Zurueck in Mexiko Stadt

Trip Start Jan 12, 2009
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Trip End Mar 31, 2009


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Flag of Mexico  , Central Mexico and Gulf Coast,
Friday, February 27, 2009

7 Stunden Busfahrt bringen uns durch das Hochland auf kurvigen Strassen bis nach Mexiko Stadt. Wir fahren vorbei an riesigen Kaktus- und Agavenplantagen durch eine insgesamt sehr trockene, aber sehr schoene Landschaft.

Wir kommen genau zum Wochenende in die Hauptstadt, was einige Ausflugsziele schon mal ausschliesst, falls man sich nicht mit allen anderen Stadtbewohnern dort draengen will. Aber wir wollen auch noch ein drittes Mal zum Ende unserer Mexikotour hier herkommen, sind also flexibel. Wie wir schnell feststellen, hat die Hauptstadt vor allem am Wochenende ihren besonderen Reiz. Die Parks der Stadt sind voll mit Maerkten, Tanzgruppen und Schauspielern, und wir geniessen es, mitten drin zu sein. Wir geniessen es so lange, bis wir von einem Clown in seine Show gezerrt werden und als Opfer herhalten muessen. Wir verstehen nur maximal die Haelfte von dem was er sagt, und es ist total lustig - fuer die Scharen an mexikanischen Zuschauern, die sich schnell versammeln und lachen. Aber kein Problem, es kennt uns ja hier keiner (hoffentlich) und so machen wir den Spass mit. Als der Clown gerade kurz von einem anderen dankbaren Opfer abgelenkt ist, gelingt uns die Flucht zurueck in die anonymen Massen des Parks. Spaeter am Abend laeuft uns ein Unbekannter ueber den Weg und meint uebersetzt "He, hab ich Euch nicht heute beim Clown im Park gesehen?" Na prima.

Aber zurueck zum Tagesablauf. Bei bester Mittagshitze verschwinden wir im "Palacio de Bellas Artes", die wahrscheinlich bekannteste Kunstausstellung der Stadt, gefuellt natuerlich vor allem mit riesigen Wandgemaelden des mexikanischen Malers und Nationalhelden Diego Rivera. Wir koennen es gar nicht glauben, wir sonst eher Kunstbanausen gehen in eine Kunstausstellung! Schon das Gebaeude selbst ist eine Augenweide, und die ausgestellten Gemaelde sind wirklich interessant, vor allem, nachdem man mit Hilfe einiger Erklaerungen noch besser die Aussagen verstehen kann. Eines der Wandgemaelde hatte Riviera urspruenglich 1930 im Auftrag der Rockefeller-Familie in deren Center in New York gemalt, was aber wieder zerstoert wurde, weil es den Rockefellers nicht gefiel. Koennte an der stark kommunistischen Tendenz gelegen haben, die sofort ganz offensichtlich wird, wenn man das Bild sieht. Riviera's freche Aktion hat ihm bei seinen Landsleuten viel Respekt eingebracht, und er hat das Bild hier im Palacio nochmal rekreieren duerfen.

Spaeter am Nachmittag sehen wir auf einem etwas kleineren Platz im Sueden des Stadtzentrums, wie sich hier (wie angeblich jeden Samstag) viele Leute der Stadt treffen, um gemeinsam im Freien zu tanzen oder in etwas ruhigeren Ecken Tanzen zu lernen. Ein Tanz, namens Danzon, wird ausschliesslich von aelteren Leuten getanzt, von denen einige kaum noch laufen koennen, aber dann ploetzlich noch ordentlich das Tanzbein schwingen. Abends essen wir in Chinatown, als kurze Abwechselung von der mexikanischen Kueche. Wir haben etwas Muehe es zu finden, denn anders als in anderen Staedten ist Chinatown hier kein Stadtteil, sondern nur eine einzige kurze Strasse. Dort finden wir kleine chinesischen Geschaefte und Restaurants und Papierlaternen als Nachtbeleuchtung. Es schmeckt richtig gut und ist offensichtlich auch bei den Mexikanern sehr beliebt.

Bald ist auch schon Sonntag, und wir stehen extra frueh auf, um Mexiko Stadt von einer anderen Seite zu sehen. Eine der groessten Strassen, die Reforma, wird naemlich komplett fuer den Autoverkehr gesperrt und statt dessen fuer Fussgaenger, Inline Skater, Skateboarder und Radfahrer freigegeben. Entlang der Strasse kann man sich Fahrraeder ausleihen und sich untermischen. Und so machen wir es. Zuerst sind die Verleihstaende noch zu und wir laufen einmal die halbe Reforma entlang und wieder zurueck bis zum riesigen Stadtpark Chapultepec. Dort leihen wir uns die Raeder, duesen quer durch Mexiko Stadt bis zum historischen Stadtviertel, ohne einmal von Autos gestoert zu werden. Eine wirklich schoene Aktion der Stadt, die sich jeden Sonntag Vormittag wiederholt. Im Chapultepec-Park befindet sich unter anderem auch das beruehmte anthropologische Museum der Stadt. Am Sonntag ist der Eintritt in alle Museen der Stadt fuer Mexikaner frei, und so werden wir unseren Besuch wohl auf einen anderen Tag verschieben, denn die Schlange der Besucher zieht sich fast einmal um das Gebaeude herum. Vor dem Museum sehen wir wieder eine Vorfuehrung der Voladores, wie wir sie jetzt ja schon aus Papantla kennen. Sie ist immer wieder beeindruckend. Der Park ist waehrend der Woche sehr ruhig. Am Wochenende aber geht hier die Post ab. Dann ist er durchzogen mit Verkaufsstaenden, die Essen, Getraenke und natuerlich Unmengen an Kinderspielzeug anbieten.

Nachdem die Reforma am fruehen Nachmittag wieder fuer den Autoverkehr geoeffnet wird, verdruecken wir uns lieber in den Stadtteil Polanco, eines unserer wichtigsten Ziele in ganz Mexiko, denn hier hatte Sascha als Kind einige Jahre mit seinen Eltern gewohnt. Wir finden das Wohnhaus nach ueber 23 Jahren nahezu unveraendert wieder! Polanco war schon frueher nicht der aermste Stadtteil und war damals wie heute bevorzugter Standort auslaendischer Botschaften und Vertretungen, aber er scheint noch teurer und edler geworden zu sein. Anstelle des beliebten Tacorestaurants z. B. reihen sich heute internationale Parfum- und Modemarken aneinander. Die Einwohner Polancos lassen sich ihren Wohlstand auch gern ansehen, und an teuren Autos mangelt es hier auch nicht. Wir finden auch Sascha's Schule wieder, die heute aber offensichtlich in Privatbesitz ist, und die deutsche Botschaft, wo der Waerter fast einen Herzinfakt bekommt, als wir anfangen, das Gelaende von aussen abzufotografieren.

Fuer den Abend haben wir uns Karten besorgt fuer ein beruehmtes Folkloreballett, das einige der beruehmtesten Taenze Mexikos in einer sehr professionellen, aber auch locker humorvollen Weise vorfuehrt. Einige der Taenze erkennen wir von Strassenauffuehrungen wieder, und einige kommen aus Regionen, wo wir erst noch hinfahren wollen, und so bekommen wir schon mal einen prima Vorgeschmack.

Fuer Dienstag haben wir einen Flug gebucht nach Baja California, und bis dahin treten wir mal etwas ruhiger, verbringen einige Stunden im Internet-Cafe und mit der Organisation unserer weiteren Reise.
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