Unter der Erde

Trip Start Feb 13, 2012
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Trip End Jul 26, 2012


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Flag of New Zealand  , North Island,
Sunday, March 18, 2012

Heute war also der lang ersehnte Tag! Wir traten unsere Höhlentour an. Diese beinhaltete sich 30 Meter unter die Erde abzuseilen, sowohl durch die Höhle zu klettern als auch in einem Gummireifen durch den unterirdischen Fluss zu paddeln, um am Ende die Felswand zur Oberfläche zu erklimmen.

Zum Glück hatten wir aus Zeitgründen spontan einen Tag zuvor die Zeit der Führung geändert. Wie es der Zufall wollte, waren wir die Einzigen die um die Uhrzeit gebucht hatten. Das hieß dass wir für denselben Preis eine Privatführung bekamen! Unser Guide, Simon, der auch noch der erfahrenste des Teams war, warnte uns dass die Tour kürzer ausfallen würde weil man zu zweit weit schneller sei. Letztendlich dauerte unser Trip genau so lang wie mit sechs Personen da wir super mit Simon klar kamen und er uns alles zeigte und alles machen ließ was er nur durfte. Zusätzlich unterhielt er uns mit allen möglichen Anekdoten, wie den schlimmsten Erfahrungen unter der Erde, so wie den lustigsten. Von denen gefiel uns am meisten die Geschichte des einbeinigen Mannes, der unterwegs immer wieder seine Prothese auszog und in irgendwelche Löcher steckte. Dann überredeten Simon und er eines der Mädchen, dem „lahmarschigen Typen" mal zur Hilfe zu kommen. Als sie auf einmal das Bein in der Hand hielt, waren sowohl ihr Geschrei als auch das Gelächter groß.

Darüber hinaus erzählte uns Simon alles über die Höhle, wie sie sich mit jeder Flut ändert, ihre Entstehung und sämtliche Einzelheiten über die Bewohner in diesem einzigartigen Ökosystem.

Begonnen hat das Abendteuer mit dem Abseilen. Alleine die Aussicht, die sich uns dabei bot war Atemberaubend. Hannah hing bestimmt 10 Minuten in der Luft und gaffte nur.  Unten angekommen erkannte man dass die Höhle Tunnelartig war und wir in der Mitte standen. Wir liefen also durch das kalte Wasser los in die Dunkelheit. Überall an der Decke waren abertausende von Glühwürmchen, weit mehr als in der Nachtwanderung zuvor. Als ob das nicht schon beeindruckend genug war wandte Simon einen Trick an um sie noch heller leuchten zu lassen. Er knallte seinen Reifen mit voller Wucht auf das Wasser. Wir konnten richtig mitverfolgen wie tief das Echo in den Tunnel wanderte. Dadurch bekam man nochmal einen Eindruck von der Größe der Höhle. Einige Sekunden blieb alles still. Nun muss man sich vorstellen, wie man sich fühlt, wenn die ohnehin schon unwirklich schön beleuchtete Decke auf einmal noch heller aufleuchtet. Wir konnten sogar die Reflektion im Wasser erkennen. Wir standen im knietiefen Wasser und konnten es gar nicht glauben.

Nach dieser kleinen „Showeinlage“ ging es mit eingeschalteten Kopftaschenlampen tiefer in die Höhle hinein. Nach einem kurzen Stück kamen wir an unsere erste Herausforderung. Wir sollten durch einen engen Tunnel krabbeln. Als wir am Ausgang ankamen stellten wir fest dass  der Boden ca. einen Meter tiefer lag. Simon stand da und machte amüsiert Fotos wie wir versuchten wieder beide Füße auf den Boden zu bekommen ohne als erstes mit dem Kopf aufzuschlagen. Schließlich ließ er sich dann doch dazu herab uns ein paar Tipps zu geben welcher Bewegungsablauf am besten sei. Felix stellte sich dabei recht gut an, aber Hannah war so sehr am Lachen dass ihr die nötige Kraft fehlte um sich an der Wand hochzuziehen. Letztendlich musste Felix die fette Made aus dem Speck ziehen.

Simon stellte uns vor noch weitere Herausforderungen, die wir mehr oder weniger gut meisterten. Hannah schaffte (mit viel Gequengel) alle, Felix musste aufgrund der Größe seines werten Hinterteils bei einer Felsspalte aufgeben. Das strengte ganz schön an und wir begrüßten es sehr, als Simon uns auf eine Art Aussichtsplateau führte und eine Pause gönnte, die überraschend mit heißem Orangenpunsch und Schokolade versüßt wurde.

Beiläufig erzählte er uns hierbei wie er mal fast von einem Kleinwagen großen Felsen erschlagen wurde, der sich geräuschlos aus der Wand gelöst hatte und wie er sich mitten während einer Führung eine Bandscheibe ausrenkte und ohnmächtig in einem Durchgang liegenblieb.

Nach der erfrischenden Rast machten wir uns auf um die andere Höhlenhälfte zu erkunden.  Auf unserem Weg begegneten wir reichlichen Insekten, die Simon uns geduldig erläuterte und auch ein Aal schwamm an uns vorbei. Nachdem Simon uns eindrücklich erklärt hatte wie Aale sich in Aas, ihr Hauptnahrungsmittel, verbeißen und sich dann so lang winden bis sie einen Fleischfetzen abtrennen, hatte Hannah auf einmal gar keine Lust mehr in ihrem Reifen mit den Händen zu paddeln. (Ein Aal hat schon mal einen anderen Tourguide gebissen!!)

Nach fast vier Stunden unter der Erde kletterten wir die Felswand wieder nach oben. Sonnenschein und die grünen Pflanzen wirkten viel intensiver auf uns. Als krönenden Abschluss durften wir dann WARM DUSCHEN!! :D  Zurück am Hauptquartier angekommen reichte man uns eine heiße Suppe die wir auf einem Sofa (!!!!!) schlürften während die Fotos, die Simon mit seiner Kamera von uns gemacht hatte, auf einem Bildschirm erschienen.  Diese verkaufte er uns auch noch zum halben Preis, worüber wir sehr dankbar waren.

Frisch geduscht, wohl genährt und mit vielen neuen, großartigen Erfahrungen ging es für uns wieder zurück in das „normale“ Leben.
Slideshow

Comments

Karin on

ganz schön mutig als Höhlenforscher :D I

carole on

a superduperpooper adventure! an experience like that must enlarge your concept of planet earth. looking forward to seeing the rest of the photos......

Karin on

Halloooooooo, wo seid ihr denn gerade - auf einer Farm mit vielen Tieren????

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