Vulkane bei Mexiko Stadt
Trip Start
Jan 12, 2009
1
12
17
Trip End
Mar 31, 2009
Unsere Mietwagenrundfahrt in Mexiko
Es gibt viel zu sehen im Westen von Mexiko Stadt, und vieles davon ist nicht so einfach per Bus erreichbar. Also entschließen wir uns dazu, für die verbleibenden 10 Tage in Zentralmexiko ein Auto zu mieten.
Die Vermietstation liegt mitten in der Stadt, und erstmal hinaus aufs Land zu kommen, erweist sich als die größte Aufgabe. Dank haarsträubender Ausschilderung verfahren wir uns erstmal einige Male. Der Verkehr der Stadt kommt kurzzeitig zum Erliegen, als wir in letzter Sekunde die richtige Autobahnauffahrt entdecken und auf der 5-spurigen Strasse von ganz links nach ganz rechts wechseln. Aber was das Schlimmste ist - unser Auto ist eigentlich überhaupt nicht funktionsfähig: die Hupe geht nicht! Doch wir fahren ohnehin erstmal nur bis zum Flughafen zu einer anderen Vermietstation, denn es wird uns schnell klar, wir brauchen ein GPS, wenn wir uns hier einigermassen zurecht finden wollen. Dort ist die Hupe erst einmal wieder in Ordnung gebracht, und mit neuem Wegweiser kann die Reise losgehen.
Teil 1 - Vulkane und Silber
Erstes Ziel unserer Fahrt ist der aktive Vulkan Popocatepetl, oder kurz Popo. Er spuckt seit 1994 wieder regelmäßig Asche und ist dementsprechend natürlich gesperrt. Man kann ihn aber aus sicherer Entfernung bestaunen. Es sei denn, er ist von Wolken verhüllt, wie es heute der Fall ist. Wir fahren trotzdem mal bis in seine Nähe und bekommen einen guten Eindruck, nur den rauchenden Krater müssen wir uns heute dazu denken. Wir fahren weiter bis nach Cuernavaca im Süden von Mexiko Stadt, berühmt für sein besonders mildes Klima. Nach einigen vergeblichen Versuchen, mit dem für Innenstädte offensichtlich nicht besonders tauglichen GPS durch die Stadt zu navigieren, finden wir zufällig ein richtig schönes Hotel mit Parkplatz. So flexibel wir tagsüber mit dem Auto sind, so eingeschränkt sind wir jetzt natürlich bei der Wahl unserer Unterkünfte, denn irgendwo müssen wir ja unseren fahrbaren Untersatz parken, was im direkten Zentrum nicht überall möglich ist. Fuer heute sind wir genug selbst gefahren und nehmen ein Taxi in die Innenstadt (was ja hier in Mexiko nicht viel kostet), um in ein uns sehr empfohlenes Restaurant zu gehen. Wir hatten nicht nach dem Preisniveau gefragt, was sich als Fehler herausstellt. Bis wir zur ersten Sitzgelegenheit im Restaurant gelangen, haben uns schon etwa 10 Kellner begrüßt. Ein Blick auf die Karte bestätigt die Befürchtungen. Ein Rinderhüftsteak für 60 Euro ist dann vielleicht doch nicht ganz mit unserem Reisebudget vereinbar... Wir verdrücken uns dankend und finden ein schönes Restaurant zum Zehntel des Preises.
Am nächsten Morgen machen wir uns nochmal auf den Weg in die Innenstadt Cuernavacas, denn am Vorabend war es ja schon dunkel. Wir probieren mal traditionelles mexikanisches Frühstück, und was sollen wir sagen - schmeckt sehr gut, aber auch seeeehr scharf! Das Zentrum von Cuernavaca hat einige hübsche Plätze zu bieten und den Palast von Cortez. Cortez hatte damals die Spanier erfolgreich gegen die Azteken angeführt und so das Ende der meisten, wie man so schön sagt, "präkolumbianischen" Kulturen eingeläutet. Besonders dankbar ist ihm dafür hier niemand, aber sein Palast steht noch, sowie ganze zwei Cortez-Statuen in ganz Mexiko. Da wir bald weiterfahren wollen, kaufen wir uns Tickets für eine Art offenen Holzbus, der uns in einer Stunde an allen interessanten Sehenswürdigkeiten vorbeibringen soll. Leider hat unsere natürlich spanisch-sprechende Tourleiterin offensichtlich ein Maschinengewehr gefrühstückt. Sie spricht so schnell, dass wir fast nichts verstehen. Was wir von ihren Erklärungen aufschnappen, ist auch eher für Mexikaner interessant - wo hat welche berühmte Person mal ihr Haus in Cuernavaca gehabt etc. Bei einem kurzen Stopp der Tour machen wir uns aus dem Staub und erkunden die Stadt doch lieber wieder allein.
Am Nachmittag geht es dann weiter nach Taxco, berühmt für seine engen steilen Gassen und seine Geschichte als Silberstadt. Wir sind schon fast da, da fahren wir plötzlich an einer riesigen Dorfparty vorbei. Eine kurze Vollbremsung, und schon sind auch wir mit dabei. Die Kinder sind verkleidet als kirchliche Würdenträger und tanzen zu Ehren des Schutzpatrons des Dorfes. Die Dorfbewohner sind ganz offen und erklären uns stolz ihr Fest, auf dem sonst nur Einheimische zu sein scheinen. Eine Band sorgt für die passende Musik. Viele Männer haben sich als Frauen verkleidet, und sie haben viel zu viel Spaß dabei, sich von uns fotografieren zu lassen, als dass wir den Zusammenhang zwischen ihrer Verkleidung und dem Fest herausfinden könnten. Dann zieht Regen auf, es blitzt und donnert um uns herum. Wir stellen uns unter und sehen wie ein paar ältere Maenner des Dorfes eine Art Domino spielen. Wir wollen schon wieder weiterfahren, als es heißt "Nein nein, wartet noch ein paar Minuten, gleich geht das Feuerwerk los". An einem hohen Mast wurden in aufwendiger Feinarbeit Feuerwerkskörper so angebaut, dass sich alle möglichen Figuren daraus ergeben. Als der Regen einsetzt, werden sie schnell angezündet, damit nicht alles aufweicht. Offensichtlich haben sie das nicht zum ersten Mal gemacht, denn alles klappt wunderbar und sieht richtig toll aus. Wir gratulieren uns zu unserer Entscheidung, ein Mietautos genommen zu haben, denn so kann man bei Gelegenheiten wie dieser einfach mal kurz anhalten und mit eintauchen.
In Taxco wurden in etwas auseinanderliegenden Etappen immer mal wieder Silbervorräte gefunden, was zu einem ständigen Aufblühen und Verfall der Stadt geführt hat. Heutzutage gelten die Silbervorräte als erschöpft, aber die Stadt hat sich stattdessen auf die Verarbeitung des edlen Metalls spezialisiert. Überall reihen sich Silberlaeden aneinander, in denen Gefäße, Schmuck und ähnliches jeweils in anderem Verarbeitungsstil angeboten wird. Hier sehen wir ausnahmsweise mal wieder eine ganze Menge Bleichgesichter, was bei der Schönheit der Stadt auch wirklich nicht verwunderlich ist. In Taxco wurde darauf geachtet, dass ein bestimmter Stil bei allen Häusern eingehalten wird. So sind sie z.B. alle in weiß gehalten und mit gleichartigen Schriftzügen versehen. Als Taxis fahren ausschließlich weiße VW-Käfer (die alte Form!) und als Busse fahren VW-Busse (natürlich auch die alte Form!). Sie werden nach wie vor in einem VW-Werk in Mexiko hergestellt. Die Strassen sind so eng, dass sich ein endloser Strom an Autos langsam durch die Stadt schiebt. Stört uns erstmal gar nicht, denn so können wir auf dem Weg zu unser Bleibe für die Nacht ganz in Ruhe die Stadt vom Auto aus betrachten, während es draußen regnet.
Am Zocalo (dem Hauptplatz) der Stadt steht eine riesige Kathedrale, die im Vergleich mit den sonst kleinen Gassen besonders groß erscheint. Sie wurde der Stadt von Taxco's Lieblings-Silberbaron geschenkt, der seine Minenarbeiter angeblich immer besser behandelt haben soll als andere, und so ist es kein Wunder, dass die halbe Stadt nach ihm benannt wurde. Stellenweise sind die kleinen Gassen hier komplett in einen Markt umfunktioniert worden, der die halbe Innenstadt einzunehmen scheint. Der Markt scheint vor allem auf Einheimische ausgerichtet zu sein, mit den gelegentlichen Souvenirständen zwischendrin. Wir sehen einen Bäckerstand, an dem das süße Brot direkt am Stand auf der Strasse in einem großen Bäckereioffen gebacken wird und gerade fertig ist, als wir dort vorbeikommen. Ganz heiß aus dem Offen schmeckt es gleich nochmal so gut!
Hier und da sehen wir, wie die Leute ihre Autos mit bunten Luftballons und anderen Verzierungen schmücken. Wir erfahren, dass im Anlauf auf den Frühlingsanfang hier bald jeden Tag Umzüge stattfinden werden, und heute sind die Kindergärten der Stadt dran. Wir müssen leider weiterfahren, um noch bei Tageslicht an unserer nächsten Station anzukommen, aber die bunten Autos lassen schon einiges erahnen. Für eine gute Feier sind die Mexikaner eben immer zu haben. Und ein Anlass findet sich auch jederzeit.
Wir fahren weiter nach Toluca. Ja, hier waren wir vor ein paar Tagen schon einmal, aber diesmal wollen wir nur kurz hier übernachten, um am nächsten Morgen früh zum Vulkan zu fahren. Wir schälen uns gegen 5 Uhr aus dem Bett und düsen in Richtung Nevado de Toluca, ein schon lange erloschener, schneebedeckter Vulkan. Das Besondere dabei ist, dass man mit dem Auto bis fast zum Krater hinauffahren kann. Toluca liegt auf etwa 2.000 Meter über dem Meer, und nach nur kurzer Autofahrt sind wir auf 4.000 Metern. Das letzte Stück bis zum Kraterrand kann man dann problemlos laufen auf einem gut beschilderten Weg. Wir treffen am Parkplatz noch einen anderen Wanderer, ein Anwalt aus Mexiko Stadt und begieriger Bergwanderer, der gleich mal den gesamten Krater umrunden will. Das ist allerdings nur etwas für Leute mit ordentlicher Ausrüstung. Wir laufen zu dritt bis zum Kraterrand durch die dünne, aber schön frische Morgenluft. Der Himmel ist komplett wolkenlos, aber der Wind ist recht stark und lässt erahnen, dass die Wolken nicht lange auf sich warten lassen werden. Am Rand des Kraters angekommen, genießen wir etwas die super Aussicht auf die beiden Kraterseen unter uns, bevor wir in den Krater hineinlaufen, um uns die Seen aus der Naehe anzusehen. In Toluca war es selbst am fruehen Morgen recht warm, aber hier oben liegt vereinzelt immer wieder etwas Schnee - genug fuer eine kleine Schneeballschlacht. Als wir uns auf den Rueckweg machen, kommen uns immer mehr Mexikaner entgegen. Es ist mal wieder Samstag und der Vulkan ist nicht weit von der Stadt entfernt. Das fruehe Aufstehen hat sich aber offensichtlich wirklich gelohnt, denn es ziehen nun immer mehr Wolken auf und verhuellen den Blick. Und ohne Sonne wird es gleich merklich kuehler. Na wir gehen dann mal wieder...
Es gibt viel zu sehen im Westen von Mexiko Stadt, und vieles davon ist nicht so einfach per Bus erreichbar. Also entschließen wir uns dazu, für die verbleibenden 10 Tage in Zentralmexiko ein Auto zu mieten.
Die Vermietstation liegt mitten in der Stadt, und erstmal hinaus aufs Land zu kommen, erweist sich als die größte Aufgabe. Dank haarsträubender Ausschilderung verfahren wir uns erstmal einige Male. Der Verkehr der Stadt kommt kurzzeitig zum Erliegen, als wir in letzter Sekunde die richtige Autobahnauffahrt entdecken und auf der 5-spurigen Strasse von ganz links nach ganz rechts wechseln. Aber was das Schlimmste ist - unser Auto ist eigentlich überhaupt nicht funktionsfähig: die Hupe geht nicht! Doch wir fahren ohnehin erstmal nur bis zum Flughafen zu einer anderen Vermietstation, denn es wird uns schnell klar, wir brauchen ein GPS, wenn wir uns hier einigermassen zurecht finden wollen. Dort ist die Hupe erst einmal wieder in Ordnung gebracht, und mit neuem Wegweiser kann die Reise losgehen.
Teil 1 - Vulkane und Silber
Erstes Ziel unserer Fahrt ist der aktive Vulkan Popocatepetl, oder kurz Popo. Er spuckt seit 1994 wieder regelmäßig Asche und ist dementsprechend natürlich gesperrt. Man kann ihn aber aus sicherer Entfernung bestaunen. Es sei denn, er ist von Wolken verhüllt, wie es heute der Fall ist. Wir fahren trotzdem mal bis in seine Nähe und bekommen einen guten Eindruck, nur den rauchenden Krater müssen wir uns heute dazu denken. Wir fahren weiter bis nach Cuernavaca im Süden von Mexiko Stadt, berühmt für sein besonders mildes Klima. Nach einigen vergeblichen Versuchen, mit dem für Innenstädte offensichtlich nicht besonders tauglichen GPS durch die Stadt zu navigieren, finden wir zufällig ein richtig schönes Hotel mit Parkplatz. So flexibel wir tagsüber mit dem Auto sind, so eingeschränkt sind wir jetzt natürlich bei der Wahl unserer Unterkünfte, denn irgendwo müssen wir ja unseren fahrbaren Untersatz parken, was im direkten Zentrum nicht überall möglich ist. Fuer heute sind wir genug selbst gefahren und nehmen ein Taxi in die Innenstadt (was ja hier in Mexiko nicht viel kostet), um in ein uns sehr empfohlenes Restaurant zu gehen. Wir hatten nicht nach dem Preisniveau gefragt, was sich als Fehler herausstellt. Bis wir zur ersten Sitzgelegenheit im Restaurant gelangen, haben uns schon etwa 10 Kellner begrüßt. Ein Blick auf die Karte bestätigt die Befürchtungen. Ein Rinderhüftsteak für 60 Euro ist dann vielleicht doch nicht ganz mit unserem Reisebudget vereinbar... Wir verdrücken uns dankend und finden ein schönes Restaurant zum Zehntel des Preises.
Am nächsten Morgen machen wir uns nochmal auf den Weg in die Innenstadt Cuernavacas, denn am Vorabend war es ja schon dunkel. Wir probieren mal traditionelles mexikanisches Frühstück, und was sollen wir sagen - schmeckt sehr gut, aber auch seeeehr scharf! Das Zentrum von Cuernavaca hat einige hübsche Plätze zu bieten und den Palast von Cortez. Cortez hatte damals die Spanier erfolgreich gegen die Azteken angeführt und so das Ende der meisten, wie man so schön sagt, "präkolumbianischen" Kulturen eingeläutet. Besonders dankbar ist ihm dafür hier niemand, aber sein Palast steht noch, sowie ganze zwei Cortez-Statuen in ganz Mexiko. Da wir bald weiterfahren wollen, kaufen wir uns Tickets für eine Art offenen Holzbus, der uns in einer Stunde an allen interessanten Sehenswürdigkeiten vorbeibringen soll. Leider hat unsere natürlich spanisch-sprechende Tourleiterin offensichtlich ein Maschinengewehr gefrühstückt. Sie spricht so schnell, dass wir fast nichts verstehen. Was wir von ihren Erklärungen aufschnappen, ist auch eher für Mexikaner interessant - wo hat welche berühmte Person mal ihr Haus in Cuernavaca gehabt etc. Bei einem kurzen Stopp der Tour machen wir uns aus dem Staub und erkunden die Stadt doch lieber wieder allein.
Am Nachmittag geht es dann weiter nach Taxco, berühmt für seine engen steilen Gassen und seine Geschichte als Silberstadt. Wir sind schon fast da, da fahren wir plötzlich an einer riesigen Dorfparty vorbei. Eine kurze Vollbremsung, und schon sind auch wir mit dabei. Die Kinder sind verkleidet als kirchliche Würdenträger und tanzen zu Ehren des Schutzpatrons des Dorfes. Die Dorfbewohner sind ganz offen und erklären uns stolz ihr Fest, auf dem sonst nur Einheimische zu sein scheinen. Eine Band sorgt für die passende Musik. Viele Männer haben sich als Frauen verkleidet, und sie haben viel zu viel Spaß dabei, sich von uns fotografieren zu lassen, als dass wir den Zusammenhang zwischen ihrer Verkleidung und dem Fest herausfinden könnten. Dann zieht Regen auf, es blitzt und donnert um uns herum. Wir stellen uns unter und sehen wie ein paar ältere Maenner des Dorfes eine Art Domino spielen. Wir wollen schon wieder weiterfahren, als es heißt "Nein nein, wartet noch ein paar Minuten, gleich geht das Feuerwerk los". An einem hohen Mast wurden in aufwendiger Feinarbeit Feuerwerkskörper so angebaut, dass sich alle möglichen Figuren daraus ergeben. Als der Regen einsetzt, werden sie schnell angezündet, damit nicht alles aufweicht. Offensichtlich haben sie das nicht zum ersten Mal gemacht, denn alles klappt wunderbar und sieht richtig toll aus. Wir gratulieren uns zu unserer Entscheidung, ein Mietautos genommen zu haben, denn so kann man bei Gelegenheiten wie dieser einfach mal kurz anhalten und mit eintauchen.
In Taxco wurden in etwas auseinanderliegenden Etappen immer mal wieder Silbervorräte gefunden, was zu einem ständigen Aufblühen und Verfall der Stadt geführt hat. Heutzutage gelten die Silbervorräte als erschöpft, aber die Stadt hat sich stattdessen auf die Verarbeitung des edlen Metalls spezialisiert. Überall reihen sich Silberlaeden aneinander, in denen Gefäße, Schmuck und ähnliches jeweils in anderem Verarbeitungsstil angeboten wird. Hier sehen wir ausnahmsweise mal wieder eine ganze Menge Bleichgesichter, was bei der Schönheit der Stadt auch wirklich nicht verwunderlich ist. In Taxco wurde darauf geachtet, dass ein bestimmter Stil bei allen Häusern eingehalten wird. So sind sie z.B. alle in weiß gehalten und mit gleichartigen Schriftzügen versehen. Als Taxis fahren ausschließlich weiße VW-Käfer (die alte Form!) und als Busse fahren VW-Busse (natürlich auch die alte Form!). Sie werden nach wie vor in einem VW-Werk in Mexiko hergestellt. Die Strassen sind so eng, dass sich ein endloser Strom an Autos langsam durch die Stadt schiebt. Stört uns erstmal gar nicht, denn so können wir auf dem Weg zu unser Bleibe für die Nacht ganz in Ruhe die Stadt vom Auto aus betrachten, während es draußen regnet.
Am Zocalo (dem Hauptplatz) der Stadt steht eine riesige Kathedrale, die im Vergleich mit den sonst kleinen Gassen besonders groß erscheint. Sie wurde der Stadt von Taxco's Lieblings-Silberbaron geschenkt, der seine Minenarbeiter angeblich immer besser behandelt haben soll als andere, und so ist es kein Wunder, dass die halbe Stadt nach ihm benannt wurde. Stellenweise sind die kleinen Gassen hier komplett in einen Markt umfunktioniert worden, der die halbe Innenstadt einzunehmen scheint. Der Markt scheint vor allem auf Einheimische ausgerichtet zu sein, mit den gelegentlichen Souvenirständen zwischendrin. Wir sehen einen Bäckerstand, an dem das süße Brot direkt am Stand auf der Strasse in einem großen Bäckereioffen gebacken wird und gerade fertig ist, als wir dort vorbeikommen. Ganz heiß aus dem Offen schmeckt es gleich nochmal so gut!
Hier und da sehen wir, wie die Leute ihre Autos mit bunten Luftballons und anderen Verzierungen schmücken. Wir erfahren, dass im Anlauf auf den Frühlingsanfang hier bald jeden Tag Umzüge stattfinden werden, und heute sind die Kindergärten der Stadt dran. Wir müssen leider weiterfahren, um noch bei Tageslicht an unserer nächsten Station anzukommen, aber die bunten Autos lassen schon einiges erahnen. Für eine gute Feier sind die Mexikaner eben immer zu haben. Und ein Anlass findet sich auch jederzeit.
Wir fahren weiter nach Toluca. Ja, hier waren wir vor ein paar Tagen schon einmal, aber diesmal wollen wir nur kurz hier übernachten, um am nächsten Morgen früh zum Vulkan zu fahren. Wir schälen uns gegen 5 Uhr aus dem Bett und düsen in Richtung Nevado de Toluca, ein schon lange erloschener, schneebedeckter Vulkan. Das Besondere dabei ist, dass man mit dem Auto bis fast zum Krater hinauffahren kann. Toluca liegt auf etwa 2.000 Meter über dem Meer, und nach nur kurzer Autofahrt sind wir auf 4.000 Metern. Das letzte Stück bis zum Kraterrand kann man dann problemlos laufen auf einem gut beschilderten Weg. Wir treffen am Parkplatz noch einen anderen Wanderer, ein Anwalt aus Mexiko Stadt und begieriger Bergwanderer, der gleich mal den gesamten Krater umrunden will. Das ist allerdings nur etwas für Leute mit ordentlicher Ausrüstung. Wir laufen zu dritt bis zum Kraterrand durch die dünne, aber schön frische Morgenluft. Der Himmel ist komplett wolkenlos, aber der Wind ist recht stark und lässt erahnen, dass die Wolken nicht lange auf sich warten lassen werden. Am Rand des Kraters angekommen, genießen wir etwas die super Aussicht auf die beiden Kraterseen unter uns, bevor wir in den Krater hineinlaufen, um uns die Seen aus der Naehe anzusehen. In Toluca war es selbst am fruehen Morgen recht warm, aber hier oben liegt vereinzelt immer wieder etwas Schnee - genug fuer eine kleine Schneeballschlacht. Als wir uns auf den Rueckweg machen, kommen uns immer mehr Mexikaner entgegen. Es ist mal wieder Samstag und der Vulkan ist nicht weit von der Stadt entfernt. Das fruehe Aufstehen hat sich aber offensichtlich wirklich gelohnt, denn es ziehen nun immer mehr Wolken auf und verhuellen den Blick. Und ohne Sonne wird es gleich merklich kuehler. Na wir gehen dann mal wieder...


