Soi Dog

Trip Start Sep 20, 2011
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10
18
Trip End Mar 12, 2012


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Where I stayed
Naiyang Cottage

Flag of Thailand  , Phuket Province,
Friday, October 14, 2011

Montagmorgen mussten wir ausnahmsweise mal früh aufstehen, da um neun Uhr der Bulli von Soi Dog zum Pensiri kommen sollte, um die freiwilligen Helfer einzusammeln. Als wir nach 10minütigem Fußmarsch um etwa viertel vor beim Pensiri ankamen, trafen wir dort auf 5 weitere Helfer. Drei Frauen zwischen ca. 35 und 50 aus Australien und zwei Frauen in unserem Alter aus England, eine von ihnen Tierärztin, die andere Tierkrankenschwester. Um kurz nach neun kam dann der Bulli. Ein ziemlich alter 12-Sitzer, bei dem schon ein paar Sitze aufgegeben hatten, ihre Rückenlehnen aufrecht zu halten, hinten irgendwo ein dicker Kotzfleck auf dem Boden war (zumindest sah es so aus) und auch die Seitentür nicht mehr funktionierte, so dass wir alle durch die Beifahrertür einsteigen und über die Sitzbänke nach hinten klettern mussten. Abgeholt wurden wir von zwei jungen thailändischen Frauen, die bei Soi Dog arbeiten und die nach der schätzungsweise 20minütigen Fahrt einen kleinen Rundgang mit uns über das Gelände von Soi Dog machten. Danach waren wir uns selbst überlassen. Die Soi Dog Foundation ist eine Stiftung, die sich darum kümmert, dass Streuner auf Phuket sterilisiert werden und verletzte Streuner oder misshandelte Tiere, die in Gefangenschaft leben, versorgt werden. Bei der Sterilisierung werden die Hunde und Katzen eingesammelt, sterilisiert und anschließend wieder in ihrem Revier freigelassen. Streuner oder Haustiere jedoch, die krank oder unterernährt sind oder misshandelt wurden, können nicht wieder freigelassen werden und bleiben bei Soi Dog. Zur Zeit leben etwa 200 Hunde bei Soi Dog, aufgeteilt in ein Welpengehege, zwei Gehege für alte und behinderte Hunde und 8 Gehege mit jeweils knapp 20 Hunden, die erwachsen und fit sind. Wir haben die meiste Zeit in diesen 8 Hauptgehegen verbracht. Diese Hunde sind zwar alle fit, viele jedoch tragen deutliche Spuren ihres Schicksals. So gibt es dreibeinige Hunde, Hunde mit schlimmen Hautproblemen, Hunde mit riesigen Narben, teils von Operationen, teils Spuren von Misshandlungen. Ein Hund zum Beispiel hatte eine riesige Stelle im Nacken, an der kein Fell mehr wuchs, weil irgendwann mal heißes Öl über ihn gekippt wurde. Ein anderer hatte große Narben auf dem Rücken, weil mal mit einer Machete auf ihn eingeschlagen wurde. Das unglaubliche war, dass die meisten Hunde, obwohl sie solch schlimme Sachen erlebt haben, trotzdem total zutraulich waren und unbedingt gestreichelt werden wollten. Und genau dafür waren wir da. Unsere Aufgabe war es, mit den Hunden Gassi zu gehen, uns mit ihnen zu beschäftigen (sozialisieren nennt sich das), Zecken zu entfernen und eventuell Krallen zu schneiden. Es gibt zwar auch einige fest angestellte Leute bei Soi Dog, aber die haben kaum Zeit sich neben ihren Aufgaben wirklich intensiv mit den Hunden zu beschäftigen.
Am Montag haben wir den Vormittag dann also mit Gassigehen verbracht. Es war zwar immer nur ein kurzes Stück, aber für die Hunde ist es schon eine riesige Abwechslung zu ihrem Alltag in den Betongehegen, wenn sie für eine Weile Gras unter den Füßen haben, und keine anderen Hunde um sie herum sind. Es ist wohl ganz schön schwierig, in einen Hundezwinger hinein und wieder hinaus zu kommen, ohne dass ein Hund abhaut, wenn 10 Hunde direkt vor der Tür drängeln. Ein paar mal kam es auch zu Massenausbrüchen, aber für solche Fälle gibt es zum Glück ein Schleusensystem aus mehreren Toren, so dass man die Hunde problemlos wieder einfangen kann. Von 12 bis 1 war Mittagspause, morgens konnte man im Büro Essen bestellen, das eine Mitarbeiterin dann abgeholt hat. Am ersten Tag hat das leider nicht so gut geklappt. Zwei der Australierinnen, die auch Veganerinnen sind und wir hatten jeweils Reis mit Gemüse bestellt. Leider war dann in jeder der vier Portionen Ei mit drin und zwar so fein verrührt, dass man auch nicht wirklich drumrum essen konnte. Zum Glück hatten wir noch Möhren und Bananen mit. Für die Freiwilligenarbeit haben wir übrigens nichts bekommen, da die Stiftung sich nur von Spenden finanziert und deshalb eh schon knapp bei Kasse ist (wie wir ja an dem Uralt-Bulli gesehen haben). Aber immerhin konnten wir unsere Wasserflaschen umsonst auffüllen :) Montagnachmittag war es dann viel zu heiß zum Gassigehen und so verbrachten wir die Zeit bei den Hunden in den Gehegen, streichelten sie und versuchten uns auch den schüchternen Hunden anzunähern, um ihnen die Angst vorm Menschen zu nehmen. Ich habe aber das Gefühl, dass die ängstlichen Hunde wohl auch ängstlich bleiben werden, da der Mitarbeiter, der die Gehege saubergemacht hat und uns teilweise Hunde zum Gassigehen rausgeholt hatte, nicht sensibel mit den ängstlichen Hunden umgegangen ist, sondern sie durch Anschreien in eine Ecke getrieben hat um ihnen dann die Leine umzulegen. Manche Hunde hatten auch eine fürchterliche Leinenangst. Solange man „unbewaffnet“ war, kamen sie freudig angelaufen und wollten Aufmerksamkeit, aber sobald man eine Leine in der Hand hatte, schauten sie argwöhnisch und suchten das Weite. Bei manchen war es auch so, dass man ihnen zwar problemlos die Leine anlegen konnte, sie dann aber wie versteinert stehen blieben und nichtmal den Kopf bewegt haben. Sobald die Leine wieder abgenommen war, waren es wieder die fröhlichsten Hunde der Welt. Um 5 Uhr nachmittags war Feierabend und wir wurden wieder zum Pensiri gebracht. Weil wir Mittags nichts richtiges gegessen hatten und extrem hungrig waren, sind wir direkt zum Strand in ein Restaurant gegangen. Nachdem wir später, wieder in unserem Bungalow, geduscht hatten und an den Klamotten rochen, die wir den Tag über anhatten, taten uns im Nachhinein die Leute an den Nachbartischen im Restaurant Leid. Wir mussten ganz schön nach Hund gestunken haben..
Am Dienstag waren wir noch auf dem Weg zum Pensiri, als wir schon von weitem den Soi Dog Bulli sahen. Doch obwohl wir pünktlich waren (es war erst fünf vor neun, als wir beim Pensiri ankamen), ist der Bulli einfach ohne uns losgefahren. Anfangs haben wir uns darüber geärgert, im Nachhinein haben wir aber festgestellt, dass wir Glück hatten, nicht abgeholt zu werden. Schon als wir auf dem Rückweg zu unserem Bungalow waren, fing es an zu regnen und es hörte den ganzen Tag nicht auf. Es kamen solche Wassermassen vom Himmel, dass man quasi nicht rausgehen konnte. Von den anderen Volunteeren erfuhren wir später, dass sie den ganzen Tag nur in den überdachten Teilen der Hundegehege verbracht hatten und trotzdem klatschnass wurden, so dass sie sogar anfingen zu frösteln. Frösteln! In Thailand! Das heißt schon was.. Die beiden haben sich im Endeffekt schon um 4 Uhr nachmittags ein Taxi zum Hostel genommen. Die dritte Australierin hingegen wollte bis zum Ende bleiben. Da jedoch die Straße zum Grundstück der Foundation mittlerweile ein Fluss war und der alte Bulli im Regen nicht anspringen wollte, herrschte Chaos und sie wurde erst um 7 Uhr mit einem der anderen Fahrzeuge, die zum Beispiel fürs Hunde-Einfangen genutzt werden, zurückgebracht. Da hatten wir wohl echt Glück, dass wir gerade an diesem Tag nicht mitgenommen wurden!
Wir haben den Tag dann überwiegend in unserem Bungalow mit Lesen und Surfen verbracht. Abends, als der Regen nachgelassen hatte, sind wir dann noch zum 7/11 (7/11 ist eine weit verbreitete Supermarktkette) gegangen. Auf dem Rückweg kam plötzlich eine kleine Katze aus dem Gebüsch laut maunzend auf uns zu gelaufen und verfolgte uns bis in unseren Bungalow. Wir wussten zunächst nicht, was wir tun sollten und holten uns per Mail Rat von der Leiterin vom Soi Dog. Da die kleine Katze aber fit uns gut genährt aussah, sollten wir sie wieder dahin bringen, wo wir ihr begegnet waren und dafür sorgen, dass sie uns nicht noch einmal folgte. Also haben wir die kleine geschnappt, sie zurückgebracht und sind dann schnell weggelaufen ;) Hat funktionert.
Die restlichen drei Wochentage waren wir dann wieder jeden Tag bei den Hunden. An diesen Tagen war zum Glück auch wieder schönes Wetter, teilweise so heiß, dass wir kaum Gassi gehen konnten. Dabei haben wir auch noch weitere Volunteere kennengelernt, zum Beispiel eine dänische Frau mit ihrer Tochter, die mit ihrer Familie für ein Jahr auf Phuket leben. Am Freitag sind Marco und ich dann auch mal ins Welpengehege gegangen. So süß die kleinen! Und so viele! Bestimmt 20 Stück. Teilweise sah man ihnen aber auch noch an, dass sie in ihrem kurzen Leben schon schlimmes durchmachen mussten. So gab es auch ein paar dreibeinige, welche mit schlimmer Haut und auch ganz ängstliche. Die kleinen leben tagsüber in einem Auslaufgehege mit Rasen (die Welpen durften wir auch nicht ausführen) und nur über Nacht in Betongehegen. Ich weiß nicht, ob es an dem Rasen liegt, oder daran, dass man die Welpen besser festhalten und absuchen kann, aber bei den Kleinen haben wir unglaublich viele Zecken gefunden. Einer hatte bestimmt 10 Stück auf einmal. Als es auf Feierabend zuging, hieß es dann verabschieden. Am liebsten hätten wir natürlich direkt einen Hund mitgenommen, nach den vier Tagen hatten wir schon unsere Lieblinge, aber das ging natürlich nicht. Von den anderen Volunteeren haben wir uns vor allem mit den beiden australischen Veganerinnen gut verstanden. Falls es uns irgendwann mal nach Australien verschlägt, wissen wir schonmal, wo wir vorbeischauen werden ;)

(flummy)
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