Von Kälteeinbrüchen und verlorenen Tagen

Trip Start Aug 31, 2005
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Trip End Dec 19, 2005


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Sunday, November 20, 2005

Von Kälteeinbrüchen und verlorenen Tagen

Hallo,

leider waren meine letzten Tage nicht so wahnsinnig erlebnisreich, so dass ich euch mal die wenigen Sachen in einer Mail zusammenfasse.

Di, 15/11
Die Bibliothekarin hat alle Stunde den Wetterbericht gehört, was ich extrem nervend fand und auch nicht so richtig verstanden habe, warum sie dass nun gerade hier tun muss. Sie hat mich dann aufgeklärt: Tornadowarnung für Champaign und Umgebung - daher die Tornadokeller. Allerdings klingt dass jetzt vielleicht beeindruckender als es tatsächlich war. Letztendlich hatten wir keinen Tornado, worüber ich eigentlich ganz glücklich war, und dafür stetigen fiesen Nordwind. Nachdem es erst bis in den Abend hinein noch ganz warm war und ich mit nem Pullover draussen war, ist es zum Mittwoch hin deutlich kälter geworden.

Mi, 16/11
Der Wind hat ordentlich kalte Luft aus Norden gebracht. Nun stuermt es immer noch kräftig und die Temperaturen sind auf 25°F (-3,8°C) gefallen. Und das, nachdem ich vor 24h noch mit nem Pullover draussen war, was ich jetzt nicht mehr empfehlen wuerde.

Bin seit ein paar Tagen dazu übergegangen, mir das morgendliche Aufwachen mit Kaffee zu erleichtern. Nu trinke ich leckeren Transfer-Milchkaffee. Allerdings heisst unser Transfair hier Fairtrade - was am Morgen schon mal sehr ähnlich in meinen verschlafenen Ohren klingen kann. Was dann auch prompt zu Verständnisproblemen beim ersten Transfair-Kauf führte, da mich (natürlich) keiner verstand. Bis ich dann gemerkt habe, dass es diesmal nicht an meiner Aussprache liegt, sondern ich einfach das falsche (sprich deutsche) Wort benutze, hat es doch ziemlich lange gedauert. Immerhin hat es dann geklappt und ich bin mit meinem Kaffee abgezogen. Werde jetzt wohl immer vor dem Bestellen "transfair, transfair, transfair" vor mich hin murmeln, damit ich mir diese Peinlichkeit einzweites Mal erspare.

Do, 17/11
Es ist vollbracht. Ich habe gerade meine Fleece- gegen die warme Daunenjacke getauscht und erfreue mich an deren Wärme. Es ist jetzt mit einem Mal so kalt geworden, dass ich sogar meine Heitzung angestellt habe. Pünktlich zur Winterkälte gabs dann heute morgen auch den ersten Schnee. Zugegeben nur ein paar Flocken, aber die blieben immerhin so lange liegen, bis die Sonne sie weggeschmolzen hat. Immerhin, die ersten Flocken des Jahres die zählen. Habt ihr denn schon Schnee? Zur Zeit haben wir Minus 7°C - laut Internetwetter für Champaign.

Mittlerweile bereiten sich hier alle auf die Thanksgiving-Ferien vor und die Zurückgebliebenen werden sich vermutlich in der Bibliothek oder ihren Zimmer verschanzen und arbeiten. So jedenfalls sieht mein Plan aus, damit ich hier mit meiner Arbeit fertig werde. Mittlerweile gibt es schon wieder Probleme mit meiner Fragestellung, die ich aber hoffentlich morgen, pünktlich zum Ferienstart, mit meinem Prof klären kann.

Sa, 19/11
Was für ein verlorener Tag. Erst musste ich feststellen, dass ich die Öffnungszeiten der Bibliothek verwechselt habe und so schon nach einer Stunde wieder raus musste, dann konnte ich mich nicht zum schwimmen überwinden und zu guter Letzt habe ich den ganzen Tag mit irgendwelchen Nichtigkeiten verbracht, anstatt mich um meine Arbeit zu kümmern :-( . Shit. Immerhin habe ich eine Deadline, dass ich Ende der Woche meinem Prof einen kompletten ersten Entwurf meiner Arbeit vorlegen soll. So habe ich immer hin guten Druck, der wahrscheinlich in ein paar Tagen ganz mächtig zu wirken anfängt. Immerhin. Nach der Woche habe ich dann noch zwei Wochen Zeit für den ganzen Rest und muss das war's dann. In Berlin muss ich die Arbeit dann noch überarbeiten lassen - sprachtechnisch. Meldet sich jemand freiwillig oder muss ich erst einen Freiwilligen dafür bestimmen?

Mir fällt gerade ein, dass der Tag eigentlich ganz gut angefangen hatte. Nach dem ich gegen Mittag in meinen Kaffeeladen gewankt bin und fehlerfrei meine Transfair-Milchkaffee-Bestellung über die Lippen gebracht habe, habe ich bezahlt und meine Bonuskarte über den Tisch geschoben (10x irgendein Getränk und das elfte Irgendein-Getränk gratis - funktioniert super, wenn man eh immer nur das Billigste trinkt und beim elfen Mal etwas super leckeres in großer Bechergröße bestellen kann :-)) ). Netterweise hat er mir gleich alle restlichen acht Löcher in meine Karte gestanzt, wofür er von mir zuerst nur einen etwas müden verständnislosen Blick erntete. Ja, er habe "gerade so gute Laune und müsse nur noch .. 13 Minuten und 45 Sek. arbeiten. Dann einen schönen Tag noch." Mittlerweile habe auch ich mein Glück und seine Nettigkeit gefasst und bin deutlich aufgewachter (obwohl ich noch gar keinen Kaffee getrunken hatte) aus dem Laden gegangen.

Mittlerweile ist hier die große Leere angebrochen - bevor in einer Woche die große Lehre zum Prüfungsendspurt losgeht. Es gibt ohne Probleme Parkplätze und die Bibliotheken sind, bis auf ein paar Asiaten, wie leergefegt. Möchte nicht wissen, wie es jetzt auf den Highways und Flughäfen aussieht.

Anbei habe ich ein paar nette Bilder unserer Bernöwe-Laube ins Netz gestellt. Wer's noch nicht weiss: Sie wird noch dieses Jahr abgerissen und macht einem (etwas größeren) Neubau Platz. Schnief. Diese Info ist doch ein paar Bilder wert, auch wenn sie nichts mit Illinois zu tun haben - außer, dass ich beim Auslagern der Möbel nicht helfen darf/ muß.

So, hab mir gerade ein Paulaner Bier gekauft, um diesem verlorenen Tag noch ein gehaltvolles Ende zu geben. Dem werde ich mich jetzt mal widmen.

Gruss
Felixx
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