Auf der Fahrt - die Anreise

Trip Start Jan 12, 2011
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Trip End Feb 06, 2011


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Flag of Thailand  , Chiang Rai,
Friday, January 14, 2011

Mittwoch, 12. Jänner: es ist nach längerer Zeit endlich sonnig, als ich nach Bangkok aufbreche. Zwischenstopp ist diesmal Doha, aber dazu gibt es mehr anlässlich meiner Rückreise, dann bin ich nämlich länger dort.

Thailand

In Bangkok ist es erstmals nicht schwül?! Diesmal bringt mich der Bus in die Stadt, zum Hauptbahnhof. Der ist nett beleuchtet und ungefähr so groß wie der Franz Josefs-Bahnhof. Erscheint mir etwas klein für eine Stadt mit 6,3 Mio Einwohner.

Zuerst gibt's aber mal Mangosalat und Pomelo. Gestärkt und frohgemut steuere ich also den Ticketschalter an. Der Zug ist restlos ausverkauft. I could be standing. Hä? Nach Chiang Mai? Abfahrt 22:00, Ankunft 12:45?
Ich könnte alternativ freilich in BKK übernachten und am Folgetag in den Norden fliegen. Keine Ahnung warum, ich bild mir ein, es muss der Zug sein.

 
Eine Bahnfahrt, die ist speziell

Der Beamte lässt sich dazu überreden, nachzusehen, ab welcher Station ich zu einer Liegemöglichkeit wechseln könnte und findet eine. Ich denk mir, es wird schon irgendwie gehen. Tja, Sitzplatz hab ich dank des fast militärisch auftretenden Zugpersonals doch einen bekommen, allerdings in der 3. Klasse. Das energische Auftreten beschert mir einen Platz am Fenster. Prinzipiell wäre mir das auch recht, aber nicht, wenn es ganz geöffnet und es verdammt kühl ist. Ich hülle mich in alles, was wärmend wirkt und offenbar erbarmt sich jemand meiner und schließt das Fenster. Es wird das einzig geschlossene in diesem Wagen sein. Neben mir schläft eine Frau wunderbar im Lotussitz, wobei sie den Kopf auf ihrer (!) Lehne ablegt. Abgesehen davon, dass ich für diese Haltung zu groß und ungelenkig bin, wären mir die Beine eingeschlafen. Aber Thai können wirklich in jeder Lage schlafen.

Ab 5:00 gibts einen Platz in der 2. Klasse mit reclining seat (130 Grad Neigung), der mir aber nur zu einem immer wieder mal Dämmern verhilft. Aber so durcheinander wie mein Zeitgefühl ist, und so aufgeregt ich bin, weil ja endlich wieder unterwegs, können mir diese Widrigkeiten nichts anhaben.

Die Kellnerin aus dem Speisewagen ist flott und witzig drauf, aber ich kauf ihr nur "tea with milk and sugar" ab, denn wir bleiben oft stehen (die Stationshäuschen sehen manchmal wie Fachwerkhäuser aus). Und da steigen nicht nur Fahrgäste, sondern auch die fliegenden HändlerInnen zu und bringen die verschiedensten leckerere Sachen. Im üblich asiatischen Singsang preisen sie an, was sie zu bieten haben. Pad Thai, verschiedene Würstel, Huhn, Obst, in mundgerechte Stückchen geschnitten ... und sticky rice im Bambus! Ich fühl mich kulinarisch jedenfalls bestens versorgt. Das ist das Feine in Thailand: ums Essen braucht man sich wirklich keine Gedanken zu machen, es gibt immer etwas.

Irgendwann wird es hell und wärmer .. natürlich nicht in der 2. Klasse, denn die ist mit AC.

Gemütlich und manchmal auch schnell zieht die Landschaft an mir vorüber. Die Reisfelder sind zurzeit fast alle trocken, wir fahren durch viel weite Flächen und tropische Wälder. Immer wieder leuchten in grellorange schöne hohe Bäume. Die Blüten kann man essen, hat mir Chan letztes Jahr beigebracht. Tamarisken-ähnliches Klettergewächs überwuchert Bananenstauden, Pampasgras leuchtet in der Sonne und natürlich fehlen auch die Bambusstauden und –haine nicht, es ist einfach typisch tropisch.

Der Zug hat am Ziel zwei Stunden Verspätung und ich kauf gleich Schlafwagenkarten für die Rückreise nach BKK. Noch so eine Fahrt muss nicht sein. Weiter geht’s mit dem Bus. Der „Golden Dragon“ bringt mich ins „Golden Triangel“, der Busbegleiter ein echter Ladyboy. Na bitte, zwar wird mir keine Ausgabe der farbenprächtigen blinkenden Busse geboten, aber immerhin.

Zwischenstation mit ungenütztem Swipo

Chiang Rai ist wie viele Städte dieser Größe nicht rasant hübsch, dafür leuchtet die Hauptstraße so bunt und intensiv, dass so manche unserer Straßen-Weihnachtsbeleuchtungen armselig wirken. Beton ist das Baumaterial und Architekten scheint es nicht viel zu geben. So entstehen ziemlich ähnliche, wenig hübsche Häuser. Die großen Werbeplakate bzw. Schilder verdecken die vom Regen ausgewaschenen Farben ein wenig.
  Chiang Rai beherbergte mal den „Emerald Buddha“, der nun in BKK ist. Der vor kurzem beauftragte neue Jade-Buddha steht in einem eigenen Tempel. Die Wände desselben sind mit grünem Licht erleuchtet. Das kommt von Neonlampen!!, und deren Klicken untermalt das Murmeln der Gläubigen rhythmisch. Die ganze Tempelanlage liegt in einem wunderschönen tropischen Garten mit vielen Planzentrögen, Gras, und verschiedenen Palmen.

Ich nehme eine Fahrrad-Rikscha, der alte Mann soll auch etwas verdienen. Er hat spindeldürre Beine und bei den minimalen Steigerungen tritt er die Pedale nicht rund durch, sondern immer nur ein paar Zentimeter runter und gleich wieder zurück, wie eine Wippe. Sein rechter Schuh  scheuert dabei am Pedal und ist da auch schon ziemlich zerfranst. Ich überlege öfter, ob ich nicht aussteigen soll.

Im Bus zur Grenze komm ich zu meiner ersten Begegnung mit Hiltribes.  Eine schöne Yao-Frau fährt mit. Sie ist mit der typischen Tracht bekleidet: In aufwändiger Handarbeit bestickte Hose, eine eindrucksvolle Kopfbedeckung, wie ein Nest (in dem sie auch ihr Geld versteckt) und ein Samtmantel mit dem typischen intensivrotem Wollflausch um den Hals (s. Foto, schwer zu beschreiben). Als ich sie bitte, ein Foto machen zu dürfen, lachen mich eine Reihe Goldzähne an.

Die Frau neben mir stillt ihr 4 Monate altes Kind alle halben Stunden, es ist eine gemütliche Fahrt durch eine wirklich schöne Gegend mit vielen Reisplantagen, die wiederum von Hügel eingerahmt sind.

 
Laos in Reichweite

Als der Bus in Chiang Kong hält, trennt mich nur mehr der Mekong vom Nachbarland Laos. Der Fluss ist viel schmäler, als ich mir erwartet habe und die Überfahrt mit dem langen schmalen Motorboot unspektakulär. Bei der Grenzstation fülle ich die Papiere fürs Visum aus und übergebe sie einer jungen Frau, die nicht englisch spricht. Sie gibt’s weiter an eine Frau, die nun sorgsam zwei Zettel stempelt. Weiter gehen meine Unterlagen zu einem Mann, der die Zettel unterschreibt. Nun übernimmt ein weiterer Angestellter: er klebt einen Zettel in meinen Pass und trägt irgendetwas in ein großes Buch ein. Der letzte Mann im Zimmer kassiert nun die 15.000 Bht (35 $) und gibt mir den Pass mit Visum, den ich nun an der Grenze herzeigen kann. Er erntet wenig Interesse.

Ich bin in Laos. Wie alle Touristen hol ich mal Geld: 1 Mio Kip gibts, also 100 €-. 
Man fährt rechts ! Die Frauen tragen schöne Sarongs.
Ich bin sehr gespannt. Wird es wirklich so entspannt und schön sein?

Gut, dann also auf nach Luang Namtha! 
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Comments

Susanne on

Hi Gabi, ja an diese Art Grenzkontrolle kann ich mich auch erinnern... Allerdings, die Herren stritten sich zu wem Sarah gehen sollte, vor allem als 2-3 mit der gleichen Tätigkeit befassrt waren. Außerdem schossen sie mehr Fotos von ihr. War irgendwie kurios.
Alles Liebe und weiterhin gute Reise Susanne

Dieter Aretz 01722618203 on

Liebe Gabi,
hast du sehr realistisch und eindrucksvoll geschrieben. Genauso ist es, bin schon mehrmals von Nakon Sawan in Zentralthailand nach Chiang Mai mit dem Zug gefahren, Ich lebe in Zentralthailand und werde nach Chiang Mai ziehen. Deine Rueckreise wird besser, aber da wirst Du ja tags fahren. Der Schlafwagen ist sehr gut, ich kann da wie ein Baer schlafen....ggg
Auch Deine Fotos finde ich sehr schoen!
Deinen Blog habe ich ueber einen Google Alert zu Thailand bekommen, dort war ein Link!
Weiterhin gute Reise and take good care of yourself!
Dieter

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