On Highlands and Islands
Trip Start
Jul 10, 2010
1
41
106
Trip End
Jul 03, 2012
(English below)
Nach 5 Tagen in Penang entflohen wir der Hitze für eine Woche in die Cameron Highlands. Es ist schon erstaunlich, wie viel frischer es werden kann, wenn man 2 Stunden lang bergauf fährt. Hier waren wir auf ca. 1500m Höhe umgeben von Teeplantagen, Erdbeerfarmen und Regenwald. Der Regenwald machte seinem Namen allerdings auch alle Ehre. Es regnete fast jeden Tag mit nur kurzen Unterbrechungen. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, zumindest 4mal eine kleine Wanderung in den Dschungel zu unternehmen. Das Problem war weniger, dass wir dabei durchnässt zurückkamen, sondern die Lösung der Frage, wie wir unsere Sachen bei dieser Wetterlage und ohne Heizung wieder trocken bekommen…
Der Dschungel in diesen Höhenlagen sieht deutlich anders aus als der Dschungel, den wir in Laos und Kambodscha kennen gelernt hatten. Es gibt hier viel Moos am Boden und eine Vielzahl verschiedener Farne. Manche davon wachsen als Parasiten hoch oben in den Baumkronen der Urwaldriesen. Andere erinnern mit ihrem kerzengeraden, kräftigen Stamm an Palmen, aus denen dann aber in 5 oder 10m Höhe riesige Farnblätter entwachsen. Lianen laden zum Tarzan spielen ein. Manchmal strangulieren und verzurren sich die Lianen gegenseitig soweit, bis sie zu undurchdringlichem Gestrüpp verknotet sind.
In unserem Hostel lernen wir zwei bemerkenswerte Menschen kennen: Elisabeth, eine 77jährige Britin und Arnold, ein 80jähriger Amerikaner. Beide sind körperlich sehr fit und geistig spritzig und agil. Beide verbringen ihren Ruhestand, indem sie „mutterseelenallein" und vergnügt durch die Weltgeschichte reisen und sich im Regelfall mit erheblich jüngeren Leuten mischen.
Elisabeth ist gerade dabei, sich in diesem Höhenklima von einer schweren Pneumonie zu erholen, die sie in Bangkok auf die Intensivstation gezwungen hatte. Sie ist aber schon wieder wohl auf und führt täglich den Hund der hiesigen Hostelbesitzer aus, den diese auf unglaubliche Weise vernachlässigen. Arnold erzählte uns, er sei gerade dabei, sein Haus in Spanien zu verkaufen. Wenn das über die Bühne ist, würde er sich kein neues Heim mehr zulegen. Man könnte auch sagen: Er bleibt auf Achse, bis er irgendwann und irgendwo auf diesem Globus seinen letzten Atemzug aushaucht. Wow! So kann man auch seine letzten Tage und Jahre verbringen!
Zum Mittagessen gehen wir täglich in eines dieser kleinen indischen Straßenrestaurants, wo wir recht bald mit großem Strahlen und Schulterklopfen als willkommene Stammgäste begrüßt werden. Die Angestellten arbeiten hier, wie an vielen anderen Orten, 14 Stunden oder länger täglich: von morgens um 7 Uhr bis spät abends, von Montag bis Sonntag. Ruhetage oder Schichtwechsel sind unbekannte Begriffe. Freizeit bleibt Wunschdenken… und trotzdem haben die Kellner und Köche meist Spaß bei ihrer Arbeit, sind stolz, auf ihre Leistung, scherzen mit den Gästen, wirken entspannt und ohne Eile und genießen sichtlich ihr Leben. Wir denken dann oft an unsere eigenen Jobs in Deutschland / USA zurück und wundern uns über all unser Gemaule und Genörgel. Wir erkennen im Westen leider nicht, dass wir alle (vergleichsweise) einen paradiesischen Job haben und wir jammern ja auf so hohem Niveau…! Vielleicht kehrt der Spaß an der Arbeit ja zurück, wenn wir für einen Hungerlohn 7 Tage die Woche 14 Stunden arbeiten ohne Anspruch auf Urlaub?
Bei einer unserer Mahlzeiten setzt sich am Nachbartisch ein sehr gepflegter Mann mit weißem Hemd und dunkler Tuchhose hin. Er sucht das Gespräch mit uns und sehr bald erfahren wir, dass er der örtliche Vertreter im malaysischen Parlament ist und das der Besuch der Straßenrestaurants Teil seiner Routine ist, um mit den einfachen Menschen auf der Straßen in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie es ihnen geht und was sie bewegt. Ich wundere mich, ob europäische Politiker auch solche Bodenständigkeit leben?
Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, wandert das Gesprächsthema in Richtung Fußball, wie so oft. Wenn man als Deutscher in Asien unterwegs ist, dann drehen sich die ersten Gesprächsanknüpfungen oft um VW, BMW und Mercedes oder aber um Adolf Hitler, Claudia Schiffer oder Michael Ballack (interessanterweise findet Michael Schumacher nie Erwähnung). Und wie immer, bin ich dann eine herbe Enttäuschung als Deutscher, der keine Ahnung von Fußball hat! Es ist schon etwa unangenehm, wenn ein Malaysier mit dir die deutschen Fußballpartien während der letzten WM im Detail erörtern möchte, Du als Deutscher aber die Spieler gar nicht beim Namen kennst. Manche Malaysier verfolgen selbst die Bundesligaspiele regelmäßig in Fernsehen!
Der nette Herr im feinen Anzug schüttelt den Kopf, verzeiht uns glücklicherweise großzügig und lädt uns zu seinem Lieblingsdessert ein: Reismehl-Pfannkuchen mit Kokosmilchpudding und frischen Bananen. Wir plaudern weiter über den Zustand der Region, des Landes und der Welt im Allgemeinen. Er erzählt uns von seinem Ringen mit der Korruption und seinem Mühen, die fortschreitende Umweltzerstörung einzugrenzen. Abschließend fasst er seine Gesinnung zusammen mit den treffenden Worten: „We have enough for our needs, but not for our greeds“ („Wir haben genügend für unsere Bedürfnisse, nicht aber für unsere Gier“). Als wir später unsere Rechnung begleichen wollen, erfahren wir, dass er uns zuvor gekommen war. Er hat nicht nur das Dessert bezahlt, sondern auch unsere Hauptspeisen und Getränke. Wir sagen tausend Dank und wünschen ihm viel Erfolg bei seinen Bemühungen!
Nach einer Woche nasser Kühle stürzen wir uns wieder in die brütende Hitze de Flachlandes. Wir fahren für eine Woche auf die Insel Pangkor. Pulau Pangkor war unsere Wahl, weil es weniger touristisch entwickelt ist als die meisten anderen Inseln Malaysiens. Das Inselinnere ist weitestgehend mit unberührtem Dschungel überzogen. Nur an der Küste wohnen Menschen. Recht bald sehen wir unsere ersten Nashornvögel (oder eher Bananenschnabelvögel), wahre Prachtstücke! Wir beobachten, in unserem Hotelgarten, wie Chamäleons ihre Farbe wandeln und wir sehen eine riesige urwüchsige Echse, einen Komododrachen, der ca. 1,5m lang ist (auf dem Foto haben wir leider nur noch den Schwanz erwischt). Wir sind begeistert!
Auf Pangkor checken wir erstmalig in einem Resort mit eigenem Swimming Pool ein, der allerdings bei Temperaturen von 35°C im Schatten (nachts 25°C) genauso brühwarm war, wie das Meerwasser. Eine bessere Erfrischung hatte man da schon unter der Dusche. Wir buchten unser Zimmer als Super-Frühbucher-Tarif und das war auch unsere Rettung. Denn während unserer Zeit hier fand das chinesische Neujahrsfest statt, die Insel war ausgebucht, und die Hotelzimmerpreise verdreifachten sich. Willkommen im Jahr des Hasen! Straßen und Strände waren brodelnd voll. Es war nicht nach unserem Geschmack. Aber egal, wo wir diese Tage verbracht hätten, zu diesem größten aller chinesischen Feste ist einfach überall die Hölle los. Nach 4 Tagen war der Spuk vorbei. Die Chinesen verließen die Strände, die Restaurants blieben geschlossen, die Straßenhändler waren verschwunden und die Insel fiel zurück in ihren Dornröschenschlaf. Nur die verrückten Wassersport-Beachboys boten noch ihre Jetskis, Bananenbootfahrten und Schnorcheltouren an.
Während unserer Woche hier bemerkten wir den Kontrast zwischen einem Hostel und einem Resort. Ein Hostel ist dazu da, um u.a. auch andere Reisende kennen zu lernen. Insbesondere die Vielbetten-Säle sind die Basis für ein Zusammenkommen von Solo-Reisenden. Für ein Resort wäre das ein Graus. Hier kommt man her, um in Bequemlichkeit und Anonymität Zeit zu verbringen. Ein Resort ist so angelegt, dass man niemanden kennen lernen muss. Man bewegt sich aneinander vorbei ohne einander wahrzunehmen, so wie in großen Wohnhäusern in den Städten. Die Anonymität ist gewollt. Man bezahlt schließlich anständig dafür… Insofern definieren Hostel und Resort glückliche Ferien komplett gegensätzlich: entweder als Zusammenkommen-können oder als Isoliert-bleiben-dürfen. Wir bevorzugen die Hostelwelt.
Hier, wie vielerorts in Südostasien gibt es in den Restaurants als Serviettenersatz eine Rolle Klopapier (in einer runden Plastikbox als Spender) auf den Tisch. Recht bald gewöhnten wir uns an diese zuerst amüsante, Kosten sparende Alternative. Woran wir uns jedoch nicht gewöhnen wollten, war der Gebrauch von Plastikbesteck und Styoportellern in den Strandrestaurants auf dieser Insel. So etwas kannten wir bisher nur von „To Go“- Bestellungen. Hier bekommt sein Essen allerdings auch im Restaurant Platz nehmend auf Wegwerfgeschirr serviert. Kein Wunder, dass auch der Strand weit entfernt davon war, müllfrei zu sein.
Wir sind ja nun in einem muslimischen Land unterwegs. Bemerken wir das, abgesehen vom Ruf der Moscheen, auch an anderen Dingen? Ja. Zum Beispiel an den Pfeilen, die sich an der Zimmerdecke unserer Hotelzimmer befinden und die Richtung Mekka deuten. Oder an den Bierpreisen. Bier ist hier locker doppelt so teuer wie in Thailand. Man könnte sagen: Nur die Reichen können in Malaysia saufen. Warum? Weil alkoholische Getränke hier schwersten besteuert werden, um deren Konsum zu entmutigen. Die Kühlschränke mit den alkoholischen Getränken sind in den Supermärkten mit dunklen Folien beklebt, so dass man kaum ausmachen kann, dass sich dahinter Bier befindet. Auch hier: Das Signal an die Bevölkerung ist eindeutig. Finger weg!
Und wir bemerken es natürlich an den Frauen, die zum Großteil ein Kopftuch tragen, manche haben auch das Gesicht verschleiert. Ganz besonders auffallend ist diese Tracht, wenn muslimische Frauen mit der gesamten Montur auch im Meer baden gehen. Nicht selten taucht wenige Meter daneben eine blonde Nordeuropäerin knapp bekleidet im String-Bikini in die Wellen. Das sind schon verschiedene Welten, die da auf einander treffen…
ENGLISH
After 5 days in Penang we escaped the oppressing heat for a week and a half in the Cameron Highlands. It is amazing how much fresher it gets when you drive for two hours uphill. He we are at an altitude of about 1500m surrounded by tea plantations, strawberry farms and rainforest. The rainforest lived up to its name. It rained on and off almost every day. But this did not stop us from venturing four times out into the jungle anyway. The problem wasn`t so much coming home sopping wet but how to get all of our things dry in this weather and with no heating source.
At this altitude the jungle looks quite different from what we saw in Laos and Cambodia. There is a lot of moss on the ground and a multitude of different ferns are growing everywhere. Some of them grow as parasites high in the tree tops of the jungle giants. Others look more like palms with their straight as an arrow trunk but then fern leaves suddenly pop out about 5-10m from the ground. Vines invite you to play Tarzan. Sometimes they strangle each other and grow intertwined until they turn into knots of impenetrable underbrush.
In our hostel we get to know a couple of remarkable people: Elizabeth, a 77 year old British woman and Arnold, an 80 year old American. Both are physically fit and mentally sharp as a tack. Both spent their life travelling and it did not stop when they retired. They roam about on their own mixing usually with people who are much younger.
Elizabeth is just recuperating from severe pneumonia that forced her into an ICU in Bangkok. But she is already do very well again and taking the dog (that lives at the hostel and is terribly neglected by the owners) for daily walks. Arnold tells us that he is in the process of selling his house in Spain. When that is sold he does not intend to settle into a new home again. You could also say he keeps on moving until at sometime, somewhere on the globe he is breathing his last breath. Wow! This is how one can spend one's last days and years as well!
For breakfast…and lunch and dinner, go into one of the small Indian restaurants that line the street where we are soon welcomed with pats on the shoulder and happy smiles. The staff works here, as in many others places in Asia, 14 or more hours a day: from 7am until late at night, from Monday through Sunday. Days off or shift changes are an unknown concept. Spare time remains just wishful thinking…and never the less the waiters and cooks enjoy their work most of the time, goof around with their fellow workers, are proud of what they serve, are jovial with the guests, appear relaxed and not stressed or hurried and obviously know how to enjoy their life. We then often look back at our many jobs in Germany and the US and wonder about all of the complaining and whining. In the West, unfortunately, we do not recognize that by comparison we all have jobs in paradise. (Christian has used a wonderful phrase in German that means something like this “you have everything you need to live well and you choose to complain that the air conditioner broke down for 5 minutes"). But maybe the fun returns to the work place once we work for pittance, seven days a week, 14 hours a day without vacation?!
At one of those meal times a man sat at the next table dressed like a business man. He engages us in a conversation and we soon find out that he is the local Parliamentarian representative of this area and that visit is part of his routine to stay in touch with the public, to hear how they are doing and what is concerning them (something out of the 50`s ya?).
When he finds out that we are from Germany the conversations inevitably turns to football (soccer). Travelling as a German in Asia I have noticed that often the conversations revolves around Adolf Hitler, Claudia Schiffer or Michael Ballack (surprisingly Michael Schumacher does not get mentioned here). And as always I am a terrible failure as a German (no blame for my father…he did his best) and have no clue about football. It is embarrassing when a Malaysian wants to discuss in detail the games played by Germany`s national team in the last World Cup but I don`t even know the names of the players.
The friendly man in the fine suit shakes his head, forgives me generously and invites us to try his favorite dessert Apom: rice flour pancake with coconut milk and fresh bananas. We continue our conversation about the present stated of the area, the country and the world at large. He tells us about his struggle with corruption and his efforts to keep environmental destruction to a minimum. He summarizes his view with these poignant words, “we have enough for our needs but not for our greeds”. Later when we ask for our bill we find out that he has not only paid for the desserts but for everything. We thank him a thousand times for his generosity and wish him luck and success in his struggles ahead!
After a week of this wet and cool environment we throw ourselves again into the scorching heat of the lowlands. The next week we spend on Pangkor Island. Pulau Pangkor was our choice because it is less developed than the other Malaysian islands, the interior of the island is covered in jungle, and people only live on the coastline. Very soon we see our first Hornbill (it`s a bird). Stunning! We observe how chameleons change colors in our garden. And we even happen to stumble upon a 1.5m long Komodo dragon (on the picture we were only fast enough to catch his tail). We are thrilled!
On Pulau Pangkor we are staying, for the first (and most likely the last) time, in a resort with its own swimming pool, that was just as lukewarm as the ocean. The most refreshing thing was to take a shower. We reserved our room early because of the Chinese New Year and found a super deal which was our saving grace because for the week of the New Year all of the hotels were booked and all hotel prices tripled. Welcome to the year of the Rabbit! It would not have mattered where in Asia we decided to spend this holiday, it was packed and crazy everywhere. After four days the madness ended. The locals left the beaches, the restaurants shut down, the street shops vanished and the whole island fell back into its slumber. Only the crazy water sport beach boys still offered their jet ski rides, banana boat cruises and snorkel tours.
During our week here we noticed a striking contrast between hostel and resort. A hostel, among other things, is a base for travellers to connect and get to know each other. The dormitories are especially important for the single travellers to find company. By contrast, people go to a resort for comfort and anonymity. One moves through the shared space here without recognizing or even perceiving each other just like in a large apartment complex. The anonymity is wanted…after all you have paid a lot of money for it. In this way hostel and resort define happy vacations in opposite ways: either giving the opportunity to come together or the ability to stay isolated. We prefer the hostel world.
Here, as elsewhere in Southeast Asia, the paper napkins in the restaurants are substituted by a roll of toilet paper. The TP comes nicely dressed in a round plastic box dispenser. Very soon we get used to this, at first, strange but obviously cost saving alternative. What we did not want to get used to though was the use of plastic cutlery and the Styrofoam plates that they use here in the restaurants. Even when you eat in the restaurant they would use the disposable dishes. Disgraceful!! No wonder that the beaches are never free of garbage either.
We are travelling through a Muslim country. Other than the call of the Mosques are we noticing this in other ways as well? Yes. For example, you will find an arrow on the ceilings in every hotel room pointing towards Mecca. Or you might notice it from the price of beer which is at least twice as expensive as in Thailand. You could say: only the rich can get drunk in Malaysia. Why? Because alcoholic drinks are heavily taxed in order to discourage consumption (which has worked for Christian). The refrigerators in the 7/11`s that contain alcoholic drinks are covered with a dark foil that makes it difficult to see what is inside. Also here the signal for the people is clear. Hands off!
And of course we notice it with the women wearing their headdresses and a few of them covering everything but the eyes. This dressing style is most striking when you see Muslim women going swimming literally being covered from head to toe. It is not rare to see a barely dressed blonde Westerner in her string bikini jumping into the waves a few meters away. It is definitely two different worlds coming together…
7096
Nach 5 Tagen in Penang entflohen wir der Hitze für eine Woche in die Cameron Highlands. Es ist schon erstaunlich, wie viel frischer es werden kann, wenn man 2 Stunden lang bergauf fährt. Hier waren wir auf ca. 1500m Höhe umgeben von Teeplantagen, Erdbeerfarmen und Regenwald. Der Regenwald machte seinem Namen allerdings auch alle Ehre. Es regnete fast jeden Tag mit nur kurzen Unterbrechungen. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, zumindest 4mal eine kleine Wanderung in den Dschungel zu unternehmen. Das Problem war weniger, dass wir dabei durchnässt zurückkamen, sondern die Lösung der Frage, wie wir unsere Sachen bei dieser Wetterlage und ohne Heizung wieder trocken bekommen…
Der Dschungel in diesen Höhenlagen sieht deutlich anders aus als der Dschungel, den wir in Laos und Kambodscha kennen gelernt hatten. Es gibt hier viel Moos am Boden und eine Vielzahl verschiedener Farne. Manche davon wachsen als Parasiten hoch oben in den Baumkronen der Urwaldriesen. Andere erinnern mit ihrem kerzengeraden, kräftigen Stamm an Palmen, aus denen dann aber in 5 oder 10m Höhe riesige Farnblätter entwachsen. Lianen laden zum Tarzan spielen ein. Manchmal strangulieren und verzurren sich die Lianen gegenseitig soweit, bis sie zu undurchdringlichem Gestrüpp verknotet sind.
In unserem Hostel lernen wir zwei bemerkenswerte Menschen kennen: Elisabeth, eine 77jährige Britin und Arnold, ein 80jähriger Amerikaner. Beide sind körperlich sehr fit und geistig spritzig und agil. Beide verbringen ihren Ruhestand, indem sie „mutterseelenallein" und vergnügt durch die Weltgeschichte reisen und sich im Regelfall mit erheblich jüngeren Leuten mischen.
Elisabeth ist gerade dabei, sich in diesem Höhenklima von einer schweren Pneumonie zu erholen, die sie in Bangkok auf die Intensivstation gezwungen hatte. Sie ist aber schon wieder wohl auf und führt täglich den Hund der hiesigen Hostelbesitzer aus, den diese auf unglaubliche Weise vernachlässigen. Arnold erzählte uns, er sei gerade dabei, sein Haus in Spanien zu verkaufen. Wenn das über die Bühne ist, würde er sich kein neues Heim mehr zulegen. Man könnte auch sagen: Er bleibt auf Achse, bis er irgendwann und irgendwo auf diesem Globus seinen letzten Atemzug aushaucht. Wow! So kann man auch seine letzten Tage und Jahre verbringen!
Zum Mittagessen gehen wir täglich in eines dieser kleinen indischen Straßenrestaurants, wo wir recht bald mit großem Strahlen und Schulterklopfen als willkommene Stammgäste begrüßt werden. Die Angestellten arbeiten hier, wie an vielen anderen Orten, 14 Stunden oder länger täglich: von morgens um 7 Uhr bis spät abends, von Montag bis Sonntag. Ruhetage oder Schichtwechsel sind unbekannte Begriffe. Freizeit bleibt Wunschdenken… und trotzdem haben die Kellner und Köche meist Spaß bei ihrer Arbeit, sind stolz, auf ihre Leistung, scherzen mit den Gästen, wirken entspannt und ohne Eile und genießen sichtlich ihr Leben. Wir denken dann oft an unsere eigenen Jobs in Deutschland / USA zurück und wundern uns über all unser Gemaule und Genörgel. Wir erkennen im Westen leider nicht, dass wir alle (vergleichsweise) einen paradiesischen Job haben und wir jammern ja auf so hohem Niveau…! Vielleicht kehrt der Spaß an der Arbeit ja zurück, wenn wir für einen Hungerlohn 7 Tage die Woche 14 Stunden arbeiten ohne Anspruch auf Urlaub?
Bei einer unserer Mahlzeiten setzt sich am Nachbartisch ein sehr gepflegter Mann mit weißem Hemd und dunkler Tuchhose hin. Er sucht das Gespräch mit uns und sehr bald erfahren wir, dass er der örtliche Vertreter im malaysischen Parlament ist und das der Besuch der Straßenrestaurants Teil seiner Routine ist, um mit den einfachen Menschen auf der Straßen in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie es ihnen geht und was sie bewegt. Ich wundere mich, ob europäische Politiker auch solche Bodenständigkeit leben?
Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, wandert das Gesprächsthema in Richtung Fußball, wie so oft. Wenn man als Deutscher in Asien unterwegs ist, dann drehen sich die ersten Gesprächsanknüpfungen oft um VW, BMW und Mercedes oder aber um Adolf Hitler, Claudia Schiffer oder Michael Ballack (interessanterweise findet Michael Schumacher nie Erwähnung). Und wie immer, bin ich dann eine herbe Enttäuschung als Deutscher, der keine Ahnung von Fußball hat! Es ist schon etwa unangenehm, wenn ein Malaysier mit dir die deutschen Fußballpartien während der letzten WM im Detail erörtern möchte, Du als Deutscher aber die Spieler gar nicht beim Namen kennst. Manche Malaysier verfolgen selbst die Bundesligaspiele regelmäßig in Fernsehen!
Der nette Herr im feinen Anzug schüttelt den Kopf, verzeiht uns glücklicherweise großzügig und lädt uns zu seinem Lieblingsdessert ein: Reismehl-Pfannkuchen mit Kokosmilchpudding und frischen Bananen. Wir plaudern weiter über den Zustand der Region, des Landes und der Welt im Allgemeinen. Er erzählt uns von seinem Ringen mit der Korruption und seinem Mühen, die fortschreitende Umweltzerstörung einzugrenzen. Abschließend fasst er seine Gesinnung zusammen mit den treffenden Worten: „We have enough for our needs, but not for our greeds“ („Wir haben genügend für unsere Bedürfnisse, nicht aber für unsere Gier“). Als wir später unsere Rechnung begleichen wollen, erfahren wir, dass er uns zuvor gekommen war. Er hat nicht nur das Dessert bezahlt, sondern auch unsere Hauptspeisen und Getränke. Wir sagen tausend Dank und wünschen ihm viel Erfolg bei seinen Bemühungen!
Nach einer Woche nasser Kühle stürzen wir uns wieder in die brütende Hitze de Flachlandes. Wir fahren für eine Woche auf die Insel Pangkor. Pulau Pangkor war unsere Wahl, weil es weniger touristisch entwickelt ist als die meisten anderen Inseln Malaysiens. Das Inselinnere ist weitestgehend mit unberührtem Dschungel überzogen. Nur an der Küste wohnen Menschen. Recht bald sehen wir unsere ersten Nashornvögel (oder eher Bananenschnabelvögel), wahre Prachtstücke! Wir beobachten, in unserem Hotelgarten, wie Chamäleons ihre Farbe wandeln und wir sehen eine riesige urwüchsige Echse, einen Komododrachen, der ca. 1,5m lang ist (auf dem Foto haben wir leider nur noch den Schwanz erwischt). Wir sind begeistert!
Auf Pangkor checken wir erstmalig in einem Resort mit eigenem Swimming Pool ein, der allerdings bei Temperaturen von 35°C im Schatten (nachts 25°C) genauso brühwarm war, wie das Meerwasser. Eine bessere Erfrischung hatte man da schon unter der Dusche. Wir buchten unser Zimmer als Super-Frühbucher-Tarif und das war auch unsere Rettung. Denn während unserer Zeit hier fand das chinesische Neujahrsfest statt, die Insel war ausgebucht, und die Hotelzimmerpreise verdreifachten sich. Willkommen im Jahr des Hasen! Straßen und Strände waren brodelnd voll. Es war nicht nach unserem Geschmack. Aber egal, wo wir diese Tage verbracht hätten, zu diesem größten aller chinesischen Feste ist einfach überall die Hölle los. Nach 4 Tagen war der Spuk vorbei. Die Chinesen verließen die Strände, die Restaurants blieben geschlossen, die Straßenhändler waren verschwunden und die Insel fiel zurück in ihren Dornröschenschlaf. Nur die verrückten Wassersport-Beachboys boten noch ihre Jetskis, Bananenbootfahrten und Schnorcheltouren an.
Während unserer Woche hier bemerkten wir den Kontrast zwischen einem Hostel und einem Resort. Ein Hostel ist dazu da, um u.a. auch andere Reisende kennen zu lernen. Insbesondere die Vielbetten-Säle sind die Basis für ein Zusammenkommen von Solo-Reisenden. Für ein Resort wäre das ein Graus. Hier kommt man her, um in Bequemlichkeit und Anonymität Zeit zu verbringen. Ein Resort ist so angelegt, dass man niemanden kennen lernen muss. Man bewegt sich aneinander vorbei ohne einander wahrzunehmen, so wie in großen Wohnhäusern in den Städten. Die Anonymität ist gewollt. Man bezahlt schließlich anständig dafür… Insofern definieren Hostel und Resort glückliche Ferien komplett gegensätzlich: entweder als Zusammenkommen-können oder als Isoliert-bleiben-dürfen. Wir bevorzugen die Hostelwelt.
Hier, wie vielerorts in Südostasien gibt es in den Restaurants als Serviettenersatz eine Rolle Klopapier (in einer runden Plastikbox als Spender) auf den Tisch. Recht bald gewöhnten wir uns an diese zuerst amüsante, Kosten sparende Alternative. Woran wir uns jedoch nicht gewöhnen wollten, war der Gebrauch von Plastikbesteck und Styoportellern in den Strandrestaurants auf dieser Insel. So etwas kannten wir bisher nur von „To Go“- Bestellungen. Hier bekommt sein Essen allerdings auch im Restaurant Platz nehmend auf Wegwerfgeschirr serviert. Kein Wunder, dass auch der Strand weit entfernt davon war, müllfrei zu sein.
Wir sind ja nun in einem muslimischen Land unterwegs. Bemerken wir das, abgesehen vom Ruf der Moscheen, auch an anderen Dingen? Ja. Zum Beispiel an den Pfeilen, die sich an der Zimmerdecke unserer Hotelzimmer befinden und die Richtung Mekka deuten. Oder an den Bierpreisen. Bier ist hier locker doppelt so teuer wie in Thailand. Man könnte sagen: Nur die Reichen können in Malaysia saufen. Warum? Weil alkoholische Getränke hier schwersten besteuert werden, um deren Konsum zu entmutigen. Die Kühlschränke mit den alkoholischen Getränken sind in den Supermärkten mit dunklen Folien beklebt, so dass man kaum ausmachen kann, dass sich dahinter Bier befindet. Auch hier: Das Signal an die Bevölkerung ist eindeutig. Finger weg!
Und wir bemerken es natürlich an den Frauen, die zum Großteil ein Kopftuch tragen, manche haben auch das Gesicht verschleiert. Ganz besonders auffallend ist diese Tracht, wenn muslimische Frauen mit der gesamten Montur auch im Meer baden gehen. Nicht selten taucht wenige Meter daneben eine blonde Nordeuropäerin knapp bekleidet im String-Bikini in die Wellen. Das sind schon verschiedene Welten, die da auf einander treffen…
ENGLISH
After 5 days in Penang we escaped the oppressing heat for a week and a half in the Cameron Highlands. It is amazing how much fresher it gets when you drive for two hours uphill. He we are at an altitude of about 1500m surrounded by tea plantations, strawberry farms and rainforest. The rainforest lived up to its name. It rained on and off almost every day. But this did not stop us from venturing four times out into the jungle anyway. The problem wasn`t so much coming home sopping wet but how to get all of our things dry in this weather and with no heating source.
At this altitude the jungle looks quite different from what we saw in Laos and Cambodia. There is a lot of moss on the ground and a multitude of different ferns are growing everywhere. Some of them grow as parasites high in the tree tops of the jungle giants. Others look more like palms with their straight as an arrow trunk but then fern leaves suddenly pop out about 5-10m from the ground. Vines invite you to play Tarzan. Sometimes they strangle each other and grow intertwined until they turn into knots of impenetrable underbrush.
In our hostel we get to know a couple of remarkable people: Elizabeth, a 77 year old British woman and Arnold, an 80 year old American. Both are physically fit and mentally sharp as a tack. Both spent their life travelling and it did not stop when they retired. They roam about on their own mixing usually with people who are much younger.
Elizabeth is just recuperating from severe pneumonia that forced her into an ICU in Bangkok. But she is already do very well again and taking the dog (that lives at the hostel and is terribly neglected by the owners) for daily walks. Arnold tells us that he is in the process of selling his house in Spain. When that is sold he does not intend to settle into a new home again. You could also say he keeps on moving until at sometime, somewhere on the globe he is breathing his last breath. Wow! This is how one can spend one's last days and years as well!
For breakfast…and lunch and dinner, go into one of the small Indian restaurants that line the street where we are soon welcomed with pats on the shoulder and happy smiles. The staff works here, as in many others places in Asia, 14 or more hours a day: from 7am until late at night, from Monday through Sunday. Days off or shift changes are an unknown concept. Spare time remains just wishful thinking…and never the less the waiters and cooks enjoy their work most of the time, goof around with their fellow workers, are proud of what they serve, are jovial with the guests, appear relaxed and not stressed or hurried and obviously know how to enjoy their life. We then often look back at our many jobs in Germany and the US and wonder about all of the complaining and whining. In the West, unfortunately, we do not recognize that by comparison we all have jobs in paradise. (Christian has used a wonderful phrase in German that means something like this “you have everything you need to live well and you choose to complain that the air conditioner broke down for 5 minutes"). But maybe the fun returns to the work place once we work for pittance, seven days a week, 14 hours a day without vacation?!
At one of those meal times a man sat at the next table dressed like a business man. He engages us in a conversation and we soon find out that he is the local Parliamentarian representative of this area and that visit is part of his routine to stay in touch with the public, to hear how they are doing and what is concerning them (something out of the 50`s ya?).
When he finds out that we are from Germany the conversations inevitably turns to football (soccer). Travelling as a German in Asia I have noticed that often the conversations revolves around Adolf Hitler, Claudia Schiffer or Michael Ballack (surprisingly Michael Schumacher does not get mentioned here). And as always I am a terrible failure as a German (no blame for my father…he did his best) and have no clue about football. It is embarrassing when a Malaysian wants to discuss in detail the games played by Germany`s national team in the last World Cup but I don`t even know the names of the players.
The friendly man in the fine suit shakes his head, forgives me generously and invites us to try his favorite dessert Apom: rice flour pancake with coconut milk and fresh bananas. We continue our conversation about the present stated of the area, the country and the world at large. He tells us about his struggle with corruption and his efforts to keep environmental destruction to a minimum. He summarizes his view with these poignant words, “we have enough for our needs but not for our greeds”. Later when we ask for our bill we find out that he has not only paid for the desserts but for everything. We thank him a thousand times for his generosity and wish him luck and success in his struggles ahead!
After a week of this wet and cool environment we throw ourselves again into the scorching heat of the lowlands. The next week we spend on Pangkor Island. Pulau Pangkor was our choice because it is less developed than the other Malaysian islands, the interior of the island is covered in jungle, and people only live on the coastline. Very soon we see our first Hornbill (it`s a bird). Stunning! We observe how chameleons change colors in our garden. And we even happen to stumble upon a 1.5m long Komodo dragon (on the picture we were only fast enough to catch his tail). We are thrilled!
On Pulau Pangkor we are staying, for the first (and most likely the last) time, in a resort with its own swimming pool, that was just as lukewarm as the ocean. The most refreshing thing was to take a shower. We reserved our room early because of the Chinese New Year and found a super deal which was our saving grace because for the week of the New Year all of the hotels were booked and all hotel prices tripled. Welcome to the year of the Rabbit! It would not have mattered where in Asia we decided to spend this holiday, it was packed and crazy everywhere. After four days the madness ended. The locals left the beaches, the restaurants shut down, the street shops vanished and the whole island fell back into its slumber. Only the crazy water sport beach boys still offered their jet ski rides, banana boat cruises and snorkel tours.
During our week here we noticed a striking contrast between hostel and resort. A hostel, among other things, is a base for travellers to connect and get to know each other. The dormitories are especially important for the single travellers to find company. By contrast, people go to a resort for comfort and anonymity. One moves through the shared space here without recognizing or even perceiving each other just like in a large apartment complex. The anonymity is wanted…after all you have paid a lot of money for it. In this way hostel and resort define happy vacations in opposite ways: either giving the opportunity to come together or the ability to stay isolated. We prefer the hostel world.
Here, as elsewhere in Southeast Asia, the paper napkins in the restaurants are substituted by a roll of toilet paper. The TP comes nicely dressed in a round plastic box dispenser. Very soon we get used to this, at first, strange but obviously cost saving alternative. What we did not want to get used to though was the use of plastic cutlery and the Styrofoam plates that they use here in the restaurants. Even when you eat in the restaurant they would use the disposable dishes. Disgraceful!! No wonder that the beaches are never free of garbage either.
We are travelling through a Muslim country. Other than the call of the Mosques are we noticing this in other ways as well? Yes. For example, you will find an arrow on the ceilings in every hotel room pointing towards Mecca. Or you might notice it from the price of beer which is at least twice as expensive as in Thailand. You could say: only the rich can get drunk in Malaysia. Why? Because alcoholic drinks are heavily taxed in order to discourage consumption (which has worked for Christian). The refrigerators in the 7/11`s that contain alcoholic drinks are covered with a dark foil that makes it difficult to see what is inside. Also here the signal for the people is clear. Hands off!
And of course we notice it with the women wearing their headdresses and a few of them covering everything but the eyes. This dressing style is most striking when you see Muslim women going swimming literally being covered from head to toe. It is not rare to see a barely dressed blonde Westerner in her string bikini jumping into the waves a few meters away. It is definitely two different worlds coming together…
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You know, the place you go are so interesting and beautiful and amazing. But what I like the most is hearing about the fascinating people you meet, like those two old travellers. How amazing! I have a new life goal!
XOXO