The red heart of Australia

Trip Start Jul 10, 2010
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Trip End Jul 03, 2012


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Flag of Australia  , Northern Territory,
Friday, March 18, 2011

(English below)

Im Herzen Australiens gibt es 3 beeindruckende rote Gesteinsformationen. Mit Abstand am bekanntesten ist Uluru oder auch Ayer´s Rock genannt, der größte Monolith auf dem Globus. Die 348m, die er aus dem Boden ragt sind dabei nur die Spitze des Berges. Geologen vermuten, dass sich der Stein für mehrere Kilometer tief in den Boden erstreckt. Uluru besteht aus Sandstein und obwohl er so hart und trocken wirkt, ist er doch eher wie ein Schwamm. Wenn es denn einmal regnet, dann saugt der Sandstein das Wasser auf und speichert es im Inneren in Hohlkammern. Die Aboriginals wussten das. Uluru war ihnen ein Zufluchtsort in Dürreperioden.

25km von Uluru entfernt liegt Kata Tjuta, auch „die Olgas" genannt, eine Gruppe von 36 riesigen Felsen, der größte von ihnen über 1km hoch. Das Areal erstreckt sich über 20km². Obwohl Uluru und die Olgas in unmittelbarer Nähe von einander liegen, ist das Gestein doch grundverschieden. Die Olgas bestehen aus einer Mischung aus zusammengepresstem Granit, Basalt und Sandstein, wirken erheblich grober und haben eine ganz andere Energie als Uluru.

Eine halbe Tagesreise entfernt liegt dann Kings Canyon, eine beeindruckende Schlucht im roten Fels, die nicht durch einen sich tiefer grabenden Fluss entstanden ist, sondern durch einen Riß im Felsen, der sich über die Jahrmillionen immer mehr geweitet hat. Dort, wo Kings Canyon liegt, war in prähistorische Zeit einmal ein Meeresboden. Die in jedem Meeressand tagtäglich entstehenden kleinen, unbeständigen Riffeln haben sich hier unter Druck, Hitze und Zeit in Gestein verwandelt und sind so noch heute dort zu bewundern. Im Canyon hat sich ein Wasserloch gebildet, das „Garten Eden“ getauft wurde. Die Umweltbedingungen dort sind so einzigartig, dass es da Pflanzenarten gibt, die uralt sind und nirgendwo sonst auf der Erde überlebt haben.

Im roten Herzen Australiens ist es fast immer brütend heiß und trocken. Am Campingplatz in der Nähe von Uluru erfahren wir, dass die Höchsttemperaturen vergangenen Monat 3 Wochen lang ununterbrochen  bei 44°C im Schatten oder drüber lagen. In der Sonne stockt einem dann wahrscheinlich schon das Eiweiß in der Blutbahn? Wir scherzen mit dem jungen Mann in der klimatisierten Rezeption, dass er hier ja wohl einen angenehmen, kühlen Arbeitsplatz habe. Er winkte ab und erzählte, dass die Klimaanlage den Raum unter solch extremen Bedingungen nur auf 35°C „herunterkühlen“ konnte. Zur Zeit unseres Besuches konnten wir uns über Temperaturen bei verträglichen 30-33°C freuen.

Die Mischung aus Felsgiganten, rotem Sand, blühenden Wüstenpflanzen und diesem endlosen australischen Himmel ist einfach magisch. Überhaupt können wir uns an diesem Himmel nicht satt sehen! Die intensive Sonneneinstrahlung lässt alle Farben so leuchtend und kräftig wirken. Und natürlich lassen einem die Sonnenauf- und Untergänge unter solchen Bedingungen den Atem stocken. Die roten Steine glühen am Beginn und Ende des Tages in einem noch kräftigeren, schon unwirklichen Rot. Diese magischen Minuten ziehen die Touristen zuhauf an. In der Hauptsaison wollten wir uns diese Orte nicht mit Zehntausenden Menschen teilen müssen. Aber selbst jetzt in der Nebensaison rollt ein Dutzend Tourbusse jeden Abend zum Sonnenuntergangs-Aussichtspunkt.

Wir waren uns dessen vorher nicht bewusst, aber Australien scheint ein echtes Lieblingsurlaubsland für Deutsche zu sein. Nirgendwo sonst auf unserer Reise haben wir so viele Deutsche getroffen wie in Australien. Selbst viele Straßenschilder entlang der großen Highways hier sind dreisprachig verfasst: Englisch, Deutsch und Chinesisch. Wer hätte gedacht, dass die Deutschen hier so sehr präsent sind?

Abgesehen von den jüngeren Touristen aus dem fernen Europa trifft man auf den Campingplätzen vorwiegend ältere Australier an. Man spricht hier sogar von der Bewegung der „Grauen Nomaden“. Die grauen Nomaden reisen nicht mit dem Zelt, sondern mit dem Wohnmobil durchs Land. Deshalb gleichen australische Campingplätze auch eher Wohnwagenparks als Zeltplätzen. Camping ist heutzutage weniger Abenteuerurlaub als früher. Das Wohnmobil bringt viele der Bequemlichkeiten eines festen Zuhauses mit auf die Straße und in den australischen Busch. Und damit der Wohnwagen auch überall hinkommt gibt es hier sogar geländegängige Versionen, die von schweren Jeeps mit Allradantrieb gezogen werden.

Im Campingplatz am Kings Canyon schnappt Waltraud zufällig einen Wetterbericht auf. Er verheißt nichts Gutes: Erneute Stürme, massive Regengüsse und Überflutungen im Norden. Einige Highways, die auf unserer geplanten Route nach Nordosten liegen, mussten bereits gesperrt werden. Wir haben eine kleine Krisensitzung, aber eigentlich bleibt uns gar keine Wahl mehr. Unsere geplante Reiseroute ist nicht mehr befahrbar. Wir müssen umdrehen und wieder ganz bis in den Süden fahren, bevor wir eine Route Richtung Ostküste einschlagen können.

Inzwischen sind die Regenwolken auch schon bei uns im Kings Canyon angekommen. Es fühlt sich ein wenig an wie ein Wettlauf gegen die Uhr und gegen das Wetter. Dabei bleibt noch offen, ob die nun angepeilte südliche Route auch dann noch befahrbar sein wird, wenn wir dort in einigen Tagen eintreffen werden…


ENGLISH

In the heart of Australia there are three impressive rock formations. By far, the most well known of them is Uluru (aka Ayers Rock), the largest monolith on the Earth. The 348m that the rock sticks out of the earth is only “the tip of the iceberg". Geologists estimate that the rock stretches several more kilometres more under the earth. Uluru consists of sandstone and, although, it looks so hard and dry it is in fact more like a sponge. When it happens to rain there the sandstone soaks up the water and saves it in inner caverns. The Aboriginals have always known this. Uluru has always been a place of refuge in times of drought for them.

25 kilometres down the road from Uluru you will find Kata Tjuta (aka The Olgas), a group of 36 giant rocks, the largest one is over 1 km tall. The area covers 20 km². Although Uluru and the Olgas are in the immediate vicinity to one another they are made of completely different material. The Olgas consist of a mix of compressed granite, basalt and sandstone that appears much rougher and has a completely different energy than Uluru.

A half days journey futher north you will find King`s Canyon, an impressive ravine in the red rock. This canyon has not been made from a river grinding its way through the rock but comes from a simple break in the rock that has widened into a canyon over millions of years. There was an ocean, millions of years ago, where King`s Canyon now stands. You can still see the ripples in the sand created from the waves which have been saved in the rocks with lots of pressure, water and time. In the canyon there is a waterhole called “The Garden of Eden”. The environmental conditions here are so unique that plant species from prehistoric times are continuing to thrive here, the only place on Earth. 

In the red heart of Australia it is almost always brutally hot and dry. On the campground near Uluru we hear that the maximum temperatures the month before were, for three weeks, ca. 110° F (44° C) in the shade. In the sun it is definitely hot enough to fry an egg. We were joking with a young man at the air conditioned reception that he indeed has a pleasantly cool office. He explained that in the extreme conditions of the previous month the A/C was only capable of “chilling” the office down to about 95° F (35° C). By the time we reached the red center the temperatures had returned to a “normal” 80° - 90° F.

It is a magic mix here of giant rocks, red sand, blooming desert plants, and this endless Australian sky. We cannot get enough of this sky. The intense sun rays make all colors appear so much brighter and deeper. And, of course, the sunrises and sunsets, under those conditions, are simply breathtaking. At the beginning and end of each day the red of the stone deepens into an even more unreal red. Those magic minutes draw plenty of tourists. We would not want to be here in the peak season, sharing these places with tens of thousands of people. And even now, in off season, there are a dozen of tour buses driving to the sunset view point every evening. 

We were not aware of it but Australia seems to be a favourite vacation destination for Germans. Nowhere else have we met as many Germans as in Australia. Even some of the traffic signs along the main highways are in three languages: English, German and Chinese. Who would have thought that the Germans were so present “down under”?

Besides the young travellers from Europe you will mostly meet older Australians at the campgrounds. They even speak of the “grey nomads” movement. The grey nomads do not travel with a tent, they come with a campervan. Australian campgrounds therefore look more like caravan parks than open grass to pitch a tent. Camping nowadays it is much less adventurous than in the old days. The campervan brings all the comforts of home onto the road and into the bush. In order for the caravan to get into the bush they have an off road version that has to be pulled by a heavy duty 4 wheel drive vehicle.

On the campground in King´s Canyon Waltraud happens to hear a weather forecast. It does not sound very promising: new storms approaching, massive downpours and floods in the north. Some of the highways that we planned on driving to get back to the northeast (and home) have already been closed. We have a little emergency meeting but actually there is no choice to be made. Our planned route is no longer available we have to turn back and head all the way back down south the way we came in order to get to a highway that will take us to the coast.

By now the rain clouds have already arrived at King´s Canyon. It feels a little like a race against the clock and the weather. What remains to be seen is whether our southern route will still be passable when we arrive in a few days…

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