Neuseeländer in ihrem Land verbreiten. Dieses Vertrauen zeigt sich auch bei der Verwaltung der Campingplätze in den Nationalparks. Die Nutzungsgebühren werden über eine Art „Kasse des Vertrauens“ eingesammelt. Sicherlich wird hier auch betrogen, aber es muss noch genügend ehrliche Zahler geben, dass dieses System aufrechterhalten werden kann.

Man könnte sagen, ein Glück ist Neuseeland so ewig weit entfernt von Europa und Nordamerika, dass doch nur wenige Besucher ihren Weg hier her finden. Ansonsten wäre das Land sicher schon von einer Massentourismuswelle überrollt worden. Denn nicht nur sind Land und Leute zauberhaft, das Reisen ist hier auch so unkompliziert. Die englische Sprache, die kurzen Distanzen und eine gute Infrastruktur mit allen Modernitäten machen jeden Winkel des Landes schnell erschließbar. Obendrein ist Neuseeland so großzügig, dass es keinerlei Eintrittsgelder für seine Nationalparks verlangt. Und die quer über das Land verteilten Campingplätze der Naturschutzbehörde sind entweder kostenfrei oder auch für den kleinsten Geldbeutel erschwinglich (meist nur 2-4 € pro Person und Tag). Besser geht's nicht mehr...

Schon im Anflug auf Christchurch vor 4 Wochen ist uns aus dem Flugzeug heraus aufgefallen, dass Neuseelands Felder und Weiden durch riesige Hecken abgeteilt sind. Und tatsächlich haben die Neuseeländer Heckenwirtschaft zu neuen Dimensionen getrieben. Oft werden hier Nadelbäume so dicht gepflanzt, dass sie zu Hecken verwachsen, die eine Höhe von 10m oder mehr haben können und 3m oder mehr breit sind. Scheinbar hält man nur so die kräftig von Küste zu Küste wehenden Winde im Zaum… das sie gepflegt  und getrimmt werden wie englischer Rasen deutet wohl eher auf die britischen Ursprünge weißer Besiedlung hin (ich möchte nicht auf die Leiter klettern und diese Heckenriesen in stürmischem Wind beschneiden müssen…)

Kaum haben wir den Alpenpass auf der Südinsel überquert, zieht sich das Wetter wieder zu, es wird nass, kalt und regnerisch. Die meiste Zeit des Tages schüttet es. Unbefestigte Zufahrtsstraßen zu Campingplätzen sind mancherorts nicht mehr passierbar. Malerische Wanderwege an Küstenabschnitten verwandeln sich in Schlammstrecken. Wir verbringen ungewollt viel Zeit im Schutz unseres Autos, immer hoffend auf einen Wetterwechsel, der sich aber nicht einstellen will. Am Ende kürzen wir unsere geplante Route deutlich ab und reisen einige Tage früher von Picton per Fähre (3 Std. Überfahrt) nach Wellington auf die Nordinsel. 

Entlang unseres Weges zum Fährhafen fahren wir durch eine winzige, abgelegene Ortschaft namens „The Grove“. Angela fallen die Briefkästen entlang der Straße auf. Wir halten an und gehen zurück. Tatsächlich! Die Bewohner dieser Ortschaft scheinen sich in einem Wettbewerb für kreative Briefkastengestaltung gegenseitig überbieten zu wollen. Hier kommen ein paar Fotos davon. Vielleicht eine Inspirationsquelle für kreative Briefkastengestaltung auch auf der Nordhalbkugel?

Es ist ja doch so einiges anders auf der Südhalbkugel. Zum Beispiel mussten wir schmunzeln, als wir Anzeigen zum Wohnungsverkauf sahen, die den sonnigen Nordbalkon als Schmuckstück anpriesen. Zuerst dachten wir, es sei ein Druckfehler, aber nein…das stimmt schon so…  Wir wurden mehrmals von Familie und Freunden gefragt, ob es denn wahr sei, dass das Wasser aus Spülbecken und WC´s hier in die andere Richtung kreisend ablaufen würde. Wir haben es getestet. Hier fließt das Wasser entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn ab. Wie sieht es denn nun bei Euch auf der Nordhalbkugel aus? Gebt uns mal bescheid…


ENGLISH

We had a few interesting encounters with Kiwis (these are not the birds or the fruit but the local people of NZ). Meeting the young New Zealanders was especially impressive. For one there was the encounter with a 19 year old girl that helped us out at the Puzzling World. She approached us in such a relaxed and charming manner that I was perplexed by it. She effortlessly found the perfect balance between being professional and having a relaxed manner of just meeting someone without any role to play. I thought to myself: most people do not develop such a degree of social competency and this young lady is already so authentic and self confident in her life. Just great!

The other encounter was with a 20 year old young man that we met while hiking. He approached us with the same deeply authentic manner like the young lady in the Puzzling World. To everything we shared in the conversations he had honest and appreciating response. And everything he shared about himself had this natural, uncomplicated, self confident character.

Both of them had something about them that was selfless or egoless; it seemed to come very naturally to them. They didn`t feel the need to appear as something that they were not. They were just themselves without pretence. Like little Zen masters that have never heard the Zen and also do not need to. Maybe you become effortlessly a bit more natural if you grow up surrounded by this beautiful nature far away from city jungles and modern distractions/confusions? Maybe in earlier times prior to our modern “civilization" people were more in touch with themselves and their surroundings like these two?

It seems imaginable that a country like NZ gives rise to a population that is in the majority more harmonious and natural than elsewhere on the globe…indeed. In a way NZ is almost too good to be true. Large parts of the country enjoy the special protection of a National Park status. And where there are no National Parks you will neither find nuclear power plants or chemical factories but cows and sheep on green meadows. Yes, NZ copes without nuclear power all together. In the entire country there are only a few densely populated areas. The majority of the country remains scarcely populated and retains its rural character.

The love of their marvellous country continues to come through in conversations with Kiwis. That love brings about a higher environmental consciousness. The small town of Kaikoura is beating all records in this regard. In the public places you will find little recycle centers instead of ordinary trash cans. Wherever you want to throw something away you are encouraged to separate it into plastics, glass, cans, paper and waste. The ambitious goal of Kaikoura is to garbage free by 2015. To help the rising of awareness they have labelled the non-recyclable garbage not “Rubbish” but “Landfill”. It made a strong impact on us.

New Zealand is one of the last places where hitchhiking is still safe. That is why you will see many hitchhikers along the road. The feeling of mutual trust that is behind hitchhiking as a way of travelling says a lot about the atmosphere that the kiwis are spreading throughout their country. This trust also shows up in how they run the campgrounds inside the national parks. The collection of fees is based on trust which means that you come to a campsite and there is an envelope and a sign with the cost of the site per night and you are expected to fill out the envelope and put the correct money inside and then slip it into the collection box. There is probably quite some cheating happening here but there still must be enough honest people to keep this system in place.

One could say that it is a blessing for NZ to be so far away from Europe and America. That only a few visitors (comparatively) make it here on holiday. Otherwise the country would have been overrun by a wave of mass tourism. This is true not only because the people and country are so marvellous but it is very uncomplicated to travel here: the short distances, the English language, the good infrastructure with all modern conveniences make every corner of the country easily accessible. On top of all of that NZ is generous enough to not charge any fees for visiting the national parks. Across the country there are D.O.C. (Dept. of Conservation) campgrounds that are either free of charge or affordable for even the smallest budget ($3-5 per person/day). It doesn’t get any better than that…

Already when approaching Christchurch 4 weeks ago we noticed from the air plane that New Zealands fields and meadows are separated by giant hedges. And, indeed, have taken the idea of hedges to a whole other level. In many places they plant evergreen trees so close together that they grow in the same manner as hedges with a height of 10 meteres or taller and 3 meters or more wide. Apparently this is the only way to put a break on the wind blowing from coast to coast. The fact that they get groomed and cut like an English garden rather points at the British origins of white NZ. (I do not want to be the one that has to climb the ladder to cut those giants in stormy winds…)

As soon as we have crossed Author`s Pass on the South Island the weather gets worse. It is now cold and rainy. Most of the day it just pours down on us. Unsealed access roads to campgrounds become impassable and picturesque hiking trails turn into stretches of mud. We spend more time in the protection of the car than we want and always hoping for a change of weather that just does not want to occur. In the end we shorten our planned route quite a bit and catch the ferry from Picton to Wellington (on the North Island) a few days earlier.

Along our way to the ferry we happen to drive by a tiny settlement called The Grove. Angela notices the mailboxes that we are passing. We stop and walk back. Indeed, the locals seem to be in a competition for the most creative mailbox design. Here are some photos…you can judge which is your favourite. Maybe this will inspire some mailbox creativity in the northern hemisphere as well?

Quite a few things really are different on the southern hemisphere. For example, we had to smile when we read ads for apartment sales that praised the sunny northern side balcony. At first we thought it was a printing error but then…it is correct. We were asked a few times by family and friends whether it was true that the water runs down the sink in the opposite direction. We have tested it…the water runs down counter-clockwise here. Let us know which direction the water runs down in the northern hemisphere.
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