Viñales

Trip Start Apr 27, 2009
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Trip End Jul 28, 2009


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Flag of Cuba  , Pinar del Rio,
Sunday, May 3, 2009

Etwa 4 Stunden Busfahrt bringen uns auf direktem Wege hinaus aus Havanna in Richtung Westen nach Viñales, einem der beliebtesten Orte fuer Touristen auf dieser Seite der Insel. Und wir sehen schnell warum. Er ist klein, total entspannt und gelegen mitten in einem schoenen Tal, das zu Wanderungen einlaedt. Fuer die kubanische Entspannung ist Viñales ein richtiges Wahrzeichen. Vor wirklich fast jedem der pastellfarbenen Haeuser stehen mindestens 2 Schaukelstuehle, die ueber den Tag hinweg auch gut belegt sind. Und so lassen die Leute von ihrer kleinen Terrasse aus die Welt an sich vorueberziehen. Nicht ein einziges Mal werden wir von Jineteros (den Schleppern) behelligt.

Nahezu jedes Haus scheint hier Gaestezimmer fuer Touristen anzubieten, und als wir mit dem Bus ankommen, werden wir von werbenden Zimmeranbietern fast nicht aus dem Bus gelassen, so begierig bieten sie ihre Unterkuenfte an. Es ist ganz offensichtlich Nebensaison. In Havanna hatten wir ueber das beruehmte "Tengo un amigo - ich haben einen Freund" - Prinzip schon eine Unterkunft hier empfohlen bekommen. Luis, unser neuer Gastgeber, haelt freudestrahlend ein Schild mit unserem Namen und schaut der wogenden Werbemenge aus sicherer Entfernung zu. Fairerweise muss man aber hinzufuegen, dass wir zwar begierig angesprochen wurden, aber ein kurzes "nein danke, wir haben schon eine Unterkunft" reicht aus, ohne dass man weiter behelligt wird. Das "tengo un amigo" - Prinzip wird uns ab jetzt auf unserer gesammten Kubareise begleiten.

"La Casa Dunia Alemán" (wo Luis und seine Frau Dunia wohnen) liegt idyllisch am Ortsrand, von wo man prima den Ausblick ins Tal geniessen kann. Wir essen Fruehstueck und Abendbrot draussen an der frischen Luft, direkt neben einer kleinen Bananenplantage und geniessen die Ruhe. Wir hatten vorher viele Berichte gehoert und gelesen, dass das Essen in Kuba sehr schlecht sein soll. Es ist sicher nicht das Beste, vor allem weil nicht allzu viel verfuegbar ist, aber die Gastfamilien scheinen sich immer maximale Muehe zu geben, uns etwas Besonderes zu zaubern, und zwar sehr erfolgreich. Was uns auffaellt, ist dass die Menge eigentlich nie zu schaffen ist, was vielleicht als besonders gastfreundlich gilt. Wir wollen am naechsten Tag in der Umgebung eine Wanderung durch das Tal zu einer Hoehle unternehmen und fragen Luis, wo wir einen Guide bekommen koennen. Ihr ahnt schon was kommt, Tengo un Amigo! Dieser Amigo steht ein paar Minuten spaeter auf der Matte und wir verabreden uns fuer die Wanderung. Luis spendiert zur Begruessung noch eine Zigarre, die wir trotz hartnaeckiger Versuche nicht abwimmeln koennen, sowie ein Glas kubanischen Rum, zum Runterspuelen sozusagen. Die Familie ist sehr nett: dazu gehoert auch der kleine Hund Dinki und 2 Kinder, die wir waehrend der naechsten Tage noch oefter im Garten spielen sehen.

Am naechsten Morgen sehen wir, wie Luis den kleinen Sohn mit dem uns noch so bekannten blauen Halstuch zur Schule bringt. Dann fuehrt uns unsere Wandertour ueber mehr als 4 Stunden durch wunderschoene Landschaften im Tal von Viñales, vorbei an vielen Feldern und Tieren, immer begleitet durch die doch recht intensive Sonne Kubas. Wir bekommen die Verarbeitung des Tabaks von einem Bauern demonstriert, trinken Saft aus frisch gepresstem Zuckerrohr bei einem anderen und essen Ananas bei einem dritten. In der Hoehle ist es komplett dunkel (und super rutschig), aber dank guter Taschenlampen der Leute vor Ort laesst sie sich gut manoevrieren. Am Ende der Hoehle treffen wir auf einen kleinen See mit natuerlich gefiltertem Wasser und geniessen die Abkuehlung. Auf dem Rueckweg sehen wir eine der vielen Hoehlen, die fuer die Bewohner im Fall einer feindlichen Invasion vorbereitet wurden.

Am ersten Abend gehen wir in die ARTex Bar am zentralen Platz neben der Kirche im Ort, wo jeden Tag unter freiem Himmel live Musik gemacht wird. Und Musikmachen, das koennen die Kubaner! Und dazu tanzen auch. Schon dabei zuzuschauen, wie sie Salsa tanzen, ist purer Genuss. Wir umgehen ausnahmsweise mal das Amigo-Prinzip und fragen einen der Taenzer direkt, bei wem man denn hier Salsa lernen koennte. 2 Saetze spaeter ist er unser neuer Tanzlehrer. Und so verbringen wir die naechsten Tage damit, in Viñales abwechselnd mal den Meistern im ARTex beim Salsa zuzuschauen und es selbst ein wenig zu lernen. Dazu bringt uns Raider, unser Tanzlehrer, auch mal spontan zu sich nach Hause zum tanzen, wo seine Mutti in Nachthemd und Lockenwicklern es ganz normal zu finden scheint, das hier so ziemlich jeder ein und aus geht und wir mal eben das Wohnzimmer belegen. Raider hat natuerlich selbst auch viele Amigos, und so haben wir bald auch reichlich Salsamusik zum Ueben.

An einem Vormittag fahren wir mit Raider zusammen im quietschgruenen Moskvich (mit weisser Sportzeichnung und Spoiler) seines Bruders zur Hoehle Santo Tomas, dem groessten Hoehlensystem Kubas. Es erstreckt sich ueber 7 Ebenen und etliche Kilometer. Ein waschechter Hoehlenforscher fuehrt uns fast 2 Stunden lang durch einen kleinen, aber extrem beeindruckenden Teil dieser Hoehlen. Er erzaehlt dabei immer mal wieder ein paar Geschichten aus dem Hoehlenforscheralltag - 4 Tage abgeschnitten von der Aussenwelt in der Hoehle auf Hilfe warten etc. Nix fuer uns, wir sind auch mit dieser tollen Tour voll zufrieden. Schaut mal auf die Fotos, sie geben vielleicht einen kleinen Eindruck von den Felsformationen.

Nach ein paar Tagen wird es fuer uns Zeit, weiterzuziehen, denn es gibt ja auf dieser Insel noch mehr zu entdecken. Ohne Mietwagen ist dabei der Bustransport das groesste Problem, denn es gibt zwar inzwischen Linienbusverbindungen, aber sie sind selten und immer nur am Abfahrtsort buchbar. Um von Viñales an Havanna vorbei nach Cienfuegos zu kommen dauert deshalb schon mal ueber 24 Stunden, denn ohne Uebernachtung in Havanna geht es nicht. Nach langem Verhandeln mit vielen Amigos und deren Amigos im Ort finden wir jemanden, der uns per "Taxi" direkt nach Cienfuegos fahren kann. Sein Taxi ist ein Peugeot 106, und zu dritt plus Gepaeck ist das Auto gut gefuellt. Also dann, bis zum naechsten Kapitel.
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