Abenteuer ist relativ.
Trip Start
Jul 28, 2009
1
9
16
Trip End
Feb 01, 2010
Wikipedia, freie Enzyklopädie definiert das Wort Abenteuer wie folgt:
"Als Abenteuer (v. lat.: adventura = Ereignis; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich (meistens) stark vom Alltag unterscheidet – also ein Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas (riskantes) zu unternehmen, bei dem der Ausgang ungewiss ist. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer"
Meine Expedition ins mehr oder minder Unbekannte begann am Mittwoch. Nach einigen Kommunikationsproblemen (Was an dem, doch recht international angehauchten Wort "studente" und "Klaipeda" so schwer zu verstehen gewesen ist, versteh ich nicht) saß ich dann doch im Bus nach Klaipeda, der grüßten Hafenstadt Litauens.
Während ich dann im Kreis lief auf der Suche nach meiner Orientierung fiel mir auf, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der so gar keinen Plan hat wo er denn jetzt am besten hingeht:
Bagpacker- und normaler Rucksack in Kombination mit dem suchenden Blick, den ich ohne Spiegel bei mir feststellen konnte sind ein sicheres Zeichen für ortsfremde Reisende.
Dann wurde dieser Mensch von einem offensichtlich Ortsansässigen angesprochen und erwiderte lediglich eine hilflose Geste, die zweifelsohne symoblisierte, dass er der Sprach NULL mächtig war.
Kurz und gut, der junge Mann heißt Daniel und kommt aus den Staaten und ist seit 2 und für weitere 2 Monate in Osteuropa unterwegs.
Wo er denn hinwolle: Nida. Wie praktisch! Ob wir nicht zusammen gehen wollten? "Sure."
Ich glaube er sucht immer noch nach seiner Orientierung, denn ich hab geredet und so musste er den Weg zum Fährhafen suchen. Nach 3 Stunden war mir das aber dann zu blöd und ich habe geredet und den Weg bestimmt. Tatsächlich waren wir dann um 19:30 in Nida und wurden bereits von Touristenfängern geifernd erwartet. Zappzerapp bisschen gehandelt und schon hatten wir eine Unterkunft! Badezimmer und "Küche" zum Teilen plus Schlafmöglichkeit.
Das Komische am Abenteuer ist, dass man gar nicht merkt, wann es losgeht und wann es seinen Höhepunkt erreicht und wann es vorbei ist.
Daniel und ich haben 2 schöne Tage in Nida und Umgebung verbracht. Viel philosophiert über die Menschheit und ihre Leiden, über das Menschsein, über Vergangenheit und Zukunft, über Geschehenes, darüber was die Menschheit daraus lernen sollte, haben Klischees diskutiert und mehr als einmal wurde mir meine Emotionalität ein Hindernis.
Unsere Hintergründe hätten kaum widersprüchlicher sein können, aber sie waren es, die uns soviel Gesprächsstoff verschafften und es noch tun, weil wir, trotz der einseitigen Sprachbarriere, doch etwas gemeinsam haben: Das Interesse an Wissen, Bildung und persönlicher Weiterentwickung sprich permanenter Erweiterung oder zumindest Erhaltung des bisherigen Horizonts.
So waren wir denn auf der riesigen Wanderdüne, die geschmückt ist von einer vom Blitz erschlagenen Sonnenuhr.
Am Strand, wo ich ausgiebig im Wasser rumspaddeln konnte, weil Mössjö el Bücherwurm sich in dieselbigen vergrub oder Bildungsschläfchen hielt und damit praktischerweise auf unsere Sachen aufgepasst hat.
Auch das Thomas Mann Haus haben wir nicht ausgelassen, obwohl es den Besuch nur der Vollständigkeit halber wert war. OK. Und wegen der Aussicht!
Die Verwirrung am Abschiedstag war groß. Ich musste zurück nach Vilnius über Kaunas. Er wollte eigentlich wieder nach Riga, aber dann doch nach Polen.
Das Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Angefangen hat es. Sobald man den euphorischen und zugleich beklemmenden Duft von Freiheit in seine Lungen gesogen hat, dringt er in jede noch so kleine Verästelung des Blutkreislaufsystems. Abenteuer schließen keine Lebensgefahr mit ein. Abenteuer verändern einen im Innern. Sie schärfen die Wahrnehmung, rütteln uns aus dem Alltag und lassen uns Kleinigkeiten und beiläufigkeiten schätzen.
Ist also nun die Wahrnehmung durch abenteuerliches Adrenalin verschärft, der Nebel des Alltags aufgeklart?
Oder ist die alltägliche Vernunft, durch Abenteuer eingeschränkt und hindert das euphorisierte Ich an realistischer Einschätzung?
Abenteuer beschränken die Vernunft auf scheinbar engeren, in meinen Augen jedoch wesentlicheren Teil des Lebens. Nämlich das Leben als solches. nicht das in 10 Jahren. Es mildert Vergangenheit und Gegenwart und gibt dem Jetzt eine schillernde Schärfe.
"Als Abenteuer (v. lat.: adventura = Ereignis; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich (meistens) stark vom Alltag unterscheidet – also ein Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas (riskantes) zu unternehmen, bei dem der Ausgang ungewiss ist. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer"
Meine Expedition ins mehr oder minder Unbekannte begann am Mittwoch. Nach einigen Kommunikationsproblemen (Was an dem, doch recht international angehauchten Wort "studente" und "Klaipeda" so schwer zu verstehen gewesen ist, versteh ich nicht) saß ich dann doch im Bus nach Klaipeda, der grüßten Hafenstadt Litauens.
Während ich dann im Kreis lief auf der Suche nach meiner Orientierung fiel mir auf, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der so gar keinen Plan hat wo er denn jetzt am besten hingeht:
Bagpacker- und normaler Rucksack in Kombination mit dem suchenden Blick, den ich ohne Spiegel bei mir feststellen konnte sind ein sicheres Zeichen für ortsfremde Reisende.
Dann wurde dieser Mensch von einem offensichtlich Ortsansässigen angesprochen und erwiderte lediglich eine hilflose Geste, die zweifelsohne symoblisierte, dass er der Sprach NULL mächtig war.
Kurz und gut, der junge Mann heißt Daniel und kommt aus den Staaten und ist seit 2 und für weitere 2 Monate in Osteuropa unterwegs.
Wo er denn hinwolle: Nida. Wie praktisch! Ob wir nicht zusammen gehen wollten? "Sure."
Ich glaube er sucht immer noch nach seiner Orientierung, denn ich hab geredet und so musste er den Weg zum Fährhafen suchen. Nach 3 Stunden war mir das aber dann zu blöd und ich habe geredet und den Weg bestimmt. Tatsächlich waren wir dann um 19:30 in Nida und wurden bereits von Touristenfängern geifernd erwartet. Zappzerapp bisschen gehandelt und schon hatten wir eine Unterkunft! Badezimmer und "Küche" zum Teilen plus Schlafmöglichkeit.
Das Komische am Abenteuer ist, dass man gar nicht merkt, wann es losgeht und wann es seinen Höhepunkt erreicht und wann es vorbei ist.
Daniel und ich haben 2 schöne Tage in Nida und Umgebung verbracht. Viel philosophiert über die Menschheit und ihre Leiden, über das Menschsein, über Vergangenheit und Zukunft, über Geschehenes, darüber was die Menschheit daraus lernen sollte, haben Klischees diskutiert und mehr als einmal wurde mir meine Emotionalität ein Hindernis.
Unsere Hintergründe hätten kaum widersprüchlicher sein können, aber sie waren es, die uns soviel Gesprächsstoff verschafften und es noch tun, weil wir, trotz der einseitigen Sprachbarriere, doch etwas gemeinsam haben: Das Interesse an Wissen, Bildung und persönlicher Weiterentwickung sprich permanenter Erweiterung oder zumindest Erhaltung des bisherigen Horizonts.
So waren wir denn auf der riesigen Wanderdüne, die geschmückt ist von einer vom Blitz erschlagenen Sonnenuhr.
Am Strand, wo ich ausgiebig im Wasser rumspaddeln konnte, weil Mössjö el Bücherwurm sich in dieselbigen vergrub oder Bildungsschläfchen hielt und damit praktischerweise auf unsere Sachen aufgepasst hat.
Auch das Thomas Mann Haus haben wir nicht ausgelassen, obwohl es den Besuch nur der Vollständigkeit halber wert war. OK. Und wegen der Aussicht!
Die Verwirrung am Abschiedstag war groß. Ich musste zurück nach Vilnius über Kaunas. Er wollte eigentlich wieder nach Riga, aber dann doch nach Polen.
Das Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Angefangen hat es. Sobald man den euphorischen und zugleich beklemmenden Duft von Freiheit in seine Lungen gesogen hat, dringt er in jede noch so kleine Verästelung des Blutkreislaufsystems. Abenteuer schließen keine Lebensgefahr mit ein. Abenteuer verändern einen im Innern. Sie schärfen die Wahrnehmung, rütteln uns aus dem Alltag und lassen uns Kleinigkeiten und beiläufigkeiten schätzen.
Ist also nun die Wahrnehmung durch abenteuerliches Adrenalin verschärft, der Nebel des Alltags aufgeklart?
Oder ist die alltägliche Vernunft, durch Abenteuer eingeschränkt und hindert das euphorisierte Ich an realistischer Einschätzung?
Abenteuer beschränken die Vernunft auf scheinbar engeren, in meinen Augen jedoch wesentlicheren Teil des Lebens. Nämlich das Leben als solches. nicht das in 10 Jahren. Es mildert Vergangenheit und Gegenwart und gibt dem Jetzt eine schillernde Schärfe.



