Morelia und Patzcuaro

Trip Start Jan 12, 2009
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Trip End Mar 31, 2009


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Flag of Mexico  , Central Mexico and Gulf Coast,
Monday, March 23, 2009

OK, nichts geht mehr, die Entscheidung ist gefallen: Morelia hat DAS schönste Zentrum aller mexikanischen Städte, in denen wir gewesen sind. Der Ruf war der Stadt schon vorausgeeilt, aber sie uebertrifft bei Weitem unsere Erwartungen. Eine riesige Kathedrale bildet das unangefochtene Zentrum, umgeben von zwei grünen Plätzen und vielen anderen Kirchen und schönen Fassaden. Schaut mal auf die Bilder, damit lässt es sich wahrscheinlich am Besten beschreiben, was wir meinen. Wir kommen am Abend an, fallen müde ins Bett und lassen und stattdessen den nächsten Vormittag, um durch das Stadtzentrum zu wandern und die Eindrücke aufzusaugen. Die Stadt gilt auch als eine der besonders reichen in Mexiko, denn viele wohlhabende Mexikaner, die in der Hauptstadt arbeiten, haben hier ihren Hauptwohnsitz und ihre Familien. Morelia gilt eben nicht nur als schön, sondern auch als wesentlich sicherer als Mexiko Stadt.

Nach ausgiebigem Stadtbummel fahren wir weiter in Richtung Pazcuaro, gelegen am gleichnamigen See. Die Strecke ist kurz und wurde vor ein paar Jahren mit einer neuen Autobahn super ausgebaut, so dass wir im Handumdrehen da sind. Wir finden im Reiseführer den Hinweis auf ein schönes Gasthaus am Rande vom See und ausserhalb der Stadt, und in der Tat erweist es sich als absolute Traumunterkunft. Ein mexikanisch/amerikanisches Pärchen hat hier nach und nach ihr eigenes Heim um einige liebevoll eingerichtete Gästezimmer erweitert. Fast zu schade, um nur eine Nacht hier zu bleiben. Wir haben unsere Gastgeber etwas mit unserer unangekündigten Ankunft überrascht, und so können sie leider kein Abendbrot bieten. Stattdessen fahren wir hinein nach Pazcuaro, verirren uns ein paar mal mit Hilfe unseres GPS, und finden schliesslich das Stadtzentrum. Es sieht besonders alt aus, aber auch hier helfen strenge Gesetze, ein einheitliches Stadtbild zu bewahren. Die Häuser sind unten rot und oben weiß und mit rot-schwarzen Schriftzügen versehen. Die Kopfsteinpflasterstrassen sind mit normalen Autos recht schwer zu befahren, da sie schon sehr ausgefahren sind, tragen dafür aber zum charmanten Stadtbild bei. Wir laufen über die beiden wichtigsten Plätze der Stadt und essen ein paar Tacos in der Nähe vom Markt, was uns von unseren Gastgebern besonders empfohlen wurde. Und der Geschmack gibt ihnen auf jeden Fall Recht.

Am nächsten Morgen stehen wir wieder einigermaßen früh auf, denn noch einmal ruft ein Vulkan. Diesmal wollen wir zum Vulkan Paricutin, der vor einer Weile ausgebrochen war und mit seiner Lava einen ganzen Ort verschüttet hat. Nur die Kirche ist verschont geblieben, was in einem streng katholischen Land wie Mexiko natürlich ein wichtiges Zeichen ist. Man kann zu dieser Kirche durch das Lavafeld hinwandern oder -reiten. Wir fahren also etwa 2 Stunden in Richtung Vulkan, bis an einem ewig langen Stau die Reise plötzlich zu Ende ist. Vor uns fahren viele Autos einfach links auf der Gegenspur am Stau vorbei und wir denken uns, na probieren wir das auch mal. Aber nach einer Weile wird uns klar, hier bewegt sich gar nichts. Die Leute weiter vorne sind schon aus ihren Autos ausgestiegen und unterhalten sich. Wir fahren bis zu einem Obststand, der unter anderem auch das bei uns so heiß begehrte Kokosnusswasser verkauft, lassen uns zwei Kokosnüsse schlachten und erfahren, dass die Strasse durch protestierende LKW-Fahrer blockiert ist. Dazu muss man wissen, dass die staatliche Ölfirma PEMEX noch das Monopol auf alle Tankstellen im Land besitzt und gerade die Dieselpreise anheben will, obwohl Rohölpreise so stark gesunken sind. Wir hatten kurz vor unserer Ankunft am Stau schon eine ganze Reihe schwer bewaffneter Armee und Polizei herumfahren sehen und entschließen uns, mal lieber wieder zu verschwinden. Die blockierte Strasse ist leider die einzige Zufahrt zum Vulkan, und so müssen wir unverrichteter Dinge wieder nach Pazcuaro zurückkehren. Dort wollen wir uns die Schmetterlingsfischer auf dem See anschauen. Sie sitzen in kleinen Booten und haben Netze an beiden Enden einer Stange befestigt, wodurch sie ein wenig wie Schmetterlinge aussehen. Allerdings wird diese traditionelle Fangtechnik inzwischen leider nicht mehr praktiziert, sondern nur an Wochenenden und Feiertagen den Touristen vorgeführt. Heute ist Dienstag, also wird auch daraus leider nichts. Stattdessen fahren wir nochmal nach Pazcuaro und schauen uns die Stadt bei Tageslicht an. Auf dem Markt und in einigen Handwerksläden können wir zu fast unglaublich niedrigen Preisen einige schöne Stücke ergattern. Da die Unterkunft der letzten Nacht so schön war, entschließen wir uns, nun doch nochmal dorthin zurückzukehren.

Die Gegend um Pazcuaro ist bekannt für seine Handwerkskunst, von der wir ja schon einiges in den Läden der Stadt selbst sehen konnten. Das Besondere hier ist, dass sich ganze Dörfer auf jeweils ein Handwerk spezialisiert haben, und da unsere Gastgeber Experten auf diesem Gebiet zu sein scheinen, machen wir am nächsten Morgen eine kleine Rundfahrt mit einem von ihnen, Kevin. Er ist Amerikaner, lebt aber schon sein 1985 hier. Er zeigt uns das Kupferdorf Santa Clara del Cobre, und führt uns dort in eine Werkstatt, wo uns die langwierige Kupferverarbeitung eindrucksvoll vorgeführt wird, vom glühend roten Rohmaterial bis his zur Endverzierung. Wir dürfen sogar selbst mal Hand anlegen und merken, wie aufwendig und schwierig es ist. Kupfer scheint vor allem als Hauseinrichtung (besonders Waschbecken) hoch im Trend zu stehen, und so boomt der Ort. Bei dem wohl bekanntesten Kupferschmied des Ortes sehen wir einige besondere Einzelstücke, die üblicherweise für Preise weit über 10.000 Dollar an Sammler mit tiefen Taschen gehen. Außerdem schauen wir noch in einem anderen Ort in einer Töpferei vorbei, wo besonders feine Stücke von Hand produziert werden.

Dann ist es Zeit, aufzubrechen. Wir haben noch 2 Tage, bis wir wieder zurück nach Mexiko Stadt müssen, und es wartet noch eine besondere mexikanische Spezialität darauf, von uns an der Quelle besucht zu werden - Tequila!
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