Begegnung mit der Schlange in Palo Verde

Trip Start Apr 27, 2009
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Trip End Jul 28, 2009


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Flag of Costa Rica  , Guanacaste,
Wednesday, May 27, 2009

Wir fahren per Bus hinunter ins Flachland nach Liberia, der groessten Stadt im Norden des Landes. Schon die Busfahrt ist ein Erlebnis, denn im dem total ueberfuellten Gefaehrt finden wir gerade noch so zwei „Plaetze“, davon einen auf dem Motorkasten neben dem Fahrer, der nach einiger Zeit ein wenig warm wird. Die Leute warten hier einfach irgendwo an der Strasse und irgendwie passt immer noch jemand in den Bus hinein. Ist auch nicht ganz unwichtig, denn der naechste Bus kommt eventuell erst einen halben Tag spaeter. Falls mal jemand kurz austreten muss oder eben mal schnell einen Brief irgendwo einwirft, dann haelt der Bus und wartet kurz, bis das jeweilige Geschaeft verrichtet ist. Wir werden an der Panamericana abgesetzt und dort vom naechsten Bus in Richtung Norden aufgegabelt. Funktioniert alles ganz reibungslos und entspannt. Allerdings kann man die Strecken in Costa Rica leicht unterschaetzen. Was per Luftlinie nur einen Katzensprung entfernt scheint, kann oft erst durch einen grossen Halbkreis ueber die naechstgroesseren Staedte und auf ungeteerten Strassen erreicht werden. Da in der Regenzeit einige dieser Strassen durch Fluesse unpassierbar werden, koennen selbst wenige Kilometer Luftlinie schon mal ein paar Stunden Busfahrt in Anspruch nehmen.

In Liberia angekommen kippen wir fast aus den Latschen vor lauter Hitze. Das liegt laut unserem Herbergsvater vor Ort vor allem daran, dass es gleich regnen wird und es vorher immer besonders warm und feucht wird. Na das verspricht ein ordentlicher Schauer zu werden. Wir sind gerade im Shoppingcenter der Stadt, um letzte Vorraete fuer die bevorstehende Tour zu kaufen, da faellt foermlich der Himmel auf die Erde, und der Strom im Center faellt erstmal aus. Ohne Strom keine Kassen, und so schliessen die Geschaefte bis auf weiteres. Wir machenīs wie die Ticos und entspannen uns erstmal bei einer Tasse Nationalgetraenk. Nein, nicht Rum. Kaffee! Nach einer guten Stunde ist der Strom auch schon wieder da und es kann weiter gehen mit dem Einkaufen. Der Regen bringt nicht nur jede Menge Wasser, sondern auch die erhoffte Abkuehlung fuer die Nacht.

Ab dem naechsten Tag haben wir uns fuer eine Woche ein Auto gemietet, um damit die nahegelegene Halbinsel Nicoya zu erkunden. Aber zuerst duesen wir mit unserem fahrbaren Untersatz (ein kleiner Gelaendewagen, wir haben dazugelernt!) nach Palo Verde, einem Naturpark aus tropischem Trockenwald und Feuchtgebiet am Treffpunkt mehrerer Fluesse.

Es soll dort auch einen Zeltplatz geben, und schliesslich haben wir bisher unsere Zeltausruestung noch nicht ausprobieren koennen, die wir die ganze Zeit mit uns herumschleppen. Als wir im Dunkeln nach recht langer Anfahrt tatsaechlich den Zeltplatz im Park finden, muessen wir feststellen, dass er zwar menschenleer ist, aber unser ausgewaehlter Platz bereits besetzt ist, und zwar von einer fast 2 Meter langen Schlange. Sie hebt den Kopf einen halben Meter in die Hoehe, als ob sie einen besseren Blick auf uns werfen moechte. Wir erstarren bei dem Anblick denn wir finden, sie sieht verdammt genau so aus wie eine der 2 giftigsten Schlangen in Costa Rica: die Fer-de-lance (Terciopelo-Lanzenotter). Wir sitzen zum Glueck noch im Auto. Spaeter wird uns vesichert, diese Art von Schlangen (eine Boa) tun Menschen eigentlich nichts. Eben, eigentlich. Wir haben unsere Zeltplaene jedenfalls aufgeschoben und fragen bei den Parkwaechtern nach einer festen Behausung, die zum Glueck auch tatsaechlich verfuegbar ist. Beim hin- und herfahren kommen wir nur ganz langsam vorwaerts, denn wir muessen unzaehligen Froeschen ausweichen, die sich auf der Strasse breit gemacht haben und offensichtlich die Gefahr nicht kennen, die von einem Auto fuer sie ausgeht. An der Biologenstation wird unser Schlangenfoto ganz interessiert als Boa Constrictor (Wuergeschlange) definiert und uns wird erklaert, wie viel Glueck wir hatten, dieses seltene Geschoepf zu sehen: wir koennen unser Glueck noch gar nicht fassen...

Kaum sind wir in der Unterkunft angekommen und haben das Auto ausgeladen, faengt es an, massiv zu regnen. Wir beobachten drinnen und draussen noch ein paar Eidechsen und Froesche, bevor wir uns (dankbar fuer das feste Dach ueber dem Kopf und fuer die verschliessbare Tuer) unter dem Moskitonetz verkriechen und etwas an der Matratze horchen.

Am naechsten Morgen sehen wir direkt vor unserer Unterkunft eine kleine Schildkroete und eine ganze Reihe an Schmetterlingen, die aus der Entfernung wie an der Wand klebendes Laub aussehen. Eine beachtliche Tarnung. Wir organisieren uns einen Naturfuehrer, der mit uns einige Stunden auf Wanderung geht. Er zeigt uns viele Voegel und Vogelnester, einen Nasenbaer auf dem Baum und einen super Ausblick ueber das Schwemmland des Flusses. Wenn es nur nicht so wahnsinnig heiss waere. Wir zerschmelzen foermlich unter der Hitze der Sonne, aber die schoene Natur macht das alles wieder wett. Direkt an der Station koennen wir viele riesige Leguane sehen, die im Grass und Gebuesch ihr Unwesen treiben, und auch dort hin fuehrt einen Nasenbaeren die Suche nach Nahrung. Auf dem Weg aus dem Park hinaus halten wir immer mal wieder an, um die vielen Voegel am Wegrand genauer zu betrachten. Eine unglaubliche Artenvielfalt scheint hier einen Zufluchtsort gefunden zu haben.

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