A birds paradise
Trip Start
Jul 10, 2010
1
46
106
Trip End
Jul 03, 2012
(English below)
Wir machen drei Tage Station im Nationalpark Flinders Range. Hier sind die Kängurus zwar nicht so zahlreich wie in den Grampians, aber mindestens so zahm. Wenn man nicht aufpasst, dann springen sie einem glatt in den Wohnwagen. Zudem bewundern wir hier eine Vielfalt von farbenfrohen Vögeln und sogar Emus spazieren ungestört durch den Park. Nirgendwo auf der Welt haben wir eine solche Artenvielfalt in freier Wildbahn und aus nächster Nähe beobachten können, wie hier in Australien. Das Land wirkt wie ein wahres Vogelparadies voller bunter, hübscher Kakadus und Papageien.
Australien ist der älteste Kontinent der Erde und die Flinders Range sind das älteste Gebirge der Welt. Geologen datieren ihre Entstehungszeit 500-1000 Millionen Jahre zurück. Nach dieser unvorstellbar langen Zeit ist nicht mehr viel vom Biss der Berge übrig als die Zahnstümpfe, wenn man so will. Die Flinders sind eine hügelige, abgeschliffene, bröckelnde Felsenkette.
Und sie sind (wie die meisten Berge) den australischen Ureinwohnern, den Aboriginals, heilig. Daher findet man auch hier Höhlenzeichnungen. Unsere ungeschulten Augen können diesen Höhlenzeichnungen allerdings keinen Sinn abringen. Wir verweilen im Schauen und respektvollen Nicht-Wissen. Später erfahren wir auf einer geführten Wanderung, dass ein Großteil der Aboriginal Kunst den Zweck moderner Landkarten erfüllte. Egal ob als Lied oder als Zeichnung, die Kunst enthielt lebensnotwendige Informationen z.B. zum Auffinden von Wasserlöchern.
In Kulturzentren haben wir einiges über die Geschichte und Kultur der Aboriginals erfahren. Die australischen Ureinwohner leben seit geschätzten 50 000 Jahren auf dem Kontinent. Man mag es kaum glauben, aber sie haben wohl sogar die letzten Dinosaurier gesehen!
(Link: http://www.answersingenesis.org/creation/v21/i1/aborigines.asp) Seit weit über 1000 Generationen geben sie ihre Kultur, ihre Geschichte, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. Auch ohne moderne wissenschaftliche Untermauerung haben die Aboriginals ein umfangreiches, alltagspraktisches Wissen zu Mensch und Natur kultiviert.
Für Aboriginals war das westliche Konzept des Besitztums von Grund und Boden unverständlich. Sie sehen sich selbst als dem Land zugehörig, nicht umgekehrt. Sich die Erde Untertan zu machen ist ihnen fremd. Was für ein heilsamer Perspektivenwechsel! Die Aboriginals hatten auch ohne Wissen um Genetik klare, nützliche Regeln zur Familiengründung. Das Heiraten von Cousins, Cousinen oder anderen Blutsverwandten war ausgeschlossen. Inzest, Missbildungen oder Gendefekten des Nachwuchs wurde so vorgebeugt.
Aboriginals kultivierten ihr Land u.a. durch gezielt gesetzte Buschbrände im Schachbrettmuster. Das hilft ihnen mit der Regeneration der Pflanzenwelt. Alter und junger Baumbestand bestehen nebeneinander im Wechsel und die Tierwelt hat auch während der Brände immer Rückzugsorte. Das Abbrennen des Busches beugt ausgedehnten, vernichtenden Waldbränden vor. Größere Bäume überstehen die Brände, kleinere Pflanzen werden zu frischem Wachstum angeregt. Vertrockneter Bodenbewuchs ist gerodet und verschafft so Gangfreiheit und klare Sicht auf Beutetiere. Das System wird seit Jahrtausenden erfolgreich praktiziert und inzwischen selbst von manchen Nationalparkverwaltungen übernommen.
Die 50 000 jährige Geschichte des Lebens der Ureinwohner im Einklang mit der Natur steht im Kontrast zu weniger als 250 Jahren Besiedlung durch Weißgesichter. Wie viel in dieser kurzen Zeitspanne zerstört wurde ist unfassbar. Die Europäer haben die Ureinwohner wie Tiere behandelt. Mord, Misshandlung, Enteignung, Zwangsumerziehung – die gesamte Palette der Grausamkeiten. Erst 1967 wurde den Aboriginals die Staatsbürgerschaft im eigenen Land zugesprochen. Eine Chancengleichheit liegt noch in unendlich weiter Ferne, auch wenn es inzwischen hoffnungsvolle Signale gibt. Es ist alles in allem eine traurige und brutale Geschichte wie an so vielen Orten, wo unsere europäischen Vorfahren das Ruder übernommen haben.
Zahlreiche Tierarten sind bereits ausgerottet, viele weitere kämpfen ums Überleben. Kängurus und Emus wurden zuhauf erschossen, nur weil sie als Nahrungskonkurrenten für die Schafherden galten. Zum Zwecke des Jagdvergnügens eingeführte Hasen und Füchse machen den einzigartigen einheimischen Säugetieren das Leben schwer. Das Land wurde vielerorts gerodet und überweidet. Mit den Folgen haben die Australier jetzt zu kämpfen: Versalzung der Böden, Erosion, Ausdehnung der Wüsten, Hitze, Dürre, Überflutungen und Wirbelstürme.
ENGLISH
We stop for three days at the Flinders Ranges National Park. Here there are not quite so many kangaroos as in the Grampians however they are just as tame. If you do not pay attention they may even, easily, jump into your caravan. We are amazed by the plethora of colourful birds even Emus stroll undisturbed throughout the park. Nowhere else on the globe have we been in such close proximity to so many wild animals. Australia seems like a bird paradise full of pretty, bright colored cockatoos and parrots.
Australia is the oldest continent on earth and the Flinders Range is the oldest mountain range. Geologists have the mountains dating back 500 million to 1 billion years. After this inconceivably long time the jaggedness of the mountains has worn down to mere stumps. The Flinders are now no more than hilly ground down boulders.
And they are (like most of the mountains) sacred to the Aboriginals. As a result you will find cave paintings here. For our untrained eyes there is not much meaning to be derived from these paintings. We dwell in observing and respectful not knowing. Later, on a guided tour, we learned that the majority of Aboriginal art fulfils the purpose of modern maps. Whether as a song, a dance or as a drawing the art contains lifesaving information, for example, on how to find waterholes.
In Cultural centers we have learned about the history and culture of the Aboriginals. The Australian natives have lived here for an estimated 50,000 years. They have even seen some of the last dinosaurs! (Link: http://www.answersingenesis.org/creation/v21/i1/aborigines.asp) For more than 1000 generations they have passed on their culture, history, knowledge and experiences. Lacking modern scientific methods the Aboriginals were never the less capable of cultivating an extensive and pragmatic knowledge about humans and nature.
Aboriginals did not have the western concept of property or land ownership. They saw themselves as belonging to the land and not the other way around. To subdue the Earth was an alien concept. What a wholesome change of perspective! Even without modern knowledge of genetics, the Aboriginals, had practical laws for marriages. The marrying of anyone in your bloodline was outlawed. Incest, deformities and genetic defects in the offspring was therefore successfully prevented.
Aboriginals cultivated their land through deliberate burnings in a chequered pattern when they saw that it was needed. It helped the regeneration of the plants. Older and younger trees were growing next to each other and the animals always had space to retreat away from the burning. The burning of the old bush prevented larger and devastating forest fires. Bigger trees survived the burnings and smaller plants sparked with new growth. With the dried bush gone you had the freedom to walk across the territory and easier time hunting. This system was practiced successfully for millennia and is nowadays even used by National Parks.
The 50,000 year history of the Aboriginals life in harmony with nature is deeply contrasted by less than 250 years inhabitation of European settlers. It is inconceivable how much has been destroyed in this short time span. The European "squatters" have treated the Aboriginals like animals. Mistreatment, murder, taking their children away…the whole array of cruelties. Finally in 1967 the Aboriginals were “granted” citizens in their own country. But equality is still far and remote even if there are some hopeful signs. All in all it is a sad and brutal history like in so many other places where our European ancestors had taken over.
Countless animal species are extinct, many others struggle for survival. So many Kangaroos and Emus were shot just because they were competition for the flocks of sheep and herds of cattle. Foxes and rabbits that were introduced here only for the fun of hunting them are now overpopulating to a point where the native mammals can no longer compete. The land was, in many places, relentlessly cleared of trees and over stocked with animals. The Australians struggle now with the consequences: salinization of the soil, erosion, widening of the deserts, heat, drought, and floods.
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Wir machen drei Tage Station im Nationalpark Flinders Range. Hier sind die Kängurus zwar nicht so zahlreich wie in den Grampians, aber mindestens so zahm. Wenn man nicht aufpasst, dann springen sie einem glatt in den Wohnwagen. Zudem bewundern wir hier eine Vielfalt von farbenfrohen Vögeln und sogar Emus spazieren ungestört durch den Park. Nirgendwo auf der Welt haben wir eine solche Artenvielfalt in freier Wildbahn und aus nächster Nähe beobachten können, wie hier in Australien. Das Land wirkt wie ein wahres Vogelparadies voller bunter, hübscher Kakadus und Papageien.
Australien ist der älteste Kontinent der Erde und die Flinders Range sind das älteste Gebirge der Welt. Geologen datieren ihre Entstehungszeit 500-1000 Millionen Jahre zurück. Nach dieser unvorstellbar langen Zeit ist nicht mehr viel vom Biss der Berge übrig als die Zahnstümpfe, wenn man so will. Die Flinders sind eine hügelige, abgeschliffene, bröckelnde Felsenkette.
Und sie sind (wie die meisten Berge) den australischen Ureinwohnern, den Aboriginals, heilig. Daher findet man auch hier Höhlenzeichnungen. Unsere ungeschulten Augen können diesen Höhlenzeichnungen allerdings keinen Sinn abringen. Wir verweilen im Schauen und respektvollen Nicht-Wissen. Später erfahren wir auf einer geführten Wanderung, dass ein Großteil der Aboriginal Kunst den Zweck moderner Landkarten erfüllte. Egal ob als Lied oder als Zeichnung, die Kunst enthielt lebensnotwendige Informationen z.B. zum Auffinden von Wasserlöchern.
In Kulturzentren haben wir einiges über die Geschichte und Kultur der Aboriginals erfahren. Die australischen Ureinwohner leben seit geschätzten 50 000 Jahren auf dem Kontinent. Man mag es kaum glauben, aber sie haben wohl sogar die letzten Dinosaurier gesehen!
(Link: http://www.answersingenesis.org/creation/v21/i1/aborigines.asp) Seit weit über 1000 Generationen geben sie ihre Kultur, ihre Geschichte, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. Auch ohne moderne wissenschaftliche Untermauerung haben die Aboriginals ein umfangreiches, alltagspraktisches Wissen zu Mensch und Natur kultiviert.
Für Aboriginals war das westliche Konzept des Besitztums von Grund und Boden unverständlich. Sie sehen sich selbst als dem Land zugehörig, nicht umgekehrt. Sich die Erde Untertan zu machen ist ihnen fremd. Was für ein heilsamer Perspektivenwechsel! Die Aboriginals hatten auch ohne Wissen um Genetik klare, nützliche Regeln zur Familiengründung. Das Heiraten von Cousins, Cousinen oder anderen Blutsverwandten war ausgeschlossen. Inzest, Missbildungen oder Gendefekten des Nachwuchs wurde so vorgebeugt.
Aboriginals kultivierten ihr Land u.a. durch gezielt gesetzte Buschbrände im Schachbrettmuster. Das hilft ihnen mit der Regeneration der Pflanzenwelt. Alter und junger Baumbestand bestehen nebeneinander im Wechsel und die Tierwelt hat auch während der Brände immer Rückzugsorte. Das Abbrennen des Busches beugt ausgedehnten, vernichtenden Waldbränden vor. Größere Bäume überstehen die Brände, kleinere Pflanzen werden zu frischem Wachstum angeregt. Vertrockneter Bodenbewuchs ist gerodet und verschafft so Gangfreiheit und klare Sicht auf Beutetiere. Das System wird seit Jahrtausenden erfolgreich praktiziert und inzwischen selbst von manchen Nationalparkverwaltungen übernommen.
Die 50 000 jährige Geschichte des Lebens der Ureinwohner im Einklang mit der Natur steht im Kontrast zu weniger als 250 Jahren Besiedlung durch Weißgesichter. Wie viel in dieser kurzen Zeitspanne zerstört wurde ist unfassbar. Die Europäer haben die Ureinwohner wie Tiere behandelt. Mord, Misshandlung, Enteignung, Zwangsumerziehung – die gesamte Palette der Grausamkeiten. Erst 1967 wurde den Aboriginals die Staatsbürgerschaft im eigenen Land zugesprochen. Eine Chancengleichheit liegt noch in unendlich weiter Ferne, auch wenn es inzwischen hoffnungsvolle Signale gibt. Es ist alles in allem eine traurige und brutale Geschichte wie an so vielen Orten, wo unsere europäischen Vorfahren das Ruder übernommen haben.
Zahlreiche Tierarten sind bereits ausgerottet, viele weitere kämpfen ums Überleben. Kängurus und Emus wurden zuhauf erschossen, nur weil sie als Nahrungskonkurrenten für die Schafherden galten. Zum Zwecke des Jagdvergnügens eingeführte Hasen und Füchse machen den einzigartigen einheimischen Säugetieren das Leben schwer. Das Land wurde vielerorts gerodet und überweidet. Mit den Folgen haben die Australier jetzt zu kämpfen: Versalzung der Böden, Erosion, Ausdehnung der Wüsten, Hitze, Dürre, Überflutungen und Wirbelstürme.
ENGLISH
We stop for three days at the Flinders Ranges National Park. Here there are not quite so many kangaroos as in the Grampians however they are just as tame. If you do not pay attention they may even, easily, jump into your caravan. We are amazed by the plethora of colourful birds even Emus stroll undisturbed throughout the park. Nowhere else on the globe have we been in such close proximity to so many wild animals. Australia seems like a bird paradise full of pretty, bright colored cockatoos and parrots.
Australia is the oldest continent on earth and the Flinders Range is the oldest mountain range. Geologists have the mountains dating back 500 million to 1 billion years. After this inconceivably long time the jaggedness of the mountains has worn down to mere stumps. The Flinders are now no more than hilly ground down boulders.
And they are (like most of the mountains) sacred to the Aboriginals. As a result you will find cave paintings here. For our untrained eyes there is not much meaning to be derived from these paintings. We dwell in observing and respectful not knowing. Later, on a guided tour, we learned that the majority of Aboriginal art fulfils the purpose of modern maps. Whether as a song, a dance or as a drawing the art contains lifesaving information, for example, on how to find waterholes.
In Cultural centers we have learned about the history and culture of the Aboriginals. The Australian natives have lived here for an estimated 50,000 years. They have even seen some of the last dinosaurs! (Link: http://www.answersingenesis.org/creation/v21/i1/aborigines.asp) For more than 1000 generations they have passed on their culture, history, knowledge and experiences. Lacking modern scientific methods the Aboriginals were never the less capable of cultivating an extensive and pragmatic knowledge about humans and nature.
Aboriginals did not have the western concept of property or land ownership. They saw themselves as belonging to the land and not the other way around. To subdue the Earth was an alien concept. What a wholesome change of perspective! Even without modern knowledge of genetics, the Aboriginals, had practical laws for marriages. The marrying of anyone in your bloodline was outlawed. Incest, deformities and genetic defects in the offspring was therefore successfully prevented.
Aboriginals cultivated their land through deliberate burnings in a chequered pattern when they saw that it was needed. It helped the regeneration of the plants. Older and younger trees were growing next to each other and the animals always had space to retreat away from the burning. The burning of the old bush prevented larger and devastating forest fires. Bigger trees survived the burnings and smaller plants sparked with new growth. With the dried bush gone you had the freedom to walk across the territory and easier time hunting. This system was practiced successfully for millennia and is nowadays even used by National Parks.
The 50,000 year history of the Aboriginals life in harmony with nature is deeply contrasted by less than 250 years inhabitation of European settlers. It is inconceivable how much has been destroyed in this short time span. The European "squatters" have treated the Aboriginals like animals. Mistreatment, murder, taking their children away…the whole array of cruelties. Finally in 1967 the Aboriginals were “granted” citizens in their own country. But equality is still far and remote even if there are some hopeful signs. All in all it is a sad and brutal history like in so many other places where our European ancestors had taken over.
Countless animal species are extinct, many others struggle for survival. So many Kangaroos and Emus were shot just because they were competition for the flocks of sheep and herds of cattle. Foxes and rabbits that were introduced here only for the fun of hunting them are now overpopulating to a point where the native mammals can no longer compete. The land was, in many places, relentlessly cleared of trees and over stocked with animals. The Australians struggle now with the consequences: salinization of the soil, erosion, widening of the deserts, heat, drought, and floods.
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Comments
Love the birds! I can't wait to go myself!
Bring me home a kangaroo I want one, those birds are awesome such beautiful colors.
Hi Angela, your mom has sent me a couple of your visitations to some countries. Gosh I am so happy that she is sharing these with me. I bet you and Christian are having the time of your life seeing so much of the world. Your are very fortunate and I am very happy for you both. Love you, your cousin Kathy