Unterm Zuckerhut oder: Kiwis sind doch die Besten!

Trip Start Feb 18, 2007
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Trip End Oct 11, 2007


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Flag of Brazil  ,
Friday, June 8, 2007

RIO DE JANEIRO - Wir waren da!! Rio lag -wie eigentlich ganz Brasilien- nicht so ganz auf unserem Wege, aber als absolutes Must-See konnten wir uns die "City of God" natuerlich nicht entgehen lassen. Fuer unsere Kosten und Muehen sollten wir dann auch entlohnt werden..

Was in Rio ganz toll ist, sind Sonnenauf- bzw. Untergaenge. Schon beim Landeanflug morgens um 6 gab es einiges zu sehen. Die Stadt war zwar unter einer dicken Wolkendecke begraben, doch die kegelfoermigen Gipfel der zahlreichen Berge rund um Rio ragten ueber die Wolken hinaus und wurden von der knallorangenen Morgensonne angestrahlt. Das sah schonmal ganz vielversprechnend aus!

Den ersten Sonnenuntergang durften wir zwei Tage spaeter auf dem Zuckerhut bestaunen. Motiviert vom guten Wetter ging`s zeitig los in Richtung Touriattraktion Nummer eins. Wir hatten gehoert, dass man da auch hoch wandern konnte. Also ging`s erst einmal um den Zuckerhut rum - und dann hinauf. Zumindest bis zum Nachbarberg, von wo aus man die Gondel bis ganz hoch nehmen konnte. Die Gondelstation ist uebrigens ziemlich gross und stoert ein bisschen das idyllische Bild, aber auf saemtlichen Postkarten wird der Berg immer so geschickt fotografiert oder bearbeitet, dass uns das noch nie zuvor ausgefallen war. Die letzten 500 Hoehenmeter bezwangen wir also eingepfercht mit hundert anderen kamerabehaengten Touris. Und dann waren wir da - auf dem wohl beruehmtesten grossen Felsen der Welt. Das Witzige in Rio ist, dass man zum Beispiel zum Zuckerhut faehrt, um von dort aus Bilder vom Christus zu machen. Und wenn man bei der Jesusstatue steht, macht man Bilder vom Zuckerhut...Aber es funktioniert!

Waehrend wir also die tolle Aussicht ueber Rio, den Christus, Copacabana und Ipanema genossen, kam uns die Idee, dass das Ganze ja bei Sonnenuntergang besonders schoen sein musste. Leider war es erst zwei Uhr und somit noch ein weiter Weg bis dahin. Doch ob ihr`s glaubt oder nicht, wir schafften es 6 Stunden auf diesem ollen Berg zuzubringen und dabei auch noch Spass zu haben. Die ganzen posenden Touri-Maedels waren da Live-Kino genug! Und ein paar hundert Bilder und mehrere Stunden spaeter trafen wir dann noch zwei nette Iren dort, die noch nettere Kiwi-Kumpels hatten. Zwei Iren und fuenf Kiwis machen echt ne lustige Truppe und so ging`s am Abend in deren Hostelbar (wo es zur Happy Hour Caipis fuer 70 Cent gibt) und zu vorgerueckter Stunde dann noch auf eine Strassenparty in Rio. Wo und warum, das wusste keiner so genau, aber witzig war`s! Kiwis sind leider nicht ganz ohne Nebenwirkungen und so sind wir beide wieder dem Neuseelandfieber verfallen. Die Argentinier sind huebsch, die Brasilianer exotisch, aber die Kiwis einfach knuffig. Und wer mal die Kiwi-Version des Englischen gehoert hat, weiss auch was wir meinen!

Was die Brasilianer aber gut koennen, ist das Surfen. Da machen die echt was her! Und so wurde ein kleiner, nicht ganz so bekannter Felsen zwischen Ipanema und Copacabana zu unserem absoluten Lieblingsfelsen, und so manch ein Sonnenuntergang verbrachten wir dort, waehrend sich unter uns die Surfer in die Riesenwellen stuerzten. Was aber auch wahr ist ueber die Brasilianer; von der Ferne aus betrachtet sind sie toll und wirken nett. Kommt man ihnen aber zu nahe, entpuppt sich der Mega-Macho. So geschehen auf der Favela Funk Party, angeblich DER Partyort fuer Sonntagabend. Funk und Favela klang ja nicht soo ueberzeugend, doch leider war Sonntagabend das Angebot ein bisschen begrenzt und jeder andere partywuetige Backpacker ging wohl da hin. Schon auf so Einiges gefasst, stuerzten wir uns in die tanzende Menge, nur um dann nach einer knappen Stunde mit dem Taxi zurueck ins Hostel zu fluechten. Denn wir hatten dort Dinge erlebt, die einfach ueber unseren Vorstellungshorizont gingen. Maenner haben in Brasilien anscheinend keinen Respekt vor Frauen. Sich mit der Freundin zu unterhalten oder ein Getraenk an der Theke zu holen, zeigt anscheinend schon genuegend Interesse. Wir haben keine Ahnung, wie vielen Maennern wir in der einen Stunde dort auf ihre schmutzigen Finger geklopft haben. Aber so wuetend waren wir schon lange nicht mehr gewesen. Die fanden das anscheinend nicht so toll und wurden richtig aggressiv. Da war dann endgueltig rum. DIE Party schlechthin wurde also eher zu DEM Reinfall schlechthin, doch sowas muss man vielleicht mal gesehen haben. Und dass das Karin`s Geburtstagsparty sein sollte, haben wir tapfer ignoriert.

Wie wir im Nachhinein noch lernten, sind diese Parties beruehmt-beruechtigt fuer derartiges Klientel. Aber laengst nicht alle Brasilianer ticken so. An unserem letzten Abend in Rio wagten wir uns nochmal in einen Club und statt Funk gab es Reggae und statt grabschenden Typen trafen wir unsere Wander-Kollegen von Salvador wieder. Ein versoehnlicher Abschied!

Rio ist echt die wunderschoene, schillernde Stadt. Die Lage ist einfach absolut traumhaft, fast schon surreal. Die Straende sind ziemlich perfekt, obwohl den Brasilianerinnen leider um diese Jahreszeit anscheinend ein bisschen zu kalt war fuer ihre knappen Bikinis, was der Copacabana ein bisschen ihren Status und Flair nahm.
 
Unser "kleiner" Sidetrip nach Brasilien ist voller bunter Eindruecke gewesen. Ein Land so riesig und chaotisch und lebhaft! Gleichzeitig freuten wir uns aber darauf, in spanischsprachige Laender mit normaleren Menschen zurueckzukehren. Und welches Land koennte dafuer eher in Frage kommen als Paraguay!?!
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