Texas...

Trip Start Oct 11, 2010
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Trip End Jul 25, 2011


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Flag of United States  , Texas
Monday, November 15, 2010

Aus mir immer noch unklärlichen Gründen, war Gabriel seit unserem Aufenthalt hier im Norden Mexikos ganz hingerissen von der Idee, in die USA zum Shoppen zu fahren, weil es an der Grenze ja so tolle Malls geben würde. Nun, da ich eigentlich von einem Tagesausflug ausging, willigte ich ein, selbst wenn ein Tag in einem Shoppingzentrum keinen Freudentanz bei mir auslöste. Donnerstag letzte Woche wurde Gabriels Planung immer konkreter und schließlich riet man uns davon ab, nach McAllen zu fahren, was eine Reise von 3-4 Stunden bedeutet hätte. Da das Militär letzte Woche Tony Tormenta (alias Tony Gewitter) in eben dieser Grenzregion (des Bundesstaates Tamaulipas) eliminierte, ging man davon aus, dass eine erhebliche Antwort der Drogenkartelle folgen würde. Man riet uns stattdessen nach San Antonio (Texas) zu fahren, was zwar einen kleineren Umweg bedeuten würde, jedoch die Stadt an sich auch eine Besichtigung wert sei. Ich war nicht ganz überzeugt, weil das eine 7h Reise per Bus bedeutete und außerdem mussten wir zumindest zwei Nächte dort verweilen, weil wir keinesfalls in der Dunkelheit den Heimweg antreten wollten. Aus dem Schnell-mal-über die-Grenze würde so ein längerer Aufenthalt werden und eine Shoppingmall rechtfertigte meiner Meinung nach den Aufwand nicht wirklich. Letztendlich willigte ich aber doch ein, da Gabriel wohl zu Recht argumentierte, dass er sich zwei Monate in Monterrey aufhalten würde- mir zu liebe...

So ging die (unendliche) Reise Samstag um sechs Uhr morgens los, laut Plan sollten wir um ein Uhr nachmittags in San Antonio ankommen. Dem war aber leider nicht so!! Nachdem wir an der Grenze ganze 3!!!!!! Stunden in der Schlange vor dem Immigration Office standen und mindestens eine weitere Stunde bereits zuvor noch in der Kolonne verbrachten, kamen wir letztlich erst um 18 Uhr in San Antonio an. Meinen Gemütszustand muss ich, denke ich, nicht mehr weiter erläutern!!! Das Hotel hatte eine weitere Überraschung zu bieten: Abscheulich nach Zigarrettenrauch stinkende Zimmer erwarteten uns und umgeben von am Gang Bier trinkenden und grillenden männlichen Amerikanern sollten wir die nächsten zwei Nächte verbringen :-(!!!
Der von vielen so angepriesene Riverwalk am künstlich angelegten Fluss, welcher sich durch die gesamte Stadt schlängelt, sollte den Samstagabend letztlich noch retten. An diesem Fluss befinden sich eine Reihe von Bars und Restaurants und es war wirklich romantisch dort entlang zu schlendern. Die Stadt an sich empfand ich als typisch amerikanisch- also ohne Besonderheiten. Einmal mehr wurde mir meine Abneigung gegenüber den Amis und ihrer Kultur so richtig bewusst. Vor allem ihre unglaublich perversen Essgewohnheiten stoßen mir bereits beim Zusehen sauer auf! - Noch schwerwiegender wirkt die unglaubliche Maßlosigkeit und Völlerei, wenn man vom wesentlich ärmeren Mexiko kommt...

Sonntag dann die Mall: also ehrlich, die SCS in Wien ist dreimal so groß und ich versteh immer noch nicht ganz, warum wir dafür nach Amerika fahren mussten.  War schon irgendwie witzig, normalerweise sitzen die Männer in irgendwelchen Ecken der Läden und warten geduldig darauf, dass sie von ihren besseren Hälften mit einer Reihe von Einkaufssackerln und einem zufriedenen Grinsen wieder abgeholt werden: Bei uns traf genau der umgekehrte Fall zu!!!

Heute Montag traten wir dann am Vormittag die Heimreise an und wir kamen mit nur einer Stunde Verspätung um 18 Uhr hier in Monterrey wieder an. Genau als ich mit diesem Eintrag begann, erschraken Gabriel und ich uns fast zu Tode: Wir glaubten nicht enden wollende Schüsse in unserer unmittelbaren Umgebung zu hören. Das ganze dauerte eine halbe Stunde lang. Panisch drehten wir alle Lichter ab (die Rollos waren sowieso heruntergelassen) und warteten im Bett darauf, dass die dumpfen Knalle ein Ende nehmen würden. Ein einziger Albtraum. Anschließend suchten wir im Internet nach Nachrichten, um zu erfahren, was da gerade vor sich gegangen ist. Letztlich sollten wir herausfinden, dass die hiesige Brauerei ihr 120jähriges Bestehen mit Feuerwerken feierte!!! Ich denke, das beschreibt ganz gut, in welchem Alarmzustand wir uns hier befinden. Glücklicherweise nahm das Ganze aber ein gutes Ende!!

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