Ein perfekter Tag

Trip Start Feb 13, 2012
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Trip End Jul 26, 2012


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Flag of New Zealand  , North Island,
Saturday, March 17, 2012

Unser nächstes Ziel war Waitomo, wo wir uns schon seit Anfang der Reise auf die spektakulären Höhlensysteme freuten. Um unsere gebuchte Höhlentour ja nicht zu verpassen ließen wir uns einen Tag mehr Zeit um dort anzukommen. Das traf sich außerordentlich gut, denn in der Gegend gibt es viel zu entdecken: Zuerst besuchten wir einen großen Wasserfall, der in dem Sonnenschein kaum schöner hätte aussehen können. Wir fanden den Aussichtspunkt, der etwa auf halber Höhe lag, zwar schön, jedoch lockte uns das Wasser so sehr dass wir uns auf den unbefestigten Pfad machten um auf Tuchfühlung zu gehen (auch in der Hoffnung uns waschen zu können). Den Pfad hatten wir aber mächtig unterschätzt: Er war noch glitschiger als er matschig war. Und er war so matschig dass wir unsere Schuhe gleich ganz auszogen und bis weit über die Knöchel (!!) durch den Schlamm wateten.

Ab dem Zeitpunkt amüsierte uns eher noch der Weg als der Ausblick. Unten angekommen staunten wir aber trotzdem nicht schlecht über die Wassermassen, die Gischt und die enormen Felsbrocken am Fuße des Wasserfalls.

Ca. 5 Liter (das ist viel bei dem kostbaren Wasser) und gefühlte 3 Stunden später hatten wir dann endlich unsere Füße von dem hartnäckigen Schlamm befreit und konnten zu unserem nächsten Ziel weiter. Hierbei handelte es sich um unsere erste Höhle, die nach einem kurzen Weg durch den Urwald plötzlich inmitten der Felswand auftauchte. Sie war zwar klein, aber Hannah war so begeistert dass sie kaum aufhörte Fotos zu machen und ließ sich nur schwer wieder ans Tageslicht locken.

Weiter ging es zu einem unvergesslichen Naturphänomen: der „Natural Bridge". Nach einem freundlichen  Plausch mit vier etwas betagteren Campern, die mit ihren reizenden Schoßhunden eine gemütliche Runde zwischen ihren voll ausgestatteten Wohnmobilen hatten, folgten wir einem schönen Pfad an einer Schlucht entlang bis zu der Brücke. Geologen vermuten dass es sich bei der Schlucht, durch die sich ein glasklarer Fluss schlängelt, um ein ehemaliges Höhlensystem handelt, das zum größten Teil eingebrochen ist. Der Teil, der noch blieb, sieht aus wie eine mächtige Brücke, auf deren Oberseite beunruhigend große Bäume wachsen. Beunruhigend deswegen weil sie hoch über einem im Wind knarren. Wenn man unter der Brücke steht kann man es mit der Angst zu tun kriegen, dass das Felsgebilde jede Sekunde über einen einstürzen könnte.  Es ist absolut faszinierend das Wurzelwerk der Bäume an den Rändern herausspitzen zu sehen und wenige Meter daneben Stalagtiten erkennen zu können. Nachts soll das gesamte Gebilde auf der Unterseite mit Glühwürmchen beleuchtet sein, die in der Gegend fast jede Höhle bewohnen. Das hätten wir zu gerne gesehen, aber die Nachtwanderung, die wir noch vorhatten, lag leider zu weit in der entgegengesetzten Richtung. Unser kleiner Rundweg führte uns noch durch malerisches Farmland, das große Felsgebilde aufwies, in denen hunderte von versteinerten Riesenaustern zu erkennen sind, da dieses Land früher vom Meer bedeckt war. Was uns aber noch mehr erstaunte war aus dem Schatten des Urwaldes mit seiner üppigen Pflanzenwelt und steilen Felswänden zu kommen, um direkt in einer Sonnendurchflutete Wiesenlandschaft zu stehen, mit vereinzelten Bäumen und dem Fluss, der nun einem Bach glich. Uns erinnerte das alles generell an Teletubbiland und Hobbingen zusammen. Sowieso hatten wir uns schon auf der Herfahrt gewundert, wo in dieser Landschaft Höhlen versteckt sein sollen. Weit und breit sind nur saftige Wiesen und Schafe zu sehen. Wir hatten uns eine leblose Karstlandschaft vorgestellt. Mit Hobbingen liegen wir aber generell nicht allzu sehr daneben, da die Szenen für Herr der Ringe wirklich in der Gegend gedreht wurden.

Wir verabschiedeten uns von den liebenswürdigen Rentnern und ihren Hunden, nachdem wir uns lange über Schertechniken und Russischen Halbrassen ausgetauscht hatten. :P

Nachdem wir am Ausgangspunkt der Nachtwanderung unser Abendessen gekocht hatten, machten wir uns in den Finsteren Wald auf. Dort begegneten wir gleich zu Beginn einem Opossum, das sich beinahe anfassen ließ. Felix blieb noch unerträglich lang enttäuscht dass er es nicht geschafft hatte, das wuschelige Fell zu streicheln.

Die Strecke wird nicht umsonst als abwechslungsreichste Wanderung Neuseelands bezeichnet. Zwar ist sie kurz, aber man muss durch Tunnel krabbeln, kommt durch eine Höhle, durch die ein Fluss rauscht hindurch und läuft an einer Schlucht vorbei, durch die derselbe Fluss fließt. Der Wald, den man dabei passierte muss wunderschön gewesen sein. Jedoch bestand der Reiz der Wanderung darin, so gut wie Garnichts von dem Weg zu erkennen und sich inständig zu wundern wenn man „schon wieder“ untertags voran krabbeln musste. Was aber der eigentliche Sinn der späten Stunde war, war was man ohne Taschenlampe erkennen konnte. Hunderte Glühwürmchen zäunten den Weg, hingen von Felswänden und verwandelten die Nacht in ein Märchen. An einer Stelle konnte man aus der Schlucht heraus auf den klaren Sternenhimmel blicken (vom Parkplatz aus konnte man auch die Milchstraße problemlos erkennen) und gleichzeitig leuchteten die Glühwürmchen um uns herum. Die ganze Szene war einfach unwirklich und ein krönender Abschluss für den perfekten Tag.
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Comments

Karin on

♥♥ ihr zwei lieben Menschenkinder, die Fotos sind unglaublich und diese Glühwürmis O:) - und jetzt werden wir auch noch mit videos verwöhnt - danke euch, es ist soooooo schön teilzuhaben an euren herrlichen Erlebnissen.

carole on

a real magical mystery tour with great fotos- thank you for sharing!

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