Huancayo Bergwanderung

Trip Start Aug 19, 2008
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Trip End Dec 21, 2008


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Flag of Peru  ,
Monday, September 29, 2008

Unser Herbergsmeister Lucho ist vor allem beruehmt fuer seine Wandertouren hoch in den Bergen und im Dschungel. Letzteren wollen wir uns fuer den Sueden Perus aufheben, aber eine Bergwanderung klingt sehr reizvoll. Lucho bietet Touren bis zu 5 Tagen, aber wir wollen mal lieber langsam an die Sache herangehen und entscheiden uns fuer eine Tagestour, schliesslich sind wir keine trainierten Wanderer und muessen uns noch an die Hoehe gewoehnen. Wir koennen in der Herberge auch noch Holger, einen Deutschen aus Hamburg, fuer die Idee begeistern und zu dritt geht es mit unserem Guide Willy los. Zuerst fahren wir einige Stunden mit dem Auto bis auf 4.000 Meter, wo es auch schon merklich kuehler ist als in Huancayo, und ab dort starten wir unsere Wanderung. Zuerst geht es relativ steil hoch bis zum Pass auf 4.600 Meter. Bei der duennen Luft muessen wir alle paar Meter anhalten und tief durchatmen. Weiter oben wird das Atmen noch schwerer, aber wir geniessen die Aussicht, waerend wir bei unseren eigenen Atemgeraeuschen irgendwie an Darth Vader denken muessen.

Wir hatten Lucho vor der Abfahrt nach dem aktuellen Wetter oben in den Bergen gefragt, aber seine Aussage war nur: "Den Traenen der Frauen und dem Wetter in den Bergen kann man nie vertrauen". Und soweit es das Wetter betrifft hat er definitiv Recht behalten, denn wir haben an diesem Tag Sonne, Wolken, Nebel, Wind, Regen und Schnee. Als wir vom Pass herunterlaufen und an den malerischen Seen ankommen, koennen wir vor lauter Nebel die Hand kaum vor Augen sehen. Die Gedanken an Darth Vader sind verschwunden und ein Gefuehl von Herr der Ringe macht sich breit.

Wir wandern weiter in Richtung Gletscher, und dank der Bergwinde werden die Wolken immer mal wieder zur Seite geschoben und durch die Luecken koennen wir ploetzlich einen strahlend tuerkisfarbenen See im Tal sehen, gespeist durch den Gletscher direkt darueber. Wie viele seiner Artgenossen ist auch dieser Gletscher in den letzten Jahren durch Klimaveraenderung sehr stark geschrumpft. Trotzdem ist er sehr beeindruckend. Wir wandern mit viel auf und ab bis direkt an den Gletscherrand und verspeisen dort unser wohlverdientes Picknick mit Blick auf eine blaeulich-schimmernden Gletscherspalte. Der Rueckweg ist etwas flacher, fuehrt aber bis kurz vor Schluss auf einer Hoehe von etwa 4.500 Meter entlang. Nach einer Weile kann man die duenne Luft sogar durch leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen merken und wir machen regelmaessige Verschnaufpausen. Der Regen hat den Weg in der Zwischenzeit stark aufgeweicht, aber langsam und vorsichtig kommen wir unbeschadet wieder am Auto an. Welch wunderbares Gefuehl, dort in trockene, warme Sachen zu wechseln. Wir freuen uns, dass wir die Nacht in unserer Herberge verbringen koennen, die zwar nicht geheizt ist (wie kaum ein Haus hier!), die aber eine schoene warme Dusche hat.

Die wunderschoene Aussicht v.a. am Gletscher bleibt uns noch lange im Gedaechtnis und so war die Wanderung ein echtes Erlebnis.
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