Wildnis pur in Corcovado

Trip Start Apr 27, 2009
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Trip End Jul 28, 2009


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Flag of Costa Rica  , Province of Puntarenas,
Sunday, June 21, 2009

So langsam geht unsere Zeit in Costa Rica zu Ende, aber bevor wir weiterfliegen, wollen wir unbedingt noch zum Nationalpark Corcovado an der suedlichen Pazifikkueste. Im Gegensatz zu anderen Parks hier ist Corcovado Wildnis pur. Hier kann man den Regenwald noch in einer sehr urspruenglichen Form geniessen, muss dafuer aber weniger Infrastruktur fuer Touristen in Kauf nehmen. Die Zahl der Besucher ist streng begrenzt, und bevor wir in den Park hinein duerfen, muessen wir uns erst die Genehmigungen besorgen, was sich als recht umstaendlicher Prozess herausstellt.

Wir umgehen ausnahmsweise mal die lange Busfahrt in den wirklich nicht besonders bequemen costaricanischen Bussen und fliegen mit einer kleinen Cessna von San Jose direkt nach Puerto Jimenez. Der Ort beherbergt aber die Parkverwaltung, wo wir gleich mal hin marschieren. Nach mehreren Wanderungen durch den Ort von der Verwaltung zur Nationalbank und zurueck zur Verwaltung haben wir alle Aufgaben erfuellt und halten unsere Eintrittsgenehmigung in der Hand. Direkt vor unserer Unterkunft koennen wir Aras in den Baeumen ganz dicht ueber uns beim Fruechteessen beobachten. Wir merken, wie dicht wir dem Park schon sind und die Vorfreude steigt. Bei einer Wanderung entdecken wir ausserdem mehrere Nistkolonien fuer Reiher, gelegen in Bueschen direkt ueber einem Fluss voller Kaimane. Wenn ein Jungtier hier ins Wasser faellt, wird es wohl nicht wieder lebend hinauskommen...

Nach Corcovado kommt man auf drei verschiedene Weisen. Man kann hineinwandern, was aber extrem anstrengend und nicht ganz ungefaehrlich sein soll. Abgesehen davon, dass man mindestens 17 Kilometer durch die Hitze laeuft, fuehrt der Weg groesstenteils am Strand entlang. Man muss einige Flussmuendungen durchqueren, in denen bei Flut Krokodile und Haie nach Fischen jagen, so dass man die Wanderung gut auf den Zeitpunkt der Ebbe abstimmen muss. Unterwegs gibt es keine Ausweichmoeglichkeit – man laeuft bis ans Ziel oder man dreht um zum Ausgangspunkt, und kommt hoffentlich vor Ende des Tages an einem der beiden Punkte an. Nix fuer uns. Ansonsten kann man per kleinem Flugzeug oder per Boot zur zentralen Station fahren. Wir entscheiden uns fuer das Boot, denn das ist die guenstigste Variante. Dazu fahren wir erstmal per Bus von Puerto Jimenez nach Drake Bay (ja, benannt nach dem beruehmten Piraten Kapitaen Drake, der hier Unterschlupf fand). Die „Strasse" fuehrt ueber einige Bruecken, die gerade mal knapp einen Bus breit sind und durch viele Fluesse, die der Busfahrer aber souveraen durchquert. Er scheint seine Strecke und seinen Bus gut zu kennen. Auch Drake ist von viel Regenwald umgeben, sodass wir schon hier viele Froesche und Voegel sehen koennen.

Von hier startet am naechsten Morgen unser Boot und bringt uns zur Station Sirena, mitten im Park gelegen. Von ihr gehen jede Menge kurze und lange Rundwanderwege ab. Das ist genau nach unserem Geschmack. Der Bootfahrer setzt uns mit viel Geschick bei recht starkem Wellengang am Strand ab, von wo aus wir noch etwa einen Kilometer am Strand entlang und ueber den „Landestreifen“ zur Station laufen. Links und rechts eines schmalen gemaehten Streifens ist das Gras ueber einen Meter hoch. Es ist uns nicht so richtig klar, wie hier ein Flugzeug landet oder startet, und wir sind froh, dass wir das wir per Boot gekommen sind.

An der Station wollen wir zwei Naechte zelten, und diesmal hat sich keine Schlange auf unserem Platz breit gemacht. Es ist richtiges „Zelten Deluxe“, denn die Zelte werden hier auf einer grossen ueberdachten Holzplattform aufgebaut und es liegen weiche Matten bereit, um das Zelt abzupolstern. Das gesamte Essen muss man mit in den Park hinein, und den gesamten Muell wieder hinaus tragen. Es kommen noch jede Menge andere Leute mit Zelten an, so dass fuer gute Gesellschaft gesorgt ist.

Wir machen uns gleich mal auf den Weg zur ersten Wanderung und freuen uns auf die Tiere des Dschungels. Schon auf dem besagten Landestreifen sehen wir einen Nasenbaeren und einen Tucan. Im Wald kommen wir an einer Nasenbaerenfamilie mit vielen extrem niedlichen Jungtieren vorbei. Voll konzentriert auf den Weg vor ihm stoesst Sascha dann ploetzlich fast mit einem Ameisenbaeren zusammen, der sich direkt am Weg an einem Baum platziert hat. Er war ganz oben auf unserer Wunschliste der Tiere, die wir so gerne hier noch sehen wollten, und nun ist er tatsaechlich direkt vor uns. Er scheint sich wenig an uns zu stoeren und sucht fleissig weiter nach Futter, bevor er dann langsam immer tiefer im Gebuesch verschwindet.

Auch die restliche Zeit verbringen wir tagsueber mit vielen Wanderungen auf den Wanderwegen um die Station, wo wir viele Affen, Agutis und Voegel sehen, und abends mit Kniffeln und Kartenspielen mit den anderen Campern. Immer dabei sind Unmengen an unglaublich gierigen Moskitos, die wenig Respekt vor unserem „extra-fuer-den-tiefen-Dschungel“-Mueckenspray zeigen. Auch unsere Regenkleidung kommt hier gut zum Einsatz, denn die Unwetter scheinen hier besonders schnell und ohne viel Vorwarnung aufzuziehen.

Nach 2 Tagen ist es Zeit, die Rueckreise anzutreten, wobei diesmal das Meer noch viel aufgewuehlter ist und wir ueber ziemlich hohe Wellen fahren muessen. Als wir es gerade hinter die Brandung geschafft haben, faellt dem Kapitaen ein, dass er T-Shirt und Basecap am Strand vergessen hat, so dass wir die Brandung gleich zweimal geniessen koennen... Auch weiter draussen muessen wir immer mal wieder mit den Wellen fahren, um nicht von einem der grossen Klopfer ueberrollt zu werden, aber unser Kapitaen scheint das nicht zum ersten Mal zu machen. Noch einmal uebernachten wir in Drake, bevor wir uns auf den Weg zum letzten Ziel unserer Reise durch Costa Rica aufmachen, dem Manuel Antonio Nationalpark.
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