Von Geschäftsessen und (mal wieder) der ...

Trip Start Aug 31, 2005
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Trip End Dec 19, 2005


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Friday, November 11, 2005

Von Geschäftsessen und (mal wieder) der nationalen Sicherheit

Hallo,

Mo, 07/11
Hab es endlich geschafft, mich mit meinem koreanischen Ex-Mitbewohner mal zu treffen. Nach dem Schwimmen wollten wir eigentlich koreanisch Essen gehen, aber leider haben die beiden favorisierten Koreaner gerade Feierabend gemacht. So sind wir dann bei Pizza und Bier bei ihm (in meinem alten Zimmer) abgesackt.

Werd mal gucken, dass ich euch mal ein paar Fotos von unseren Kneipenabenden bei Murphy's ins Netz stelle. Halt die üblichen Kneipenbilder ;-) .

Mi, 09/11
Hatte gerade ein super Treffen mit meinem Lieblings-Betreuer. Wir sind noch mal das Thema durchgegangen und haben uns jetzt auch auf eine Fragestellung einigen können: What is a good plan? OR What is a good planning and implementation process? - am Beispiel des Development Plan's. Klingt ziemlich einfach, ist es aber nicht. Zuerst muss ich mir überlegen, welche Kriterien ich für die Beurteilung heranziehen möchte. Die werde ich versuchen in der Literatur zu finden und aus daraus meinen Theorieteil zu basteln. Am Ende stehen meine Kriterien, mit denen ich meine Fallstudie - also der Chicago River Corridor Development Plan - messen möchte. Dann kommt ein allgemeiner Teil zur Geschichte und wie es zu der Situation gekommen ist, die jetzt der Ist-Zustand ist. Dann wird der Plan analysiert und auseinander genommen und am Ende kommt ein Abschnitt mit Bewertungen und Empfehlungen. Klingt doch ganz gut, oder? Ich bin jetzt jedenfalls gut motiviert und bin auf das morgige Treffen mit The Wetlands Initative gespannt.

Do, 10/11
Bin heute nach Chicago gefahren, um mich mit Donald Hey von The Wetland Initiative zu treffen. Mein Zug hatte in Chicago 40 min Verspätung, weil wir in der Stadt, mit Sicht auf den Sears Tower, ein mechanisches Problem mit den Bremsen hatten. Naja, immerhin hatte ich einen schönen Blick aus dem Fenster. Die Züge nach Chicago scheinen immer irgendwelche Probleme zu haben. Die kommen ja aus New Orleans und bei der Strecke kann viel kaputt gehen - so meine Theorie. Wenn man von Chicago nach Süden fährt, geht es eigentlich. Man fährt pünktlich los und die Strecke bis Champaign ist so kurz, dass die Chance dass unterwegs was kaputt geht geringer scheint. So ein paar Verbesserungsvorschläge hätte ich beim amerikanischen Bahnsystem ja doch ... . Es scheint so die Regel zu sein, dass ich nach der Zugfahrt ca. 1h brauche, um auf Touren zu kommen. Das frühe Aufstehen, die Zugfahrt im kalten, weil klimatisierten, Zug und das Ausgespuckt werden am Bahnhof hinterlassen Spuren. So habe ich mir einen Kaffee gekauft und habe versucht, langsam aufzuwachen.

Dann ging's zu Donald mit dem ich nach 30 min Gespräch das ersten Geschäftsessen meines Lebens hatte. Sehr nett in einem kleinen Restaurant um die Ecke mit lecker Suppe. Danach haben wir einen kleinen Verdauungsspaziergang gemacht und sind einmal um den Block gelaufen - hier bekommt diese Redewendung eine ganz neue Bedeutung :-) . Nun sitze ich hier in (m)einem leeren Büro in der 10. Etage, kann den Nachbarbüros auf der anderen Straßenseite auf den Schreibtisch gucken und kann in Ruhe arbeiten - oder e-mails schreiben. Haben uns ausführlich über Planungspraktiken unterhalten, was sehr anregend war. Er versucht gerade, mir eine Mitfahrgelegenheit auf einem städtischen Flusspatrolienboot zu organisieren. Wenn das klappt, komm ich dafür sogar extra noch mal nach Chicago. Heute Abend geht's mit dem Zug zurück, so dass ich gegen 10.30pm wieder in Champaign aufschlage.

What a shit! Ich habe gerade mit dem zuständigen Bootsmenschen gesprochen der super nett ist, doch leider nichts an meiner falschen Staatsangehörigkeit ändern kann. Was für ne Scheisse ist das? Was hat meine Staatsangehörigkeit damit zu tun, ihn auf dem Boot zu begleiten? Die haben doch alle ne Sicherheitsmacke hier. Immerhin tat es ihm auch total leid und meinte, ich könne ja mit nem Auto die Brücken abfahren. Dass das nicht das Gleiche ist, hat er dann aber auch gleich selber eingesehen. Etwas hilflos hat er mir noch angeboten, dass ich mich mit allen Fragen zum Fluss an ihn wenden könne. Habe mich gerade bei Donald "ausgeheult", der darüber auch nur herzlich lachen konnte. Aber: Er sieht den Menschen heute Abend und wird versuchen, meine Begleitung als Universitäts-Studienexkursion anzubieten. Immerhin ist der Bootsmensch (auch) ein ehemaliger University of Illinois Student. Vielleicht haben wir darüber noch ne Chance.

So, nu sitz ich gerade im Zug und warte auf die Abfahrt. Leider sieht es mit der Bootsfahrt schlecht aus. Ich werde jetzt noch mal meinen Betreuer drauf ansetzen. Vielleicht hilft es ja, wenn ne amerikanischen Uni dahinter steht - aber wenn schon die persönlichen Kontakte von Donald nicht geholfen haben ... :-( . So n Scheiss. War gerade der vorletzte im Büro und bin, nach dem ich mir noch nen Kaffee geholt habe um die Bahnfahrt zu überstehen, durch die leeren Straßen gelaufen. So lang war es ja nicht, weil ich dann zum Bahnhof musste. Hab u.a. meinen ersten Schubverband auf dem Chicago River gesehen. Es gibt sie also, die wirtschaftliche Nutzung durch Schifffahrt - hatte ja zwischenzeitlich daran gezweifelt, weil ich nie ein Boot gesehen habe.

Komisch, wie sich die Stadt am Abend verändert. Da glitzert es nicht mehr so schön, sondern dann sieht man die Putzkolonnen in den Hochhäusern, die Obdachlosen, die tagsüber auch da sind, aber bei den vielen Menschen nicht weiter auffallen. Ausserdem ist es ganz ruhig und kaum Verkehr. Fast wie Heilig Abend gegen 21 Uhr in Berlin.

Morgen muss ich wieder ganz früh raus. Da fahre ich nach St. Louis. Eigentlich müsste ich ja arbeiten und meine Präsentation für Dienstag vorbereiten, aber das mache ich dann am Sonntag und Montag. In St. Louis gibt es ein social project der Uni oder besser des Urban and Regional Planning Department's. In East St. Louis muss die soziale Situation wohl ziemlich schlimm sein. Ich glaube, dass ist auch ein Grund, warum es dass Projekt gibt - damit die Studenten die $13.000 im Semester zahlen, mal eine andere Realität sehen. Wahrscheinlich werden es irgendwelche Aufräumarbeiten werden, was streichen etc. Mal gucken.

So, nu fahren wir und ich beende die mail mal hier - wollte mir eigentlich nur die Wartezeit verkürzen und nicht arbeiten ;-)

Wer will, darf sich jetzt gegrüsst fühlen, von
Felixx

p.s.: Der Sears Tower sieht einfach wunderbar aus dem Zugfenster aus. Müsste eigentlich noch mal ne Sears Tower-Fotoszesion machen.

p.p.s.: Ich mag ja eigentlich keine Country-Musik, aber wenn man hier so mit der Bahn durch Illinois schaukelt, aus dem Fenster in die Nacht guckt und der einzige Sender eben nur Country-Musik spielt, hat das einen ganz eigenen Reiz ;-) . Okay, das war mein heutiger Schwachpunkt.
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