Schnorcheln extrem

Trip Start Sep 20, 2011
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Trip End Mar 12, 2012


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Flag of Thailand  ,
Saturday, October 29, 2011

Für den heutigen Tag hatten wir am Vorabend die Boots- und Schnorcheltour "4 Islands" gebucht. Um 8 Uhr morgens wurden wir an der Rezeption des Hostels abgeholt und fuhren dann mit einem mit Bänken ausgestatteten Pick Up zum Pier in Old Lanta. Unterwegs sammelten wir noch weitere Leute, Ananas und Wasser ein. Am Pier trafen wir auf die beiden Thais, die die Tour mit uns machten und noch weitere Leute. Als schließlich alle da waren, konnten wir an Bord des Longtailboots gehen und es ging los. Zunächst steuerten wir einen Pier am Festland an, wo wir noch weitere Schnorchel bekamen und dann ging es endlich in Richtung der Inseln. Wir brauchten über eine Stunde, bis wir endlich den ersten Stop machten. Da es an diesem Tag windig war, war der Wellengang dementsprechend hoch und wir fühlten uns wie auf einer Wildwasserbahn im Freizeitpark. Nach kurzer Zeit waren alle und alles an Bord patschnass. Anfangs machte das noch Spaß, wie gesagt, zusammen mit dem auf und ab auf den Wellen war es wie eine Achterbahnfahrt. Aber wer will schon eine Stunde am Stück Achterbahn fahren? Naja, irgendwann kamen wir dann ja zum Glück an. Das Boot hielt vor einer felsigen Insel neben einem kleineren Felsen, der aus dem Wasser ragte. Unter Wasser hatte man zwar keine besonders gute Sicht, da zwischen dem kleineren Felsen und der Felseninsel eine Strömung den Meeresgrund aufwirbelte, aber es gab einen riesigen Fischschwarm, der sich direkt unter der Wasseroberfläche tummelte und von dem man komplett umgeben wurde. Das war echt toll! Marco konnte das leider nicht so genießen, da seine Taucherbrille undicht war und er ständig Wasser in die Augen bekam. Außerdem hatte er sich schon kurz nach dem Schnorchelstart die Füße an dem kleineren Felsen aufgeschnitten, der komplett mit scharfen Muscheln besetzt war. Als ich wieder zum Boot kam, bekam ich mit, dass Marco nicht das einzige Opfer des Felsens war und einige Leute Schnitte zu beklagen hatten. Die Thais auf dem Boot hatten uns auch nicht vogewarnt, dass wir uns vor dem Felsen in Acht nehmen sollten. Obwohl ich also nun Bescheid wusste, blutete mein Zeh am Ende doch noch das Boot voll. Ich schnorchelte gerade zwischen Boot und dem kleinen Felsen, während ich darauf wartete, dass die Leiter zum Boot frei wurde. Als ich auftauchte, war das Boot plötzlich so nah neben mir, dass ich mich erschrak und auswich. Dabei stieß ich mit dem Zeh an eine der Muscheln am Felsen und hatte direkt einen tiefen Schnitt drin. Tja, Pflaster drauf, schuhe an und weiter gings..
Der nächste Stop zum Schnorcheln war wieder vor einer Felseninsel. Etwa fünf bis zehn Meter neben dieser Insel ragte ein weiterer riesiger Felsen aus dem Wasser. Diese Meerenge sorgte dafür, dass zwischen den Felsen eine starke Strömung herrschte. Sobald man aus dem Boot sprang und sich einen kurzen Moment treiben ließ, fand man sich in eben dieser Meerenge wieder. Da auch hier nicht wirklich was zu sehen war, wollten wir schon kurze Zeit später zum Boot zurück. Während ich schwamm hörte ich dumpf Rufe von irgendwo her, konnte sie aber erst nicht zuordnen, da ich selbst die meiste Zeit den Kopf unter Wasser hatte und mich voll konzentrieren musste um gegen die Strömung anzukommen. Irgendwann blickte ich mich um um zu gucken, wo Marco blieb. Normalerweise hatte er immer mehr Kraft als ich und war in der Nähe. Dann wurde mir klar, dass die Rufe von Marco kamen. Seine Taucherbrille war wieder undicht, er hatte Wasser in Mund, Nase und Augen bekommen und kam so überhaupt nicht gegen die Strömung an. Erst versuchte ich, ihm Mut zuzusprechen, dass er es noch schaffen würde, aber er war schon völlig fertig und so retteten wir uns an die Felseninsel, wo Marco sich noch mehr kleine Schnitte am ganzen Körper zuzog. Zum Glück hatte ein Ire von unserem Boot Marcos Rufe ebenfalls gehört und war zu uns geschwommen. Er war noch fit genug um es aus der Meerenge zurück zum Boot zu schaffen und kam mit Rettungswesten und ein paar anderen Leuten zurück um uns zu retten. Mit den Rettungswesten machten wir uns dann wieder auf den Weg und kämpften gerade erneut vergeblich gegen die Strömung, als einer der Thais mit einem langen Seil ankam, das er am Boot befestigt hatte. An diesem Seil konnten wir uns dann zurück zum Boot ziehen. Auch wenn die meisten der Leute, die uns zur Hilfe geeilt waren, gute Schwimmer waren, mussten auch sie sich schließlich am Seil entlangziehen. Die Strömung war einfach zu stark. Meiner Meinung nach hätte man an dieser Stelle nie zum Schnorcheln anhalten dürfen! Vielleicht lag es auch am Wetter, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall bin ich mir aber sicher, dass es bessere Stellen gegeben hätte und wenn es schon diese sein musste, dann hätte man uns wenigstens sagen können, dass wir zuerst gegen die Strömung schwimmen sollten, damit wir dann zum Boot zurückgetrieben wären.
Der nächste Stop war dann der einzig richtig tolle Stop der ganzen Tour. Wir hielten vor einer Felswand, in der direkt überm Meer ein etwa halber Meter hoher und drei Meter breiter Spalt zu sehen war. Dieser Spalt stellte sich als Höhle heraus, durch die wir nun mit der ganzen Gruppe schwammen. Während die Leute von anderen Gruppen, die mit dem teuerern Speetboat unterwegs waren, jeder mit einer Kopflampe ausgerüstet waren, hatte bei uns nur der Thai, der uns durch die Höhle führte, eine Taschenlampe. Da dieser natürlich nicht immer bei der ganzen Gruppe sein konnte, schwammen wir teilweise in kompletter Dunkelheit durch die 80 Meter lange Höhle. Merkwürdiges Gefühl, aber bis auf die Dunkelheit war hier nichts, was irgendwie beängstigend hätte sein können. Das Wasser war ruhig, keine Strömung und überall waren andere Menschen. Auf der anderen Seite der Höhle kamen wir in einer kleinen Lagune an einem kleinen Strand heraus, der komplett von hohen Felsen umschlossen war. Es war wie im Film "The Beach", nur dass das hier echt war! Irgendwo hab ich auch gelesen, dass gemunkelt wird, der Autor des gleichnamigen Buches wäre von dieser Lagune inspiriert worden. Auf einer Informationstafel am Strand stand außerdem, dass dieser Ort früher von Piraten genutzt wurde, die hier ihre Schätze versteckt haben, bevor sie sie weiter verkauft haben. Für mich ist das auf jeden Fall einer der faszinierendsten und schönsten Orte, an denen ich je gewesen bin. Türkisblaues klares Wasser, saftig grüne Bäume und andere Pflanzen vor den imposanten grauen Felsen und das ganze fast völlig abgeschlossen von der Außenwelt - eine friedliche kleine Welt :) Bis auf die ganzen Touristen natürlich, die hier Tag für Tag angeschleppt werden..
Der letzte Stop der Tour sollte Lunch und Aufenthalt am Strand, bzw. Schnorcheln vorm Strand sein. Wir näherten uns also einem Strand und bekamen dann zu hören, dass wir nicht anlegen könnten, da das Wasser zu niedrig sei. Wir sollten im Boot essen. Da sich aber einige Leute aus der Gruppe darüber aufregten, suchten die Thais schließlich noch einen anderen Strand, an dem wir halten konnten. Zwar kratzte das Boot trotz des vorsichtigen Rangierens über den ein oder anderen Felsen, aber zum Glück nicht fest genug, als dass das Boot dann leckte ;) Eigentlich hätten die Veranstalter auch vorher überlegen können, wie die Gezeiten zum Zeitpunkt des Ausflugs sind..
Am Strand gab es dann für uns trocknen Reis, für die anderen noch irgendwelche Soßen mit Hühnchen. Anschließend wollten wir es uns gerade am Strand gemütlich machen, schließlich stand im Flyer vorher ja, dass wir hier eine Stunde Zeit hätten, als die Thais ankamen und sagten, dass wir in zehn Minuten weiterfahren würden. Scheinbar hatten wir wegen des Wellengangs einige Verzögerung. Die Rückfahrt war noch extremer als die Hinfahrt. Das kleine Boot wurde so stark hin- und hergeworfen, dass schließlich alle ihre Rettungswesten anzogen. Es war kalt, nass und ungemütlich und die Fahrt wollte einfach kein Ende nehmen. Wir waren alle froh, als wir wieder am Pier waren und zurück in unser Hostel gebracht wurden, diesmal auf der Ladefläche eines normalen Pick Up. Die Tour war echt lang und anstrengend und relativ schlecht organisiert. Von Salzwasser haben wir jetzt auf jeden Fall erstmal genug! ;)

Nach diesen ereignisreichen Tagen brauchten wir dann erstmal eine Verschnaufpause und verbrachten den folgenden Tag in der Bungalowanlage, bevor es am nächsten Tag weiterging.

(flummy)
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