Ankunft in Costa Rica und Vulkan Arenal

Trip Start Apr 27, 2009
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Trip End Jul 28, 2009


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Flag of Costa Rica  , Province of Alajuela,
Saturday, May 16, 2009

Wir lassen Kuba hinter uns und fliegen ueber die Karibik nach Costa Rica. Am Flughafen werden wir gleich mit der Angst vor der Schweinegrippe konfrontiert. Ueberall laufen die Leute mit Mundschutz herum und wir muessen noch ein riesiges Formular ausfuellen, wo wir bestaetigen, dass wir uns auch wirklich in keiner Weise schlecht fuehlen oder gar Fieber haben. Wie wir im Nachhinein erfahren, darf man hier gleich wieder nach Hause fliegen, falls man irgendwo das Falsche ankreuzt. Doch sobald wir diese Huerde passiert haben, tauchen wir in Costa Rica ein und erfahren gleich, was es heisst, ein Tico (Kosename fuer Costaricaner) zu sein: superfreundlich. Unglaublich, wie nett und offen die Leute alle sind, ob Taxifahrer oder Hotelangestellte. Und, aha, wir verstehen wieder was zu uns gesagt wird. Denn hier wird deutlich gesprochen. Besonders gern werden dabei von den Ticos die Phrasen "Pura Vida" (woertlich: das pure Leben, zur Begruessung genauso wie zur Verabschiedung verwendet) und "con mucho gusto" (mit viel Vergnuegen) gebraucht, die wir ab jetzt staendig hoeren und die das froehliche und freundliche Wesen der Leute hier besonders schoen symbolisieren.

Wir verbringen 2 Naechte in einem netten kleinen Hotel in Alajuela, der naechsten Stadt am Flughafen, um mal wieder per Internet mit der Aussenwelt in Verbindung zu treten, bevor wir uns mit dem Bus auf den Weg in Richtung Norden machen.

Unser erstes Ziel heisst Arenal, Vulkan Arenal! Er ist bei Reisenden hier bekannt und als Ziel begehrt, denn er ist nach wie vor maechtig aktiv. Er raucht, grummelt, spuckt Felsbrocken und manchmal sogar Lava. Wer Glueck hat, kann letztere sogar nachts gluehend den Vulkan hinunter fliessen sehen. Der Bus bringt uns nach La Fortuna, dem Ort am Fusse des Vulkans. Von hier sieht es aus, als ob der Ort gefaehrlich nahe am Vulkan liegt, aber die Perspektive taeuscht zum Glueck.

Wir wohnen bei Gringo Pete, der hier im Ort bekannt zu sein scheint wie ein bunter Hund, denn jeder kann uns sofort sagen, wo wir sein Hostel finden. Er ist eine etwas gewoehnungsbeduerftige Person, so etwa eine Mischung aus Amerikaner und Weihnachtsmann falls das Sinn macht. Aber er hat eine tolle Herberge zu bieten, mit zwar kleinen innenliegenden Zimmern, aber einer tollen Atmosphaere und Gemeinschaftskueche. Nicht so hoffnungsvoll fuer eine geruhsame Nacht stimmt uns, dass unser Zimmer mit den Fenstern zum Gemeinschaftsraum liegt, aber unsere Sorgen sind groesstenteils grundlos.

Kaum haben wir das Gepaeck abgeworfen, machen wir uns sofort auf zu den heissen Quellen, die wir nach langer Fahrt im engen Bus jetzt sehr gut gebrauchen koennen. "Baldi Hot Springs" bietet uns dann gleich mal eine ganze Landschaft an heissen und kalten Becken und Wasserfaellen an. Von einigen kann man sogar den Vulkan beobachten.

Am naechsten Tag fahren wir vormittags zum Ecocentro Danaus, einem kleinen aber SEHR feinen Naturpark, in dem wir bei einem Rundgang in freier Natur unsere ersten Pfeilgiftfroesche sehen koennen (nachdem wir uns daran gewoehnt hatten, nach wirklich extrem kleinen Tieren zwischen den Blaettern zu suchen). Sie sind leuchtend rot und blau und heissen hier demnach auch Blaujeans-Froesche. Auf den Bildern seht ihr, warum. Und dann zeigt uns einer der Parkmitarbeiter ploetzlich etwas unglaubliches: kommt mal mit, hier ist eine Ueberraschung, heisst es. Und schon stehen wir etwa 2 Meter entfernt von einem Faultier, das ueber uns am Ast haengt und mit letzter Kraft ein paar Blaetter frist. Wir wollten unbedingt gern ein Faultier in freier Wildbahn sehen, und nun stehen wir direkt davor. Und dass es auch noch gerade mitten am Tage wach ist, ist gleich doppeltes Glueck. Es klettern noch ein Stueck an uns vorbei bis zum naechsten Baum, bevor es sich dort eine gemuetliche Stelle sucht und genuesslich wieder in den Schlaf driftet. Was fuer ein beeindruckendes Tier!

Zurueck in La Fortuna schaffen wir es gerade noch, unsere Sachen umzupacken, bevor es mit dem Kleinbus auf die naechste Tour geht, die wir fuer den Abend gebucht hatten: zum Vulkan.  Der Bus wird voll geladen mit einer bunt gemischten Truppe und auf geht´s herum um den Vulkan zur dem Ort abgewandten Seite. Dorthin, wo momentan die Lava rollt und fliesst. Aber zuerst heisst es wandern, und zwar durch richtigen Regenwald. Wir staunen nicht schlecht, als eine Chinesin nur mit Flip-Flops loslaeuft (und sie schafft den gesamten Weg erfolgreich), und ein Hawaianer sogar ganz ohne Schuhe laufen will. Er sei es nicht gewoehnt, Schuhe zu tragen. Das wird ihm vom Guide aber sofort ausgeredet. Abgesehen von jeder Menge Dornen am Boden gibt es schon mal das eine oder andere giftige oder zumindest sehr schmerzhafte Getier, das hier auf nackte Fuesse wartet. Ein Brasilianer spricht nur portugiesisch und spanisch, was ja eigentlich in Costa Rica nicht das Problem sein sollte, aber in der hauptsaechlich amerikanischen Truppe hat er doch einige Verstaendnisprobleme, da der Guide fast alles auf Englisch erzaehlt. Da ist er zu Recht etwas verdutzt.

Wir wandern hinauf bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man noch im Hellen Lavabrocken den steilen Vulkanhang hinunterstuerzen sehen und den dazugehoerigen Krach gut hoeren kann. Wir stehen zwar ungefaehrlich auf einer gegenueberliegenden Anhoehe, aber man bekommt schon Respekt vor dieser Urgewalt. Das Gefaehrliche (in unmittelbarer Naehe) sollen uebrigens gar nicht die Lava oder die Steine sein, sondern die extrem heissen Gase, die der Vulkan 1-2 mal pro Jahr ausstoesst. Sie sind schwerer als Luft und kommen so schnell den Berghang hinunter, dass es eigentlich kein Entkommen mehr gibt. Deshalb darf auch niemand auf den Vulkan selbst, obwohl es einige immer mal wieder umgehen und erst kuerzlich dabei eine ganze Gruppe ums Leben gekommen sein soll. Schluck.

Als es dunkel wird, machen wir uns auf den Weg zu einem anderen Aussichtspunkt dichter am Parkeingang, um von dort nach gluehend roter Lava Ausschau zu halten. Wie wohl sehr oft am Abend ziehen aber dichte Wolken vor den Vulkan, und die Gruppe wendet sich vor allem dem ausgeschenkten costaricanischen Rum zu. Das hat vor allem eine extrem lautstarke Rueckfahrt zur Folge, die nur durch einen kurzen Aufenthalt an einem richtig heissen Fluss unterbochen wird.

Ein anderes deutschen Paerchen im Bus berichtet uns von einem Fluss in der Naehe, der ihnen sehr ans Herz gelegt wurde, denn er soll unwirklich milchig blau aussehen. Wir beschliessen, dort gemeinsam mit dem Mietwagen hinzufahren, aber davon berichten werden wir im naechsten Beitrag.
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